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Die Digitalisierung hat auch den Finanzsektor voll erfasst. Computer und Algorithmen werden zu Anlageberatern trainiert, die vollautomatisch Investments tätigen und Renditen erzielen können.

Das ständige Auf und Ab an den internationalen Börsen ist für Normalsterbliche kaum zu überblicken. Aktien, für die an einem Tag noch Top-Empfehlungen abgegeben werden, können schon am nächsten Handelstag aufgrund unvorhersehbarer Ereignisse deutlich an Wert verlieren. Andere Wertpapiere, die kaum jemand auf dem Radar hatte, können zu einem plötzlichen und unerwarteten Höhenflug ansetzen, der wenn er einmal bemerkt wird, dann auch schon ebenso prompt wieder zu Ende ist.

Genau an diesem Punkt setzen digitale Vermögensverwalter, sogenannte Robo Advisors an. Diese neuzeitlichen Finanzdienstleister nutzen die Mittel der Digitalisierung, um Trends an den Börsen zu erkennen und in der Folge vollautomatische Investments zu tätigen. Computer und Algorithmen ersetzen dabei die Anlageberater und nehmen Anlegern die Entscheidung ab, wann und wo sie investieren sollen.

Günstig und bequem

In der Praxis hat sich das in den vergangenen Jahren derart bewährt, dass neben einigen Finanz-Start-ups – sogenannten Fintechs – auch etablierte Geldhäuser eigene solcher digitalen Angebote ins Leben gerufen haben. Angebote, die sich vor allem an die Gruppe der Anleger wenden, die sich nicht selbst um ihre Wertpapierdepots und den Handel mit Aktien kümmern wollen – sei es aus Bequemlichkeit, Zeitgründen oder weil sie sich selbst nicht mit den Mechanismen der Märkte auseinandersetzen wollen.

In der Regel werden dabei Wertpapierdepots angelegt und mit Kapital ausgestattet. Die Anleger legen in der Folge noch ihre Risikobereitschaft und ihre Anlageziele fest, den Rest übernehmen dann die Computermodelle. Wobei Robo-Advisors in ETFs – Exchange Traded Funds – investieren. Die Risikobereitschaft wird dabei grundsätzlich durch das Verhältnis von Aktien und Anleihen im Portfolio definiert. Ein höherer Aktienanteil birgt ein höheres Risiko, ein höherer Anleihen-Anteil schränkt dagegen die erwartbare Rendite ein.

Einfach profitieren

Wer auf einen Robo-Advisor setzt kann also ohne spezielles Fachwissen und ohne selbst viel dafür tun zu müssen am Kapitalmarkt mitmischen und von dessen Entwicklung profitieren. Allerdings fallen dafür auch etwas höhere Kosten als wenn man die Zügel selbst in die Hand nimmt. Dafür bieten Digitale Vermögensverwalter wie etwa der zu Raiffeisen gehörende „WILL“ auch Sparpläne an, mit denen man mit geringen monatlichen Beträgen – bei WILL etwa einer monatlichen Einlage von 100 Euro – mit einem moderaten Risiko Vermögen aufbauen und für die Zukunft vorsorgen kann. Wobei es sich bei WILL allerdings noch um eine Hybrid-Form handelt, bei der die Veranlagung nicht rein durch Maschinen, sondern aktiv durch die Veranlagungsexperten der Bank erfolgt. Diese reduzieren etwa auch bei negativen Markteinschätzungen die Aktienanteile in den Portfolios, um allfällige Verluste einzudämmen und erhöhen die Aktienanteilen bei einer positiven Perspektive wieder.

Entscheidet man sich, die Geldanlage einem Robo-Advisor zu überlassen, dann empfiehlt es sich auf jeden Fall, die jeweiligen Konditionen genau zu studieren. Ein wichtiger Punkt dabei ist, dass der jeweilige Anbieter auch in Österreich ansässig sein sollte, da sonst die Versteuerung der erzielten Gewinne im Ausland erfolgen muss, was eine relativ komplexe Angelegenheit sein kann. Auf der sicheren und seriösen Seite ist man auf jeden Fall, wenn hinter dem jeweiligen Anbieter ein etabliertes Bankhaus steht. Neben Raiffeisen (WILL) haben etwa auch das Bankhaus Schellhammer & Schattera (DADAT), die Erste Bank (Investmanager) und das Bankhaus Spängler (Carl) ein Angebot für eine Digitale Vermögensverwaltung. Die Mindesteinlagen bewegen sich bei den einzelnen Anbietern in einem Rahmen von 10.000 bis 30.000 Euro.

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Mit ETFs – Exchange Traded Funds oder Indexfonds – wird das Investieren an den Börsen günstiger, weniger riskant und mit speziellen Sparplänen auch für Einsteiger interessant.

Ein Restrisiko wird es immer geben. Doch besser ein kleines Risiko eingehen und damit die Chance auf Gewinne wahrzunehmen als gleich den offensichtlich falschen Weg einschlagen und sichere Verluste hinzunehmen – das ist die Grundregel, an die sich alle halten sollten, die Geld anlegen und damit vorsorgen wollen. Ob für die eigene Zukunft oder die der Familie.

Es ist lange her, dass ein Sparbuch für Sparer noch wirklich ein Geschäft war. 1995 lag der 3-Monatszinssatz noch bei 6,8 Prozent, im Jahr 2008 immerhin noch bei heutzutage nahezu utopischen 4,6 Prozent. Als Folge der Finanzkrise sind die Zinsen dann aber in den Keller gerasselt. 2009 gab es nur noch 1,2 Prozent Zinsen 2010 dann bloß noch 0,8 Prozent und seit dem Jahr 2016 gibt es in Österreich sogar Negativzinsen.

Verlierer und Gewinner

Erspartes – ob am Girokonto oder am Sparbuch – verliert damit schon seit etlichen Jahren automatisch täglich an Wert. Ein Guthaben ist lediglich dem Namen nach noch ein Guthaben und ein vermeintlicher Wertgewinn täuscht. Ein kleines Beispiel: Wer 1996 ein Sparbuch mit einer Einlage von umgerechnet 10.000 Euro eröffnet hat, der hat dort 25 Jahre später ein nominelles Guthaben von rund 12.200 Euro und damit scheinbar einen Gewinn von 22 Prozent gemacht. Dabei wird aber vergessen, dass sich der Wert des Geldes durch die Inflation gleichzeitig und kontinuierlich verringert hat. Die 10.000 Euro des Jahres 1996 haben heutzutage nur noch eine Kaufkraft von rund 6.600 Euro und das Guthaben von 12.200 hat rein rechnerisch nur noch einen Wert von rund 8.400 Euro.

Den realen Verlusten auf Sparbüchern und Girokonten stehen reale Gewinne gegenüber, die im gleichen Zeitraum an Aktienmärkten erzielt werden konnten. Der österreichische Aktienindex ATX lag etwa zu Beginn des Jahres 1996 bei exakt 1.000 Punkten und liegt aktuell bei 3.650 Punkten. Noch wesentlich deutlicher sind die Kursgewinne an anderen großen Börsen der Welt. Der Deutsche Leitindex DAX ist in dem gleichen Zeitraum von 2.260 auf 15.700 geklettert und der amerikanische DOW Jones Index gar von 5.200 auf 35.000 Punkte.

Wenngleich auch auf Einkünfte aus Kapitalvermögen einer Kapitalertragsteuer von 27,5 Prozent unterliegen – Zinserträge von Sparbüchern oder Girokonten werden übrigens mit 25 Prozent besteuert – und es zwischenzeitlich günstigere und weniger günstige Phasen für ein Aktieninvestment gab, konnte man über den gesamten Zeitraum ein Guthaben dennoch vervielfachen.

Günstig Gewinne einfahren

ETFs – Exchange Traded Funds oder Indexfonds – waren und sind dabei für Anleger die einfachste und zugleich auch günstigste Möglichkeit, um von der Entwicklung der Aktienmärkte zu profitieren. Dieses Fonds bilden Indizes genau ab – in einem Dow Jones ETF sind etwa die 30 Aktien zu genau den gleichen Anteilen enthalten wie im Aktienindex selbst – und folgen daher auch exakt der Entwicklung des jeweiligen Aktienindex.

Für Anleger hat das den Vorteil, dass sie sich die etwas mühselige und nicht immer einfache Aufgabe ersparen, ein erfolgversprechendes Aktienpaket mit einer breiteren Streuung für ihr Wertpapierdepot zusammenzustellen. Und obendrein ist es auch erheblich günstiger, in einen ETF zu investieren als in einem traditionellen Aktienfonds , weil dafür kein aktives Fondsmanagement nötig ist. Die Nebenkosten von ETFs liegen in etwa bei einem Zehntel der Kosten die für einen herkömmlichen Fonds in Rechnung gestellt werden – Geld, das Anleger erst einmal verdienen müssen.

Dividenden kassieren

Das breite Angebot an ETFs macht es dabei möglich, die ETF-Strategie mit anderen Börse-Strategien zu kombinieren, so etwa mit der Dividendenstrategie. Der UBS ETF (IE) DJ Global Select Dividend (IE00BMP3HG27) beinhaltet etwa die dividendenstärksten Titel aus dem Dow Jones.

Der MSCI World High Dividend Yield Index beinhaltet Unternehmen aus Industrieländern weltweit, die gleichbleibend überdurchschnittlich hohe Dividendenzahlungen aufweisen. Ausgangsindex ist der MSCI World Index. Ein ETF darauf wäre der iShares MSCI World Quality Dividend UCITS ETF (IE00BYYHSQ67). Wer in diesen Fonds investiert hat große, dividendenstarke Unternehmen aus aller Welt im Depot und kann zusätzlich zu Kursgewinnen auch eine Rendite aus regelmäßigen Dividendenausschüttungen erwarten.

Wer hingegen lieber in heimische Werte investiert, der kann mit einem ETF auch in die 20 ATX-Werte investieren, etwa mit dem iShares ATX UCITS ETF (DE000A0D8Q23)

Mit kleinen Beträgen partizipieren

Über ETF-Sparpläne, die von nahezu allen Brokern angeboten werden, ist es auch möglich, mit laufenden kleinen Beträgen an der Entwicklung teilzuhaben. Da die Versteuerung von im Ausland erzielten Kapitalerträgen schwierig ist, ist es empfehlenswert, sich dabei für einen Broker aus dem Inland wie etwa der BankDirekt zu entscheiden, die etwa 19 sparplanfähige ETFs bei einer Mindestsparrate ab 100 Euro monatlich anbietet.

BERNARD ARNAULT, Hauptaktionär des Luxusgüterkonzerns LVMH (li) und JEFF BEZOS, Gründer von Amazon. © Getty Images

Die Experten der INVESTORS CHALLENGE erklären die Vor- und Nachteile von Value- oder Growth-Aktien. Und warum die Buy-and-Hold-Stratregie langfristig höhere Renditen bringt.

Bernard Arnault ist laut “ Forbes“ der reichste Mann der Welt. Das Vermögen des Mehrheitseigentümers des Luxusgüterkonzerns LVMH (Moet Hennessy Louis Vuitton) wird auf 198 Milliarden US-Dollar geschätzt. Amazon-Gründer Jeff Bezos rangiert mit 192 Milliarden auf Platz zwei.

Die Männer und ihre Unternehmen stehen für zwei grundverschiedene Aktien und Investmentstrategien. LVMH (FR0000121014) ist ein klassischer Value-Wert. Amazon (US0231351067) hingegen eine typische Growth-Aktie. Bei Growth-Titeln stehen die künftigen Wachstumschancen im Mittelpunkt. Bei Value-Werten interessiert Anleger hingegen primär die Substanz des Unternehmens und wie sich der Aktienkurs zum Gesamtwert des Unternehmens verhält. Die Kurse von Value-Aktien entwickeln sich meist langsam, aber stetig. Jene von Growth-Titeln unterliegen oft heftigen Schwankungen.

Value und Growth

Einer der berühmtesten Value-Investoren ist Warren Buffett. Mit seinem Beteiligungsunternehmen Berkshire Hathaway (US0846707026) wurden er – und seine Aktionäre – reich. Zu seinen wesentlichsten Aktien zählen Coca-Cola (US1912161007), Kraft Foods (US5007541064), Johnson & Johnson (US4781601046), General Motors (US37045V1008) oder American Express (US0258161092). Buffett hat aber 2016 mit Apple (US0378331005) erstmals auch groß in eine Wachstumsaktie investiert. Heute zählt Apple zu den erfolgreichsten Beteiligungen in Buffetts Portfolio.

Auch Stefan Walde, Leiter des Asset Managements bei der Hypo Tirol Bank, rät zu einem Mix: „Eine Mischung aus Wachstums- und Value-Aktien bietet sich für ein gut diversifiziertes Portfolio an. Zum einen sind Aktien mit einer starken Wachstumsdynamik berücksichtigt und zum anderen Titel, die solide Gewinne und hohe Ausschüttungen bieten. Dazu ist es notwendig, Aktien aus verschiedenen Sektoren zu mischen.“

Und wie findet man diese Aktien? Hypo Tirol Bank-Aktienexperte Walde rät: „Für langfristige Anlagestrategien eignen sich Blue-Chip-Werte mit soliden Geschäftsmodellen.“ Um aber die unterbewerteten „versteckten Perlen“ zu finden, muss man jedes Unternehmen im Detail analysieren, um überprüfen zu können, ob es nicht zu Recht unterbewertet ist. David Striegl, Leiter des Aktienfondsmanagements bei Kepler, warnt daher: „Eine große Gefahr des Value-Investings sind sogenannte Value-Fallen. Das sind Unternehmen, die bei den gängigen Value-Kennzahlen wie Kurs-Gewinn-Verhältnis oder Kurs-Buchwert-Verhältnis günstig erscheinen, operativ allerdings auf raue See zusteuern oder gar in die Insolvenz schlittern.“

Buy and Hold

Oft sind Börseneinsteiger vom Traden so fasziniert, dass sie schnelle Gewinne sofort realisieren und bei Verlusten Aktien rasch wieder verkaufen. Dabei führt die sogenannte Buy-and-Hold-Strategie langfristig viel eher zu einem Anlageerfolg. Kern dieser Strategie ist es, Aktien gut überlegt auszuwählen, über viele Jahre von ihrer nachhaltigen Wertentwicklung zu profitieren und langfristig eine Rendite zu erzielen.

Manfred Nosek, Leiter des Onlinebrokers bankdirekt.at der RLB OÖ, erklärt: „Abgesehen von weniger Stress profitieren Anleger dabei auch von geringeren Nebengeräuschen, indem sie Transaktionsgebühren vermeiden, die sonst die Rendite schmälern würden. Wer ständig Aktien und Fonds kauft und wieder verkauft, läuft den Gewinnen oft hinterher, ohne selbst welche zu erzielen. Je kurzfristiger ein Investment ist, desto stärker fallen Kursschwankungen ins Gewicht.“ Oder, wie es Hypo Tirol Bank-Experte Walde auf den Punkt bringt: „Hin und her macht die Taschen leer.“


Take Aways

  • BEI VALUE-AKTIEN stehen der Substanzwert des Unternehmens (Gebäude, Maschinen, Patente) sowie künftige Gewinne im Fokus.
  • KENNZAHLEN zur Bewertung von Value-Aktien sind das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) und das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV). Sie setzen Gewinn und Buchwert in ein Verhältnis zum Aktienkurs.
  • BEI GROWTH-AKTIEN stehen Umsatz- und Marktanteilswachstum im Vordergrund.
  • KENNZAHLEN zur Bewertung sind ein überdurchschnittlich hohes Umsatz- und Marktanteilswachstum.
  • BEWERTUNG Während bei Value-Aktien KGV und KBV niedrig sein sollten, können diese Werte bei Growth-Aktien auch höher sein.
  • Für die BUY-AND-HOLD-STRATEGIE eignen sich am besten BLUE CHIPS mit zukunftsorientiertem Geschäftsmodell und hoher Marktkapitalisierung.
  • PORTFOLIOCHECKS sollen überprüfen, ob die ursprünglich nach diesen Kriterien ausgewählten Aktien diese auch noch erfüllen.
  • BEI EINEM CRASH sollte man nicht in Panik verkaufen. Er wird die Kurse nach unten ziehen, bei soliden Werten werden sie aber rasch wieder steigen.
  • DAS INVESTIERTE KAPITAL sollte über einen längeren Anlagehorizont nicht benötigt werden, da bei einem ungünstigen Verkaufszeitpunkt Verluste drohen.
  • UNTERNEHMEN, die ihre Dividenden regelmäßig steigern, eignen sich besonders für die Buy-and-Hold-Strategie.

JOHANNES HAID, Vorstand der Hypo Tirol Bank, über die Verantwortung und Bedeutung der Bank für die regionale Wirtschaft und für ihre Kunden.


TREND: Die letzten eineinhalb Jahre waren wirtschaftlich von der Pandemie, von Lockdowns, Stillstand und Kurzarbeit gezeichnet. Besonders im Tourismus, einem Bereich, in dem die Hypo Tirol Bank als Landesbank und Partner eine starke Position hat. Hat das etwas an der Rolle Ihrer Bank geändert?

JOHANNES HAID: Wir haben heute den gleichen Ansatz wie zuvor. Wir sind da, um unseren Kunden zur Seite zu stehen und sie zu beraten. In guten wie in schlechten Zeiten. Ob persönlich, per Telefon oder per Video. Die Pandemie hat das nur verstärkt. Da war es wichtig, als Partner vor Ort zu sein und den Kunden Unterstützung und Sicherheit zu geben. Regionalität hat stark an Bedeutung gewonnen. Wir sind nur regional in Tirol, Südtirol und in Wien vertreten, aber hier wissen die Menschen, wer wir sind. Es gibt Gebäude und Mitarbeiter, die man anfassen kann, die nicht weit weg sind. Das ist uns zugutegekommen.

Verstärkt hat sich auch der Trend zur nachhaltigen Geldanlage. Man denkt dabei auch an die Umwelt, an soziale und gesellschaftliche Aspekte.

Nachhaltigkeit ist für mich ein sehr breites Thema. Wir müssen unseren Planeten schützen und pflegen, und jeder ist im täglichen Verhalten und Konsum gefordert. Das trifft besonders auch die Banken. Wir müssen Vorbildwirkung zeigen, Dinge in Bewegung setzen und dabei den Bogen weit spannen, um einen positiven Beitrag zu leisten, und den Kunden zeigen, was alles möglich ist. Auch mit entsprechenden Produktangeboten. Die Veranlagung in nachhaltige Fonds ist für mich nur ein Aspekt im Feld der Nachhaltigkeit.

Am Girokonto oder am Sparbuch verliert Geld automatisch jeden Tag an Wert.

Johannes Haid, Vorstand Hypo Tirol Bank

Geldanlage generell ist seit Beginn der Coronakrise ein schwieriges Thema. Gleich zu Beginn gab es einen heftigen Crash. Seither haben sich die Märkte zwar erholt, sind aber sehr volatil. Wozu raten Sie in einer solchen Zeit?

Wir sagen seit Jahr und Tag, dass man den Aktienmarkt über viele Jahre betrachten und Ausdauer haben muss. Das Gefährlichste ist, wenn jemand mit einer für ihn hohen Summe einsteigt und eine Situation eintritt, in der sich die Kurse binnen einer Woche um 20, 30 Prozent nach unten bewegen. Dann gibt es immer Kunden, die aus Nervosität zum schlechtesten Zeitpunkt verkaufen und mit Verlusten aussteigen. Aber wir können stolz sagen, dass es uns durch unsere Beratungsleistungen auf breiter Ebene gelungen ist, zu beruhigen. Wenn man Luft und Geduld hat, stellt sich auch der positive Effekt ein. Am Girokonto oder am Sparbuch verliert Geld dagegen automatisch jeden Tag an Wert.

Welche Strategie empfehlen Sie nun bei der Geldanlage?

Es ist wichtig, zu diversifizieren, je nachdem, welche Mittel zur Verfügung stehen. Wohnen ist dabei ein Teil: Kann ich mir ein Eigenheim leisten oder vielleicht sogar etwas für eine Vermietung und so ein Standbein aufbauen? Daneben sollte man immer so liquide sein, dass man für einen Notfall gerüstet ist oder sich einen Wunsch erfüllen kann. Gold hat ebenfalls seinen Reiz, auch wenn der Preis mittlerweile recht hoch ist. Und dann kann man mit kleineren Beträgen über Fondssparen am Aktienmarkt teilnehmen oder mit mehr Mittel auch in Einzelaktien investieren. Es sollte aber immer so sein, dass man Verluste verkraften kann. Die Pandemie scheint dabei etwas bewegt zu haben. Die Menschen denken nach, wie sie über einen längeren Zeitraum für einen späteren Lebensabschnitt oder auch für die Kinder etwas aufbauen können – und das auch mit einem guten Gewissen.

ZUR PERSON. Johannes Haid, 57, stammt aus einer Tiroler Unternehmerfamilie. Er studierte Marketing und Informatik an der Universität Honolulu und hat eine sportliche Vergangenheit als Basketballer. Er ist seit 2006 bei der Hypo Tirol Bank, deren Vorstand er seit 2015 angehört.

Einer alten Börsenweisheit zufolge stehen Investoren nun wieder die besten Monate bevor, um Geld in Aktien anzulegen. Warum das so ist und wie Sie von Zyklen an der Börse profitieren können.

„Sell in May and go away. Come back on St. Leger Day“ So lautet ein alter Börsen-Spruch, den es in verschiedenen Varianten gibt. Einer anderen Diktion zufolge lautet der zweite Teil „But remember to come back in September.“

Wie auch immer – bei den St. Leger Stakes, von denen der St. Leger Day unter Börsianern seinen Namen hat, handelt es sich um ein jährlich Mitte September im britischen Doncaster ausgetragenen Pferderennen. Im Jahr 2021 findet das Rennen am 11. September statt. Und zu diesem Termin beginnt eben dem Spruch zufolge die für Anleger beste Zeit des Jahres, um in Aktien zu investieren. Aber stimmt das auch oder ist das bloß ein überholter Spruch, aus den 1950er Jahren, als es noch keinen elektronischen Handel an den Börsen gab und sich Broker ab Juni langsam in die Sommerferien verabschiedeten, um dann im September wieder an die Arbeit zu gehen.

Der Reality-Check zeigt, dass die mehrere Jahrzehnte alte Börsenweisheit auch im 21. Jahrhundert noch ihre Gültigkeit hat. Über die Sommermonate liegt das Handelsvolumen an den wichtigsten Börsen auch heutzutage noch deutlich hinter den übrigen Monaten des Jahres zurück. Und nachdem die Kurse an der Börse von Angebot Nachfrage bestimmt werden gehen die in dieser Zeit auch tendenziell zurück, um dann in den Herbstmonaten wieder deutlicher anzusteigen.

Kaufen, verkaufen und wieder kaufen

Langzeit-Analysen haben gezeigt, dass die Kurse in den Monaten Oktober, November und Dezember überdurchschnittlich stark steigen und in der Periode von Juni bis September zurückgehen. Wer also Aktien im Mai abstößt und im September wieder in das Depot holt, kann damit spekulieren, dadurch einen Wertgewinn zu erzielen.

Das auf Trading-Statistiken spezialisierte Portal tradistats.com hat diese Saisonalität genauer unter die Lupe genommen und für die deutschen Aktienindizes DAX und MDAX im Zeitraum von 1998 bis 2018 untersucht. Dabei zeigte sich nicht nur, dass Anleger in einen DAX-ETF mit der Buy-and-Hold-Strategie über die zwei Jahrzehnte ein Plus von 111 Prozent erzielen hätten können, Anleger in den MDAX im gleichen Zeitraum sogar ein Plus von 448 Prozent.

Der saisonale Effekt

Optimieren ließ sich diese Strategie durch mit der „Sell in May“ Empfehlung. Wurde die Position am ersten Handelstag im Mai geschlossen und am ersten Handelstag wieder investiert, dann ergab sich im MDAX ein rechnerisches Plus von 490 Prozent.

Noch besser wäre es allerdings gewesen, das Kapital jeweils am ersten Handelstag des Junis zu entnehmen und am ersten Handelstag im Oktober wieder zu investieren. Unter dem Strich ergab sich dabei im MDAX nach 20 Jahren eine Gesamtperformance von 631 Prozent (siehe Tabelle). In den zwei Jahrzehnten konnten Investoren dabei in 17 der 20 Jahre Gewinne mitnehmen.

Quelle: tradistats.com

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Dividenden sind Gewinnausschüttungen, die Unternehmen an Aktionäre leisten. Investoren, die in dividendenstarke Titel investieren, können davon eine zusätzliche Rendite erwarten.

Einmal jährlich können sich Aktionäre der Österreichischen Post (AT0000APOST4) über einen kleinen Bonus freuen. Rund 70 Prozent ihres Gewinns werden dann als Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet.

Am letzten Zahltag Ende April 2021 entfiel dabei auf jede Aktie ein Anteil von 1,60 Euro. Das erscheint zwar im ersten Moment kaum der Rede wert, summiert sich jedoch mit der Mange der Aktien, die man besitzt. Mit 100 Post-Aktien (Aktueller Wert: je 38,90 Euro) hat man bei der Ausschüttung immerhin schon 160 Euro erhalten.

Der größte Aktionär der Post ist übrigens mit einem Anteil von 52,8 Prozent die staatliche Beteiligung AG ÖBAG – und die ist auch der Grund, weshalb die Post Jahr für Jahr zuverlässig ihre Gewinnanteile ausschüttet, garantiert sie doch somit dem Finanzminister die im Bundeshaushalt fix eingeplanten Budgetanteile.

Die große Gewinn-Umverteilung

Doch nicht nur Unternehmen, die teilweise in staatlichem Besitz sind, sondern auch Industriegrößen wie der deutsche Siemens-Konzern (DE0007236101) oder der High-Tech-Gigant Apple (US0378331005) schütten regelmäßig Dividenden aus und verschaffen so den Anlegern und Investoren immer wieder einen netten Zusatzverdienst. In den USA werden die Gewinnanteile üblicherweise sogar im Quartalsrhythmus, also viermal jährlich  ausgeschüttet. In Großbritannien ist eine halbjährliche Ausschüttung üblich und in Deutschland wie in Österreich eine jährliche.

Die Höhe der Dividende schlägt der Vorstand der Aktiengesellschaft vor der jährlichen Hauptversammlung vor. Die Ausschüttung wird anschließend auf der Hauptversammlung durch eine einfache Mehrheit abgesegnet und beschlossen.

Grundsätzlich ist die Gewinnausschüttung im Aktienrecht festgehalten, dennoch zahlen nicht alle Unternehmen eine Dividenden. Wachstumsstarke Technologie- oder Biotech-Unternehmen investieren den Gewinn stattdessen häufig in Forschung und Entwicklung. Oder es wird nur ein kleiner „pro forma“ Anteil des Jahresgewinns an die Aktionäre ausgeschüttet und die einbehaltenen Gewinnen in die Produktentwicklung gesteckt.

Die Dividendenstrategie

Bei der Dividendenstrategie setzen Investoren nun auf Aktien mit vergleichsweise hohen Dividenden. Die Höhe der Dividende ist dabei das entscheidende Kriterium für ein Investment.

Das hat zumindest zwei Nebeneffekte. Einerseits verliert dabei die mitunter volatile Kursentwicklung an den Börsen etwas an Gewicht – was die Nerven der Aktionäre schont und andererseits sind Unternehmen mit stabilen, hohen Gewinnausschüttungen oft auch Großkonzerne, die wirtschaftlich gut positioniert sind.

Die Grundidee stammt vom legendären US-Investor Benjamin Graham, der in Buch „The Intelligent Investor“ empfahl, die zehn Dow-Jones-Werte mit der höchsten Dividendenrendite zu kaufen und diese Aktien nach einem Jahr eventuell auszutauschen, falls sich etwas geändert haben sollte. Langfristig lässt sich mit Grahams Dividendenstrategie eine deutliche Outperformance über den Dow Jones Index erzielen. Populär wurde die Anlagestrategie unter dem Namen „Dogs of the Dow“ -Strategie.

Michael O’Higgins verfeinerte Grahams Strategie, indem er aus den zehn Aktien noch fünf mit den niedrigsten Aktienkursen herausfilterte. In seinem Buch „Beating the Dow“ empfiehlt er, in die fünf nominell günstigsten Werte, die „Low-5“ zu investieren. Die Anleger sollen ein Jahr lang in diesen Aktien investiert bleiben und dann nach dem Prinzip wieder umschichten. Der Hintergedanke ist, dass Aktien mit nominell niedrigen Börsenkursen höhere Kursschwankungen aufweisen und bei einer hohen Dividendenrendite oft früher oder später wieder höhere Kurslevels erreichen.

Top 5 Dividendenaktien im Dow Jones

SymbolDividendenaktie Dow JonesISINErwartete Dividendenrendite in %
CVXChevronUS16676410054.9
IBMIBMUS4592001014 4.9
DOWDowUS2605571031 4.3
VZVerizon CommunicationsUS92343V1044 4.3
MRKMerckUS58933Y1055 3.5

Top 5 Dividendenaktien im DAX

SymbolDividendenaktie DAXISINErwartete Dividendenrendite in %
EONEonDE000ENAG999 4.7
BASBASFDE000BASF111 4.6
ALVAllianzDE0008404005 4.4
BAYABayerDE000BAY0017 3.8
MUV2Münchner RückversicherungDE0008430026 3.7

Die Value-Strategie und die Growth-Strategie gehören zu den klassischen Ansätzen von Investoren, um mit Aktien kräftige Renditen zu erwirtschaften. Wie die beiden Strategien funktionieren.

Großer Wert, kleiner Preis? Wenn Sie bei der Geldanlage überlegen, in Wertpapiere zu investieren, die unterbewertet und daher günstig sind, gleichzeitig aber ein großes Potenzial haben, dann sind Sie in bester Gesellschaft. Der berühmte Warren Buffet, der mit seinen Aktiengeschäften und dem Unternehmen Berkshire Hathaway zu einem der reichsten Männer der Welt wurde, hat zeit seines Lebens auf diese Taktik gesetzt und damit Milliarden verdient.

Der eigentliche Clou ist, dass man Unternehmen findet, deren wahrer Wert über dem aktuellen Börsenwert liegt – und die auch eine gute Position haben, um weiter zu wachsen. Genau in solche Akten investieren Value-Anleger dann auch – eben in der Erwartung, dass sich das entsprechende Unternehmen weiterhin vorteilhaft entwickelt und in der Folge auch der Kurs an der Börse steigt.

Für potenzielle Anleger bedeutet das, dass sie sich intensiv mit den jeweiligen Unternehmen beschäftigen müssen. Eine eingehende Recherche und die Analyse der jeweiligen Unternehmen sind erforderlich, um den Wert und das Potenzial der Unternehmen bestimmen zu können. Auch Geduld ist angesagt, denn mit einer rapiden Wertsteigerung ist nicht zu rechnen.

Die Growth-Strategie

Bei der Growth-Strategie haben Anleger dagegen weniger Einzelunternehmen sondern ganze Branchen im Blick.

Growth-Investoren setzen darauf, potenzielle Wachstumsmärkte der Zukunft wie etwa die Biotech-Branche auszumachen und suchen dann in den jeweiligen Märkten die Unternehmen mit der größten Wachstumsdynamik. Oft sind das die großen Player in den Boom-Märkten.

Im Gegensatz zu Value-Investoren, die ihre Investment-Entscheidungen auf der Basis von gut etablierten und in der Vergangenheit bewährten Geschäftsmodelle treffen schauen die Growth-Investoren daher in die Zukunft.

In der Vergangenheit konnten mit der Growth-Strategie noch höhere Gewinne erzielt werden als mit der Value-Strategie. Anleger sollten aber vorsichtig sein, denn auch das Risiko ist höher. Bleibt etwa das Wachstum eines Unternehmens unter den Erwartungen zurück, dann können hohe Kursverluste die Folge sein. Werden die Wachstumserwartungen nicht erfüllt, dann sollten Investoren die Papiere daher auch möglichst schnell wieder abstoßen.

Zeit und Geduld als Strategie: Mit der Buy-and-Hold-Strategie setzen Investoren nicht auf den schnellen Schnitt, sondern auf kontinuierlichen und langfristigen Wertzuwachs.

Die Aktienkurse immer im Blick, ständig am Handeln, Wertpapiere Kaufen und Verkaufen, Futures und Optionen sichern – dieses Image verbindet man oft mit den Tradern an der Börse.

Doch es geht auch anders. Langsam, stressfrei und entspannt, ohne die Entwicklung immer wieder zu beobachten. „Buy-and-Hold“ heißt die Strategie, deren Bezeichnung selbsterklärend ist. Und neben der entspannten Haltung profitieren Anleger schon auch von geringeren Nebengeräuschen, indem sie Transaktionsgebühren vermeiden, die sonst die Rendite schmälern würden. Außerdem: wer ständig Aktien und Fonds kauft und wieder verkauft, läuft den Gewinnen oft hinterher, ohne selbst welche zu erzielen. Je kurzfristiger ein Investment ist, desto stärker fallen Kursschwankungen ins Gewicht.

Prüfe, wer sich bindet…

Kern der Buy-and-Hold-Strategie ist es, Werte gut überlegt auszuwählen und sie dann über viele Jahre zu halten, dabei von der nachhaltigen Wertentwicklung zu profitieren und langfristig eine Rendite zu erzielen – ähnlich wie man es mit Immobilien machen würde. Der Einstiegszeitpunkt wird dabei angesichts einer konstanten Wertentwicklung und regelmäßiger Gewinne und Dividendenzahlungen mit den Jahren immer irrelevanter und man die Gewinne beim Ausstieg realisieren ohne sich an Tageskurse orientieren zu müssen.

Klarerweise gehört bei der Buy-and-Hold-Strategie umso mehr dazu, dass Unternehmen und Wertpapiere vor dem Kauf gründlich analysiert werden, das Geschäftsmodell und die börsenrelevanten Daten unter die Lupe genommen werden. Denn je günstiger eine Aktie beim Einstieg ist, desto größer ist auch ihr langfristiges Potenzial.

Hohe Dividenden als Belohnung

Den größten Vorteil hat die Strategie bei Dividendenaktien. Wachstumsstarke und nachhaltig orientierte Unternehmen teilen ihre Gewinne mit ihren Aktionären und schütten jährlich, manchmal auch mehrmals im Jahr, eine Dividende aus. Die ist bezogen auf den Einstiegskurs in den ersten Jahren meistens nicht sonderlich hoch und bewegen sich oft im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Viele Unternehmen steigern aber ihre Dividenden regelmäßig. Und bezogen auf den Einstiegskurs können mit der Buy-and-Hold-Strategie nach einigen Jahren oder Jahrzehnten auch Dividenden im zweistelligen Prozentbereich erzielt werden – Gewinne, die Spekulanten und kurzfristig orientierten Anleger entgehen.

Allerdings geht Strategie geht nur mit starken, etablierten Aktien nachhaltig orientierter und zukunftsfähig aufgestellter Unternehmen oder mit Fonds und ETFs auf, die auf große Indizes aufsetzen. Und: auch Buy-and-Hold-Investoren sollten ihre Portfolios regelmäßig beobachten, denn wenn es etwa in einem Unternehmen einschneidende Änderungen gibt – etwa in der Ausrichtung oder beim Management –, dann ist mitunter auch die Zeit gekommen, um die jeweiligen Aktien neu zu bewerten, Kasse zu machen und sie abzustoßen. Auch Profis wie Warren Buffett halten das so. Geduld ist dabei auf jeden Fall angebracht und mit schnellen, hohen Gewinnen sollte man auch nicht spekulieren.

Die Niedrigzinsen auf Sparguthaben sind wohl gekommen, um langfristig zu bleiben. Aktien bieten dagegen ein Top-Performancepotenzial. Wie man mit einer Fundamentalanalyse die richtigen Aktien finden und hohe Gewinne erzielen kann.

Um selbst ein erfolgreiches Depot mit Aktien zusammenstellen zu können, müssen sich potenzielle Anleger mit den wichtigsten Kennzahlen eines Unternehmens auseinandersetzen. Die Fundamentalanalyse ist die Grundlage für die Entscheidung, eine Aktie zu kaufen oder abzustoßen. Stefan Walde, Leiter Asset Management bei der Hypo Tirol Bank, rät: „Wichtig ist zunächst, sich einen Überblick über Geschäftsmodelle und Produkte zu verschaffen. Langfristig sollten Anleger nur in Unternehmen investieren, die sie verstehen, mit denen sie sich identifizieren können und für die es Wachstumschancen gibt.

Grundsätzlich werden für eine Fundamentalanalyse Werte aus zwei Bereichen herangezogen: direkte Kennzahlen aus dem Unternehmen und solche, mit denen sich die Aktie besser einordnen lässt.

Fundamentale Kennzahlen

Zu den wichtigsten Unternehmenszahlen zählen beispielsweise der Umsatz das operative Ergebnis (EBIT), derJahresüberschuss, aber auch die Verbindlichkeiten, das Eigenkapital oder die Eigenkapitalrendite (auf Englisch: ROE – Return on Equity). Hypo-Tirol-Experte Walde: „Sie zeigt die erwirtschaftete Rendite auf das Eigenkapital an. Also wie hoch die Verzinsung des eingesetzten Kapitals im Unternehmen ist. Wichtig ist auch der Verschuldungsgrad, das Verhältnis von Fremd- zu Eigenkapital in einem Unternehmen. Höheres Fremdkapital bedeutet im Krisenfall ein höheres Risiko für das Unternehmen und den Aktionär.“

Anleger sollten langfristig nur in Unternehmen mit Wachstumschancen investieren.

Stefan Walde, Hypo Tirol Bank Asset Management

Zu den bedeutendsten Kennzahlen einer Fundamentalanalyse, die die Aktie betreffen, zählen neben der Kursentwicklung das KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) oder das KUV (Kurs-Umsatz-Verhältnis). Letzteres wird oft bei jungen IT-Unternehmen herangezogen, die noch keinen Gewinn, aber ein starkes Umsatzwachstum aufweisen. Auch das KBV (Kurs-Buchwert-Verhältnis) kann zu Rate gezogen werden. Diese Kennzahl stellt den aktuellen Kurswert und den Buchwert, also den sogenannten Inneren Wert eines Unternehmens, ins Verhältnis und zeigt sehr gut eine Über- oder Unterbewertung an. Bei allen drei Kennzahlen gilt: je niedriger desto besser für die Aktie.

Informationsquellen

Solide Quellen für diese Kennzahlen sind nicht nur die Websites der Unternehmen, wo sie mitunter nicht so leicht zu finden sind, sondern auch die Informationsseiten guter Online-Broker. Manfred Nosek, Leiter des Invetors Chellenge Partners bankdirekt.at: „Wir bieten auf unserer Homepage alle konkreten Zahlen zu Fundamentalanalyse und auch viele Wissens-Artikel dazu.“

Für alle, die es noch genauer wissen wollen gibt es noch es auch kostenpflichtige Angebote, die Aktien screenen, wie etwa Traderfox, eine Software, die Tausende von Aktien auf Basis der Morningstar-Datenbank nach den vorher eingegebenen Kennzahlen durchsucht. Für Experten isr das interessant, denn so stoßen sie immer wieder auch auf neue Unternehmen, die noch weitgehend unbekannt sind, aber ein großes Potenzial haben. Alle anderen sollten sich aber dagegen besser an den erwähnten Rat von Hypo Tirol Asset Management Leiter Walde halten, nur in Unternehmen zu investieren, die sie auch kennen und mit deren Zielen und Strategien sie sich auch identifizieren können.

Ein kleines Börsen-Lexikon: Die wichtigsten Börsen-Begriffe, die Sie als angehender Investor kennen sollten.

Wer erst beginnt, sich für die Börse zu interessieren und überlegt, Geld in Wertpapiere zu investieren um für die Zukunft, die Kinder oder den Ruhestand vorzusorgen, sieht sich nicht selten einer ganzen Fülle von Fachbegriffen gegenüber, die mitunter auch ein wenig abschreckend sein können.

Es lohnt sich jedoch, sich damit auseinanderzusetzen, denn Wertpapiere sind in einer Zeit, in der es für Sparguthaben praktisch keine Zinsen gibt – und Sparbücher in der Regel sogar ein Verlustgeschäft sind – eine der wenigen Möglichkeiten, bei denen man auch mit einem geringen Kapitaleinsatz eine relevante Rendite erwarten kann. In der Folge sind die wichtigsten dieser Begriffe erklärt

Aktie
Eine Aktie ist ein Anteilsschein an einem Unternehmen. Wer eine Aktie kauft, wird Miteigentümer einer Aktiengesellschaft und partizipiert in der Folge am Erfolg – oder auch Misserfolg des Unternehmens.

Aktienindex
Ein Aktienindex setzt sich aus einer Vielzahl von Aktien zusammen und folgt deren Wertentwicklung. Der österreichische ATX (AT0000999982). beinhaltet etwa die 20 größten heimischen an der Wiener Börse notierten Unternehmen, die Werte werden nach dem Börsenwert der im Streubesitz befindlichen Aktien gewichtet. Der ATX gilt somit auch als eine Art „Fieberthermometer“ der Wiener Börse.

Aktienrückkauf
Nicht nur Anleger und Investoren, sondern auch Unternehmen können eigene Wertpapiere kaufen. Man spricht in dem Fall von einem Rückkauf. In der Regel steigt der Börsenkurs als Folge eines Rückkaufs, weil dadurch das Angebot an frei verfügbaren Aktien zurückgeht.

Aktiensplit
Wenn eine Aktie so stark an Wert gewinnt, dass sie zu sehr steigt und in der Folge für den Anleger zu teuer wird, führen Unternehmen gelegentlich einen Aktiensplit durch. Dabei wird zum Beispiel die Zahl der ausgegebenen Aktien etwa um den Faktor vier erhöht und der Wert der Einzelaktien gleichzeitig geviertelt. Damit wird das Vermögen bestehender Investoren nicht angetastet, frei im Handel verfügbare Wertpapiere werden jedoch günstiger.

Anleihen

Bei Anleihen, auch Schuldverschreibungen oder Rentenpapiere genannt, erhalten die Käufer über eine bestimmte Laufzeit einen festgelegten Zinssatz. Dieser richtet sich nach dem von den Notenbanken festgelegten Zinssatz und dem Risiko des Unternehmens oder auch des Staates, die Anleihen nicht zurückbezahlen zu können (bei Argentinien war das der Fall). Weil die Notenbanken Europas und der USA die Zinsen derzeit niedrig halten, bringen deren Staatsanleihen kaum Erträge.

Bewertung
Wer herausfinden will, ob eine Aktie günstig oder teuer ist, darf nicht alleine auf den Preis schauen. Dafür müssen Bewertungskennzahlen wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) oder das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) herangezogen werden. Das KGV ist dabei die am meisten genutzte Maßzahl. Sie gibt an, wie oft der Gewinn eines Unternehmens im aktuellen Preis einer Aktie enthalten ist oder wie oft dieser errechnete Gewinn ausgeschüttet werden müsste, um den Kaufpreis zu refinanzieren. Damit lässt sich abschätzen, ob eine Aktie über- oder unterbewertet ist und wie teuer eine Aktie eines Unternehmens zum Beispiel auch im Vergleich zum Wettbewerb ist.

Broker
Ein Broker ist eine für den Handel an den Börsen zugelassene natürliche oder juristische Person – zum Beispiel auch ein Online-Broker wie bankdirekt.com. Der Wertpapierhandel wird über Broker abgewickelt, die Broker erhalten dafür eine Vermittlungsgebühr, auch Courtage genannt.

Dividende
Die Dividende ist der Anteil des Unternehmensgewinns, der an die Anteilsinhaber (Aktionäre) ausgeschüttet wird. Die Ausschüttung erfolgt in der Regel jährlich und wird im Rahmen der Hauptversammlung beschlossen.

Dividendenrendite

Dividendenrendite gibt für eine Aktie den prozentuellen Anteil dieser Ausschüttung am Preis – also am Kurs – der Aktie an. Aktien mit hoher Ausschüttung werden auch Dividenden-Titel genannt. Für Aktien der Österreichische Post AG beispielsweise erhält man eine Dividendenrendite von fast sechs Prozent. Auch die Aktie der Uniqa Versicherung bringt eine Dividendenrendite von knapp sechs Prozent, also deutlich mehr als jedes Sparbuch.

ETF (Exchange Traded Fund)
Diese speziellen Fonds werden nicht von Fondsgesellschaften verwaltet, sondern direkt an der Börse gehandelt und bilden exakt einen bestimmten Index – etwa den ATX ab. Das bedeutet, dass in einem ATX-Fonds dieselben 20 Werte enthalten sind wie im Aktienindex selbst, und das auch noch zu den gleichen Teilen. Die Wertentwicklung des Fonds ist somit identisch mit der des Index. In ETFs zu investieren ist somit transparenter und zugleich auch günstiger als in Fonds zu investieren, weil die Fondsmanangement-Gebühren deutlich geringer sind.

Fonds
Ein Wertpapierfonds ist ein von einer Fondsgesellschaft generiertes Produkt, in dem ausgewählte Wertpapiere aufgenommen werden. Wertpapierfonds werden von Fondsmanagern aktiv gemanagt. Bei Investmentfonds kaufen Anlageexperten ein breit zusammengesetztes Portfolio von verschiedenen Aktien oder auch Anleihen. Je nach Risikobereitschaft gibt es reine Aktienfonds, Mischfonds mit unterschiedlicher Höhe des Aktien-und Rentenanteils und reine Anleihefonds. Fonds können genauso wie Aktien über Onlinebroker an der Börse gekauft werden.

Hauptversammlung
Die Hauptversammlung ist das jährliche Treffen der Aktionäre eines Unternehmens. Im Zuge dieser Versammlung werden die Aktionäre über den aktuellen Zustand des Unternehmens informiert, ebenfalls wird über wichtige Beschlüsse abgestimmt. Bei einer Stammaktie hat man Stimmrechte, mit denen man an der Hauptversammlung teilnehmen kann und zu bestimmten Themen wie beispielsweise die Entlastung des Vorstands abstimmen kann. Vorzugsaktien besitzen kein Stimmrecht, dafür erhalten ihre Besitzer in der Regel eine höhere Dividende.

IPO
Unter IPO oder Initial Public Offering versteht man den Börsengang eines Unternehmens. Es wird basierend auf die zuvor erfolgte Unternehmensbewertung ein Ausgabepreis für die Aktie festgesetzt, an dem die Aktie zu dem Stichtag erstmals in den Handel geht.

Kapitalerhöhung
Im Zuge einer Kapitalerhöhung holen sich Unternehmen frisches Geld von der Börse, indem sie zusätzliche Aktien (Unternehmensanteile) in den Handel bringen, die bisher vom Unternehmen selbst gehalten wurden.

Leerverkauf
Bei einem Leerverkauf wird eine Aktie verkauft, die der Verkäufer noch gar nicht besitzt. Diese aus dem Warenterminhandel stammende Methode des Aktienhandels wird dann genutzt, wenn ein Verkäufer mit fallenden Kursen rechnet. Kann er die Aktie zum tatsächlichen Stichtag dann günstiger einkaufen, dann macht er dabei einen Gewinn.

Limit-Order
Eine Limit-Order ist ein Auftrag zum Kauf eines Wertpapiers zu einem bestimmten Preis. Wir der Preis binnen des definierten Zeitraums erreicht, kommt das Geschäft zustande, andernfalls nicht. Bei einer Market-Order wird der Auftrag zum Kauf einer Aktie hingegen zum nächstmöglichen Zeitpunkt und zum aktuell günstigsten Preis durchgeführt.

Marktkapitalisierung
Auch Börsenwert genannt, ist das Produkt aus der Zahl der ausgegebenen Aktien und dem Aktienkurs.

Stop-Loss-Order
Eine Stop-Loss-Order ist ein Instrument zur Vermeidung von hohen Verlusten an der Börse. Wenn eine Aktie unter einen vorher bestimmten Wert fällt, dann automatisch der Verkauf angestoßen.

Verwaltungsgebühr
Das ist jene Gebühr, die von Fondsgesellschaften jährlich für das aktive Portfoliomanagement verrechnen. Bei aktiv gemanagten Fonds bewegt sich diese Gebühr zwischen 1,0 und 2,0 Prozent. Bei ETFs fällt nur rund ein Zehntel der Gebühren an.

Zyklische Aktien

Eine Unterscheidungsart für Aktien ist die nach zyklischen und nicht zyklischen Werten. Zyklische Aktien werden auch Wachstumstitel genannt, weil sie direkt vom Wirtschaftswachstum profitieren. Klassische Beispiele dafür sind die Aktien von FacebookAlphabet (Google) oder Amazon. Ihre Kurse steigen besonders bei starkem Wirtschaftswachstum. Das Gegenteil sind nicht zyklische oder defensive Werte. Diese Aktien können auch bei schwachem Wirtschaftswachstum steigen. Beispiele dafür sind der Nahrungsmittelkonzern Nestlé, der Konsumgütergigant Procter & Gamble oder auch Pharma-Titel wie Roche.

Was Analysen, Prognosen und Bewertungen von Aktienkursen berücksichtigen, wie sie zustande kommen und was sie aussagen.

Praktisch seit an Börsen mit Aktien gehandelt wird gibt es auch Versuche, die zukünftige Entwicklung der Wertpapiere zu prognostizieren und zu berechnen und Banken beschäftigen hochbezahlte Analysten, die Bilanzen und Geschäftsberichte von Unternehmen untersuchen, die allgemeine Branchen- und Marktlage evaluieren und schließlich Kursziele und Empfehlungen für einzelne Aktien abgeben. Grundsätzlich gibt es dabei ein dreistufiges Empfehlungssystem: „Buy“, also kaufen; „Hold“, also halten und „Sell“, also verkaufen.

Faktoren der Analyse

Analysten berücksichtigen bei ihrem Scorings verschiedene Einzelfaktoren, bei Raiffeisen Research sind das etwa Bewertung (Value), Momentum (Momentum), Qualität (Quality) sowie Wachstum (Growth).

Typische Faktoren, die bei der Bewertung Berücksichtigung finden sind das Kurs/Gewinn-Verhältnis, das Preis/ Buchwert-Verhältnis, das Preis/Cashflow-Verhältnis oder die Dividendenrendite; also die Dividende pro Aktie geteilt durch den Preis pro Aktie.

Großes Gewicht hat dabei das (Kurs-Gewinn-Verhältnis KGV). Das gibt an, wie oft der Gewinn pro Aktie im Preis der Aktie enthalten ist oder wie oft dieser errechnete Gewinn ausgeschüttet werden müsste, um den aktuellen Kaufpreis zu refinanzieren. Je niedriger diese Maßzahl ist als desto günstiger gilt eine Aktie. Wobei die Analysten aber etwa bei der Evaluierung des Kurs/Gewinn-Verhältnis auch den Mittelwert des in den letzten fünf Jahren geschätzten Gewinns in Relation setzen, um Ausschläge, die sich aus der konjunkturellen Dynamik ergeben zu glätten.

Der Faktor Momentum geht auf die Ökonomen Narasimhan Jegadeesh und Sheridan Titman zurück, die 1993 anhand des US-Aktienmarkts feststellten, dass die jüngsten Gewinner die jüngsten Verlierer übertreffen (http://www.business.unr.edu/faculty/liuc/files/BADM742/Jegadeesh_Titman_1993.pdf).

Bei der Qualität wird schließlich typischerweise berücksichtigt, ob ein Mehrwert für Aktieninhaber (Shareholder) erzielt werden kann und ob es dem Management gelingt Kapital effizient einzusetzen.

Bewertung der Analyse

Wie ist es nun zu bewerten, wenn Analysten Kursziele abgeben oder Empfehlungen zum Kauf oder Verkauf bestimmter Wertpapiere abgeben?

Der Realitäts-Check zeigt, dass Einschätzungen der Analysten – so sorgfältig und fundiert sie auch erarbeitet wurden – in der Folge oft deutlich von der weiteren Entwicklung der Wertpapiere abweichen. Denn – wie im Artikel „Bullen und Bären: Wie Aktienkurse entstehen“ erklärt – , hängt die Entwicklung von Aktienkursen eben von der Nachfrage nach einer Aktie und dem entsprechenden Angebot ab. Und diese beiden Faktoren können wiederum von der tatsächlichen Performance eines Unternehmens völlig losgelöst sein. Auch kurzfristige Ereignisse, die der Entwicklung einer Aktie einen Dämpfer verpassen lassen sich beim besten Willen nicht vorhersehen.

Längerfristig denkenden Investoren, die weniger an schnellen Gewinnen, sondern an einem langfristigen Vermögensaufbau mit einem soliden Ertrag interessiert sind, geben die Analysen und Prognosen jedoch wertvolle Anhaltspunkte, um die weitere Entwicklung von Wertpapieren einschätzen zu können. Und schließlich sollten Investoren ohnehin immer die alte Börsenweisheit befolgen, niemals alle Eier in einen Korb zu legen und ihr Aktienportfolio breit zu diversifizieren, um Kursschwankungen nach Möglichkeit ausgleichen zu können.

Kaufen, halten oder doch lieber verkaufen? Wer in Aktien oder andere Wertpapiere investiert und die Entwicklung der Kurse beobachtet steht laufend vor dieser Frage, denn an den Börsen sind die Aktienpreise ständig in Bewegung. Doch wie werden die Preise ermittelt?

Bei der Preisbestimmung von Aktien der an der Börse gelisteten Unternehmen gilt grundsätzlich das Prinzip von Angebot und Nachfrage. Die zentrale Rolle nimmt dabei das Orderbuch des elektronischen Handelssystems – in Wien und in Frankfurt ist das etwa Xetra – ein, in dem alle Kauf- und Verkaufsangebote für die Wertpapiere vermerkt sind.

Jemand, der Interesse hat, Aktien zu erwerben kann Dafür einen Auftrag deponieren und dabei Volumen – also die Stückzahl der Aktien, die gekauft werden sollen – und ein entsprechendes Limit dafür festzulegen. Eine solche Order wird Limit-Order genannt.

Beispiel:

Der Kurs der Telekom Austria Aktie (ISIN AT0000720008) liegt etwa bei 7,54 Euro. Ein Kaufinteressent kann nun eine Order abgeben, etwa „100 Aktien der Telekom Austria AG zum Preis von 7,40 Euro“. Jemand, der Aktien verkaufen will, kann dafür ebenfalls einen Preis festlegen, etwa „200 Aktien der Telekom Austria zum Preis von 7,65 Euro“.

Beide Aufträge – die Kauforder und die Verkaufsorder – werden im Orderbuch festgehalten. Da die Preisvorstellungen in dem genannten Beispiel nicht zusammenpassen wird der Handel zunächst nicht durchgeführt. Bietet nun aber ein weiterer Kaufinteressent 7,65 Euro für die 200 Wertpapiere der Telekom Austria, so wird der Handel vollzogen, die Aktien wechseln den Besitzer und der Kurs der Aktie steigt auf 7,65 Euro.

Market Order und bester Preis

Bei einer Market Order wird hingegen für einen Kauf- oder Verkaufsauftrag kein Limit festgesetzt. Der Aktienkauf oder Verkauf wird so schnell als möglich zum bestmöglichen Preis durchgeführt. Eine Market Order wird dabei immer gegen die für den Auftraggeber günstigste Option im Orderbuch durchgeführt.

Im Endeffekt entsteht die Preisbildung an der Börse also immer durch Limit Orders und ist nicht explizit abhängig von der Leistung der Unternehmen. Die Börsen als Vermittler von Unternehmensanteilen – die Aktien im Grunde darstellen – vermitteln lediglich die Gebote, notieren und verrechnen, bilden den Preis und stellen den reibungslosen Handel sicher. Die Leistung eines Unternehmens ist für die Preisbildung nur insofern relevant, als dass eine hohe Reputation, eine besondere Innovationskraft oder eine Vorreitersolle in einer Branche das Interesse der Anleger schürt und somit die Nachfrage – und damit auch den Preis einer Aktie treibt. In die entgegengesetzte Richtung funktioniert das natürlich ebenso.

Bullen und Bären

Bullen und Bären stehen dabei symbolisch für Investoren, die mit ihren unterschiedlichen Erwartungen den Markt prägen.

Der Bulle ist der Optimist und rechnet mit steigenden Kursen. Von einem Bullenmarkt spricht man demnach auch, wenn die Kurse an den Börsen über einen längeren Zeitraum steigen, was grundsätzlich in Zeiten eines Wirtschaftsaufschwungs oder einer Hochkonjunktur der Fall ist.

Der Bär rechnet hingegen mit fallenden Kursen. Auch damit kann man an einer Börse Geld verdienen, und zwar etwa mit einer Verkaufsoption oder einem Leerverkauf, bei dem Verkäufer Aktien noch gar nicht besitzen, aber bereits zu einem bestimmten Termin zu einem festgesetzten Preis zum Verkauf anbieten. Von einem Bärenmarkt spricht man, wenn die Kurse an der Börse über einen längeren Zeitraum fallen.

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Der Aufbau eines Portfolios ist die Grundlage, langfristig von der Entwicklung an den Aktienmärkte zu profitieren. Das ist aber noch nicht alles.

Auf die richtige Mischung kommt es an – diese Binsenweisheit gilt nicht nur für die Zusammenstellung erfolgreicher Teams, sondern auch für die Geldanlage. Das Portfolio bildet das Grundgerüst des eigenen Vermögen bzw. der Geldanlage. Darunter versteht man im Finanzbereich den Bestand an Wertpapieren bzw. sonstigen Geldanlagen. Die richtige Zusammenstellung ist die Basis des Erfolgs, denn damit lassen sich die Anlageziele erreichen. Außerdem ist die laufende Kontrolle des Portfolios wichtig, weil das Sicherheit gibt und neue Chancen eröffnet. Diversifikation, also breite Streuung des Portfolios, ist eine Grundregel dafür – das bedeutet, dass man nicht nur auf wenige oder gar nur einen einzigen Wert (etwa eine Aktien eines Unternehmens) setzt, sondern auf viele unterschiedliche Werte. Es ist dann wie in einem Team: Schwächen und Stärken gleichen sich aus und garantieren den  langfristigen Erfolg.

Beispiele für die Zusammenstellung des Portfolios

Je nach Anlagestrategie und persönlichem Anlageziel kann das Portfolio nach bestimmten Quoten aus Aktien und anderen Wertpapieren zusammengestellt werden.

  • Defensives Portfolio: Laut Experten empfiehlt sich für Anleger, die eher defensiv ausgerichtet sind und Risiken vermeiden möchten, eine Mischung aus 70 Prozent Staatsanleihen und 30 Prozent Aktien – das kann im Detail aber natürlich variieren bzw. von Zeit zu Zeit adaptiert werden. Die letzten Monate brachten beispielsweise niedrige Renditen von Länderanleihen und es wäre eine Anpassung möglicherweise sinnvoll gewesen. Fallweise könnten hier etwa auch Unternehmensanleihen dazu genommen werden.
  • Balanciertes Portfolio: Wer schon etwas mehr Risiko nehmen möchte, kann wie beim klassischen Portfoliomix vieler Vermögensberater auf 60 Prozent Aktien und 40 Prozent Anleihen vertrauen. Hier können beispielsweise auch ETFs als gute Ergänzung dienen.
  • Risiko-Portfolio: Wer langfristig sein Vermögen auf- und ausbauen möchte, könnte ausschließlich auf Aktien setzen, also auf eine Aktienquote von 100 Prozent. Das erfordert einerseits starke Nerven, denn die Schwankungen an den Börsen führen zu einem ständigen Auf und Ab. Langfristig aber haben Aktien in der Vergangenheit die besten Renditen gebracht. Andererseits braucht es dann eine Streuung bei den Aktien selbst, also die Auswahl unterschiedlicher Werte in Bezug auf Region (etwa europäische und US-Aktien), Branchen oder Wert bzw. Wachstum (Value- bzw. Growth-Strategie).

Portfolio checken: Darauf kommt es an

Die Zusammenstellung des Portfolios ist nur die eine Seite, dieses muss ja auch laufend kontrolliert bzw. überwacht werden. Dazu gibt es zum einen regelmäßige Depotauszüge, die von der Bank bzw. dem Finanzdienstleister beispielsweise jährlich verschickt werden. Andererseits haben Depotinhaber, also die Anleger, die Möglichkeit, selbst laufend das Portfolio zu überprüfen. Zwar sollten sie nicht panisch jede halbe Stunde die Wertentwicklung checken, denn gerade bei einer langfristigen Anlagestrategie werden Schwankungen über den längeren Zeitraum wieder ausgeglichen. Doch Kauf- und Verkaufschancen lassen sich nur nutzen, wenn man das Portfolio im Blick behält. Das ist auch wichtig für die Vermögensplanung, nicht zuletzt aus steuerlichen Gründen. Letztlich lässt sich die Zusammenstellung des Portfolios (siehe oben zur Aktien- bzw. Anleihenquote) bei geänderten Zielvorgaben gegebenenfalls adaptieren. 

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Der Handel mit Wertpapieren wie Aktien wird über ein Depot abgewickelt. Worauf kommt es beim Anlegen eines solchen Depots an?

Rasch, bequem, kostengünstig und einfach: Der Handel mit Aktien und anderen Wertpapieren hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend gewandelt, vor allem wegen der Online-Tools und -Plattformen, die dafür zur Verfügung stehen. Doch eine Grundlage für diesen Handel gibt es nach wie vor: Das Wertpapierdepot ist nötig für die Abwicklung aller entsprechenden Aktivitäten und Services, vom Kaufen und Verkaufen über die Verrechnung bis zur Verwahrung der eigentlichen Werte.

Ein Depot ist also das Konto, über das der Handel läuft. Ein solches kann bei Banken oder anderen Finanzdienstleistern eröffnet werden. Üblicherweise ist damit ein Verrechnungskonto verbunden, über das Gutschriften und Abbuchungen laufen.

Darauf kommt es bei einem Depot an

Wie finde ich das passende Depot, um mein Vermögen auszubauen bzw. meine Wertpapierstrategie umsetzen zu können? Darauf kommt es im Wesentlichen an:

  • Seriöse Anbieter auswählen: Anlegern fällt es nicht leicht, den passenden Anbieter zu wählen. Man sollte unter anderem auf Transparenz, Übersichtlichkeit und Breite des Angebots achten. Sind die Kosten klar ersichtlich? Wird man nach den eigenen Ansprüchen bzw. Wünschen gefragt?  Gibt es Zusatz-Services wie Beratung durch Experten? Seriöse Anbieter weisen dezidiert nicht nur auf Chancen, sondern auch auf die Risiken beim Anlegen hin.
  • Börsenplätze und Zeiten: Wer an unterschiedlichen Börsenplätzen handeln will, braucht das passende Depot dafür. Der Handel ist üblicherweise an nationalen und internationalen Börsen möglich, oftmals auch über außerbörsliche Handelsplattformen – diese haben oft längere Handelszeiten. Wichtig ist bei der Einrichtung eines Depots ist aber auch, wann und wie rasch die entsprechenden Aufträge weitergeleitet werden. Zu bestimmten Werten wie Aktienfonds werden möglicherweise Rabatte angeboten – auch das sollte beim Vergleich der Anbieter berücksichtigt werden.
  • Aktionen nutzen: Banken und andere Dienstleister bieten immer wieder Aktionen bzw. Rabatte für die Einrichtung eines Wertpapierdepots. Diese können neben dem Wegfall von Depotgebühren unter anderem vergünstigten Handel für einen bestimmten Zeitraum umfassen.
  • Verrechnungskonto: Zu einem Depot gehört in den meisten Fällen ein Verrechnungskonto, über das finanzielle Gegenwerte zu den Wertpapierkäufen bzw. -verkäufen geführt werden und das auch für Gebühren bzw. Gutschriften wie Zinsen oder Dividenden genutzt wird. Auch die Kosten für dieses Konto sollten berücksichtigt werden.

Die richtige Mischung für das Depot

  • Ein Depot kann prinzipiell aus unterschiedliche Arten von Wertpapieren bestehen – neben Aktien etwa auch aus Fonds, ETF-Indexfonds oder Anleihen.
  • Die konkrete Zusammenstellung hängt davon ab, welche Ziele man als Anleger erreichen möchte. Für den langfristigen Aufbau des Vermögens – etwa für die eigene Pension oder zur finanziellen Unterstützung der Nachkommen – ist es sinnvoll, unterschiedliche Arten von Wertpapieren wie Anleihen, Mischfonds und Aktien zu kombinieren. Die sogenannte Diversifikation des Depots, also die Streuung von Titeln, ist die Grundlage für langfristigen Erfolg.
  • Beim Einrichten eines Depots gilt: Besser klein anfangen, also mit kleineren Beträgen. Damit bekommt man immer mehr Erfahrung und kann sein Wissen ausbauen. Zudem kann man die passende Anlagestrategie finden und erproben.

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Die Börsen bietet viele Gelegenheiten – aber es gibt auch Stolperfallen. Diese Fehler sollten Anleger vermeiden.

Der Stürmer trifft den Ball nicht voll und dieser landet nicht im Tor, sondern im zweiten Rang der Zuschauertribüne. Ärgerlich, aber Fehler gehören nun mal zum Sport dazu. Auch bei Investieren und Anlegen sind Fehler unvermeidlich; sogar erfahrenen Profis passieren sie, selbst wenn niemand gerne darüber spricht. Denn trotz der steigenden Bedeutung von Technologien wie Künstlicher Intelligenz und trotz ausgefeilter Online-Tools sind es eben doch Menschen, die Geld anlegen und vermehren möchten. Und Menschen sind eben nicht fehlerfrei.

Was nicht heißt, dass sich bestimmte Fehler nicht vermeiden lassen. Neben dem grundlegenden Wissen – am besten über die laufende Investors Challenge #IC21 erworben – ist es hilfreich, sich möglicher Fallstricke bewusst zu sein.

Diese Fehler können Anlegern passieren

Wir haben in Zusammenarbeit mit Börsenexperten die wichtigsten potenziellen Fehlerquellen herausgesucht und erläutern, wie man diese vermeidet:

  • Strategie auswählen: „Geht raus und spielt einfach irgendwie!“ Das wird kein Fußballtrainer seinem Team sagen, sondern er wird eine Taktik fürs Spiel vorgeben. Das braucht es auch beim Aktienhandel: Was will ich mit welchen Mitteln erreichen? Wie viel Geld kann ich investieren bzw. über einen Sparplan anlegen?
  • Nur keine Panik: Emotionen können Anleger dazu verleiten, von ihrer Strategie abzuweichen. Das kann die Angst vor dem Verlust beim Anblick der aktuellen Aktiencharts ebenso sein wie familiäre Probleme. Doch gerade bei einer langfristigen Strategie sollte man nicht vom Weg abkommen, sonst könnte bereits aufgebautes Kapital vernichtet werden und der Zinseszinseffekt geht verloren. Es kann zwar Sinn machen, einzelne Werte zu verkaufen (etwa beim Erreichen von Stopp-Signalen), aber das große Ziel sollten Anleger nicht aus den Augen verlieren.
  • Aktienhandel und Kredite: Wer sich den Aufbau eines Vermögens über den Aktienhandel mit Krediten finanzieren möchte, begibt sich auf gefährliches Terrain: Das kann finanziell ausgesprochen riskant sein.
  • Tunnelblick vermeiden: Streuung des Portfolios ist bekanntlich eine Tugend erfolgreicher Anleger. Dabei sollte man aber nicht nur an mehrere Unternehmen bzw. Werte denken, sondern auch an unterschiedliche Branchen. Wer nur auf High-Tech setzt, könnte bei einem Einbruch solcher Aktien rasch die Nerven verlieren.
  • Kosten im Blick behalten: Beim Aktienhandel können Gebühren anfallen, die so manche Rendite anknabbern können. Neben Orderspesen und Gebühren für das Depot können das unter anderem Zusatzkosten für Telefonaufträge sein. Diese Kosten sollte man ständig beobachten, um gegebenenfalls reagieren zu können.
  • Unseriöse Broker vermeiden: Die steigende Popularität des Aktienhandels führt zu einer Vielzahl an Anbietern, die wenig Services, aber hohe Kosten bieten. Es ist besser, auf bewährte Unternehmen mit entsprechendem Background zu vertrauen. Ebenso sollte man von vermeintlichen Internet-Gurus, die aggressiv über Mails um Kunden werben, und von Online-Angeboten mit angeblich „todsicheren Investmenttipps“ besser die Finger lassen.
  • Aus den Fehlern lernen: Der schlimmste Fehler ist der, den man zweimal macht – das gilt natürlich auch für die Börse und den Handel von Wertpapieren. Sich ewig darüber zu ärgern macht keinen Sinn: Aufstehen, abputzen, daraus lernen. Wer beispielsweise panisch seine Aktien verkauft hat, weil die Boulevardpresse aus einer Mücke einen Elefanten gemacht hat, wird aus dem Verlust lernen – und beim nächsten Mal geduldiger sein. Da sind wir wieder beim Sport: Einzelne Verluste oder Siege sind weniger wichtig als der Rang am Ende der Saison …

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Beim Handel mit Aktien und anderen Werten wird versucht, durch kluges Kaufen und Verkaufen einen Gewinn zu erzielen. Wir zeigen, worauf es dabei ankommt.

Der Handel mit Wertpapieren wie Aktien wird prinzipiell als Trading bezeichnet. Dabei kann zwischen den unterschiedlichen Varianten des Tradings unterschieden werden:

  • Langfristiges Trading ist das Kaufen von Finanzprodukten, um sie über einen längeren Zeitraum zu halten. Dabei steht also der Aufbau eines Vermögens im Mittelpunkt. Gerade Aktien haben sich dieser Hinsicht bewährt, vor allem wenn das Portfolio (also die Gesamtheit der Investitionen des Anlegers) klug zusammengestellt wird.
  • Mittelfristiges Trading beschreibt das Halten von Aktien und anderen Werten über Wochen oder Monate – die Händler haben die Performance über diesen Zeitraum ständig im Blick und nutzen gute Gelegenheiten für einen Kauf bzw. Verkauf.
  • Kurzfristiges Trading umfasst das Kaufen und Verkaufen innerhalb weniger Tage, Stunden oder sogar nur Minuten. Oftmals wird der Begriff Trading auch nur mit dieser Variante gleichgesetzt. Als Daytrading wird der Handel bezeichnet, der innerhalb eines Tages abgeschlossen wird. Generell ist diese Form des Tradings ausgesprochen riskant und wird nur Profis empfohlen – das Risiko eines Verlusts ist groß.

Als Trader werden gemeinhin jene Händler bezeichnet, die sich professionell mit dem Aktienhandel beschäftigen. Doch mit der steigenden Bedeutung von Online-Depots und Online-Brokern wird es immer mehr Menschen möglich, sich mit Trading zu befassen und sich selbst als Trader zu versuchen. Das ist naturgemäß mit teils erheblichen Risiken verbunden – vor allem beim kurzfristigen Trading.

Tipps für das Trading

Worauf kommt es beim Trading generell an, was sollten Anleger beachten? Wir haben die wichtigsten Tipps parat:

  • Wissen aneignen: Wer sich mit den Börsen beschäftigen und selbst aktiv dort Handel betreiben möchte, braucht das entsprechende Wissen – am besten gleich hier über die Investors Challenge #IC21, wo das Know-how zudem in Quizzes überprüft werden kann. Denn es heißt ja bekanntlich: Wer nichts weiß, muss alles glauben.
  • Ziele und Strategie überlegen: In den meisten Fällen wird langfristiges Trading verwendet, um Vermögen aufzubauen. Abgesehen vom Zeithorizont stellt sich die Frage, was konkret erreicht werden soll – das kann beispielsweise das Erfüllen eines Traums wie ein neues Eigenheim oder die Absicherung des Lebens in der Pension sein. Die dazu passende Strategie kann dann beispielsweise darin bestehen, Aktien und andere Werte langfristig zu halten und das Vermögen sukzessive auszubauen.
  • Anbieter auswählen: Wer sich im Trading, also im Wertpapierhandel, betätigt, braucht natürlich die passenden Werkzeuge. Daher ist die Auswahl eines Dienstleisters (Wertpapierdepot, Handel) wichtig. Im Mittelpunkt stehen dabei die Kosten (etwa Depotgebühren, Kosten für Handelsaktivitäten etc.) und das einfache Handling der Tools. Auch Serviceleistungen wie der Kontakt zu Experten kann bei der Auswahl eine Rolle spielen.
  • Panik vermeiden: Auf lange Sicht haben bisher Aktien deutlich besser abgeschnitten als andere Anlageklassen. Von kurzfristigen Schwankungen, politischen Entwicklungen oder aktuellen Einflüssen wie steigende Inflation sollte man sich daher nicht verleiten lassen, zu früh oder zu einem schlechten Zeitpunkt zu verkaufen. Geduld ist eine Tugend, die sich beim langfristigen Anlegen bezahlt macht.
  • Markt beobachten: Das eigene Portfolio und die Entwicklungen des Marktes zu verfolgen, ist dennoch unverzichtbar. Es könnten sich gute Gelegenheiten ergeben, beispielsweise unterbewertete Aktien zu kaufen. Auch das Verkaufen – es müssen ja nicht gleich alle Aktien des jeweiligen Unternehmens sein – gehört dazu, denn irgendwann will man ja einen Gewinn generieren und kann damit neue Chancen nutzen.

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Richtiges Investieren und das Handeln mit Wertpapieren stehen in der zweiten Phase der Investors Challenge #IC21 im Mittelpunkt – wer bei den Quizzes wieder fleißig Punkte sammelt, hat die Chance auf einen der wertvollen Sachpreise.

Portfolio? Depot? Buy and Hold? Mit diesen und vielen weiteren Begriffen haben Anleger zu tun, die ihr Geld vermehren und sich aktiv um ihre finanzielle Zukunft kümmern möchten. Neben einer professionellen Beratung ist grundlegendes Wissen daher die Basis für nachhaltigen Erfolg mit Aktien und anderen Wertpapieren. Die grundlegenden Fertigkeiten und das Verständnis für die Welt der Aktien kann man sich bei der Investors Challenge #IC21 verschaffen, dem bewährten Börsenspiel des trend. Nun startet die zweite Phase, bei der man detailliertes Wissen über das richtige Anlegen erhält und tiefer in die Materie eintaucht. Auf diese Weisen schaffen Anleger – egal, ob sie ihr vorhandenes Vermögen ausbauen oder mit monatlichen Beiträgen ein neues aufbauen möchten – die richtige Balance zwischen Rendite und Risiko.

Trading, Depots und Prognosen

Konkret geht es bei dieser zweiten Phase des großen Börsenspiels von trend, Hypo Tirol und Bank Direkt also um die Feinheiten des Investierens und Handelns mit Wertpapieren. Die Idee dahinter: Nur wer die nötigen Fertigkeiten beherrscht und die Risiken einschätzen kann, wird das Beste für sich herausholen und sein Vermögen Schritt für Schritt ausbauen. Themen der Artikel sind daher unter anderem Tipps für das erfolgreiche Trading, die Vermeidung von Fehlern, das Anlegen und laufende Kontrollieren von Depots, Übersicht über wichtige Börsenbegriffe wie KGV sowie Erklärung von Strategien. Weitere Inhalte dieser Phase des Börsenspiels sind die Streuung des Kapitals, der richtige Zeitpunkt für Kauf bzw. Verkauf von Aktien und Übersicht über mögliche Gebühren beim Aktienhandel. In Quizzes können Anleger ihr Wissen überprüfen und sammeln damit zugleich Punkte für die Schlussverlosung – je mehr Punkte man hat, desto größer ist die Chance auf einen der wertvollen Preise wie eine Vespa Elettrica.

Die Investors Challenge #IC21 läuft in drei Phasen, die jeweils zwei Monate laufen. Nach der ersten Phase (Juni und Juli) startet nun diese zweite Phase. Die abschließende dritte Phase ab Oktober wird sich unter anderem mit nachhaltigem Investieren beschäftigen.

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Die erste Phase der Investors Challenge #IC21 ist zu Ende. Wer sich dabei mit den Grundlagen des Investierens beschäftigt und fleißig Punkte gesammelt hat, hat nun die Chance auf wertvolle Sachpreise wie ein Plug-in Solarmodul Lightmate G, einen Solarrucksack EXPLORER+ oder ein Genusspaket von markta.

Die Grundlage für anhaltenden Erfolg bei der Schaffung des persönlichen Vermögens ist ein Verständnis für das Investieren: Aus diesem Grund steht bei der Investors Challenge #IC21 der Aufbau des nötigen Wissens im Vordergrund. Nun wird die erste Phase dieses Börsenspiels von trend, Hypo Tirol und Bank Direkt abgeschlossen. In dieser geht es um die Basisfakten zur Aktien- und Börsenwelt; in verständlichen Artikeln wird dabei unter anderem erklärt, wie Börsen funktionieren, welche Risiken und Chancen es bei Wertpapiergeschäften gibt und was der Unterschied zwischen Investieren und Spekulieren ist. Dieses Wissen ist nicht nur für Neueinsteiger in die Welt der Börsen eine hervorragende Möglichkeit, sich die Grundlagen zu verschaffen, um Rendite zu erwirtschaften – auch erfahrene Anleger können auf diese Weise ihr Know-how testen. Das geht am besten über die Quizzes, die auf den Inhalten der Artikel aufbauen und mit denen sich überprüfen lässt, was man bereits über die Welt der Börsen bereits weiß. Die Investors Challenge #IC21 läuft insgesamt über drei Phasen, die jeweils zwei Monate dauern. Phase 2 läuft nun von August bis September.

Tolle Preise zu gewinnen

Die Möglichkeit, mehr über Börsen, Indizes, Aktien und Fonds zu erfahren, ist aber nicht die einzige Motivation, an der diesjährigen Investors Challenge #IC21 teilzunehmen – es winken auch tolle Sachpreise. Wer bei den Quizzes sein Wissen unter Beweis stellt und Punkte sammelt, qualifiziert sich damit für die Verlosung.

Am Ende der Phase 1 der Investors Challenge #IC21 werden nun die ersten Preise verlost. Dazu zählt das Plug-in-Solarmodul Lightmate G von EET – damit wird Photovoltaik zum Kinderspiel, denn das Mini-Solarkraftwerk wird einfach über die Steckdose installiert und lässt sich etwa im Garten oder auf Balkonen positionieren. Energie aus der Sonne lässt sich auch mit einem weiteren Preis gewinnen: Der Solarrucksack Explorer+ hat auf der Rückseite ein Solarpaneel angebracht, mit dem sich beispielsweise Smartphones bei vollem Sonnenschein schon in 3 bis 4 Stunden aufladen lassen und das leicht abzunehmen ist. Der Rucksack kann außerdem mit eigenem Branding versehen werden. Ein weiterer Preis der diesjährigen Investors Challenge #IC21 ist ein Frühstückspaket vom Online-Bauernmarkt markta ­– dieser liefert Lebensmittel von regionalen Klein- und Familienbetrieben nach Hause, ins Büro oder zu einer Abholstation und garantiert Nachhaltigkeit sowie Qualität.

Am Ende der dritten Phase gibt es dann den Hauptpreis der Investors Challenge #IC21 zu gewinnen: Eine Vespa Elettrica! Die erste Vespa mit Elektroantrieb passt perfekt zu den Trends Nachhaltigkeit und Klimaschutz, die ja auch für die Aktienmärkte von Bedeutung sind. Das modische Gefährt steht für Lebensqualität im urbanen Straßenverkehr: Leichtes Handling und eine Reichweite von bis zu 100 Kilometern sorgen für unbeschwertes Fahrvergnügen – und natürlich steht der Name Vespa auch in Form der Elektromobilität für Stil und kraftvolles Drehmoment.

Vielen Dank fürs Mitspielen in der ersten Phase der Investors Challenge 2021! Die GewinnerInnen werden in Kürze via E-Mail verständigt. Sammle auch in der 2. Phase wertvolle Punkte und sichere dir Gewinnchancen auf weitere tolle Sachpreise sowie den Hauptpreis!

© Jackie Niam / iStockphoto

Weltweit werden bereits über drei Millionen Aktienindizes berechnet, doch nur eine Hand voll davon bestimmen die Märkte: Dow Jones, S&P 500, Nasdaq, Nikkei, DAX und ATX – was dahinter steht.

Jeder kennt sie, jeder hat von ihnen gehört: Aktienindizes wie den Dow Jones, den DAX oder den ATX. Sie können gemeinhin als Indikatoren und Stimmungsbarometer für die Entwicklung an den Börsen gesehen werden. Steigen die Indizes, dann gibt es an den Börsen Gewinne, fallen die Indizes, dann müssen Anleger mit Verlusten rechnen.

Doch was steht eigentlich hinter den Indizes? Ein Aktienindex ist im Prinzip nichts Anderes als eine Kennzahl, die die Entwicklung bestimmter, in dem Index enthaltener Wertpapiere ab einem definierten Startzeitpunkt widerspiegelt.

Deutscher Aktienindex DAX

DAX-Entwicklung Juli 2011 – Juli 2021 /
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Für den Deutschen Aktienindex DAX (DE0008469008) wird zum Beispiel der Stand vom 31. Dezember 1987 als Basis herangezogen, der Startwert – also die Basis des Index – lag bei 1.000 Punkten.

Berechnet wird der DAX aber erst seit dem 1. Juli 1988, der DAX startete damals bei 1.163,52 Punkten. Bis zum Juli 2021 ist der DAX auf über 15.200 Punkte gestiegen, was bedeutet, dass sich der Wert der im DAX enthaltenen Wertpapiere in den vergangenen 33 Jahren um den Faktor 15,2 erhöht hat. Für die Berechnung des DAX werden die jeweils 30 größten deutschen Unternehmen (ausschlaggebend dafür sind die Marktkapitalisierung und der Börsenumsatz) herangezogen.

Im DAX sind so gewichtige Deutsche Unternehmen wie Adidas (DE000A1EWWW0), BASF (DE000BASF111), Continental (DE0005439004), Daimler (DE0007100000), Henkel (DE0006047004), Siemens (DE0007236101) oder Volkswagen (DE0007664039) enthalten.

Dow Jones – die „Mutter der Indizes“

Dow Jones Entwicklung Juli 2011 – Juli 2021
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Der weltweit wichtigste Aktienindex ist der „Dow Jones Industrial Average“ (ISIN US2605571031), üblicherweise als DOW, seltener auch als DJIA bezeichnet. Der Dow Jones wurde 1884 von den Gründern des „Wall Street Journal“ und des Unternehmens Dow Jones, Charles Dow und Edward Jones entwickelt. Sie wollten damit ein Marktbarometer schaffen, das die Performance des gesamten Aktienmarktes widerspiegelt.

Der Dow Jones gibt die Entwicklung von 30 wichtigen US-Aktien wider, die in ihm enthaltenen Werte werden von einem Komitee ausgewählt, die Zusammensetzung bleibt oft über Jahre gleich. Im Dow Jones sind unter anderem Unternehmen wie Apple (US0378331005), Boeing (US0970231058), IBM (US4592001014), Microsoft (US5949181045), Visa (US92826C8394), Walmart (US9311421039) oder Walt Disney (US2546871060) enthalten.

S&P 500

S&P 500 Entwicklung Juli 2011 – Juli 2021
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Die Idee des Ende 1987 von der Rating-Agentur Standard & Poor’s eingeführte S&P 500 Index (US78378X1072) war, einen Wertpapierindex zu schaffen, der die Entwicklung des US-Aktienmarkts besser abbildet als der Dow Jones. Wie sein Name verrät sind in ihm die 500 wichtigsten Wertpapiere der USA enthalten, darunter auch an der Technologiebörse NASDAQ gelistete Unternehmen. Der Index bildet damit rund 75 Prozent der in den USA gehandelten Werte ab. Im Gegensatz zum Dow Jones fließen in den Index auch Dividendenzahlungen ein, weshalb er auch als „Performanceindex“ bezeichnet wird.

Über die Aufnahme im S&P 500 Index entscheidet ein Gremium der Rating-Agentur Standard & Poor’s, damit eine Aktie in den Index aufgenommen werden kann müssen eine Reihe von Kriterien erfüllt werden. So sind etwa eine Marktkapitalisierung – ein rechnerischer Gesamtwert aller im Umlauf befindlichen Aktien – von mindestens 8,2 Milliarden Dollar sowie ein Handelsvolumen von mindestens 250.000 Aktien in den sechs Monaten vor der Aufnahme in den Index zwei Grundvoraussetzungen.

NASDAQ Composite Index

NASDAQ Composite Entwicklung Juli 2011 – Juli 2021
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Der NASDAQ Composite Index (XC0009694271) ist der dritte wichtige und marktbestimmende Index der USA. Er wurde 1971 mit der Gründung der gemeinhin als Technologiebörse bekannten größten elektronischen Börse der USA, der NASDAQ (National Association of Securities Dealers Automated Quotations) eingeführt und enthält alle Aktienwerte aus dem Technologie-Sektor, die an der NASDAQ gelistet sind (aktuell 2.589). Parallel dazu wird der NASDAQ-100-Index geführt, der nur die 100 Technologieaktien mit der höchsten Marktkapitalisierung enthält.

Aufgrund seiner breiten Aufstellung gilt der Index als eines der wichtigsten Börsenbarometer der Welt, zumal an der NASDAQ internationale Unternehmen gelistet sind. Der NASDAQ Composite ist im Februar 1971 mit 100 Punkten gestartet, aktuell liegt er bei rund 14.200 Punkten. Im Jahresverlauf 2021 hat er bereits rund 2.000 Punkte zugelegt.

Nikkei 225

Nikkei 225 Entwicklung Juli 2011 – Juli 2021
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China ist zwar am Weg zur weltweiten Wirtschaftsnation Nummer 1, die wichtigste Börse Asiens ist aber immer noch in Tokio beheimatet, und der Nikkei 225 (JP9010C00002) der japanischen Wirtschaftszeitung Nihon Keizai Shimbun ist daher auch das relevanteste Börsenbarometer Asiens und gilt als der „Dow Jones Japans“.

Der Index wurde im September 1950 erstmals veröffentlicht, sein aktueller Stand ergibt sich aus der Addition der in ihm enthaltenen Kurswerte. Seinen bisherigen Höchststand markierte der Index am 29. Dezember 1989 mit 38.957 Punkten, aktuell liegt er bei rund 27.300 Punkten. Neben dem Nikkei 225 wird auch der etwas erweiterte Nikkei 300 Index (JP9010G00003) berechnet.

ATX

NASDAQ Composite Entwicklung Juli 2011 – Juli 2021
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Auch an der Wiener Börse gibt es seit 30 Jahren einen eigenen Aktienindex, den ATX (AT0000999982). Er beinhaltet die 20 größten heimischen an der Wiener Börse notierten Unternehmen, die Werte werden nach dem Börsenwert der im Streubesitz befindlichen Aktien gewichtet.

Der ATX ist am 2. Jänner 1991 mit 1.000 Punkten gestartet, sein aktueller Wert errechnet sich aus der Kursentwicklung der in ihm gelisteten Wertpapiere. Schwergewichte sind darunter Unternehmen wie die OMV (AT0000743059), die Erste Group (AT0000652011), der Verbund (AT0000746409) oder die Telekom Austria (AT0000720008).

Sein bisheriges Allzeithoch hatte der ATX am 9. Juli 2007 mit 4.981,87 Punkten. Die danach folgende Finanzkrise ab dem Sommer 2007 machte dem ATX schwer zu schaffen. Bis zum März 2009 fiel der Index auf ein Niveau von 1.411 Punkte, um erst danach wieder langsam anzusteigen. Im Juli 2021 liegt der wichtigste österreichische Börsenindex bei 3.345 Punkten und damit auch aufgrund des Einbruchs als Folge der Corona-Krise trotz deutlicher Gewinne in den Jahren 2016, 2017, 2020 und 2021 immer noch deutlich hinter dem Allzeithoch aus dem Jahr 2007.

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Die Börse ist für die Wirtschaft der Markt, wo das Angebot und die Nachfrage von Wertpapieren und Gütern aufeinandertreffen. Etwa zehn Börsen geben den Takt für den Handel von Wertpapieren, Rohstoffen und Optionen an.

Was einst mit der Preisfeststellung von Zwiebeln und Nelken klein begann, hat sich im Lauf der Jahrhunderten zum institutionalisierten Börsengeschäft entwickelt, das in der Zwischenzeit weltumspannend Angebot und Nachfrage von Aktien und Gütern zusammen bringt. Die allererste Börse der Neuzeit wurde im Jahr 1409 im belgischen Brügge gegründet. Bis heute folgten unzählige Neugründungen. Es gibt weltweit rund 100 große und mittelgroße Börsen an verschiedenen Orten der Welt. Zudem gibt es mit dem Aufstieg des Internets eine Vielzahl von digitalen bzw. Computerbörsen.

Die Wertpapierbörse zählt zu den wichtigsten Ausprägungen des Börsengeschäfts. Hier treffen Angebot und Nachfrage aufeinander, wodurch der aktuelle Preis von Aktien, Anleihen, Rohstoffen, ETFs, Fonds sowie Optionen oder auch Staatsanleihen börsentäglich aktuell ermittelt werden kann. Diese Finanztitel dienen Anlegern der kurz-, mittel- und langfristigen Geldanlage. Anleger können sich somit über die Börse mittels an Unternehmen beteiligen, aber auch bei Bedarf wieder die Anteile rasch abstoßen.

Die Preisfeststellung erfolgt in der Regel fortlaufend über die gesamte Geschäftszeit eines Handelstag. Zum Handelsschluss wird ein Stückpreis als Kurs notiert sowie die Kursveränderung zum Vortag ermittelt.

Die Kursentwicklung an den jeweiligen Börsen wird in sogenannten Indizes zusammengefasst. Dabei wird in erster Linie die Kursentwicklung der größten Unternehmen eingerechnet, die dabei auch unterschiedlich gewichtet werden. An einigen Börsen gibt es Indizes für die Top-30 oder wichtigsten 100 Unternehmen. Unterscheidungen gibt es auch nach Branchen wie etwa Indizes für Banken oder Techunternehmen, wodurch der Anleger eine Tendenz der jeweiligen Branche ablesen kann.

Die Kursentwicklung für die Indizes erfolgt ebenso börsentäglich zum Börsenschluss festgestellt. Weltweit im Fokus der Anleger sind somit etwa ein Dutzend der Börsenindizes.

Die Top-Börsen der Welt

In Börsennachrichten wird in aller Regel über das Marktgeschehen an den größten Börsen der Welt berichtet. Die stark verkürzte Zusammenfassung des Börsengeschehens erfolgt über die sogenannten Indizes, unter denen der Handel der wichtigsten Aktien der jeweiligen Börse nach zusammengefasst wird.

Die US-Börsen

Zu den wichtigsten Börsen zählen vor allem die US-Börsen New York Stock Exchange (NYSE) . Die NYSE wurde im Jahr 1792 in Manhattan in New York gegründet. Benannt nach der Adresse der Börse wird sie im Jargon auch kurz „Wall Street“ genannt. Die auf Technologiewerte konzentrierte New Yorker Nasdaq ist mit dem Gründungsjahr 1971 noch relativ jung. Im Zuge der Technologierevolution stieg in den 1970er-Jahren bis heute der Kapitalbedarf kräftig an. Viele Techunternehmen hatten beim Gang zur Börse mit der Erstemission daher den Weg in den Kapitalmarkt über die Nasdaq gewählt, um Geld über die Börse einzusammeln.

Die auf Optionsgeschäfte fokussierte Chicago Board Options Exchange (CBOE / ISIN US12503M1080) zählt ebenso zu den Top-Börsen der Welt, was die Umsätze anbetrifft. Sie ist auch ein Kind der neuen Zeit und wurde erst 1973 gegründet. Nach Handelsvolumen rangiert CBOE weltweit auf Rang 3.

Der Handel der US Börsen wird über die Indizes Dow Jones Industrial Average (DJ / ISIN US2605661048), dem S&P-500 Index (ISIN US78378X1072) sowie Nasdaq Composite Index (Nasdaq-100 ISIN US6311011026) zusammengefasst. Zum Börsenschluss erfolgt eine Schlussnotierung mit der Veränderung zum Schlusswert des Vortages.

Im fernen Osten

In Asien galt Japans Tokyo Stock Exchange (Nikkei 225-Index /ISIN: XC0009692440) als die Leitbörse Nummer 1 noch vor der Börse in Hongkong (Hang Seng Index / ISIN HK0000004322).

Mit dem Aufstieg Chinas zur Supermacht etablierten sich die Börsen in Shenzhen sowie in Shanghai zu weiteren Leitbörsen der Region. Beide chinesischen Börsen haben gemessen am Handelsvolumen binnen der vergangenen 20 Jahre den Sprung in die Top-10 der Weltbörsen geschafft und die großen Börsen in Europa sowie Südkoreas Korea Exchange in Seoul (KOSPI / ISIN: KRD020020008) hinter sich gelassen.


Europas Handelsplätze

Die Börse in London (FTSE-100 / ISIN GB0001383545) und Börse in Frankfurt (Dax / ISIN DE0008469008) sind die Leitbörsen Europas. Die Deutsche Börse am Handelsplatz in Frankfurt könnte vom Brexit profitieren und die London Stock Echange überholen.

Neben den beiden Top-Handelsplätzen gilt der Fokus aber auch den lokalen Börsen der anderen europäischen Metropolen. Die Börsen in Amsterdam, Brüssel, Dublin, Lissabon, Mailand, Oslo und Paris werden über den Index Euronext (ISIN FR0003502079) in einem Börsenverbund als Einheit zusammengefasst. Daneben richten Anleger auch den Blick auf regionale, kleinere Börsen wie etwa die Wiener Börse (ATX / ISIN: AT0000999982), die ebenso wie alle anderen Börsen zum Teil eine Jahrhunderte alte Tradition haben. Die Wiener Börse feiert heuer übrigens das 250 Jahre Jubiläum.

Banken bieten zahlreiche Finanzprodukte, mit denen Anleger oft binnen kürzester Zeit überdurchschnittlich hohe Renditen erzielen können, diese bergen jedoch auch ein hohes Verlustrisiko. Von Zertifikaten über Hedgefonds bis hin zu Optionen: wie sie funktionieren, welche Chancen und Risiken sie bieten.

Die Welt der Börsen bietet ein riesiges Universum an Aktien und Anleihen, zwischen denen Anleger mit dem Kauf eines Anteils eins zu eins von der Kursentwicklung und von etwaigen Ausschüttungen wie Zinsen und Dividenden profitieren können. Steigen die Kurse, profitieren die Anleger 1:1 von der Entwicklung, ebenso hoch sind die Verluste, zeigt der Kurs gegen Süden.

Doch für all jene, denen mit Aktien, Anleihen oder klassischen Fonds im jeweiligen Marktumfeld die Gewinnchancen zu gering sind oder auch nur ihre Investments breiter streuen möchten, haben Finanzinstitute eine Vielzahl an Investmentinstrumenten entwickelt. Manche davon bergen ein großes Verlustrisiko, bei manchen ist es geringer. Viele davon sind jedoch nicht einfach zu verstehen und vielen ist nicht bewusst, welches Risiko sie mit einem solchen Investment eingehen.

Zu solchen von den Banken am häufigsten angeboten Produkten zählen Optionen, Zertifikate und Devisentermingeschäfte. Wir liefern Ihnen ein Überblick über diese gängigsten Investmentmöglichkeiten, erklären, wie sie funktionieren und welche Chancen und Risiken diese bieten.

1. Termingeschäfte: Der Handel mit Optionen

Eines der riskantesten Investments stellt der Handel mit Option dar. Eine Option ist ein Termingeschäft, also ein zeitkritisches Investment, bei dem ein Marktteilnehmer als Käufer und ein anderer als Verkäufer auftritt. Es wird entweder das Recht zum Kauf (Call) oder Verkauf (Put) eines Basiswertes (Aktien, Futures, Währungen usw.) zu einem festgelegten Preis und Zeitpunkt erworben.

Beim Kauf einer Call-Option stellt der Totalverlust der dafür gezahlten Prämie das Risiko dar. Call-Optionen sind Hebelprodukte, die es ermöglichen, mit wenig Kapital berdurchschnittlich stark von der jeweiligen Entwicklung des Basisproduktes zu profitieren. Der Einsatz der dabei geleistet werden muss ist die Optionsprämie – im Falle, dass eine Option gekauft wird, oder der Margin, wenn eine Option verkauft wird.

Beim Verkauf einer Call-Option ist das Risiko unbegrenzt, da der Anleger dazu verpflichtet ist, den Basiswert zum Ausübungspreis zu verkaufen, wobei der Anstieg des Marktkurses unbeschränkt ist.

2. Strukturierte Produkte – Zertifikate

Strukturierte Produkte bieten die Möglichkeit, auf eine künftige Marktentwicklung zu spekulieren, ohne dabei direkt in die zugrunde liegenden Wertpapiere oder Märkte zu investieren.

Die Erträge sind von bestimmten zukünftigen Ereignissen oder Entwicklungen abhängig, wie etwa der Entwicklung von Aktienindizes, Baskets, Einzelaktien, bestimmter Preise, Rohstoffe oder Edelmetalle. Bei strukturierten Produkten besteht je nach Risikoappetit, eine große Auswahl. Wer den Kapitaleinsatz nicht riskieren möchte, für den gibt es auch ganz oder teilweise kapitalgarantierte Produkte.

Express-Zertifikate

Bei Anlegern beliebt sind unter anderem sogenannte Express-Zertifikate. Ein solches partizipiert von der Entwicklung des Basisinstruments mit der Möglichkeit einer vorzeitigen Rückzahlung. Wenn das Basisinstrument an einem der vom Emittenten vorgegebenen Tage die Bedingung der Kursentwicklung erfüllt, endet das Zertifikat vorzeitig und wird zum vereinbarten Tilgungsbetrag vom Emittenten zurückgezahlt. Wenn das Basisinstrument auch am letzten Feststellungstag die vorgegebene Schwellenbedingung nicht erfüllt, erfolgt die Tilgung zum am Laufzeitende festgestellten Schlusskurs des dem Zertifikat zugrunde liegenden Basisinstruments.

Vorzeitige Kündigung möglich
Solche Produkte können bei Erreichen einer vorher festgelegten Zielgröße vom Emittenten vorzeitig gekündigt werden kann, was die Chance auf eine vorzeitige Auszahlung des Kapitaleinsatzes und damit verbundenen Gewinns bedeuten kann. Selbst wenn die vorher definierte Schwelle nicht erreicht oder durchbrochen wird, kann es zu einer Mindestrückzahlung kommen. Wenn sich der Kurs des dem jeweiligen Express-Zertifikat zugrunde liegenden Basiswerts ungünstig entwickelt, kann es zu einem Verlust eines wesentlichen Teils oder des gesamten investierten Kapitals kommen.

Discount-Zertifikate

Vielfach von Banken angeboten werden auch Discount-Zertifikate. Das sind Kapitalmarktinstrumente mit einem Sicherheitspuffer auf den zugrunde liegenden Basiswert wie einer Aktie oder einem Index. Anleger partizipieren dafür aber nur bis zu einer bestimmten Kursobergrenze des Basiswerts (Cap oder Referenzpreis) an einer positiven Wertentwicklung. Der Emittent hat am Laufzeitende das Wahlrecht, entweder das Zertifikat zum Höchstwert (Cap) zurückzuzahlen oder das entsprechende Wertpapier zu liefern. Das Risiko besteht jedoch darin, bei stark fallenden Kursen des Basiswerts am Ende der Laufzeit Aktien geliefert zu bekommen, die dann jedoch unter dem Kaufpreis liegen.

Bonus-Zertifikate

Bei Bonus-Zertifikate werden unter bestimmten Voraussetzungen am Ende der Laufzeit ein Bonus und gegebenenfalls auch die bessere Wertentwicklung eines Basiswerts (einzelne Aktien oder Indizes) ausbezahlt. Bei solchen Zertifikaten wird eine Barriere unterhalb des Startniveaus und ein über dem Startniveau liegendes Bonusniveau festgelegt. Fällt der Basiswert auf die Barriere oder darunter, entfällt der Bonus und die Rückzahlung erfolgt in Höhe des Basiswerts. Ansonsten ergibt sich die Mindestrückzahlung aus dem Bonusniveau. Der Bonus wird am Ende der Laufzeit des Zertifikats zusätzlich zum anfänglich eingezahlten Kapital für den Nominalwert des Zertifikats ausgezahlt.

Die Höhe der Auszahlung hängt von der Entwicklung des Basiswerts ab. Das Risiko besteht in der Entwicklung des zugrunde liegenden Basiswert. Geht der Emittent des Zertifikates in Konkurs, droht der Totalausfall wie auch bei jedem anderen Zertifikat.

Knock-out-Zertifikate

Das sind Zertifikate, die das Recht verbriefen, einen bestimmten Basiswert zu einem bestimmten Kurs zu kaufen oder zu verkaufen, wenn der Basiswert während der Laufzeit eine vorgegebene Kursschwelle (Knock-out-Schwelle) nicht erreicht. Wird die Schwelle auch nur einmal durchbrochen, endet das Investment vorzeitig und ist weitestgehend verloren. Abhängig vom Basiswert unterscheidet man zwischen Knock-out-Long-Zertifikaten – diese setzen auf steigende Märkte – und den Knockout-Short-Zertifikaten. Sie sind für jene konzipiert, die auf fallende Märkte setzen.

Turbo-Zertifikate

Neben klassischen Knock-out-Zertifikaten werden auch „gehebelte“ Knock-out-Zertifikate meist unter dem Namen „Turbo-Zertifikate“ emittiert. Der Hebel (Turbo) bewirkt, dass der Wert des Zertifikats prozentuell stärker auf die Kursbewegung des jeweiligen Basisinstruments reagiert und stärker steigt, aber auch fallen kann. Schon mit kleineren Beträgen können so vergleichsweise hohe Gewinne erzielt werden, gleichzeitig steigt bei gegenläufiger Entwicklung das Verlustrisiko.

Wird die Knock-out-Schwelle während der Laufzeit auch nur einmal erreicht, verfällt das Zertifikat wertlos oder es wird ein Restwert ausgezahlt, wenn das Produkt „ausgestoppt“ wird. Je näher der Börsenkurs am Basiskurs notiert, desto höher ist der Hebeleffekt, aber auch umso größer ist die Gefahr, die Knock-out-Schwelle zu erreichen und Verluste zu erleiden.

3. HEDGEFONDS

Hedgefonds sind Fonds, die keinen oder nur geringen gesetzlichen oder sonstigen Beschränkungen unterliegen. Es gibt auch Hedge-Dachfonds und Hedgefonds-Index-Zertifikate. Anleger können damit das Risiko ihres Depots breiter streuen. Die Risiken können je nach Risiko/Ertragsprofil stark variieren.

Beispiele für Anlagestrategien:
– Long/Short: Dabei werden unterbewertete Wertpapiere gekauft und gleichzeitig überbewertete Wertpapiere leerverkauft.
– Event-Driven: Es wird versucht, von speziellen Unternehmensentwicklungen wie etwa Fusionen, Übernahmen, Reorganisationen oder auch Insolvenzen zu profitieren.
– Global Macro: Dabei werden Entwicklungen in Wirtschaft und Politik analysiert und so versucht, Ineffizienzen an den Märkten zu erkennen und entsprechend gewinnbringend zu agieren.

Entwicklung unabhängig vom Aktienmarkt
Ein Vorteil solcher Hedgefonds ist auch es, dass sie sich tendenziell unabhängig von den Aktienmärkten entwickeln und so ein gutes Instrument sein können, sein Portfolio zu diversifizieren. Bei Investments in Hedegfonds kann es zu einer Verstärkung der Marktentwicklung kommen oder aber auch zu einer gegenläufigen Entwicklung, die auch heftig ausfallen kann. So können innerhalb kurzer Zeit erhebliche Kursschwankungen auftreten. Im Extremfall kann es bei nicht-garantierten Hedgefonds-Produkten zu Totalverlusten kommen. Eine Konzentration auf eine oder nur wenige Strategien erhöht das Risiko.

Geringe Liquidität
Aufgrund der komplexen Strategien von Hedgefonds wird für diese Fonds mehr Zeit für die Preisermittlung benötigt als bei traditionellen Fonds. Hedgefonds sind daher auch weniger liquide. Die Preisfeststellung erfolgt meist monatlich und nicht täglich, auch die Rücknahme von Anteilen erfolgt häufig nur monatlich. In der Zwischenzeit kann sich Anteilswert erheblich verändern, ohne dass man die Möglichkeit hat, darauf zu reagieren.

4. DEVISENTERMINGESCHÄFTE

Der Handel mit Fremdwährungen
Währungen zählen zu den am schwersten einschätzbaren Kursentwicklungen, entsprechend riskant und für den Großteil der Privatanleger, die sich damit nicht intensiv mit der Materie beschäftigen, nicht zu empfehlen. Bei einem Devisentermingeschäft verpflichtet sich Anleger einen Betrag in einer Fremdwährung zu einem späteren Zeitpunkt oder während einer Zeitspanne zu einem beim Abschluss festgelegten Kurs zu kaufen oder zu verkaufen. Die Lieferung bzw. der Empfang der Gegenwährung erfolgt mit gleicher Valuta.

Der Gewinn oder Verlust ergibt sich aus der Differenz der Devisenparitäten während oder bei Ende der Laufzeit des Termingeschäftes zu den jeweils vereinbarten Konditionen. Je nach Veränderung des Wechselkurses kann ein etwaiger Ertrag erhöht oder geschmälert werden. Bei einem Verlust kann der ursprüngliche Kontraktwert jedoch wesentlich überstiegen werden. Neben dem Währungsrisiko besteht auch ein Bonitätsrisiko. So kann der Geschäftspartner zahlungsunfähig werden und nicht in der Lage sein, das Devisentermingeschäft zu erfüllen und es kann eine teure Nachdeckung nötig werden.

Wer Geld in Wertpapiere investiert muss sich dabei verschiedener Risiken bewusst sein und auch bedenken, dass eine Kurssteigerung nicht gleichbedeutend mit Ertrag ist. Was Anleger beachten sollten.

Wenn sich auch die Finanzwelt dreht und immer neue Produkte kreiert werden, ein Grundsatz gilt zu jeder Zeit: Hohe Erträge bedeuten hohes Risiko. Wer sich dessen bewusst ist, hat schon viel unnötiges Risiko vermieden und sein Portfolio entsprechend ausrichten. Die wichtigsten Kriterien dabei sind die eigene Risikobereitschaft und welche Kursschwankungen bzw. damit verbundene mögliche Kursverluste man aushalten kann, ohne bei einem Verkauf in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten.

Kursschwankungen und Verluste hängen aber nicht nur am Risikofaktor. Auch irrationale Faktoren wie Stimmungen, Meinungen, Erwartungen oder sogar Gerüchte können die Kursentwicklung und damit den Ertrag eines Investments positiv oder negativ beeinflussen. Und schließlich muss man sich auch darüber im Klaren sein, dass beim Kauf und Verkauf von Wertpapieren stets Gebühren anfallen und Erträge aus dem Wertpapierbesitz zudem einer Kapitalertragsteuer (KEST) von 27,5 Prozent unterliegen.

Utopisch oder marktüblich?

Über allem steht für Anleger üblicherweise das Ziel, durch den Kauf von Wertpapieren ein Vermögen aufzubauen oder es zu vermehren. Dafür ist eine entsprechende Rendite erforderlich – also ein Ertrag, den das angelegte Kapital in einem bestimmten Zeitraum bringt. Je höher die erwartbare Rendite ist, desto besser ist es klarerweise für den einzelnen Anleger. Bei überzogenen Renditeversprechen sollten allerdings die Alarmglocken läuten. „Seien Sie besonders vorsichtig bei hohen Renditeversprechen, die in keinem Zusammenhang mit den marktüblichen Renditen stehen“, warnt die Finanzmarktaufsicht (FMA).

Doch da stellt sich die Frage: Welche Renditeversprechen sind überdurchschnittlich hoch? Ein guter Indikator dafür ist das jeweils aktuelle allgemeine Zinsniveau. Informationen dazu finden sich auf der Webseite der Österreichischen Nationalbank (OeNB). Wenn beispielsweise für ein Sparbuch mit mehr als zwei Jahren Laufzeit 0,40 Prozent Zinsen jährlich gezahlt werden, ein Anbieter einer Unternehmensanleihe aber fünf Prozent bietet, kann man sich ausmalen, dass damit wesentlich höhere Risiken bei der Veranlagung einhergehen.

Höhere Gewinnchancen bedeuten jedoch nicht per se, dass Sie ein solches Angebot meiden sollten. Allerdings ist Vorsicht die Mutter der Porzellankiste: Durch die Veranlagung in mehrere verschiedene Wertpapiere kann das Risiko der gesamten Veranlagung reduziert werden. Man sollte also nicht All-In in einen Titel mit einem hohen Renditeversprechen gehen und im Zweifelsfall am besten ganz die Finger davon lassen.

Riskant oder konservativ?

Doch wie kann man erkennen, welches Risiko man bei einem Investmentfonds oder einem anderen Finanzprodukt eingeht? Dafür wurde nach der Finanzkrise die EU-Anlegerrichtlinie MIFID II (Markets in Financial Instruments Directive II) eingeführt. Anleger müssen demnach umfassend über die mit dem Kauf und Handel von Wertpapieren verbundenen Risiken und Kosten – auch die Dritter – informiert werden.

Die Risikohinweise für Wertpapiergeschäfte wurden in Österreich von der Finanzmarktausfsicht FMA ausgearbeitet. Die Wirtschaftskammer Österreich bietet dazu ein 46-seitiges Dokument zum Download an, in dem Veranlagungsrisiken für die einzelnen Anlageklassen – von Anleihen über Aktien, Fonds bis hin zu Optionen, Futures oder Swap-Geschäften angeführt sind. In der Folge werden diese auszugsweise beschrieben.

Allgemeine Anlagerisiken

Bonitätsrisiko

Die Gefahr der Zahlungsunfähigkeit des Partners, also die mögliche Unfähigkeit zur termingerechten oder endgültigen Erfüllung von Dividendenzahlungen, Zinszahlungen, Tilgungen usw. Das Risiko wird durch Ratings eingeschätzt. Die Ratingskala reicht von „AAA“ (beste Bonität) bis „D“ (schlechteste Bonität).


Kursrisiko

Das Kursrisiko beschreibt die möglichen Wertschwankungen von Wertpapieren. Es bei Verpflichtungsgeschäften (z. B. Devisentermingeschäften, Futures oder Optionen) eine Besicherung notwendig machen.


Liquiditätsrisiko

Die Möglichkeit, ein Investment jederzeit zu marktgerechten Preisen zu kaufen, zu verkaufen bzw. glattzustellen, wird Handelbarkeit (= Liquidität) genannt. Von
einem liquiden Markt kann dann gesprochen werden, wenn ein Anleger seine Wertpapiere handeln kann, ohne dass schon ein durchschnittlich großer Auftrag zu spürbaren Kursschwankungen führt.


Risiko des Totalverlusts

Der Worst-Case: Ein Investment kann auch wertlos werden, etwa aufgrund seiner Konstruktion als befristetes Recht oder wenn der Emittent eines Wertpapiers in finanzielle Schieflage gerät und nicht mehr in der Lage ist, Zahlungsverpflichtungen nachzukommen (Insolvenz; siehe auch Bonitätsrisiko) .


Transferrisiko

Bei Geschäften mit Auslandsbezug besteht das zusätzliche Risiko, dass durch politische oder devisenrechtliche Maßnahmen eine Realisierung des Investments verhindert oder erschwert wird. Es können auch Probleme bei der Abwicklung einer Order entstehen.


Währungsrisiko

Bei Fremdwährungsgeschäften hängt der Ertrag nicht nur von der Rendite des Wertpapiers im ausländischen Markt ab, sondern auch stark von der Entwicklung des
Wechselkurses der Fremdwährung. An den US-Börsen notierte Aktien hängen zum Beispiel am Dollar. Steigt oder fällt der Dollar gegenüber dem Euro, so ändert sich auch der Ertrag.


Zinsrisiko

Das Zinsrisiko ist besonders für Anleihen relevant und ergibt sich Veränderungen des Marktzinsniveaus. Ein steigendes Niveau führt bei fixverzinsten Anleihen zu Kursverlusten, ein fallendes zu Kursgewinnen.

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In Aktien zu investieren ist eine der wenigen Möglichkeiten, um auch mit geringen Beträgen vorzusorgen. Dabei ist jedoch Geduld und Disziplin angesagt. Zehn Tipps, an die Sie sich halten sollten um auch das gewünschte Ziel zu erreichen.

1. Kapitaleinsatz festlegen

Die Börse ist kein Glücksspiel. Aber wie bei einem Glücksspiel sollten Sie den Kapitaleinsatz vorher genau festlegen und nur frei verfügbares Geld investieren. Niemals sollten Sie mit Geld spekulieren, das Sie kurzfristig brauchen und schon gar nicht mit geliehenem Geld oder womöglich auch noch einen Kredit aufnehmen, um Aktien kaufen zu können. Denn obwohl Aktien auf lange Sicht gesehen eine gute Rendite erwarten lassen gibt es immer das kurzzeitige Risiko eines Kurssturzes. Es kann daher eine Weile dauern, bis sich der Einsatz rechnet und Wertpapiere auch wieder mit Gewinn verkauft werden können.

2. Risiko streuen

„Niemals alle Eier in einen Korb legen“ ist eine der meistzitierten Börsenregeln. Soll heißen: streuen Sie das Risiko, indem Sie in Wertpapiere mehrerer Unternehmen aus verschiedenen Brachen und unterschiedlichen Märkten kaufen. Aber verzetteln Sie sich auch nicht dabei, denn sonst fällt es schwer, die Übersicht zu behalten. Als Faustregel gilt, dass das Kapital im Wertpapierdepot auf Aktien von fünf bis zehn Unternehmen verteilt werden solllte. Wahlweise können Sie auch in Wertpapierfonds investieren.

3. Kaufen Sie nur, was Sie kennen

Als Aktionär werden Sie Teilhaber eines Unternehmens. Vertrauen Sie nicht den „heißen Tipps“ von Bekannten, in Aktien von Unternehmen zu investieren, von denen Sie noch nie gehört haben und deren Business ihnen völlig unbekannt ist. Investieren Sie daher nur in Unternehmen, die Sie kennen und analysieren Sie davor auch noch deren Geschäftsberichte und Ergebnisse. Je mehr Sie wissen desto besser ist es für Sie. Achten Sie auch darauf, wie viele Stück eines Wertpapiers pro Tag gehandelt werden. Das Handelsvolumen ist ein guter Indikator für die Nachfrage nach einer Aktie.

4. Holen Sie sich Beratung

Alleine ist man als Neuling am Börsenparkett schnell ratlos und verloren. Das muss nicht sein. In jeder guten Bank gibt es Wertpapier-Spezialisten, die Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Auch im Internet finden Sie wertvolle Tipps oder Webinare, etwa die Online-Kurse der Wiener Börse Akademie.

5. Setzen Sie sich Limits

Setzen Sie sich realistische Ziele: Wie viel Rendite wollen Sie erwirtschaften? Wie viel Verlust können Sie verkraften? Wenn Ihr Gewinnziel erreicht ist sollten Sie dieses überprüfen und erwägen, das ursprünglich eingesetzte Kapital wieder abzuziehen. Im Falle eines deutlichen Kurssturzes ist es ratsam, nicht darauf zu hoffen, dass der Wind irgendwann wieder drehen wird, sondern die Verlustbringer abzustoßen. Das Stop-Loss-Limit sollten Sie bei einer Marke von 15 bis 20 Prozent unter Ihrem Einkaufswert ansetzen.

Auch wenn Sie eine Kauforder abgeben sollten Sie vorab ein Limit (Stop-Buy-Limit) setzen, denn sonst kann es passieren, dass der Kurs in die Höhe schießt und Sie ein Wertpapier zu einem ungünstigen Einstiegspreis kaufen.

6. Verfolgen Sie Ihr Ziel

Anleger haben unterschiedliche Ziele. Während die einen ein Vermögen für die Familie aufbauen wollen geht es den anderen darum, für die Pension vorzusorgen und wieder anderen darum, eine möglichst hohe Rendite in möglichst kurzer Zeit zu erzielen oder eine Immobilie zu finanzieren. Was auch immer Sie erreichen wollen: Sie sollten dabei Ihr Ziel nie aus den Augen verlieren und entsprechend handeln.

7. Prüfen Sie die Seriösität

Der normale Wertpapierhandel an den Börsen unterliegt strengen Regeln und wird in Österreich von der Finanzmarktaufsicht (FMA) überwacht. Es gibt jedoch auch hochspekulative Anlageformen, die keiner staatlichen Kontrolle unterliegen wie etwa Binäre Optionen. Seriöse Anlageberater werden Ihnen von einem Investment in solche Produkte abraten. Falls Sie sich dennoch auf ein solches nicht empfehlenswertes Abenteuer einlassen, dann ist das ein riskantes Spiel mit dem Feuer.

8. Denken Sie langfristig

Ja, es gibt an den Börsen die Möglichkeit, schnell Gewinne zu machen. Doch nein, Sie sollten nicht damit spekulieren. Wer auf kurzfristige Gewinne schielt, der muss dafür ein hohes Risiko in Kauf nehmen. Grundsätzlich sind Aktien, Anleihen oder Fonds jedoch eher für langfristige Investments relevant. Langfristig gesehen – also über einen Zeitraum von mindestens drei bis fünf Jahren – sind die erwartbaren Renditen auch erheblich höher.

9. Nicht mit fallenden Kursen spekulieren

„In ein fallendes Messer greifen“ – darunter verstehen Börsianer, wenn man Wertpapiere bei fallenden Kursen kauft und sich dabei in die Finger schneidet, weil der Kurs danach noch weiter nach unten rasselt. Wer bei fallenden Kursen kauft, sollte die Unternehmen genau analysieren, die Ursache für den Kursverfall und das Potenzial für den Turnaround bestimmen. Wenn das nicht so leicht möglich ist, gibt es die Faustregel, so lange zuzuwarten, bis der Kurs den Durchschnitt der letzten 200 Tage durchschneidet.

10. Auf Dividenden setzen

Dividenden sind Gewinnausschüttungen an die Teilhaber und Aktionäre eines Unternehmens. Im Rahmen der Hauptversammlungen wird die Gewinnausschüttung festgelegt, anteilig nach ihren Aktienbesitz erhalten alle Aktionäre einen bestimmten Teil davon (Dividende pro Aktie). Bei Unternehmen die keine Dividenden ausschütten sollten Sie genauer hinsehen und ein Investment doppelt überdenken.

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Vermögen in Wertpapiere anzulegen will gelernt sein. Um erfolgreich an der Börse zu investieren, gilt es zehn Gebote zu beherzigen. Ein Leitfaden für Anleger.

1. Du sollst Basiswissen erwerben

Wer kein Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge hat, sollte die Finger von jeder Form von Investment lassen und auf die Expertise von Beratern setzen. Ratsam ist es, mehrere Meinungen einzuholen und vielleicht sogar die Summe, die für Anlagezwecke bereitsteht, zwei oder mehreren Banken anzuvertrauen.

2. Du sollst dein Investment verstehen

Wer sich zum Kauf von Aktien, Anleihen oder auch Fonds entschließt, soll das Geschäftsmodell oder die betreffenden Produkte verstehen und für gut befinden, sonst ist ja auch die Einschätzung von Chancen und Risiken nicht möglich.

Im Besonderen gilt das für Aktien, aber auch bei Fonds sollte man sich um die Anlagestrategie kümmern. So ließ sich etwa der Milliardenbetrüger Bernie Madoff nie in die Karten schauen – ihr Vertrauen auf eine „geheime, aber geniale“ Anlagestrategie bezahlten Anleger mit hohen Verlusten.

3. Du sollst investieren

Die sichersten Verluste erleiden Konsumenten derzeit, wenn sie ihr Geld nicht investieren, sondern am Sparbuch liegen lassen. Selbst die derzeit relativ geringe Inflation kosten Sparbuchinhaber jährlich Milliardenbeträge – und einiges spricht dafür, dass die Inflation steigt. Es gilt die Faustregel: sechs Monate Einkommen bzw. monatlicher Finanzbedarf am Konto, Rest angelegt.

4. Du sollst dein Nervengerüst kennenlernen

Banken verwenden einige Mühe darauf, die Risikobereitschaft ihrer Klientel kennenzulernen. Wer in Aktien investiert, sollte sich darüber im Klaren sein, dass Verluste bis in die Gegend von 50 Prozent immer wieder vorkommen und dass sich auch Totalverluste bei Einzeltiteln ereignen. Wer da die Nerven wegwirft, sollte zumindest nicht sein gesamtes Vermögen in Aktien anlegen.

5. Du sollst nicht alle Eier in ein Nest legen

Wer sich dazu entschlossen hat, Aktien zu kaufen, sollte möglichst breit streuen. Weniger als zehn Aktien bedeutet, dass die Pleite eines Unternehmens bereits ein merkliches Loch ins Portfolio reißt.

Allerdings muss jeder Anleger selbst entscheiden, über wie viele Positionen er sich laufend informieren kann. Fonds sind eine Alternative, die zumindest eine breite Streuung garantieren.

6. Du sollst deine Verluste begrenzen

Wenn eine Aktie einmal abstürzt oder das Unternehmen in Schräglage gerät, macht es wenig Sinn, darauf zu warten, ob es sich vielleicht doch irgendwann erholt. Stimmt, die Realisierung von Verlusten ist schmerzhaft und man sträubt sich oft dagegen, aber auch in Börsensachen gilt der Satz: „Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.“ Das verbliebene Geld kann wieder in gewinnbringenden Investments angelegt werden.

7. Du sollst bei Geschenken vorsichtig sein

Der amerikanische Wirtschaftsnobelpreisträger Milton Friedman zitierte häufig den Satz: „There ain’t no such thing as a free lunch“ – etwa: „So etwas wie ein Gratisessen gibt es nicht.“ Soll heißen: Wenn man etwas geschenkt bekommt, gibt es meist einen Hintergedanken. Gratisbörseninformation versucht immer wieder, unbedarfte Anleger in Investments zu locken, von denen der Urheber der Gratisinfo in irgendeiner Weise selbst profitiert. Also: Achtung bei „Geschenken“!

8. Du sollst deine Gewinne in trockene Tücher bringen

Vom Kauf einer Aktien, einer Anleihe oder anderer Assets wird niemand reich. Erst durch den Verkauf wird ein Gewinn, der bis dahin bloß auf dem Papier existiert, „real“. Stimmt schon, es ist ein wenig ärgerlich, wenn die Aktie oder die Goldposition dann noch weiter steigt, doch je höher eine Notierung steigt, umso größer wird auch die Gefahr eines Rückschlags.

9. Du sollst keinen Insidertipps auf den Leim gehen

Manchmal hat man Glück: Ein Bekannter, der bei einer börsennotierten Firma arbeitet und erfahren hat, dass eine tolle Akquisition bevorsteht, erzählt davon. Oder man erfährt im Kaffeehaus am Nebentisch von einem interessanten Deal.

Aber Achtung: Wer auf solche „heißen Tipps“ hört, begibt sich in (möglicherweise sogar juristische) Gefahr. Oft sind das reine Blindgänger. Also wenn überhaupt, setzen Sie nicht mehr darauf als auf jedes andere Investment, das Sie für interessant befinden.

10. Du sollst nicht an Veränderung glauben

Natürlich, das Leben – auch jenes an der Börse – besteht aus Veränderung, und stetig wechseln die Favoriten. Doch zu den gefährlichsten Sätzen für Anleger zählt: „This time everything is different“.

Etwa 2001 vor dem Platzen der „Dotcom-Bubble“. Damals gab es Begriffe wie „Cash-Burn-Rate„. Da wurde es doch tatsächlich als positiv gesehen, wenn ein Unternehmen rasch Geld verbrannte! Das sei eben der neue Indikator für rasches Wachstum. Das Ergebnis ist bekannt – daran, dass ein Unternehmen letztlich nur überleben kann, wenn es Gewinn erzielt, hat sich seit Hunderten Jahren nichts geändert.

Jeder Mensch hat eine individuelle Risikoneigung. Das gilt nicht nur im Sport, sondern auch bei der Geldanlage. Dabei stehen Risiko und Ertrag in einem direkten Verhältnis zueinander. Je mehr Risiko, desto höher können in der Regel die Erträge ausfallen. Entscheidend ist daher, das Risiko so zu dosieren, dass Sie sich damit wohlfühlen.

Zu ihrem 250-jährigen Jubiläum und dem 30er des ATX zeigt die Wiener Börse eindrucksvoll, was sie kann: Sie bringt Unternehmen Kapital für Wachstum sowie Innovation. Und Aktionäre profitieren von ihren Gewinnen.

Der Flugsicherungsspezialist Frequentis ging im April 2019 an die Börse; er ist das zweitjüngste der 38 im Wiener Wertpapierindex ATX Prime gelisteten Unternehmen. Aus dem platzierten Volumen flossen etwas mehr als 21 Millionen Euro in die Kassen des Unternehmens. Der Kurs legte seither – trotz Coronakrise – um fast 50 Prozent zu. Wenige Wochen davor, Anfang Februar 2019, ging das Biotech-Unternehmen Marinomed an die Börse und holte sich etwas mehr als 22 Millionen Euro mit der Platzierung von Aktien. Und die Aktionäre konnten sich seither über einen Wertzuwachs von über 60 Prozent freuen. Die beiden jüngsten Börsengänge zeigen im Jahr des 250-jährigen Bestehens der Wiener Börse eindrucksvoll, wie sowohl Unternehmen als auch Aktionäre vom Kapitalmarkt profitieren können.

Geschichte der Wiener Börse

Die Wiener Börse geht wie so vieles in Österreich auf Maria Theresia zurück. Sie gründete die Börse 1771 zur staatlichen Kapitalaufbringung für das Habsburgerreich. Es wurden dazu Anleihen, Wechsel und Devisen gehandelt. Im Jahr 1811 kam es dennoch zum Staatsbankrott und die Oesterreichische Nationalbank wurde gegründet, um das Geldwesen zu stabilisieren. Im Jahr 1855 gab dann der Staat die Kontrolle über die Wiener Börse weitgehend auf. Die Wiener Börsekammer übernahm die administrativen und kontrollierenden Funktionen.

In der Gründerzeit zwischen 1867 und 1873 erlebte die österreichisch-ungarische Monarchie einen gewaltigen Industrialisierungsschub. Viele Unternehmen finanzierten sich durch Aktienemissionen. Doch eine Spekulationswelle führte 1873 zum großen Wiener Börsenkrach. Nach den beiden Weltkriegen wurde der offizielle Börsenhandel wieder aufgenommen. 1985 wies der amerikanische Investor Jim Rogers auf das hohe Potenzial des österreichischen Kapitalmarkts hin und löste damit eine Aktienhausse aus.

Durch die Privatisierungswelle 1987 gingen nach und nach zahlreiche österreichische Unternehmen an die Börse, darunter die OMV, die Austrian Airlines (mittlerweile Teil der Lufthansa-Gruppe), der Verbund und der niederösterreichische Energieversorger EVN.

Kapitalmarkt für die Wirtschaft

Das erste an der Wiener Börse notierte Unternehmen war die Oesterreichische Nationalbank. Robert Holzmann, Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank, zur heutigen Rolle der damals als ältere Schwester der OeNB bezeichneten Wiener Börse: „Die Kapitalmarktfinanzierung für die Wirtschaft und den Standort Österreich ist gerade in der Wiederaufbauphase nach der Covid-19-Pandemie von besonderer Bedeutung, da mit einem gut entwickelten und starken Kapitalmarkt die Erholung der Volkswirtschaft rascher erfolgen kann und große Teile der Bevölkerung für spätere Zeiten vorsorgen und Vermögen aufbauen können.“

Und nicht zuletzt können Unternehmen an der Börse Mittel aufnehmen, um Wachstum und Innovationen zu finanzieren. Frequentis wurde lange als Eigentümerbetrieb von Hannes Bardach geführt. Mit dem Wechsel im Management zu Norbert Haslacher als CEO erfolgte dann der Börsengang, der dem Hightech-Unternehmen größere Schritte in Richtung Wachstum ermöglichte: „Der Börsengang brachte für uns als exportorientiertes Unternehmen eine enorm wichtige internationale Präsenz. Und er brachte Kapital für weitere Expansion im Ausland“, sagt Haslacher. Ende Mai konnte Frequentis so durch die Übernahme von ATC Solutions seine Position im Air Traffic Management in Nordamerika und Kanada stärken.

Ähnlich die Situation bei Marinomed. Als das österreichische Biotech-Unternehmen an die Börse ging, war von Corona weit und breit noch keine Rede. Doch nach Ausbruch der Pandemie ergaben Tests, dass die von Marinomed hergestellten Carragelose-Tabletten und Nasensprays auch eine positive Wirkung auf den Krankheitsverlauf haben. Marinomed-CFO Eva Prieschl-Grassauer: „Wir konnten durch den Börsengang unser Eigenkapital stärken und damit auch die Projekte für weitere Tests finanzieren, um in der Pandemiebekämpfung mitzuhelfen. Auch wenn die Administration für den Börsengang natürlich groß war, hat er sich gelohnt.“

Starke Performance

Neben der Börse feiert auch der Wiener Börsenindex ATX heuer einen runden Geburtstag. Der ATX, in dem die 20 größten an der Wiener Börse gelisteten Unternehmen enthalten sind, wurde vor 30 Jahren aus der Taufe gehoben. Erfunden wurde er von Andreas Grünbichler, CFO der Wüstenrot Gruppe und Titularprofessor in St. Gallen. Er meint: „Die Börsen spielen eine wichtige Rolle auf den Kapitalmärkten und in jeder Volkswirtschaft. Börsen sind der Marktplatz zwischen disruptiver Innovation auf der einen Seite und kreativer Zerstörung auf der anderen Seite. In diesem Spannungsfeld leben wir in einer Marktwirtschaft.“

Das ist ein durchaus einträgliches Spannungsfeld: Der ATX hat inklusive Dividende seit seiner Einführung im Schnitt einen jährlichen Zuwachs von 6,5 Prozent gebracht.

© trend / Michael Rausch-Schott
© trend / Michael Rausch-Schott
ATX-Erfinder: Wüstenrot-CFO Andreas Grünbichler

Die Porr AG ist das am längsten an der Wiener Börse notierte Unternehmen. Porr-Chef Karl-Heinz Strauss meint dazu jedoch offen: „Wir haben Ende 2010 einmal genau untersucht, welche Vorteile es hat, an der Börse zu bleiben. Die Entscheidung ist eindeutig zu Gunsten der weiteren Notiz an der Wiener Börse gefallen. Weil wir dadurch Zugang zu Finanzmitteln hatten und weil wir auch erkannt haben, dass verstärkte Öffentlichkeit und Transparenz, die eine Börsennotierung mit sich bringt, auch sehr zum Erfolg des Unternehmens beigetragen haben. Und den Aktionären der Porr AG hat die 150-jährige Notierung an der Wiener Börse – wenn auch mit einigem Auf und Ab – im Schnitt eine jährliche Rendite von über sechs Prozent gebracht.“

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Der ATX hat auch nach einer soliden Entwicklung über die ersten drei Jahrzehnte noch viel Potenzial.

Wienerberger ist das zweitälteste an der Wiener Börse notierte Unternehmen. Der damalige Ziegelproduzent ist heute ein Baustoffunternehmen mit fast 200 Produktionsstandorten in 29 Ländern. Wienerberger-CEO Heimo Scheuch, der zugleich auch Aufsichtsratspräsident der Wiener Börse ist, sagt: „Wir brauchen diesen innovativen Finanzplatz, um den Unternehmen das notwendige Kapital für das Wachstum zur Verfügung zu stellen.“

ETF-Indexfonds ermöglichen es Anlegern, auch mit kleinen Beträgen und ohne großes Risiko schrittweise ein Vermögen aufzubauen.

ETF-Indexfonds haben extrem niedrige Gebühren. Das spart Kosten im Vergleich zu den Ausgabeaufschlägen und Verwaltungsgebühren bei Fonds. Exchange Traded Funds bilden Indizes ab, indem sie genau die gleichen Aktien enthalten, wie im DAX oder im Dow Jones gelistet sind. Der Vorteil: Die laufenden Gebühren liegen meist nur bei rund 0,20 bis 0,50 Prozent. Bei Investmentfonds, bei denen Manager aktiv entscheiden, welche Aktien bei bestimmten Börsenlagen gekauft oder verkauft werden, muss man hingegen einen Ausgabeaufschlag und weitere Gebühren zahlen, so dass sich die laufenden Kosten bei rund zwei bis 2,5 Prozent bewegen.

„Der Markt ist in den letzten Jahren stetig gewachsen, und die Produktvielfalt ist enorm. Neben klassischen Index-ETFs besteht die Möglichkeit, in nachhaltige ETFs, faktorgesteuerte ETFs und in unzählige Sektoren gezielt zu investieren“, erklärt Georg Frischmann, Leiter Private Banking der Hypo Tirol Bank. Ein weiterer Vorteil ist die Handelbarkeit. Gerade in der Vermögensverwaltung müssen oft schnelle Entscheidungen getroffen werden. ETFs können wie Aktien börsentäglich gehandelt werden.

ETFs machen Kursentwicklungen der Börsen eins zu eins mit. Bei Crashes fallen sie stark, erholen sich aber wieder rasch. Zum Vermögensaufbau empfiehlt sich ein Portfolio aus mehreren ETFs.

An den Börsen wird in Wertpapiere investiert: Aktien, Anleihen, Fonds, ETFs, und Zertifikate. Ein kleiner Einblick in die Vielfalt der Wertpapiere.

Geld anlegen und investieren, aber richtig: In einer Zeit, in der es für Sparbucheinlagen praktisch keine Zinsen mehr gibt und die Inflation den Wert von Sparbucheinlagen sogar zusehends schmälert sind Wertpapiere eine der wenigen Anlageformen, die langfristig einen Wertzuwachs erwarten lassen und die in der entsprechenden Stückelung auch für jedermann leistbar sind.

Bei der Entscheidung für ein Wertpapier-Investment ist es jedoch wichtig, Chance und Risiko abzuwägen. Viel hängt dabei vom Typ des jeweiligen Wertpapiers ab. Grob gesagt steigen die Renditechancen mit dem Risiko. Als Anleger sollte man daher genau überlegen, welche Rendite man erzielen möchte, ehe man ein Wertpapierinvestment tätigt.

Aktien: Die ursprünglichste Form von Wertpapieren. Unternehmen geben Anteilsscheine aus, die Anleger kaufe können. Mit dem Kauf einer Aktie wird man also Teilhaber eines Unternehmens und bekommt Aktionärsrechte. Dazu zählt unter anderem die Teilnahme an der Hauptversammlung, wo Aktionäre entsprechend ihrer Anteile auch ein Stimmrecht ausüben können.
Aktien sind meistens an der Börse handelbar, weshalb Aktionäre kurzfristig über ihr Kapital verfügen können. Aufgrund der immer möglichen Schwankungen an den Kapitalmärkten sind Investments in Einzelaktien allerdings eher etwas für erfahrene Anleger, die sich laufend mit der Entwicklung der Börsen beschäftigen.

Anleihen: Unternehmen, aber auch Staaten oder andere Organisationen können Anleihen begeben. Wer eine Anleihe begibt erhält von den Zeichnern einer Anleihe eine Art zeitlich befristeten Kredit. Wer eine Anleihe zeichnet erhält während der Laufzeit regelmäßig Zinsen und zum Stichtag an dem die Anleihe ausläuft das investierte Kapital zurück. Auch Anleihen sind an der Börse handelbar, weshalb Anleger auch kurzfristig über ihr Kapital verfügen können und nicht bis zum Auslaufen der Anleihe warten müssen.

Fonds: Ein Fonds ist ein Bündel aus mehreren Wertpapieren, das von professionellen Fondsmanagern verwaltet wird. Fonds haben unterschiedliche Anlageschwerpunkte, wobei die Fondsmanager darauf bedacht sind, mit einer breiteren Streuung der Werte Schwankungen an den Märkten besser auszugleichen und Risiken zu reduzieren. Zu beachten ist, dass für das aktive Management eines Fonds Gebühren anfallen, die die Rendite schmälern

Grundsätzlich kann an Fonds in verschiedene Klassen einteilen:

  • Aktienfonds investieren in Aktien
  • Rentenfonds investieren in fest verzinste Anleihen
  • Mischfonds investieren sowohl in Aktien als auch in Anleihen
  • Immobilienfonds investieren in Immobilien
  • Dachfonds investieren in Investmentfonds

ETFs: Diese Spezialform eines Fonds hat in den vergangenen Jahren zusehends an Beliebtheit gewonnen. ETFs, oder Exchange Traded Funds, bilden einen Aktienindex detailgenau nach. Ein ATX-ETF setzt sich etwa aus den 20 Werten des Wiener Börsenindex ATX zusammen und gewichtet diese Werte so wie das auch beim ATX der Fall ist nach dem Börsenwert im Streubesitz, also der Marktkapitalisierung der Streubesitzanteile. Dadurch ist gewährleistet dass der Kursverlauf eines ATX-ETF exakt dem des ATX folgt.
Für Anleger hat das den Vorteil, dass ein solcher ETF nicht aktiv von einem Fondmanager betreut wird und daher auch deutlich geringere Gebühren anfallen.

Zertifikate: Unter einem Zertifikat versteht man eine von einer Bank herausgegebenen Anleihe mit bestimmten Bedingungen für die Rückzahlung und Verzinsung. Im Prinzip verbrieft ein Zertifikat das Recht auf Partizipation an der Wertentwicklung eines Investments.

Aktien oder andere an der Börse gehandelte Finanzprodukte zu kaufen – das erscheint vielen wie ein großes Rätsel. Dabei ist die Sache gar nicht so komplex und an genaue Regeln und strenge Kontrollen gebunden.

Wer darf mit Aktien handeln?

An eine Börse kann jedoch nicht jeder selbst hinkommen und Aktien kaufen. Das können nur zugelassene Broker . An realen Wertpapierbörsen wie etwa der New York Stock Exchange handeln diese Broker im Auftrag ihrer Kunden mit Wertpapieren. Ähnlich ist das beim Online-Handel mit Wertpapieren. Wer online Aktien kaufen will, der benötigt dazu ebenfalls einen lizensierten Broker, wie den Investors Challenge #IC21 Partner Bank Direkt.

Über diesen Broker kann ein Wertpapier-Depot angelegt werden, eine Art digitaler Safe für die eigenen Wertpapiere, die man in der Folge kauft oder auch wieder verkauft.

Wer kontrolliert den Handel?

Der Handel an den internationalen Börsen läuft dabei nicht unkontrolliert, sondern unter strenger Aufsicht ab. Zum Schutz aller Anteilsinhaber und zur Wahrung eines fairen Handels unterliegt der Handel strengen Regeln, die im Börsengesetz festgelegt sind.

Die Börsen-Aufsicht, in Österreich die Finanzmarktaufsicht FMA , überwacht in jedem Land der Welt die Rechtmäßigkeit des Handels. So müssen etwa Unternehmen vorab über relevante Ereignisse oder Aktivitäten, die in der Folge den Kurs einer Aktie im positiven oder negativen Sinn beeinflussen könnten, informieren. Derartiges Wissen darf von Insidern auch nicht ausgenutzt werden. Insiderhandel ist strafbar. Die Unternehmen müssen zudem Jahres- und Zwischenberichte veröffentlichen oder wenn Beteiligungen von einzelnen Teilhabern bestimmte Prozentsätze überschreiten, entsprechende Meldungen veröffentlichen.

Die aktuelle Version des Börsengesetzes aus 2018 (Bundesgesetz über die Wertpapier- und allgemeinen Warenbörsen 2018) hält alle Bestimmungen sowie Sanktionen und Strafbestimmungen fest. Sie finden das österreichische Börsengesetz hier.

Für das Anbieten von Wertpapieren und anderen Kapitalveranlagungen ist zudem das Kapitalmarktgesetz aus 2019 relevant. Sie finden dessen Bestimmungen hier.

Die Börse ist ein Marktplatz für den kontrollierten Handel mit Wertpapieren. Den Preis und den Wert der Aktien bestimmen Angebot und Nachfrage, aber nicht ausschließlich.

Was macht eine Börse? Wie funktioniert eine Börse? Diese Frage hat das Team der Wiener Börse im Rahmen einer Straßenbefragung Passanten gestellt. Und, wie das Video (siehe unten) zeigt, waren dabei einige auch überfragt.

Dabei ist die Antwort eigentlich ganz einfach: Eine Börse ist ein Marktplatz, wie ihn die Menschen seit Jahrhunderten kennen. Nur werden an diesem Marktplatz eben kein Obst, Gemüse oder andere Produkte angeboten, sondern eben Wertpapiere wie Aktien, Fonds oder Anleihen.

Die Preisfrage

Der Preis der Wertpapiere wird dabei – etwa im Falle von Aktien – vom Wert eines Unternehmens, der Zahl der Anteilsscheine und dem Verhältnis von Angebot und Nachfrage nach diesen Anteilscheinen bestimmt, und zwar so:

Vor dem Börsengang eines Unternehmens, also bevor Aktien eines Unternehmens an der Börse gehandelt werden, wird das Unternehmen von Wirtschaftsprüfern eingehend geprüft und bewertet . Dabei werden alle materiellen und immateriellen Vermögenswerte in der Bilanz des Unternehmens wie Immobilien, Rohstoffe, Lagerware, Produkte, Patente, Reserven usw. addiert und diesen die Verbindlichkeiten etwa offene Rechnungen an Lieferanten gegenüber gestellt.

Aus dem sich ergebenden Unternehmenswert und der Zahl der Anteilsscheine, also der Aktien, die an der Börse ausgegeben werden, ergibt sich ein vorläufiger Preis für eine Aktie.

Beispiel:

  • Die Bewertung eines Unternehmens ergibt einen Unternehmenswert von 500 Millionen Euro .
  • Das Unternehmen will die Hälfte seiner Anteile an der Börse handeln, also Aktien im Wert von 250 Millionen Euro .
  • Das Unternehmen beschließt, diesen Anteil in eine Million Anteilsscheine aufzuteilen. Jeder dieser Einzel-Anteile, also Aktien, die dann an der Börse gehandelt werden sollen, hätte demnach bei der Erstausgabe einen Buchwert von 250 Euro .
  • Nun beginnt das Spiel von Angebot und Nachfrage. Ist die Nachfrage nach den Aktien groß, beginnen diese im Wert zu steigen. Ist die Nachfrage gering fällt ihr Wert, Aktien können dann also zu einem günstigeren Preis gekauft werden.
  • Wenn ein Unternehmen in der Folge gut wirtschaftet und erfolgreiche Produkte oder Dienstleistungen anbietet und Gewinne erwirtschaftet, dann steigt der Wert des Unternehmens und damit der Anteilsscheine ebenfalls.