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Die Digitalisierung hat auch den Finanzsektor voll erfasst. Computer und Algorithmen werden zu Anlageberatern trainiert, die vollautomatisch Investments tätigen und Renditen erzielen können.

Das ständige Auf und Ab an den internationalen Börsen ist für Normalsterbliche kaum zu überblicken. Aktien, für die an einem Tag noch Top-Empfehlungen abgegeben werden, können schon am nächsten Handelstag aufgrund unvorhersehbarer Ereignisse deutlich an Wert verlieren. Andere Wertpapiere, die kaum jemand auf dem Radar hatte, können zu einem plötzlichen und unerwarteten Höhenflug ansetzen, der wenn er einmal bemerkt wird, dann auch schon ebenso prompt wieder zu Ende ist.

Genau an diesem Punkt setzen digitale Vermögensverwalter, sogenannte Robo Advisors an. Diese neuzeitlichen Finanzdienstleister nutzen die Mittel der Digitalisierung, um Trends an den Börsen zu erkennen und in der Folge vollautomatische Investments zu tätigen. Computer und Algorithmen ersetzen dabei die Anlageberater und nehmen Anlegern die Entscheidung ab, wann und wo sie investieren sollen.

Günstig und bequem

In der Praxis hat sich das in den vergangenen Jahren derart bewährt, dass neben einigen Finanz-Start-ups – sogenannten Fintechs – auch etablierte Geldhäuser eigene solcher digitalen Angebote ins Leben gerufen haben. Angebote, die sich vor allem an die Gruppe der Anleger wenden, die sich nicht selbst um ihre Wertpapierdepots und den Handel mit Aktien kümmern wollen – sei es aus Bequemlichkeit, Zeitgründen oder weil sie sich selbst nicht mit den Mechanismen der Märkte auseinandersetzen wollen.

In der Regel werden dabei Wertpapierdepots angelegt und mit Kapital ausgestattet. Die Anleger legen in der Folge noch ihre Risikobereitschaft und ihre Anlageziele fest, den Rest übernehmen dann die Computermodelle. Wobei Robo-Advisors in ETFs – Exchange Traded Funds – investieren. Die Risikobereitschaft wird dabei grundsätzlich durch das Verhältnis von Aktien und Anleihen im Portfolio definiert. Ein höherer Aktienanteil birgt ein höheres Risiko, ein höherer Anleihen-Anteil schränkt dagegen die erwartbare Rendite ein.

Einfach profitieren

Wer auf einen Robo-Advisor setzt kann also ohne spezielles Fachwissen und ohne selbst viel dafür tun zu müssen am Kapitalmarkt mitmischen und von dessen Entwicklung profitieren. Allerdings fallen dafür auch etwas höhere Kosten als wenn man die Zügel selbst in die Hand nimmt. Dafür bieten Digitale Vermögensverwalter wie etwa der zu Raiffeisen gehörende „WILL“ auch Sparpläne an, mit denen man mit geringen monatlichen Beträgen – bei WILL etwa einer monatlichen Einlage von 100 Euro – mit einem moderaten Risiko Vermögen aufbauen und für die Zukunft vorsorgen kann. Wobei es sich bei WILL allerdings noch um eine Hybrid-Form handelt, bei der die Veranlagung nicht rein durch Maschinen, sondern aktiv durch die Veranlagungsexperten der Bank erfolgt. Diese reduzieren etwa auch bei negativen Markteinschätzungen die Aktienanteile in den Portfolios, um allfällige Verluste einzudämmen und erhöhen die Aktienanteilen bei einer positiven Perspektive wieder.

Entscheidet man sich, die Geldanlage einem Robo-Advisor zu überlassen, dann empfiehlt es sich auf jeden Fall, die jeweiligen Konditionen genau zu studieren. Ein wichtiger Punkt dabei ist, dass der jeweilige Anbieter auch in Österreich ansässig sein sollte, da sonst die Versteuerung der erzielten Gewinne im Ausland erfolgen muss, was eine relativ komplexe Angelegenheit sein kann. Auf der sicheren und seriösen Seite ist man auf jeden Fall, wenn hinter dem jeweiligen Anbieter ein etabliertes Bankhaus steht. Neben Raiffeisen (WILL) haben etwa auch das Bankhaus Schellhammer & Schattera (DADAT), die Erste Bank (Investmanager) und das Bankhaus Spängler (Carl) ein Angebot für eine Digitale Vermögensverwaltung. Die Mindesteinlagen bewegen sich bei den einzelnen Anbietern in einem Rahmen von 10.000 bis 30.000 Euro.

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Mit ETFs – Exchange Traded Funds oder Indexfonds – wird das Investieren an den Börsen günstiger, weniger riskant und mit speziellen Sparplänen auch für Einsteiger interessant.

Ein Restrisiko wird es immer geben. Doch besser ein kleines Risiko eingehen und damit die Chance auf Gewinne wahrzunehmen als gleich den offensichtlich falschen Weg einschlagen und sichere Verluste hinzunehmen – das ist die Grundregel, an die sich alle halten sollten, die Geld anlegen und damit vorsorgen wollen. Ob für die eigene Zukunft oder die der Familie.

Es ist lange her, dass ein Sparbuch für Sparer noch wirklich ein Geschäft war. 1995 lag der 3-Monatszinssatz noch bei 6,8 Prozent, im Jahr 2008 immerhin noch bei heutzutage nahezu utopischen 4,6 Prozent. Als Folge der Finanzkrise sind die Zinsen dann aber in den Keller gerasselt. 2009 gab es nur noch 1,2 Prozent Zinsen 2010 dann bloß noch 0,8 Prozent und seit dem Jahr 2016 gibt es in Österreich sogar Negativzinsen.

Verlierer und Gewinner

Erspartes – ob am Girokonto oder am Sparbuch – verliert damit schon seit etlichen Jahren automatisch täglich an Wert. Ein Guthaben ist lediglich dem Namen nach noch ein Guthaben und ein vermeintlicher Wertgewinn täuscht. Ein kleines Beispiel: Wer 1996 ein Sparbuch mit einer Einlage von umgerechnet 10.000 Euro eröffnet hat, der hat dort 25 Jahre später ein nominelles Guthaben von rund 12.200 Euro und damit scheinbar einen Gewinn von 22 Prozent gemacht. Dabei wird aber vergessen, dass sich der Wert des Geldes durch die Inflation gleichzeitig und kontinuierlich verringert hat. Die 10.000 Euro des Jahres 1996 haben heutzutage nur noch eine Kaufkraft von rund 6.600 Euro und das Guthaben von 12.200 hat rein rechnerisch nur noch einen Wert von rund 8.400 Euro.

Den realen Verlusten auf Sparbüchern und Girokonten stehen reale Gewinne gegenüber, die im gleichen Zeitraum an Aktienmärkten erzielt werden konnten. Der österreichische Aktienindex ATX lag etwa zu Beginn des Jahres 1996 bei exakt 1.000 Punkten und liegt aktuell bei 3.650 Punkten. Noch wesentlich deutlicher sind die Kursgewinne an anderen großen Börsen der Welt. Der Deutsche Leitindex DAX ist in dem gleichen Zeitraum von 2.260 auf 15.700 geklettert und der amerikanische DOW Jones Index gar von 5.200 auf 35.000 Punkte.

Wenngleich auch auf Einkünfte aus Kapitalvermögen einer Kapitalertragsteuer von 27,5 Prozent unterliegen – Zinserträge von Sparbüchern oder Girokonten werden übrigens mit 25 Prozent besteuert – und es zwischenzeitlich günstigere und weniger günstige Phasen für ein Aktieninvestment gab, konnte man über den gesamten Zeitraum ein Guthaben dennoch vervielfachen.

Günstig Gewinne einfahren

ETFs – Exchange Traded Funds oder Indexfonds – waren und sind dabei für Anleger die einfachste und zugleich auch günstigste Möglichkeit, um von der Entwicklung der Aktienmärkte zu profitieren. Dieses Fonds bilden Indizes genau ab – in einem Dow Jones ETF sind etwa die 30 Aktien zu genau den gleichen Anteilen enthalten wie im Aktienindex selbst – und folgen daher auch exakt der Entwicklung des jeweiligen Aktienindex.

Für Anleger hat das den Vorteil, dass sie sich die etwas mühselige und nicht immer einfache Aufgabe ersparen, ein erfolgversprechendes Aktienpaket mit einer breiteren Streuung für ihr Wertpapierdepot zusammenzustellen. Und obendrein ist es auch erheblich günstiger, in einen ETF zu investieren als in einem traditionellen Aktienfonds , weil dafür kein aktives Fondsmanagement nötig ist. Die Nebenkosten von ETFs liegen in etwa bei einem Zehntel der Kosten die für einen herkömmlichen Fonds in Rechnung gestellt werden – Geld, das Anleger erst einmal verdienen müssen.

Dividenden kassieren

Das breite Angebot an ETFs macht es dabei möglich, die ETF-Strategie mit anderen Börse-Strategien zu kombinieren, so etwa mit der Dividendenstrategie. Der UBS ETF (IE) DJ Global Select Dividend (IE00BMP3HG27) beinhaltet etwa die dividendenstärksten Titel aus dem Dow Jones.

Der MSCI World High Dividend Yield Index beinhaltet Unternehmen aus Industrieländern weltweit, die gleichbleibend überdurchschnittlich hohe Dividendenzahlungen aufweisen. Ausgangsindex ist der MSCI World Index. Ein ETF darauf wäre der iShares MSCI World Quality Dividend UCITS ETF (IE00BYYHSQ67). Wer in diesen Fonds investiert hat große, dividendenstarke Unternehmen aus aller Welt im Depot und kann zusätzlich zu Kursgewinnen auch eine Rendite aus regelmäßigen Dividendenausschüttungen erwarten.

Wer hingegen lieber in heimische Werte investiert, der kann mit einem ETF auch in die 20 ATX-Werte investieren, etwa mit dem iShares ATX UCITS ETF (DE000A0D8Q23)

Mit kleinen Beträgen partizipieren

Über ETF-Sparpläne, die von nahezu allen Brokern angeboten werden, ist es auch möglich, mit laufenden kleinen Beträgen an der Entwicklung teilzuhaben. Da die Versteuerung von im Ausland erzielten Kapitalerträgen schwierig ist, ist es empfehlenswert, sich dabei für einen Broker aus dem Inland wie etwa der BankDirekt zu entscheiden, die etwa 19 sparplanfähige ETFs bei einer Mindestsparrate ab 100 Euro monatlich anbietet.

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Dividenden sind Gewinnausschüttungen, die Unternehmen an Aktionäre leisten. Investoren, die in dividendenstarke Titel investieren, können davon eine zusätzliche Rendite erwarten.

Einmal jährlich können sich Aktionäre der Österreichischen Post (AT0000APOST4) über einen kleinen Bonus freuen. Rund 70 Prozent ihres Gewinns werden dann als Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet.

Am letzten Zahltag Ende April 2021 entfiel dabei auf jede Aktie ein Anteil von 1,60 Euro. Das erscheint zwar im ersten Moment kaum der Rede wert, summiert sich jedoch mit der Mange der Aktien, die man besitzt. Mit 100 Post-Aktien (Aktueller Wert: je 38,90 Euro) hat man bei der Ausschüttung immerhin schon 160 Euro erhalten.

Der größte Aktionär der Post ist übrigens mit einem Anteil von 52,8 Prozent die staatliche Beteiligung AG ÖBAG – und die ist auch der Grund, weshalb die Post Jahr für Jahr zuverlässig ihre Gewinnanteile ausschüttet, garantiert sie doch somit dem Finanzminister die im Bundeshaushalt fix eingeplanten Budgetanteile.

Die große Gewinn-Umverteilung

Doch nicht nur Unternehmen, die teilweise in staatlichem Besitz sind, sondern auch Industriegrößen wie der deutsche Siemens-Konzern (DE0007236101) oder der High-Tech-Gigant Apple (US0378331005) schütten regelmäßig Dividenden aus und verschaffen so den Anlegern und Investoren immer wieder einen netten Zusatzverdienst. In den USA werden die Gewinnanteile üblicherweise sogar im Quartalsrhythmus, also viermal jährlich  ausgeschüttet. In Großbritannien ist eine halbjährliche Ausschüttung üblich und in Deutschland wie in Österreich eine jährliche.

Die Höhe der Dividende schlägt der Vorstand der Aktiengesellschaft vor der jährlichen Hauptversammlung vor. Die Ausschüttung wird anschließend auf der Hauptversammlung durch eine einfache Mehrheit abgesegnet und beschlossen.

Grundsätzlich ist die Gewinnausschüttung im Aktienrecht festgehalten, dennoch zahlen nicht alle Unternehmen eine Dividenden. Wachstumsstarke Technologie- oder Biotech-Unternehmen investieren den Gewinn stattdessen häufig in Forschung und Entwicklung. Oder es wird nur ein kleiner „pro forma“ Anteil des Jahresgewinns an die Aktionäre ausgeschüttet und die einbehaltenen Gewinnen in die Produktentwicklung gesteckt.

Die Dividendenstrategie

Bei der Dividendenstrategie setzen Investoren nun auf Aktien mit vergleichsweise hohen Dividenden. Die Höhe der Dividende ist dabei das entscheidende Kriterium für ein Investment.

Das hat zumindest zwei Nebeneffekte. Einerseits verliert dabei die mitunter volatile Kursentwicklung an den Börsen etwas an Gewicht – was die Nerven der Aktionäre schont und andererseits sind Unternehmen mit stabilen, hohen Gewinnausschüttungen oft auch Großkonzerne, die wirtschaftlich gut positioniert sind.

Die Grundidee stammt vom legendären US-Investor Benjamin Graham, der in Buch „The Intelligent Investor“ empfahl, die zehn Dow-Jones-Werte mit der höchsten Dividendenrendite zu kaufen und diese Aktien nach einem Jahr eventuell auszutauschen, falls sich etwas geändert haben sollte. Langfristig lässt sich mit Grahams Dividendenstrategie eine deutliche Outperformance über den Dow Jones Index erzielen. Populär wurde die Anlagestrategie unter dem Namen „Dogs of the Dow“ -Strategie.

Michael O’Higgins verfeinerte Grahams Strategie, indem er aus den zehn Aktien noch fünf mit den niedrigsten Aktienkursen herausfilterte. In seinem Buch „Beating the Dow“ empfiehlt er, in die fünf nominell günstigsten Werte, die „Low-5“ zu investieren. Die Anleger sollen ein Jahr lang in diesen Aktien investiert bleiben und dann nach dem Prinzip wieder umschichten. Der Hintergedanke ist, dass Aktien mit nominell niedrigen Börsenkursen höhere Kursschwankungen aufweisen und bei einer hohen Dividendenrendite oft früher oder später wieder höhere Kurslevels erreichen.

Top 5 Dividendenaktien im Dow Jones

SymbolDividendenaktie Dow JonesISINErwartete Dividendenrendite in %
CVXChevronUS16676410054.9
IBMIBMUS4592001014 4.9
DOWDowUS2605571031 4.3
VZVerizon CommunicationsUS92343V1044 4.3
MRKMerckUS58933Y1055 3.5

Top 5 Dividendenaktien im DAX

SymbolDividendenaktie DAXISINErwartete Dividendenrendite in %
EONEonDE000ENAG999 4.7
BASBASFDE000BASF111 4.6
ALVAllianzDE0008404005 4.4
BAYABayerDE000BAY0017 3.8
MUV2Münchner RückversicherungDE0008430026 3.7

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Der Aufbau eines Portfolios ist die Grundlage, langfristig von der Entwicklung an den Aktienmärkte zu profitieren. Das ist aber noch nicht alles.

Auf die richtige Mischung kommt es an – diese Binsenweisheit gilt nicht nur für die Zusammenstellung erfolgreicher Teams, sondern auch für die Geldanlage. Das Portfolio bildet das Grundgerüst des eigenen Vermögen bzw. der Geldanlage. Darunter versteht man im Finanzbereich den Bestand an Wertpapieren bzw. sonstigen Geldanlagen. Die richtige Zusammenstellung ist die Basis des Erfolgs, denn damit lassen sich die Anlageziele erreichen. Außerdem ist die laufende Kontrolle des Portfolios wichtig, weil das Sicherheit gibt und neue Chancen eröffnet. Diversifikation, also breite Streuung des Portfolios, ist eine Grundregel dafür – das bedeutet, dass man nicht nur auf wenige oder gar nur einen einzigen Wert (etwa eine Aktien eines Unternehmens) setzt, sondern auf viele unterschiedliche Werte. Es ist dann wie in einem Team: Schwächen und Stärken gleichen sich aus und garantieren den  langfristigen Erfolg.

Beispiele für die Zusammenstellung des Portfolios

Je nach Anlagestrategie und persönlichem Anlageziel kann das Portfolio nach bestimmten Quoten aus Aktien und anderen Wertpapieren zusammengestellt werden.

  • Defensives Portfolio: Laut Experten empfiehlt sich für Anleger, die eher defensiv ausgerichtet sind und Risiken vermeiden möchten, eine Mischung aus 70 Prozent Staatsanleihen und 30 Prozent Aktien – das kann im Detail aber natürlich variieren bzw. von Zeit zu Zeit adaptiert werden. Die letzten Monate brachten beispielsweise niedrige Renditen von Länderanleihen und es wäre eine Anpassung möglicherweise sinnvoll gewesen. Fallweise könnten hier etwa auch Unternehmensanleihen dazu genommen werden.
  • Balanciertes Portfolio: Wer schon etwas mehr Risiko nehmen möchte, kann wie beim klassischen Portfoliomix vieler Vermögensberater auf 60 Prozent Aktien und 40 Prozent Anleihen vertrauen. Hier können beispielsweise auch ETFs als gute Ergänzung dienen.
  • Risiko-Portfolio: Wer langfristig sein Vermögen auf- und ausbauen möchte, könnte ausschließlich auf Aktien setzen, also auf eine Aktienquote von 100 Prozent. Das erfordert einerseits starke Nerven, denn die Schwankungen an den Börsen führen zu einem ständigen Auf und Ab. Langfristig aber haben Aktien in der Vergangenheit die besten Renditen gebracht. Andererseits braucht es dann eine Streuung bei den Aktien selbst, also die Auswahl unterschiedlicher Werte in Bezug auf Region (etwa europäische und US-Aktien), Branchen oder Wert bzw. Wachstum (Value- bzw. Growth-Strategie).

Portfolio checken: Darauf kommt es an

Die Zusammenstellung des Portfolios ist nur die eine Seite, dieses muss ja auch laufend kontrolliert bzw. überwacht werden. Dazu gibt es zum einen regelmäßige Depotauszüge, die von der Bank bzw. dem Finanzdienstleister beispielsweise jährlich verschickt werden. Andererseits haben Depotinhaber, also die Anleger, die Möglichkeit, selbst laufend das Portfolio zu überprüfen. Zwar sollten sie nicht panisch jede halbe Stunde die Wertentwicklung checken, denn gerade bei einer langfristigen Anlagestrategie werden Schwankungen über den längeren Zeitraum wieder ausgeglichen. Doch Kauf- und Verkaufschancen lassen sich nur nutzen, wenn man das Portfolio im Blick behält. Das ist auch wichtig für die Vermögensplanung, nicht zuletzt aus steuerlichen Gründen. Letztlich lässt sich die Zusammenstellung des Portfolios (siehe oben zur Aktien- bzw. Anleihenquote) bei geänderten Zielvorgaben gegebenenfalls adaptieren. 

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Der Handel mit Wertpapieren wie Aktien wird über ein Depot abgewickelt. Worauf kommt es beim Anlegen eines solchen Depots an?

Rasch, bequem, kostengünstig und einfach: Der Handel mit Aktien und anderen Wertpapieren hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend gewandelt, vor allem wegen der Online-Tools und -Plattformen, die dafür zur Verfügung stehen. Doch eine Grundlage für diesen Handel gibt es nach wie vor: Das Wertpapierdepot ist nötig für die Abwicklung aller entsprechenden Aktivitäten und Services, vom Kaufen und Verkaufen über die Verrechnung bis zur Verwahrung der eigentlichen Werte.

Ein Depot ist also das Konto, über das der Handel läuft. Ein solches kann bei Banken oder anderen Finanzdienstleistern eröffnet werden. Üblicherweise ist damit ein Verrechnungskonto verbunden, über das Gutschriften und Abbuchungen laufen.

Darauf kommt es bei einem Depot an

Wie finde ich das passende Depot, um mein Vermögen auszubauen bzw. meine Wertpapierstrategie umsetzen zu können? Darauf kommt es im Wesentlichen an:

  • Seriöse Anbieter auswählen: Anlegern fällt es nicht leicht, den passenden Anbieter zu wählen. Man sollte unter anderem auf Transparenz, Übersichtlichkeit und Breite des Angebots achten. Sind die Kosten klar ersichtlich? Wird man nach den eigenen Ansprüchen bzw. Wünschen gefragt?  Gibt es Zusatz-Services wie Beratung durch Experten? Seriöse Anbieter weisen dezidiert nicht nur auf Chancen, sondern auch auf die Risiken beim Anlegen hin.
  • Börsenplätze und Zeiten: Wer an unterschiedlichen Börsenplätzen handeln will, braucht das passende Depot dafür. Der Handel ist üblicherweise an nationalen und internationalen Börsen möglich, oftmals auch über außerbörsliche Handelsplattformen – diese haben oft längere Handelszeiten. Wichtig ist bei der Einrichtung eines Depots ist aber auch, wann und wie rasch die entsprechenden Aufträge weitergeleitet werden. Zu bestimmten Werten wie Aktienfonds werden möglicherweise Rabatte angeboten – auch das sollte beim Vergleich der Anbieter berücksichtigt werden.
  • Aktionen nutzen: Banken und andere Dienstleister bieten immer wieder Aktionen bzw. Rabatte für die Einrichtung eines Wertpapierdepots. Diese können neben dem Wegfall von Depotgebühren unter anderem vergünstigten Handel für einen bestimmten Zeitraum umfassen.
  • Verrechnungskonto: Zu einem Depot gehört in den meisten Fällen ein Verrechnungskonto, über das finanzielle Gegenwerte zu den Wertpapierkäufen bzw. -verkäufen geführt werden und das auch für Gebühren bzw. Gutschriften wie Zinsen oder Dividenden genutzt wird. Auch die Kosten für dieses Konto sollten berücksichtigt werden.

Die richtige Mischung für das Depot

  • Ein Depot kann prinzipiell aus unterschiedliche Arten von Wertpapieren bestehen – neben Aktien etwa auch aus Fonds, ETF-Indexfonds oder Anleihen.
  • Die konkrete Zusammenstellung hängt davon ab, welche Ziele man als Anleger erreichen möchte. Für den langfristigen Aufbau des Vermögens – etwa für die eigene Pension oder zur finanziellen Unterstützung der Nachkommen – ist es sinnvoll, unterschiedliche Arten von Wertpapieren wie Anleihen, Mischfonds und Aktien zu kombinieren. Die sogenannte Diversifikation des Depots, also die Streuung von Titeln, ist die Grundlage für langfristigen Erfolg.
  • Beim Einrichten eines Depots gilt: Besser klein anfangen, also mit kleineren Beträgen. Damit bekommt man immer mehr Erfahrung und kann sein Wissen ausbauen. Zudem kann man die passende Anlagestrategie finden und erproben.

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Die Börsen bietet viele Gelegenheiten – aber es gibt auch Stolperfallen. Diese Fehler sollten Anleger vermeiden.

Der Stürmer trifft den Ball nicht voll und dieser landet nicht im Tor, sondern im zweiten Rang der Zuschauertribüne. Ärgerlich, aber Fehler gehören nun mal zum Sport dazu. Auch bei Investieren und Anlegen sind Fehler unvermeidlich; sogar erfahrenen Profis passieren sie, selbst wenn niemand gerne darüber spricht. Denn trotz der steigenden Bedeutung von Technologien wie Künstlicher Intelligenz und trotz ausgefeilter Online-Tools sind es eben doch Menschen, die Geld anlegen und vermehren möchten. Und Menschen sind eben nicht fehlerfrei.

Was nicht heißt, dass sich bestimmte Fehler nicht vermeiden lassen. Neben dem grundlegenden Wissen – am besten über die laufende Investors Challenge #IC21 erworben – ist es hilfreich, sich möglicher Fallstricke bewusst zu sein.

Diese Fehler können Anlegern passieren

Wir haben in Zusammenarbeit mit Börsenexperten die wichtigsten potenziellen Fehlerquellen herausgesucht und erläutern, wie man diese vermeidet:

  • Strategie auswählen: „Geht raus und spielt einfach irgendwie!“ Das wird kein Fußballtrainer seinem Team sagen, sondern er wird eine Taktik fürs Spiel vorgeben. Das braucht es auch beim Aktienhandel: Was will ich mit welchen Mitteln erreichen? Wie viel Geld kann ich investieren bzw. über einen Sparplan anlegen?
  • Nur keine Panik: Emotionen können Anleger dazu verleiten, von ihrer Strategie abzuweichen. Das kann die Angst vor dem Verlust beim Anblick der aktuellen Aktiencharts ebenso sein wie familiäre Probleme. Doch gerade bei einer langfristigen Strategie sollte man nicht vom Weg abkommen, sonst könnte bereits aufgebautes Kapital vernichtet werden und der Zinseszinseffekt geht verloren. Es kann zwar Sinn machen, einzelne Werte zu verkaufen (etwa beim Erreichen von Stopp-Signalen), aber das große Ziel sollten Anleger nicht aus den Augen verlieren.
  • Aktienhandel und Kredite: Wer sich den Aufbau eines Vermögens über den Aktienhandel mit Krediten finanzieren möchte, begibt sich auf gefährliches Terrain: Das kann finanziell ausgesprochen riskant sein.
  • Tunnelblick vermeiden: Streuung des Portfolios ist bekanntlich eine Tugend erfolgreicher Anleger. Dabei sollte man aber nicht nur an mehrere Unternehmen bzw. Werte denken, sondern auch an unterschiedliche Branchen. Wer nur auf High-Tech setzt, könnte bei einem Einbruch solcher Aktien rasch die Nerven verlieren.
  • Kosten im Blick behalten: Beim Aktienhandel können Gebühren anfallen, die so manche Rendite anknabbern können. Neben Orderspesen und Gebühren für das Depot können das unter anderem Zusatzkosten für Telefonaufträge sein. Diese Kosten sollte man ständig beobachten, um gegebenenfalls reagieren zu können.
  • Unseriöse Broker vermeiden: Die steigende Popularität des Aktienhandels führt zu einer Vielzahl an Anbietern, die wenig Services, aber hohe Kosten bieten. Es ist besser, auf bewährte Unternehmen mit entsprechendem Background zu vertrauen. Ebenso sollte man von vermeintlichen Internet-Gurus, die aggressiv über Mails um Kunden werben, und von Online-Angeboten mit angeblich „todsicheren Investmenttipps“ besser die Finger lassen.
  • Aus den Fehlern lernen: Der schlimmste Fehler ist der, den man zweimal macht – das gilt natürlich auch für die Börse und den Handel von Wertpapieren. Sich ewig darüber zu ärgern macht keinen Sinn: Aufstehen, abputzen, daraus lernen. Wer beispielsweise panisch seine Aktien verkauft hat, weil die Boulevardpresse aus einer Mücke einen Elefanten gemacht hat, wird aus dem Verlust lernen – und beim nächsten Mal geduldiger sein. Da sind wir wieder beim Sport: Einzelne Verluste oder Siege sind weniger wichtig als der Rang am Ende der Saison …

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Beim Handel mit Aktien und anderen Werten wird versucht, durch kluges Kaufen und Verkaufen einen Gewinn zu erzielen. Wir zeigen, worauf es dabei ankommt.

Der Handel mit Wertpapieren wie Aktien wird prinzipiell als Trading bezeichnet. Dabei kann zwischen den unterschiedlichen Varianten des Tradings unterschieden werden:

  • Langfristiges Trading ist das Kaufen von Finanzprodukten, um sie über einen längeren Zeitraum zu halten. Dabei steht also der Aufbau eines Vermögens im Mittelpunkt. Gerade Aktien haben sich dieser Hinsicht bewährt, vor allem wenn das Portfolio (also die Gesamtheit der Investitionen des Anlegers) klug zusammengestellt wird.
  • Mittelfristiges Trading beschreibt das Halten von Aktien und anderen Werten über Wochen oder Monate – die Händler haben die Performance über diesen Zeitraum ständig im Blick und nutzen gute Gelegenheiten für einen Kauf bzw. Verkauf.
  • Kurzfristiges Trading umfasst das Kaufen und Verkaufen innerhalb weniger Tage, Stunden oder sogar nur Minuten. Oftmals wird der Begriff Trading auch nur mit dieser Variante gleichgesetzt. Als Daytrading wird der Handel bezeichnet, der innerhalb eines Tages abgeschlossen wird. Generell ist diese Form des Tradings ausgesprochen riskant und wird nur Profis empfohlen – das Risiko eines Verlusts ist groß.

Als Trader werden gemeinhin jene Händler bezeichnet, die sich professionell mit dem Aktienhandel beschäftigen. Doch mit der steigenden Bedeutung von Online-Depots und Online-Brokern wird es immer mehr Menschen möglich, sich mit Trading zu befassen und sich selbst als Trader zu versuchen. Das ist naturgemäß mit teils erheblichen Risiken verbunden – vor allem beim kurzfristigen Trading.

Tipps für das Trading

Worauf kommt es beim Trading generell an, was sollten Anleger beachten? Wir haben die wichtigsten Tipps parat:

  • Wissen aneignen: Wer sich mit den Börsen beschäftigen und selbst aktiv dort Handel betreiben möchte, braucht das entsprechende Wissen – am besten gleich hier über die Investors Challenge #IC21, wo das Know-how zudem in Quizzes überprüft werden kann. Denn es heißt ja bekanntlich: Wer nichts weiß, muss alles glauben.
  • Ziele und Strategie überlegen: In den meisten Fällen wird langfristiges Trading verwendet, um Vermögen aufzubauen. Abgesehen vom Zeithorizont stellt sich die Frage, was konkret erreicht werden soll – das kann beispielsweise das Erfüllen eines Traums wie ein neues Eigenheim oder die Absicherung des Lebens in der Pension sein. Die dazu passende Strategie kann dann beispielsweise darin bestehen, Aktien und andere Werte langfristig zu halten und das Vermögen sukzessive auszubauen.
  • Anbieter auswählen: Wer sich im Trading, also im Wertpapierhandel, betätigt, braucht natürlich die passenden Werkzeuge. Daher ist die Auswahl eines Dienstleisters (Wertpapierdepot, Handel) wichtig. Im Mittelpunkt stehen dabei die Kosten (etwa Depotgebühren, Kosten für Handelsaktivitäten etc.) und das einfache Handling der Tools. Auch Serviceleistungen wie der Kontakt zu Experten kann bei der Auswahl eine Rolle spielen.
  • Panik vermeiden: Auf lange Sicht haben bisher Aktien deutlich besser abgeschnitten als andere Anlageklassen. Von kurzfristigen Schwankungen, politischen Entwicklungen oder aktuellen Einflüssen wie steigende Inflation sollte man sich daher nicht verleiten lassen, zu früh oder zu einem schlechten Zeitpunkt zu verkaufen. Geduld ist eine Tugend, die sich beim langfristigen Anlegen bezahlt macht.
  • Markt beobachten: Das eigene Portfolio und die Entwicklungen des Marktes zu verfolgen, ist dennoch unverzichtbar. Es könnten sich gute Gelegenheiten ergeben, beispielsweise unterbewertete Aktien zu kaufen. Auch das Verkaufen – es müssen ja nicht gleich alle Aktien des jeweiligen Unternehmens sein – gehört dazu, denn irgendwann will man ja einen Gewinn generieren und kann damit neue Chancen nutzen.

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Richtiges Investieren und das Handeln mit Wertpapieren stehen in der zweiten Phase der Investors Challenge #IC21 im Mittelpunkt – wer bei den Quizzes wieder fleißig Punkte sammelt, hat die Chance auf einen der wertvollen Sachpreise.

Portfolio? Depot? Buy and Hold? Mit diesen und vielen weiteren Begriffen haben Anleger zu tun, die ihr Geld vermehren und sich aktiv um ihre finanzielle Zukunft kümmern möchten. Neben einer professionellen Beratung ist grundlegendes Wissen daher die Basis für nachhaltigen Erfolg mit Aktien und anderen Wertpapieren. Die grundlegenden Fertigkeiten und das Verständnis für die Welt der Aktien kann man sich bei der Investors Challenge #IC21 verschaffen, dem bewährten Börsenspiel des trend. Nun startet die zweite Phase, bei der man detailliertes Wissen über das richtige Anlegen erhält und tiefer in die Materie eintaucht. Auf diese Weisen schaffen Anleger – egal, ob sie ihr vorhandenes Vermögen ausbauen oder mit monatlichen Beiträgen ein neues aufbauen möchten – die richtige Balance zwischen Rendite und Risiko.

Trading, Depots und Prognosen

Konkret geht es bei dieser zweiten Phase des großen Börsenspiels von trend, Hypo Tirol und Bank Direkt also um die Feinheiten des Investierens und Handelns mit Wertpapieren. Die Idee dahinter: Nur wer die nötigen Fertigkeiten beherrscht und die Risiken einschätzen kann, wird das Beste für sich herausholen und sein Vermögen Schritt für Schritt ausbauen. Themen der Artikel sind daher unter anderem Tipps für das erfolgreiche Trading, die Vermeidung von Fehlern, das Anlegen und laufende Kontrollieren von Depots, Übersicht über wichtige Börsenbegriffe wie KGV sowie Erklärung von Strategien. Weitere Inhalte dieser Phase des Börsenspiels sind die Streuung des Kapitals, der richtige Zeitpunkt für Kauf bzw. Verkauf von Aktien und Übersicht über mögliche Gebühren beim Aktienhandel. In Quizzes können Anleger ihr Wissen überprüfen und sammeln damit zugleich Punkte für die Schlussverlosung – je mehr Punkte man hat, desto größer ist die Chance auf einen der wertvollen Preise wie eine Vespa Elettrica.

Die Investors Challenge #IC21 läuft in drei Phasen, die jeweils zwei Monate laufen. Nach der ersten Phase (Juni und Juli) startet nun diese zweite Phase. Die abschließende dritte Phase ab Oktober wird sich unter anderem mit nachhaltigem Investieren beschäftigen.

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Die erste Phase der Investors Challenge #IC21 ist zu Ende. Wer sich dabei mit den Grundlagen des Investierens beschäftigt und fleißig Punkte gesammelt hat, hat nun die Chance auf wertvolle Sachpreise wie ein Plug-in Solarmodul Lightmate G, einen Solarrucksack EXPLORER+ oder ein Genusspaket von markta.

Die Grundlage für anhaltenden Erfolg bei der Schaffung des persönlichen Vermögens ist ein Verständnis für das Investieren: Aus diesem Grund steht bei der Investors Challenge #IC21 der Aufbau des nötigen Wissens im Vordergrund. Nun wird die erste Phase dieses Börsenspiels von trend, Hypo Tirol und Bank Direkt abgeschlossen. In dieser geht es um die Basisfakten zur Aktien- und Börsenwelt; in verständlichen Artikeln wird dabei unter anderem erklärt, wie Börsen funktionieren, welche Risiken und Chancen es bei Wertpapiergeschäften gibt und was der Unterschied zwischen Investieren und Spekulieren ist. Dieses Wissen ist nicht nur für Neueinsteiger in die Welt der Börsen eine hervorragende Möglichkeit, sich die Grundlagen zu verschaffen, um Rendite zu erwirtschaften – auch erfahrene Anleger können auf diese Weise ihr Know-how testen. Das geht am besten über die Quizzes, die auf den Inhalten der Artikel aufbauen und mit denen sich überprüfen lässt, was man bereits über die Welt der Börsen bereits weiß. Die Investors Challenge #IC21 läuft insgesamt über drei Phasen, die jeweils zwei Monate dauern. Phase 2 läuft nun von August bis September.

Tolle Preise zu gewinnen

Die Möglichkeit, mehr über Börsen, Indizes, Aktien und Fonds zu erfahren, ist aber nicht die einzige Motivation, an der diesjährigen Investors Challenge #IC21 teilzunehmen – es winken auch tolle Sachpreise. Wer bei den Quizzes sein Wissen unter Beweis stellt und Punkte sammelt, qualifiziert sich damit für die Verlosung.

Am Ende der Phase 1 der Investors Challenge #IC21 werden nun die ersten Preise verlost. Dazu zählt das Plug-in-Solarmodul Lightmate G von EET – damit wird Photovoltaik zum Kinderspiel, denn das Mini-Solarkraftwerk wird einfach über die Steckdose installiert und lässt sich etwa im Garten oder auf Balkonen positionieren. Energie aus der Sonne lässt sich auch mit einem weiteren Preis gewinnen: Der Solarrucksack Explorer+ hat auf der Rückseite ein Solarpaneel angebracht, mit dem sich beispielsweise Smartphones bei vollem Sonnenschein schon in 3 bis 4 Stunden aufladen lassen und das leicht abzunehmen ist. Der Rucksack kann außerdem mit eigenem Branding versehen werden. Ein weiterer Preis der diesjährigen Investors Challenge #IC21 ist ein Frühstückspaket vom Online-Bauernmarkt markta ­– dieser liefert Lebensmittel von regionalen Klein- und Familienbetrieben nach Hause, ins Büro oder zu einer Abholstation und garantiert Nachhaltigkeit sowie Qualität.

Am Ende der dritten Phase gibt es dann den Hauptpreis der Investors Challenge #IC21 zu gewinnen: Eine Vespa Elettrica! Die erste Vespa mit Elektroantrieb passt perfekt zu den Trends Nachhaltigkeit und Klimaschutz, die ja auch für die Aktienmärkte von Bedeutung sind. Das modische Gefährt steht für Lebensqualität im urbanen Straßenverkehr: Leichtes Handling und eine Reichweite von bis zu 100 Kilometern sorgen für unbeschwertes Fahrvergnügen – und natürlich steht der Name Vespa auch in Form der Elektromobilität für Stil und kraftvolles Drehmoment.

Vielen Dank fürs Mitspielen in der ersten Phase der Investors Challenge 2021! Die GewinnerInnen werden in Kürze via E-Mail verständigt. Sammle auch in der 2. Phase wertvolle Punkte und sichere dir Gewinnchancen auf weitere tolle Sachpreise sowie den Hauptpreis!

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Weltweit werden bereits über drei Millionen Aktienindizes berechnet, doch nur eine Hand voll davon bestimmen die Märkte: Dow Jones, S&P 500, Nasdaq, Nikkei, DAX und ATX – was dahinter steht.

Jeder kennt sie, jeder hat von ihnen gehört: Aktienindizes wie den Dow Jones, den DAX oder den ATX. Sie können gemeinhin als Indikatoren und Stimmungsbarometer für die Entwicklung an den Börsen gesehen werden. Steigen die Indizes, dann gibt es an den Börsen Gewinne, fallen die Indizes, dann müssen Anleger mit Verlusten rechnen.

Doch was steht eigentlich hinter den Indizes? Ein Aktienindex ist im Prinzip nichts Anderes als eine Kennzahl, die die Entwicklung bestimmter, in dem Index enthaltener Wertpapiere ab einem definierten Startzeitpunkt widerspiegelt.

Deutscher Aktienindex DAX

DAX-Entwicklung Juli 2011 – Juli 2021 /
© www.bankdirekt.at

Für den Deutschen Aktienindex DAX (DE0008469008) wird zum Beispiel der Stand vom 31. Dezember 1987 als Basis herangezogen, der Startwert – also die Basis des Index – lag bei 1.000 Punkten.

Berechnet wird der DAX aber erst seit dem 1. Juli 1988, der DAX startete damals bei 1.163,52 Punkten. Bis zum Juli 2021 ist der DAX auf über 15.200 Punkte gestiegen, was bedeutet, dass sich der Wert der im DAX enthaltenen Wertpapiere in den vergangenen 33 Jahren um den Faktor 15,2 erhöht hat. Für die Berechnung des DAX werden die jeweils 30 größten deutschen Unternehmen (ausschlaggebend dafür sind die Marktkapitalisierung und der Börsenumsatz) herangezogen.

Im DAX sind so gewichtige Deutsche Unternehmen wie Adidas (DE000A1EWWW0), BASF (DE000BASF111), Continental (DE0005439004), Daimler (DE0007100000), Henkel (DE0006047004), Siemens (DE0007236101) oder Volkswagen (DE0007664039) enthalten.

Dow Jones – die „Mutter der Indizes“

Dow Jones Entwicklung Juli 2011 – Juli 2021
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Der weltweit wichtigste Aktienindex ist der „Dow Jones Industrial Average“ (ISIN US2605571031), üblicherweise als DOW, seltener auch als DJIA bezeichnet. Der Dow Jones wurde 1884 von den Gründern des „Wall Street Journal“ und des Unternehmens Dow Jones, Charles Dow und Edward Jones entwickelt. Sie wollten damit ein Marktbarometer schaffen, das die Performance des gesamten Aktienmarktes widerspiegelt.

Der Dow Jones gibt die Entwicklung von 30 wichtigen US-Aktien wider, die in ihm enthaltenen Werte werden von einem Komitee ausgewählt, die Zusammensetzung bleibt oft über Jahre gleich. Im Dow Jones sind unter anderem Unternehmen wie Apple (US0378331005), Boeing (US0970231058), IBM (US4592001014), Microsoft (US5949181045), Visa (US92826C8394), Walmart (US9311421039) oder Walt Disney (US2546871060) enthalten.

S&P 500

S&P 500 Entwicklung Juli 2011 – Juli 2021
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Die Idee des Ende 1987 von der Rating-Agentur Standard & Poor’s eingeführte S&P 500 Index (US78378X1072) war, einen Wertpapierindex zu schaffen, der die Entwicklung des US-Aktienmarkts besser abbildet als der Dow Jones. Wie sein Name verrät sind in ihm die 500 wichtigsten Wertpapiere der USA enthalten, darunter auch an der Technologiebörse NASDAQ gelistete Unternehmen. Der Index bildet damit rund 75 Prozent der in den USA gehandelten Werte ab. Im Gegensatz zum Dow Jones fließen in den Index auch Dividendenzahlungen ein, weshalb er auch als „Performanceindex“ bezeichnet wird.

Über die Aufnahme im S&P 500 Index entscheidet ein Gremium der Rating-Agentur Standard & Poor’s, damit eine Aktie in den Index aufgenommen werden kann müssen eine Reihe von Kriterien erfüllt werden. So sind etwa eine Marktkapitalisierung – ein rechnerischer Gesamtwert aller im Umlauf befindlichen Aktien – von mindestens 8,2 Milliarden Dollar sowie ein Handelsvolumen von mindestens 250.000 Aktien in den sechs Monaten vor der Aufnahme in den Index zwei Grundvoraussetzungen.

NASDAQ Composite Index

NASDAQ Composite Entwicklung Juli 2011 – Juli 2021
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Der NASDAQ Composite Index (XC0009694271) ist der dritte wichtige und marktbestimmende Index der USA. Er wurde 1971 mit der Gründung der gemeinhin als Technologiebörse bekannten größten elektronischen Börse der USA, der NASDAQ (National Association of Securities Dealers Automated Quotations) eingeführt und enthält alle Aktienwerte aus dem Technologie-Sektor, die an der NASDAQ gelistet sind (aktuell 2.589). Parallel dazu wird der NASDAQ-100-Index geführt, der nur die 100 Technologieaktien mit der höchsten Marktkapitalisierung enthält.

Aufgrund seiner breiten Aufstellung gilt der Index als eines der wichtigsten Börsenbarometer der Welt, zumal an der NASDAQ internationale Unternehmen gelistet sind. Der NASDAQ Composite ist im Februar 1971 mit 100 Punkten gestartet, aktuell liegt er bei rund 14.200 Punkten. Im Jahresverlauf 2021 hat er bereits rund 2.000 Punkte zugelegt.

Nikkei 225

Nikkei 225 Entwicklung Juli 2011 – Juli 2021
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China ist zwar am Weg zur weltweiten Wirtschaftsnation Nummer 1, die wichtigste Börse Asiens ist aber immer noch in Tokio beheimatet, und der Nikkei 225 (JP9010C00002) der japanischen Wirtschaftszeitung Nihon Keizai Shimbun ist daher auch das relevanteste Börsenbarometer Asiens und gilt als der „Dow Jones Japans“.

Der Index wurde im September 1950 erstmals veröffentlicht, sein aktueller Stand ergibt sich aus der Addition der in ihm enthaltenen Kurswerte. Seinen bisherigen Höchststand markierte der Index am 29. Dezember 1989 mit 38.957 Punkten, aktuell liegt er bei rund 27.300 Punkten. Neben dem Nikkei 225 wird auch der etwas erweiterte Nikkei 300 Index (JP9010G00003) berechnet.

ATX

NASDAQ Composite Entwicklung Juli 2011 – Juli 2021
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Auch an der Wiener Börse gibt es seit 30 Jahren einen eigenen Aktienindex, den ATX (AT0000999982). Er beinhaltet die 20 größten heimischen an der Wiener Börse notierten Unternehmen, die Werte werden nach dem Börsenwert der im Streubesitz befindlichen Aktien gewichtet.

Der ATX ist am 2. Jänner 1991 mit 1.000 Punkten gestartet, sein aktueller Wert errechnet sich aus der Kursentwicklung der in ihm gelisteten Wertpapiere. Schwergewichte sind darunter Unternehmen wie die OMV (AT0000743059), die Erste Group (AT0000652011), der Verbund (AT0000746409) oder die Telekom Austria (AT0000720008).

Sein bisheriges Allzeithoch hatte der ATX am 9. Juli 2007 mit 4.981,87 Punkten. Die danach folgende Finanzkrise ab dem Sommer 2007 machte dem ATX schwer zu schaffen. Bis zum März 2009 fiel der Index auf ein Niveau von 1.411 Punkte, um erst danach wieder langsam anzusteigen. Im Juli 2021 liegt der wichtigste österreichische Börsenindex bei 3.345 Punkten und damit auch aufgrund des Einbruchs als Folge der Corona-Krise trotz deutlicher Gewinne in den Jahren 2016, 2017, 2020 und 2021 immer noch deutlich hinter dem Allzeithoch aus dem Jahr 2007.

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Die Börse ist für die Wirtschaft der Markt, wo das Angebot und die Nachfrage von Wertpapieren und Gütern aufeinandertreffen. Etwa zehn Börsen geben den Takt für den Handel von Wertpapieren, Rohstoffen und Optionen an.

Was einst mit der Preisfeststellung von Zwiebeln und Nelken klein begann, hat sich im Lauf der Jahrhunderten zum institutionalisierten Börsengeschäft entwickelt, das in der Zwischenzeit weltumspannend Angebot und Nachfrage von Aktien und Gütern zusammen bringt. Die allererste Börse der Neuzeit wurde im Jahr 1409 im belgischen Brügge gegründet. Bis heute folgten unzählige Neugründungen. Es gibt weltweit rund 100 große und mittelgroße Börsen an verschiedenen Orten der Welt. Zudem gibt es mit dem Aufstieg des Internets eine Vielzahl von digitalen bzw. Computerbörsen.

Die Wertpapierbörse zählt zu den wichtigsten Ausprägungen des Börsengeschäfts. Hier treffen Angebot und Nachfrage aufeinander, wodurch der aktuelle Preis von Aktien, Anleihen, Rohstoffen, ETFs, Fonds sowie Optionen oder auch Staatsanleihen börsentäglich aktuell ermittelt werden kann. Diese Finanztitel dienen Anlegern der kurz-, mittel- und langfristigen Geldanlage. Anleger können sich somit über die Börse mittels an Unternehmen beteiligen, aber auch bei Bedarf wieder die Anteile rasch abstoßen.

Die Preisfeststellung erfolgt in der Regel fortlaufend über die gesamte Geschäftszeit eines Handelstag. Zum Handelsschluss wird ein Stückpreis als Kurs notiert sowie die Kursveränderung zum Vortag ermittelt.

Die Kursentwicklung an den jeweiligen Börsen wird in sogenannten Indizes zusammengefasst. Dabei wird in erster Linie die Kursentwicklung der größten Unternehmen eingerechnet, die dabei auch unterschiedlich gewichtet werden. An einigen Börsen gibt es Indizes für die Top-30 oder wichtigsten 100 Unternehmen. Unterscheidungen gibt es auch nach Branchen wie etwa Indizes für Banken oder Techunternehmen, wodurch der Anleger eine Tendenz der jeweiligen Branche ablesen kann.

Die Kursentwicklung für die Indizes erfolgt ebenso börsentäglich zum Börsenschluss festgestellt. Weltweit im Fokus der Anleger sind somit etwa ein Dutzend der Börsenindizes.

Die Top-Börsen der Welt

In Börsennachrichten wird in aller Regel über das Marktgeschehen an den größten Börsen der Welt berichtet. Die stark verkürzte Zusammenfassung des Börsengeschehens erfolgt über die sogenannten Indizes, unter denen der Handel der wichtigsten Aktien der jeweiligen Börse nach zusammengefasst wird.

Die US-Börsen

Zu den wichtigsten Börsen zählen vor allem die US-Börsen New York Stock Exchange (NYSE) . Die NYSE wurde im Jahr 1792 in Manhattan in New York gegründet. Benannt nach der Adresse der Börse wird sie im Jargon auch kurz „Wall Street“ genannt. Die auf Technologiewerte konzentrierte New Yorker Nasdaq ist mit dem Gründungsjahr 1971 noch relativ jung. Im Zuge der Technologierevolution stieg in den 1970er-Jahren bis heute der Kapitalbedarf kräftig an. Viele Techunternehmen hatten beim Gang zur Börse mit der Erstemission daher den Weg in den Kapitalmarkt über die Nasdaq gewählt, um Geld über die Börse einzusammeln.

Die auf Optionsgeschäfte fokussierte Chicago Board Options Exchange (CBOE / ISIN US12503M1080) zählt ebenso zu den Top-Börsen der Welt, was die Umsätze anbetrifft. Sie ist auch ein Kind der neuen Zeit und wurde erst 1973 gegründet. Nach Handelsvolumen rangiert CBOE weltweit auf Rang 3.

Der Handel der US Börsen wird über die Indizes Dow Jones Industrial Average (DJ / ISIN US2605661048), dem S&P-500 Index (ISIN US78378X1072) sowie Nasdaq Composite Index (Nasdaq-100 ISIN US6311011026) zusammengefasst. Zum Börsenschluss erfolgt eine Schlussnotierung mit der Veränderung zum Schlusswert des Vortages.

Im fernen Osten

In Asien galt Japans Tokyo Stock Exchange (Nikkei 225-Index /ISIN: XC0009692440) als die Leitbörse Nummer 1 noch vor der Börse in Hongkong (Hang Seng Index / ISIN HK0000004322).

Mit dem Aufstieg Chinas zur Supermacht etablierten sich die Börsen in Shenzhen sowie in Shanghai zu weiteren Leitbörsen der Region. Beide chinesischen Börsen haben gemessen am Handelsvolumen binnen der vergangenen 20 Jahre den Sprung in die Top-10 der Weltbörsen geschafft und die großen Börsen in Europa sowie Südkoreas Korea Exchange in Seoul (KOSPI / ISIN: KRD020020008) hinter sich gelassen.


Europas Handelsplätze

Die Börse in London (FTSE-100 / ISIN GB0001383545) und Börse in Frankfurt (Dax / ISIN DE0008469008) sind die Leitbörsen Europas. Die Deutsche Börse am Handelsplatz in Frankfurt könnte vom Brexit profitieren und die London Stock Echange überholen.

Neben den beiden Top-Handelsplätzen gilt der Fokus aber auch den lokalen Börsen der anderen europäischen Metropolen. Die Börsen in Amsterdam, Brüssel, Dublin, Lissabon, Mailand, Oslo und Paris werden über den Index Euronext (ISIN FR0003502079) in einem Börsenverbund als Einheit zusammengefasst. Daneben richten Anleger auch den Blick auf regionale, kleinere Börsen wie etwa die Wiener Börse (ATX / ISIN: AT0000999982), die ebenso wie alle anderen Börsen zum Teil eine Jahrhunderte alte Tradition haben. Die Wiener Börse feiert heuer übrigens das 250 Jahre Jubiläum.

Banken bieten zahlreiche Finanzprodukte, mit denen Anleger oft binnen kürzester Zeit überdurchschnittlich hohe Renditen erzielen können, diese bergen jedoch auch ein hohes Verlustrisiko. Von Zertifikaten über Hedgefonds bis hin zu Optionen: wie sie funktionieren, welche Chancen und Risiken sie bieten.

Die Welt der Börsen bietet ein riesiges Universum an Aktien und Anleihen, zwischen denen Anleger mit dem Kauf eines Anteils eins zu eins von der Kursentwicklung und von etwaigen Ausschüttungen wie Zinsen und Dividenden profitieren können. Steigen die Kurse, profitieren die Anleger 1:1 von der Entwicklung, ebenso hoch sind die Verluste, zeigt der Kurs gegen Süden.

Doch für all jene, denen mit Aktien, Anleihen oder klassischen Fonds im jeweiligen Marktumfeld die Gewinnchancen zu gering sind oder auch nur ihre Investments breiter streuen möchten, haben Finanzinstitute eine Vielzahl an Investmentinstrumenten entwickelt. Manche davon bergen ein großes Verlustrisiko, bei manchen ist es geringer. Viele davon sind jedoch nicht einfach zu verstehen und vielen ist nicht bewusst, welches Risiko sie mit einem solchen Investment eingehen.

Zu solchen von den Banken am häufigsten angeboten Produkten zählen Optionen, Zertifikate und Devisentermingeschäfte. Wir liefern Ihnen ein Überblick über diese gängigsten Investmentmöglichkeiten, erklären, wie sie funktionieren und welche Chancen und Risiken diese bieten.

1. Termingeschäfte: Der Handel mit Optionen

Eines der riskantesten Investments stellt der Handel mit Option dar. Eine Option ist ein Termingeschäft, also ein zeitkritisches Investment, bei dem ein Marktteilnehmer als Käufer und ein anderer als Verkäufer auftritt. Es wird entweder das Recht zum Kauf (Call) oder Verkauf (Put) eines Basiswertes (Aktien, Futures, Währungen usw.) zu einem festgelegten Preis und Zeitpunkt erworben.

Beim Kauf einer Call-Option stellt der Totalverlust der dafür gezahlten Prämie das Risiko dar. Call-Optionen sind Hebelprodukte, die es ermöglichen, mit wenig Kapital berdurchschnittlich stark von der jeweiligen Entwicklung des Basisproduktes zu profitieren. Der Einsatz der dabei geleistet werden muss ist die Optionsprämie – im Falle, dass eine Option gekauft wird, oder der Margin, wenn eine Option verkauft wird.

Beim Verkauf einer Call-Option ist das Risiko unbegrenzt, da der Anleger dazu verpflichtet ist, den Basiswert zum Ausübungspreis zu verkaufen, wobei der Anstieg des Marktkurses unbeschränkt ist.

2. Strukturierte Produkte – Zertifikate

Strukturierte Produkte bieten die Möglichkeit, auf eine künftige Marktentwicklung zu spekulieren, ohne dabei direkt in die zugrunde liegenden Wertpapiere oder Märkte zu investieren.

Die Erträge sind von bestimmten zukünftigen Ereignissen oder Entwicklungen abhängig, wie etwa der Entwicklung von Aktienindizes, Baskets, Einzelaktien, bestimmter Preise, Rohstoffe oder Edelmetalle. Bei strukturierten Produkten besteht je nach Risikoappetit, eine große Auswahl. Wer den Kapitaleinsatz nicht riskieren möchte, für den gibt es auch ganz oder teilweise kapitalgarantierte Produkte.

Express-Zertifikate

Bei Anlegern beliebt sind unter anderem sogenannte Express-Zertifikate. Ein solches partizipiert von der Entwicklung des Basisinstruments mit der Möglichkeit einer vorzeitigen Rückzahlung. Wenn das Basisinstrument an einem der vom Emittenten vorgegebenen Tage die Bedingung der Kursentwicklung erfüllt, endet das Zertifikat vorzeitig und wird zum vereinbarten Tilgungsbetrag vom Emittenten zurückgezahlt. Wenn das Basisinstrument auch am letzten Feststellungstag die vorgegebene Schwellenbedingung nicht erfüllt, erfolgt die Tilgung zum am Laufzeitende festgestellten Schlusskurs des dem Zertifikat zugrunde liegenden Basisinstruments.

Vorzeitige Kündigung möglich
Solche Produkte können bei Erreichen einer vorher festgelegten Zielgröße vom Emittenten vorzeitig gekündigt werden kann, was die Chance auf eine vorzeitige Auszahlung des Kapitaleinsatzes und damit verbundenen Gewinns bedeuten kann. Selbst wenn die vorher definierte Schwelle nicht erreicht oder durchbrochen wird, kann es zu einer Mindestrückzahlung kommen. Wenn sich der Kurs des dem jeweiligen Express-Zertifikat zugrunde liegenden Basiswerts ungünstig entwickelt, kann es zu einem Verlust eines wesentlichen Teils oder des gesamten investierten Kapitals kommen.

Discount-Zertifikate

Vielfach von Banken angeboten werden auch Discount-Zertifikate. Das sind Kapitalmarktinstrumente mit einem Sicherheitspuffer auf den zugrunde liegenden Basiswert wie einer Aktie oder einem Index. Anleger partizipieren dafür aber nur bis zu einer bestimmten Kursobergrenze des Basiswerts (Cap oder Referenzpreis) an einer positiven Wertentwicklung. Der Emittent hat am Laufzeitende das Wahlrecht, entweder das Zertifikat zum Höchstwert (Cap) zurückzuzahlen oder das entsprechende Wertpapier zu liefern. Das Risiko besteht jedoch darin, bei stark fallenden Kursen des Basiswerts am Ende der Laufzeit Aktien geliefert zu bekommen, die dann jedoch unter dem Kaufpreis liegen.

Bonus-Zertifikate

Bei Bonus-Zertifikate werden unter bestimmten Voraussetzungen am Ende der Laufzeit ein Bonus und gegebenenfalls auch die bessere Wertentwicklung eines Basiswerts (einzelne Aktien oder Indizes) ausbezahlt. Bei solchen Zertifikaten wird eine Barriere unterhalb des Startniveaus und ein über dem Startniveau liegendes Bonusniveau festgelegt. Fällt der Basiswert auf die Barriere oder darunter, entfällt der Bonus und die Rückzahlung erfolgt in Höhe des Basiswerts. Ansonsten ergibt sich die Mindestrückzahlung aus dem Bonusniveau. Der Bonus wird am Ende der Laufzeit des Zertifikats zusätzlich zum anfänglich eingezahlten Kapital für den Nominalwert des Zertifikats ausgezahlt.

Die Höhe der Auszahlung hängt von der Entwicklung des Basiswerts ab. Das Risiko besteht in der Entwicklung des zugrunde liegenden Basiswert. Geht der Emittent des Zertifikates in Konkurs, droht der Totalausfall wie auch bei jedem anderen Zertifikat.

Knock-out-Zertifikate

Das sind Zertifikate, die das Recht verbriefen, einen bestimmten Basiswert zu einem bestimmten Kurs zu kaufen oder zu verkaufen, wenn der Basiswert während der Laufzeit eine vorgegebene Kursschwelle (Knock-out-Schwelle) nicht erreicht. Wird die Schwelle auch nur einmal durchbrochen, endet das Investment vorzeitig und ist weitestgehend verloren. Abhängig vom Basiswert unterscheidet man zwischen Knock-out-Long-Zertifikaten – diese setzen auf steigende Märkte – und den Knockout-Short-Zertifikaten. Sie sind für jene konzipiert, die auf fallende Märkte setzen.

Turbo-Zertifikate

Neben klassischen Knock-out-Zertifikaten werden auch „gehebelte“ Knock-out-Zertifikate meist unter dem Namen „Turbo-Zertifikate“ emittiert. Der Hebel (Turbo) bewirkt, dass der Wert des Zertifikats prozentuell stärker auf die Kursbewegung des jeweiligen Basisinstruments reagiert und stärker steigt, aber auch fallen kann. Schon mit kleineren Beträgen können so vergleichsweise hohe Gewinne erzielt werden, gleichzeitig steigt bei gegenläufiger Entwicklung das Verlustrisiko.

Wird die Knock-out-Schwelle während der Laufzeit auch nur einmal erreicht, verfällt das Zertifikat wertlos oder es wird ein Restwert ausgezahlt, wenn das Produkt „ausgestoppt“ wird. Je näher der Börsenkurs am Basiskurs notiert, desto höher ist der Hebeleffekt, aber auch umso größer ist die Gefahr, die Knock-out-Schwelle zu erreichen und Verluste zu erleiden.

3. HEDGEFONDS

Hedgefonds sind Fonds, die keinen oder nur geringen gesetzlichen oder sonstigen Beschränkungen unterliegen. Es gibt auch Hedge-Dachfonds und Hedgefonds-Index-Zertifikate. Anleger können damit das Risiko ihres Depots breiter streuen. Die Risiken können je nach Risiko/Ertragsprofil stark variieren.

Beispiele für Anlagestrategien:
– Long/Short: Dabei werden unterbewertete Wertpapiere gekauft und gleichzeitig überbewertete Wertpapiere leerverkauft.
– Event-Driven: Es wird versucht, von speziellen Unternehmensentwicklungen wie etwa Fusionen, Übernahmen, Reorganisationen oder auch Insolvenzen zu profitieren.
– Global Macro: Dabei werden Entwicklungen in Wirtschaft und Politik analysiert und so versucht, Ineffizienzen an den Märkten zu erkennen und entsprechend gewinnbringend zu agieren.

Entwicklung unabhängig vom Aktienmarkt
Ein Vorteil solcher Hedgefonds ist auch es, dass sie sich tendenziell unabhängig von den Aktienmärkten entwickeln und so ein gutes Instrument sein können, sein Portfolio zu diversifizieren. Bei Investments in Hedegfonds kann es zu einer Verstärkung der Marktentwicklung kommen oder aber auch zu einer gegenläufigen Entwicklung, die auch heftig ausfallen kann. So können innerhalb kurzer Zeit erhebliche Kursschwankungen auftreten. Im Extremfall kann es bei nicht-garantierten Hedgefonds-Produkten zu Totalverlusten kommen. Eine Konzentration auf eine oder nur wenige Strategien erhöht das Risiko.

Geringe Liquidität
Aufgrund der komplexen Strategien von Hedgefonds wird für diese Fonds mehr Zeit für die Preisermittlung benötigt als bei traditionellen Fonds. Hedgefonds sind daher auch weniger liquide. Die Preisfeststellung erfolgt meist monatlich und nicht täglich, auch die Rücknahme von Anteilen erfolgt häufig nur monatlich. In der Zwischenzeit kann sich Anteilswert erheblich verändern, ohne dass man die Möglichkeit hat, darauf zu reagieren.

4. DEVISENTERMINGESCHÄFTE

Der Handel mit Fremdwährungen
Währungen zählen zu den am schwersten einschätzbaren Kursentwicklungen, entsprechend riskant und für den Großteil der Privatanleger, die sich damit nicht intensiv mit der Materie beschäftigen, nicht zu empfehlen. Bei einem Devisentermingeschäft verpflichtet sich Anleger einen Betrag in einer Fremdwährung zu einem späteren Zeitpunkt oder während einer Zeitspanne zu einem beim Abschluss festgelegten Kurs zu kaufen oder zu verkaufen. Die Lieferung bzw. der Empfang der Gegenwährung erfolgt mit gleicher Valuta.

Der Gewinn oder Verlust ergibt sich aus der Differenz der Devisenparitäten während oder bei Ende der Laufzeit des Termingeschäftes zu den jeweils vereinbarten Konditionen. Je nach Veränderung des Wechselkurses kann ein etwaiger Ertrag erhöht oder geschmälert werden. Bei einem Verlust kann der ursprüngliche Kontraktwert jedoch wesentlich überstiegen werden. Neben dem Währungsrisiko besteht auch ein Bonitätsrisiko. So kann der Geschäftspartner zahlungsunfähig werden und nicht in der Lage sein, das Devisentermingeschäft zu erfüllen und es kann eine teure Nachdeckung nötig werden.

Wer Geld in Wertpapiere investiert muss sich dabei verschiedener Risiken bewusst sein und auch bedenken, dass eine Kurssteigerung nicht gleichbedeutend mit Ertrag ist. Was Anleger beachten sollten.

Wenn sich auch die Finanzwelt dreht und immer neue Produkte kreiert werden, ein Grundsatz gilt zu jeder Zeit: Hohe Erträge bedeuten hohes Risiko. Wer sich dessen bewusst ist, hat schon viel unnötiges Risiko vermieden und sein Portfolio entsprechend ausrichten. Die wichtigsten Kriterien dabei sind die eigene Risikobereitschaft und welche Kursschwankungen bzw. damit verbundene mögliche Kursverluste man aushalten kann, ohne bei einem Verkauf in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten.

Kursschwankungen und Verluste hängen aber nicht nur am Risikofaktor. Auch irrationale Faktoren wie Stimmungen, Meinungen, Erwartungen oder sogar Gerüchte können die Kursentwicklung und damit den Ertrag eines Investments positiv oder negativ beeinflussen. Und schließlich muss man sich auch darüber im Klaren sein, dass beim Kauf und Verkauf von Wertpapieren stets Gebühren anfallen und Erträge aus dem Wertpapierbesitz zudem einer Kapitalertragsteuer (KEST) von 27,5 Prozent unterliegen.

Utopisch oder marktüblich?

Über allem steht für Anleger üblicherweise das Ziel, durch den Kauf von Wertpapieren ein Vermögen aufzubauen oder es zu vermehren. Dafür ist eine entsprechende Rendite erforderlich – also ein Ertrag, den das angelegte Kapital in einem bestimmten Zeitraum bringt. Je höher die erwartbare Rendite ist, desto besser ist es klarerweise für den einzelnen Anleger. Bei überzogenen Renditeversprechen sollten allerdings die Alarmglocken läuten. „Seien Sie besonders vorsichtig bei hohen Renditeversprechen, die in keinem Zusammenhang mit den marktüblichen Renditen stehen“, warnt die Finanzmarktaufsicht (FMA).

Doch da stellt sich die Frage: Welche Renditeversprechen sind überdurchschnittlich hoch? Ein guter Indikator dafür ist das jeweils aktuelle allgemeine Zinsniveau. Informationen dazu finden sich auf der Webseite der Österreichischen Nationalbank (OeNB). Wenn beispielsweise für ein Sparbuch mit mehr als zwei Jahren Laufzeit 0,40 Prozent Zinsen jährlich gezahlt werden, ein Anbieter einer Unternehmensanleihe aber fünf Prozent bietet, kann man sich ausmalen, dass damit wesentlich höhere Risiken bei der Veranlagung einhergehen.

Höhere Gewinnchancen bedeuten jedoch nicht per se, dass Sie ein solches Angebot meiden sollten. Allerdings ist Vorsicht die Mutter der Porzellankiste: Durch die Veranlagung in mehrere verschiedene Wertpapiere kann das Risiko der gesamten Veranlagung reduziert werden. Man sollte also nicht All-In in einen Titel mit einem hohen Renditeversprechen gehen und im Zweifelsfall am besten ganz die Finger davon lassen.

Riskant oder konservativ?

Doch wie kann man erkennen, welches Risiko man bei einem Investmentfonds oder einem anderen Finanzprodukt eingeht? Dafür wurde nach der Finanzkrise die EU-Anlegerrichtlinie MIFID II (Markets in Financial Instruments Directive II) eingeführt. Anleger müssen demnach umfassend über die mit dem Kauf und Handel von Wertpapieren verbundenen Risiken und Kosten – auch die Dritter – informiert werden.

Die Risikohinweise für Wertpapiergeschäfte wurden in Österreich von der Finanzmarktausfsicht FMA ausgearbeitet. Die Wirtschaftskammer Österreich bietet dazu ein 46-seitiges Dokument zum Download an, in dem Veranlagungsrisiken für die einzelnen Anlageklassen – von Anleihen über Aktien, Fonds bis hin zu Optionen, Futures oder Swap-Geschäften angeführt sind. In der Folge werden diese auszugsweise beschrieben.

Allgemeine Anlagerisiken

Bonitätsrisiko

Die Gefahr der Zahlungsunfähigkeit des Partners, also die mögliche Unfähigkeit zur termingerechten oder endgültigen Erfüllung von Dividendenzahlungen, Zinszahlungen, Tilgungen usw. Das Risiko wird durch Ratings eingeschätzt. Die Ratingskala reicht von „AAA“ (beste Bonität) bis „D“ (schlechteste Bonität).


Kursrisiko

Das Kursrisiko beschreibt die möglichen Wertschwankungen von Wertpapieren. Es bei Verpflichtungsgeschäften (z. B. Devisentermingeschäften, Futures oder Optionen) eine Besicherung notwendig machen.


Liquiditätsrisiko

Die Möglichkeit, ein Investment jederzeit zu marktgerechten Preisen zu kaufen, zu verkaufen bzw. glattzustellen, wird Handelbarkeit (= Liquidität) genannt. Von
einem liquiden Markt kann dann gesprochen werden, wenn ein Anleger seine Wertpapiere handeln kann, ohne dass schon ein durchschnittlich großer Auftrag zu spürbaren Kursschwankungen führt.


Risiko des Totalverlusts

Der Worst-Case: Ein Investment kann auch wertlos werden, etwa aufgrund seiner Konstruktion als befristetes Recht oder wenn der Emittent eines Wertpapiers in finanzielle Schieflage gerät und nicht mehr in der Lage ist, Zahlungsverpflichtungen nachzukommen (Insolvenz; siehe auch Bonitätsrisiko) .


Transferrisiko

Bei Geschäften mit Auslandsbezug besteht das zusätzliche Risiko, dass durch politische oder devisenrechtliche Maßnahmen eine Realisierung des Investments verhindert oder erschwert wird. Es können auch Probleme bei der Abwicklung einer Order entstehen.


Währungsrisiko

Bei Fremdwährungsgeschäften hängt der Ertrag nicht nur von der Rendite des Wertpapiers im ausländischen Markt ab, sondern auch stark von der Entwicklung des
Wechselkurses der Fremdwährung. An den US-Börsen notierte Aktien hängen zum Beispiel am Dollar. Steigt oder fällt der Dollar gegenüber dem Euro, so ändert sich auch der Ertrag.


Zinsrisiko

Das Zinsrisiko ist besonders für Anleihen relevant und ergibt sich Veränderungen des Marktzinsniveaus. Ein steigendes Niveau führt bei fixverzinsten Anleihen zu Kursverlusten, ein fallendes zu Kursgewinnen.

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In Aktien zu investieren ist eine der wenigen Möglichkeiten, um auch mit geringen Beträgen vorzusorgen. Dabei ist jedoch Geduld und Disziplin angesagt. Zehn Tipps, an die Sie sich halten sollten um auch das gewünschte Ziel zu erreichen.

1. Kapitaleinsatz festlegen

Die Börse ist kein Glücksspiel. Aber wie bei einem Glücksspiel sollten Sie den Kapitaleinsatz vorher genau festlegen und nur frei verfügbares Geld investieren. Niemals sollten Sie mit Geld spekulieren, das Sie kurzfristig brauchen und schon gar nicht mit geliehenem Geld oder womöglich auch noch einen Kredit aufnehmen, um Aktien kaufen zu können. Denn obwohl Aktien auf lange Sicht gesehen eine gute Rendite erwarten lassen gibt es immer das kurzzeitige Risiko eines Kurssturzes. Es kann daher eine Weile dauern, bis sich der Einsatz rechnet und Wertpapiere auch wieder mit Gewinn verkauft werden können.

2. Risiko streuen

„Niemals alle Eier in einen Korb legen“ ist eine der meistzitierten Börsenregeln. Soll heißen: streuen Sie das Risiko, indem Sie in Wertpapiere mehrerer Unternehmen aus verschiedenen Brachen und unterschiedlichen Märkten kaufen. Aber verzetteln Sie sich auch nicht dabei, denn sonst fällt es schwer, die Übersicht zu behalten. Als Faustregel gilt, dass das Kapital im Wertpapierdepot auf Aktien von fünf bis zehn Unternehmen verteilt werden solllte. Wahlweise können Sie auch in Wertpapierfonds investieren.

3. Kaufen Sie nur, was Sie kennen

Als Aktionär werden Sie Teilhaber eines Unternehmens. Vertrauen Sie nicht den „heißen Tipps“ von Bekannten, in Aktien von Unternehmen zu investieren, von denen Sie noch nie gehört haben und deren Business ihnen völlig unbekannt ist. Investieren Sie daher nur in Unternehmen, die Sie kennen und analysieren Sie davor auch noch deren Geschäftsberichte und Ergebnisse. Je mehr Sie wissen desto besser ist es für Sie. Achten Sie auch darauf, wie viele Stück eines Wertpapiers pro Tag gehandelt werden. Das Handelsvolumen ist ein guter Indikator für die Nachfrage nach einer Aktie.

4. Holen Sie sich Beratung

Alleine ist man als Neuling am Börsenparkett schnell ratlos und verloren. Das muss nicht sein. In jeder guten Bank gibt es Wertpapier-Spezialisten, die Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Auch im Internet finden Sie wertvolle Tipps oder Webinare, etwa die Online-Kurse der Wiener Börse Akademie.

5. Setzen Sie sich Limits

Setzen Sie sich realistische Ziele: Wie viel Rendite wollen Sie erwirtschaften? Wie viel Verlust können Sie verkraften? Wenn Ihr Gewinnziel erreicht ist sollten Sie dieses überprüfen und erwägen, das ursprünglich eingesetzte Kapital wieder abzuziehen. Im Falle eines deutlichen Kurssturzes ist es ratsam, nicht darauf zu hoffen, dass der Wind irgendwann wieder drehen wird, sondern die Verlustbringer abzustoßen. Das Stop-Loss-Limit sollten Sie bei einer Marke von 15 bis 20 Prozent unter Ihrem Einkaufswert ansetzen.

Auch wenn Sie eine Kauforder abgeben sollten Sie vorab ein Limit (Stop-Buy-Limit) setzen, denn sonst kann es passieren, dass der Kurs in die Höhe schießt und Sie ein Wertpapier zu einem ungünstigen Einstiegspreis kaufen.

6. Verfolgen Sie Ihr Ziel

Anleger haben unterschiedliche Ziele. Während die einen ein Vermögen für die Familie aufbauen wollen geht es den anderen darum, für die Pension vorzusorgen und wieder anderen darum, eine möglichst hohe Rendite in möglichst kurzer Zeit zu erzielen oder eine Immobilie zu finanzieren. Was auch immer Sie erreichen wollen: Sie sollten dabei Ihr Ziel nie aus den Augen verlieren und entsprechend handeln.

7. Prüfen Sie die Seriösität

Der normale Wertpapierhandel an den Börsen unterliegt strengen Regeln und wird in Österreich von der Finanzmarktaufsicht (FMA) überwacht. Es gibt jedoch auch hochspekulative Anlageformen, die keiner staatlichen Kontrolle unterliegen wie etwa Binäre Optionen. Seriöse Anlageberater werden Ihnen von einem Investment in solche Produkte abraten. Falls Sie sich dennoch auf ein solches nicht empfehlenswertes Abenteuer einlassen, dann ist das ein riskantes Spiel mit dem Feuer.

8. Denken Sie langfristig

Ja, es gibt an den Börsen die Möglichkeit, schnell Gewinne zu machen. Doch nein, Sie sollten nicht damit spekulieren. Wer auf kurzfristige Gewinne schielt, der muss dafür ein hohes Risiko in Kauf nehmen. Grundsätzlich sind Aktien, Anleihen oder Fonds jedoch eher für langfristige Investments relevant. Langfristig gesehen – also über einen Zeitraum von mindestens drei bis fünf Jahren – sind die erwartbaren Renditen auch erheblich höher.

9. Nicht mit fallenden Kursen spekulieren

„In ein fallendes Messer greifen“ – darunter verstehen Börsianer, wenn man Wertpapiere bei fallenden Kursen kauft und sich dabei in die Finger schneidet, weil der Kurs danach noch weiter nach unten rasselt. Wer bei fallenden Kursen kauft, sollte die Unternehmen genau analysieren, die Ursache für den Kursverfall und das Potenzial für den Turnaround bestimmen. Wenn das nicht so leicht möglich ist, gibt es die Faustregel, so lange zuzuwarten, bis der Kurs den Durchschnitt der letzten 200 Tage durchschneidet.

10. Auf Dividenden setzen

Dividenden sind Gewinnausschüttungen an die Teilhaber und Aktionäre eines Unternehmens. Im Rahmen der Hauptversammlungen wird die Gewinnausschüttung festgelegt, anteilig nach ihren Aktienbesitz erhalten alle Aktionäre einen bestimmten Teil davon (Dividende pro Aktie). Bei Unternehmen die keine Dividenden ausschütten sollten Sie genauer hinsehen und ein Investment doppelt überdenken.

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Vermögen in Wertpapiere anzulegen will gelernt sein. Um erfolgreich an der Börse zu investieren, gilt es zehn Gebote zu beherzigen. Ein Leitfaden für Anleger.

1. Du sollst Basiswissen erwerben

Wer kein Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge hat, sollte die Finger von jeder Form von Investment lassen und auf die Expertise von Beratern setzen. Ratsam ist es, mehrere Meinungen einzuholen und vielleicht sogar die Summe, die für Anlagezwecke bereitsteht, zwei oder mehreren Banken anzuvertrauen.

2. Du sollst dein Investment verstehen

Wer sich zum Kauf von Aktien, Anleihen oder auch Fonds entschließt, soll das Geschäftsmodell oder die betreffenden Produkte verstehen und für gut befinden, sonst ist ja auch die Einschätzung von Chancen und Risiken nicht möglich.

Im Besonderen gilt das für Aktien, aber auch bei Fonds sollte man sich um die Anlagestrategie kümmern. So ließ sich etwa der Milliardenbetrüger Bernie Madoff nie in die Karten schauen – ihr Vertrauen auf eine „geheime, aber geniale“ Anlagestrategie bezahlten Anleger mit hohen Verlusten.

3. Du sollst investieren

Die sichersten Verluste erleiden Konsumenten derzeit, wenn sie ihr Geld nicht investieren, sondern am Sparbuch liegen lassen. Selbst die derzeit relativ geringe Inflation kosten Sparbuchinhaber jährlich Milliardenbeträge – und einiges spricht dafür, dass die Inflation steigt. Es gilt die Faustregel: sechs Monate Einkommen bzw. monatlicher Finanzbedarf am Konto, Rest angelegt.

4. Du sollst dein Nervengerüst kennenlernen

Banken verwenden einige Mühe darauf, die Risikobereitschaft ihrer Klientel kennenzulernen. Wer in Aktien investiert, sollte sich darüber im Klaren sein, dass Verluste bis in die Gegend von 50 Prozent immer wieder vorkommen und dass sich auch Totalverluste bei Einzeltiteln ereignen. Wer da die Nerven wegwirft, sollte zumindest nicht sein gesamtes Vermögen in Aktien anlegen.

5. Du sollst nicht alle Eier in ein Nest legen

Wer sich dazu entschlossen hat, Aktien zu kaufen, sollte möglichst breit streuen. Weniger als zehn Aktien bedeutet, dass die Pleite eines Unternehmens bereits ein merkliches Loch ins Portfolio reißt.

Allerdings muss jeder Anleger selbst entscheiden, über wie viele Positionen er sich laufend informieren kann. Fonds sind eine Alternative, die zumindest eine breite Streuung garantieren.

6. Du sollst deine Verluste begrenzen

Wenn eine Aktie einmal abstürzt oder das Unternehmen in Schräglage gerät, macht es wenig Sinn, darauf zu warten, ob es sich vielleicht doch irgendwann erholt. Stimmt, die Realisierung von Verlusten ist schmerzhaft und man sträubt sich oft dagegen, aber auch in Börsensachen gilt der Satz: „Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.“ Das verbliebene Geld kann wieder in gewinnbringenden Investments angelegt werden.

7. Du sollst bei Geschenken vorsichtig sein

Der amerikanische Wirtschaftsnobelpreisträger Milton Friedman zitierte häufig den Satz: „There ain’t no such thing as a free lunch“ – etwa: „So etwas wie ein Gratisessen gibt es nicht.“ Soll heißen: Wenn man etwas geschenkt bekommt, gibt es meist einen Hintergedanken. Gratisbörseninformation versucht immer wieder, unbedarfte Anleger in Investments zu locken, von denen der Urheber der Gratisinfo in irgendeiner Weise selbst profitiert. Also: Achtung bei „Geschenken“!

8. Du sollst deine Gewinne in trockene Tücher bringen

Vom Kauf einer Aktien, einer Anleihe oder anderer Assets wird niemand reich. Erst durch den Verkauf wird ein Gewinn, der bis dahin bloß auf dem Papier existiert, „real“. Stimmt schon, es ist ein wenig ärgerlich, wenn die Aktie oder die Goldposition dann noch weiter steigt, doch je höher eine Notierung steigt, umso größer wird auch die Gefahr eines Rückschlags.

9. Du sollst keinen Insidertipps auf den Leim gehen

Manchmal hat man Glück: Ein Bekannter, der bei einer börsennotierten Firma arbeitet und erfahren hat, dass eine tolle Akquisition bevorsteht, erzählt davon. Oder man erfährt im Kaffeehaus am Nebentisch von einem interessanten Deal.

Aber Achtung: Wer auf solche „heißen Tipps“ hört, begibt sich in (möglicherweise sogar juristische) Gefahr. Oft sind das reine Blindgänger. Also wenn überhaupt, setzen Sie nicht mehr darauf als auf jedes andere Investment, das Sie für interessant befinden.

10. Du sollst nicht an Veränderung glauben

Natürlich, das Leben – auch jenes an der Börse – besteht aus Veränderung, und stetig wechseln die Favoriten. Doch zu den gefährlichsten Sätzen für Anleger zählt: „This time everything is different“.

Etwa 2001 vor dem Platzen der „Dotcom-Bubble“. Damals gab es Begriffe wie „Cash-Burn-Rate„. Da wurde es doch tatsächlich als positiv gesehen, wenn ein Unternehmen rasch Geld verbrannte! Das sei eben der neue Indikator für rasches Wachstum. Das Ergebnis ist bekannt – daran, dass ein Unternehmen letztlich nur überleben kann, wenn es Gewinn erzielt, hat sich seit Hunderten Jahren nichts geändert.

Jeder Mensch hat eine individuelle Risikoneigung. Das gilt nicht nur im Sport, sondern auch bei der Geldanlage. Dabei stehen Risiko und Ertrag in einem direkten Verhältnis zueinander. Je mehr Risiko, desto höher können in der Regel die Erträge ausfallen. Entscheidend ist daher, das Risiko so zu dosieren, dass Sie sich damit wohlfühlen.

Zu ihrem 250-jährigen Jubiläum und dem 30er des ATX zeigt die Wiener Börse eindrucksvoll, was sie kann: Sie bringt Unternehmen Kapital für Wachstum sowie Innovation. Und Aktionäre profitieren von ihren Gewinnen.

Der Flugsicherungsspezialist Frequentis ging im April 2019 an die Börse; er ist das zweitjüngste der 38 im Wiener Wertpapierindex ATX Prime gelisteten Unternehmen. Aus dem platzierten Volumen flossen etwas mehr als 21 Millionen Euro in die Kassen des Unternehmens. Der Kurs legte seither – trotz Coronakrise – um fast 50 Prozent zu. Wenige Wochen davor, Anfang Februar 2019, ging das Biotech-Unternehmen Marinomed an die Börse und holte sich etwas mehr als 22 Millionen Euro mit der Platzierung von Aktien. Und die Aktionäre konnten sich seither über einen Wertzuwachs von über 60 Prozent freuen. Die beiden jüngsten Börsengänge zeigen im Jahr des 250-jährigen Bestehens der Wiener Börse eindrucksvoll, wie sowohl Unternehmen als auch Aktionäre vom Kapitalmarkt profitieren können.

Geschichte der Wiener Börse

Die Wiener Börse geht wie so vieles in Österreich auf Maria Theresia zurück. Sie gründete die Börse 1771 zur staatlichen Kapitalaufbringung für das Habsburgerreich. Es wurden dazu Anleihen, Wechsel und Devisen gehandelt. Im Jahr 1811 kam es dennoch zum Staatsbankrott und die Oesterreichische Nationalbank wurde gegründet, um das Geldwesen zu stabilisieren. Im Jahr 1855 gab dann der Staat die Kontrolle über die Wiener Börse weitgehend auf. Die Wiener Börsekammer übernahm die administrativen und kontrollierenden Funktionen.

In der Gründerzeit zwischen 1867 und 1873 erlebte die österreichisch-ungarische Monarchie einen gewaltigen Industrialisierungsschub. Viele Unternehmen finanzierten sich durch Aktienemissionen. Doch eine Spekulationswelle führte 1873 zum großen Wiener Börsenkrach. Nach den beiden Weltkriegen wurde der offizielle Börsenhandel wieder aufgenommen. 1985 wies der amerikanische Investor Jim Rogers auf das hohe Potenzial des österreichischen Kapitalmarkts hin und löste damit eine Aktienhausse aus.

Durch die Privatisierungswelle 1987 gingen nach und nach zahlreiche österreichische Unternehmen an die Börse, darunter die OMV, die Austrian Airlines (mittlerweile Teil der Lufthansa-Gruppe), der Verbund und der niederösterreichische Energieversorger EVN.

Kapitalmarkt für die Wirtschaft

Das erste an der Wiener Börse notierte Unternehmen war die Oesterreichische Nationalbank. Robert Holzmann, Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank, zur heutigen Rolle der damals als ältere Schwester der OeNB bezeichneten Wiener Börse: „Die Kapitalmarktfinanzierung für die Wirtschaft und den Standort Österreich ist gerade in der Wiederaufbauphase nach der Covid-19-Pandemie von besonderer Bedeutung, da mit einem gut entwickelten und starken Kapitalmarkt die Erholung der Volkswirtschaft rascher erfolgen kann und große Teile der Bevölkerung für spätere Zeiten vorsorgen und Vermögen aufbauen können.“

Und nicht zuletzt können Unternehmen an der Börse Mittel aufnehmen, um Wachstum und Innovationen zu finanzieren. Frequentis wurde lange als Eigentümerbetrieb von Hannes Bardach geführt. Mit dem Wechsel im Management zu Norbert Haslacher als CEO erfolgte dann der Börsengang, der dem Hightech-Unternehmen größere Schritte in Richtung Wachstum ermöglichte: „Der Börsengang brachte für uns als exportorientiertes Unternehmen eine enorm wichtige internationale Präsenz. Und er brachte Kapital für weitere Expansion im Ausland“, sagt Haslacher. Ende Mai konnte Frequentis so durch die Übernahme von ATC Solutions seine Position im Air Traffic Management in Nordamerika und Kanada stärken.

Ähnlich die Situation bei Marinomed. Als das österreichische Biotech-Unternehmen an die Börse ging, war von Corona weit und breit noch keine Rede. Doch nach Ausbruch der Pandemie ergaben Tests, dass die von Marinomed hergestellten Carragelose-Tabletten und Nasensprays auch eine positive Wirkung auf den Krankheitsverlauf haben. Marinomed-CFO Eva Prieschl-Grassauer: „Wir konnten durch den Börsengang unser Eigenkapital stärken und damit auch die Projekte für weitere Tests finanzieren, um in der Pandemiebekämpfung mitzuhelfen. Auch wenn die Administration für den Börsengang natürlich groß war, hat er sich gelohnt.“

Starke Performance

Neben der Börse feiert auch der Wiener Börsenindex ATX heuer einen runden Geburtstag. Der ATX, in dem die 20 größten an der Wiener Börse gelisteten Unternehmen enthalten sind, wurde vor 30 Jahren aus der Taufe gehoben. Erfunden wurde er von Andreas Grünbichler, CFO der Wüstenrot Gruppe und Titularprofessor in St. Gallen. Er meint: „Die Börsen spielen eine wichtige Rolle auf den Kapitalmärkten und in jeder Volkswirtschaft. Börsen sind der Marktplatz zwischen disruptiver Innovation auf der einen Seite und kreativer Zerstörung auf der anderen Seite. In diesem Spannungsfeld leben wir in einer Marktwirtschaft.“

Das ist ein durchaus einträgliches Spannungsfeld: Der ATX hat inklusive Dividende seit seiner Einführung im Schnitt einen jährlichen Zuwachs von 6,5 Prozent gebracht.

© trend / Michael Rausch-Schott
© trend / Michael Rausch-Schott
ATX-Erfinder: Wüstenrot-CFO Andreas Grünbichler

Die Porr AG ist das am längsten an der Wiener Börse notierte Unternehmen. Porr-Chef Karl-Heinz Strauss meint dazu jedoch offen: „Wir haben Ende 2010 einmal genau untersucht, welche Vorteile es hat, an der Börse zu bleiben. Die Entscheidung ist eindeutig zu Gunsten der weiteren Notiz an der Wiener Börse gefallen. Weil wir dadurch Zugang zu Finanzmitteln hatten und weil wir auch erkannt haben, dass verstärkte Öffentlichkeit und Transparenz, die eine Börsennotierung mit sich bringt, auch sehr zum Erfolg des Unternehmens beigetragen haben. Und den Aktionären der Porr AG hat die 150-jährige Notierung an der Wiener Börse – wenn auch mit einigem Auf und Ab – im Schnitt eine jährliche Rendite von über sechs Prozent gebracht.“

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Der ATX hat auch nach einer soliden Entwicklung über die ersten drei Jahrzehnte noch viel Potenzial.

Wienerberger ist das zweitälteste an der Wiener Börse notierte Unternehmen. Der damalige Ziegelproduzent ist heute ein Baustoffunternehmen mit fast 200 Produktionsstandorten in 29 Ländern. Wienerberger-CEO Heimo Scheuch, der zugleich auch Aufsichtsratspräsident der Wiener Börse ist, sagt: „Wir brauchen diesen innovativen Finanzplatz, um den Unternehmen das notwendige Kapital für das Wachstum zur Verfügung zu stellen.“

ETF-Indexfonds ermöglichen es Anlegern, auch mit kleinen Beträgen und ohne großes Risiko schrittweise ein Vermögen aufzubauen.

ETF-Indexfonds haben extrem niedrige Gebühren. Das spart Kosten im Vergleich zu den Ausgabeaufschlägen und Verwaltungsgebühren bei Fonds. Exchange Traded Funds bilden Indizes ab, indem sie genau die gleichen Aktien enthalten, wie im DAX oder im Dow Jones gelistet sind. Der Vorteil: Die laufenden Gebühren liegen meist nur bei rund 0,20 bis 0,50 Prozent. Bei Investmentfonds, bei denen Manager aktiv entscheiden, welche Aktien bei bestimmten Börsenlagen gekauft oder verkauft werden, muss man hingegen einen Ausgabeaufschlag und weitere Gebühren zahlen, so dass sich die laufenden Kosten bei rund zwei bis 2,5 Prozent bewegen.

„Der Markt ist in den letzten Jahren stetig gewachsen, und die Produktvielfalt ist enorm. Neben klassischen Index-ETFs besteht die Möglichkeit, in nachhaltige ETFs, faktorgesteuerte ETFs und in unzählige Sektoren gezielt zu investieren“, erklärt Georg Frischmann, Leiter Private Banking der Hypo Tirol Bank. Ein weiterer Vorteil ist die Handelbarkeit. Gerade in der Vermögensverwaltung müssen oft schnelle Entscheidungen getroffen werden. ETFs können wie Aktien börsentäglich gehandelt werden.

ETFs machen Kursentwicklungen der Börsen eins zu eins mit. Bei Crashes fallen sie stark, erholen sich aber wieder rasch. Zum Vermögensaufbau empfiehlt sich ein Portfolio aus mehreren ETFs.

An den Börsen wird in Wertpapiere investiert: Aktien, Anleihen, Fonds, ETFs, und Zertifikate. Ein kleiner Einblick in die Vielfalt der Wertpapiere.

Geld anlegen und investieren, aber richtig: In einer Zeit, in der es für Sparbucheinlagen praktisch keine Zinsen mehr gibt und die Inflation den Wert von Sparbucheinlagen sogar zusehends schmälert sind Wertpapiere eine der wenigen Anlageformen, die langfristig einen Wertzuwachs erwarten lassen und die in der entsprechenden Stückelung auch für jedermann leistbar sind.

Bei der Entscheidung für ein Wertpapier-Investment ist es jedoch wichtig, Chance und Risiko abzuwägen. Viel hängt dabei vom Typ des jeweiligen Wertpapiers ab. Grob gesagt steigen die Renditechancen mit dem Risiko. Als Anleger sollte man daher genau überlegen, welche Rendite man erzielen möchte, ehe man ein Wertpapierinvestment tätigt.

Aktien: Die ursprünglichste Form von Wertpapieren. Unternehmen geben Anteilsscheine aus, die Anleger kaufe können. Mit dem Kauf einer Aktie wird man also Teilhaber eines Unternehmens und bekommt Aktionärsrechte. Dazu zählt unter anderem die Teilnahme an der Hauptversammlung, wo Aktionäre entsprechend ihrer Anteile auch ein Stimmrecht ausüben können.
Aktien sind meistens an der Börse handelbar, weshalb Aktionäre kurzfristig über ihr Kapital verfügen können. Aufgrund der immer möglichen Schwankungen an den Kapitalmärkten sind Investments in Einzelaktien allerdings eher etwas für erfahrene Anleger, die sich laufend mit der Entwicklung der Börsen beschäftigen.

Anleihen: Unternehmen, aber auch Staaten oder andere Organisationen können Anleihen begeben. Wer eine Anleihe begibt erhält von den Zeichnern einer Anleihe eine Art zeitlich befristeten Kredit. Wer eine Anleihe zeichnet erhält während der Laufzeit regelmäßig Zinsen und zum Stichtag an dem die Anleihe ausläuft das investierte Kapital zurück. Auch Anleihen sind an der Börse handelbar, weshalb Anleger auch kurzfristig über ihr Kapital verfügen können und nicht bis zum Auslaufen der Anleihe warten müssen.

Fonds: Ein Fonds ist ein Bündel aus mehreren Wertpapieren, das von professionellen Fondsmanagern verwaltet wird. Fonds haben unterschiedliche Anlageschwerpunkte, wobei die Fondsmanager darauf bedacht sind, mit einer breiteren Streuung der Werte Schwankungen an den Märkten besser auszugleichen und Risiken zu reduzieren. Zu beachten ist, dass für das aktive Management eines Fonds Gebühren anfallen, die die Rendite schmälern

Grundsätzlich kann an Fonds in verschiedene Klassen einteilen:

  • Aktienfonds investieren in Aktien
  • Rentenfonds investieren in fest verzinste Anleihen
  • Mischfonds investieren sowohl in Aktien als auch in Anleihen
  • Immobilienfonds investieren in Immobilien
  • Dachfonds investieren in Investmentfonds

ETFs: Diese Spezialform eines Fonds hat in den vergangenen Jahren zusehends an Beliebtheit gewonnen. ETFs, oder Exchange Traded Funds, bilden einen Aktienindex detailgenau nach. Ein ATX-ETF setzt sich etwa aus den 20 Werten des Wiener Börsenindex ATX zusammen und gewichtet diese Werte so wie das auch beim ATX der Fall ist nach dem Börsenwert im Streubesitz, also der Marktkapitalisierung der Streubesitzanteile. Dadurch ist gewährleistet dass der Kursverlauf eines ATX-ETF exakt dem des ATX folgt.
Für Anleger hat das den Vorteil, dass ein solcher ETF nicht aktiv von einem Fondmanager betreut wird und daher auch deutlich geringere Gebühren anfallen.

Zertifikate: Unter einem Zertifikat versteht man eine von einer Bank herausgegebenen Anleihe mit bestimmten Bedingungen für die Rückzahlung und Verzinsung. Im Prinzip verbrieft ein Zertifikat das Recht auf Partizipation an der Wertentwicklung eines Investments.

Aktien oder andere an der Börse gehandelte Finanzprodukte zu kaufen – das erscheint vielen wie ein großes Rätsel. Dabei ist die Sache gar nicht so komplex und an genaue Regeln und strenge Kontrollen gebunden.

Wer darf mit Aktien handeln?

An eine Börse kann jedoch nicht jeder selbst hinkommen und Aktien kaufen. Das können nur zugelassene Broker . An realen Wertpapierbörsen wie etwa der New York Stock Exchange handeln diese Broker im Auftrag ihrer Kunden mit Wertpapieren. Ähnlich ist das beim Online-Handel mit Wertpapieren. Wer online Aktien kaufen will, der benötigt dazu ebenfalls einen lizensierten Broker, wie den Investors Challenge #IC21 Partner Bank Direkt.

Über diesen Broker kann ein Wertpapier-Depot angelegt werden, eine Art digitaler Safe für die eigenen Wertpapiere, die man in der Folge kauft oder auch wieder verkauft.

Wer kontrolliert den Handel?

Der Handel an den internationalen Börsen läuft dabei nicht unkontrolliert, sondern unter strenger Aufsicht ab. Zum Schutz aller Anteilsinhaber und zur Wahrung eines fairen Handels unterliegt der Handel strengen Regeln, die im Börsengesetz festgelegt sind.

Die Börsen-Aufsicht, in Österreich die Finanzmarktaufsicht FMA , überwacht in jedem Land der Welt die Rechtmäßigkeit des Handels. So müssen etwa Unternehmen vorab über relevante Ereignisse oder Aktivitäten, die in der Folge den Kurs einer Aktie im positiven oder negativen Sinn beeinflussen könnten, informieren. Derartiges Wissen darf von Insidern auch nicht ausgenutzt werden. Insiderhandel ist strafbar. Die Unternehmen müssen zudem Jahres- und Zwischenberichte veröffentlichen oder wenn Beteiligungen von einzelnen Teilhabern bestimmte Prozentsätze überschreiten, entsprechende Meldungen veröffentlichen.

Die aktuelle Version des Börsengesetzes aus 2018 (Bundesgesetz über die Wertpapier- und allgemeinen Warenbörsen 2018) hält alle Bestimmungen sowie Sanktionen und Strafbestimmungen fest. Sie finden das österreichische Börsengesetz hier.

Für das Anbieten von Wertpapieren und anderen Kapitalveranlagungen ist zudem das Kapitalmarktgesetz aus 2019 relevant. Sie finden dessen Bestimmungen hier.

Die Börse ist ein Marktplatz für den kontrollierten Handel mit Wertpapieren. Den Preis und den Wert der Aktien bestimmen Angebot und Nachfrage, aber nicht ausschließlich.

Was macht eine Börse? Wie funktioniert eine Börse? Diese Frage hat das Team der Wiener Börse im Rahmen einer Straßenbefragung Passanten gestellt. Und, wie das Video (siehe unten) zeigt, waren dabei einige auch überfragt.

Dabei ist die Antwort eigentlich ganz einfach: Eine Börse ist ein Marktplatz, wie ihn die Menschen seit Jahrhunderten kennen. Nur werden an diesem Marktplatz eben kein Obst, Gemüse oder andere Produkte angeboten, sondern eben Wertpapiere wie Aktien, Fonds oder Anleihen.

Die Preisfrage

Der Preis der Wertpapiere wird dabei – etwa im Falle von Aktien – vom Wert eines Unternehmens, der Zahl der Anteilsscheine und dem Verhältnis von Angebot und Nachfrage nach diesen Anteilscheinen bestimmt, und zwar so:

Vor dem Börsengang eines Unternehmens, also bevor Aktien eines Unternehmens an der Börse gehandelt werden, wird das Unternehmen von Wirtschaftsprüfern eingehend geprüft und bewertet . Dabei werden alle materiellen und immateriellen Vermögenswerte in der Bilanz des Unternehmens wie Immobilien, Rohstoffe, Lagerware, Produkte, Patente, Reserven usw. addiert und diesen die Verbindlichkeiten etwa offene Rechnungen an Lieferanten gegenüber gestellt.

Aus dem sich ergebenden Unternehmenswert und der Zahl der Anteilsscheine, also der Aktien, die an der Börse ausgegeben werden, ergibt sich ein vorläufiger Preis für eine Aktie.

Beispiel:

  • Die Bewertung eines Unternehmens ergibt einen Unternehmenswert von 500 Millionen Euro .
  • Das Unternehmen will die Hälfte seiner Anteile an der Börse handeln, also Aktien im Wert von 250 Millionen Euro .
  • Das Unternehmen beschließt, diesen Anteil in eine Million Anteilsscheine aufzuteilen. Jeder dieser Einzel-Anteile, also Aktien, die dann an der Börse gehandelt werden sollen, hätte demnach bei der Erstausgabe einen Buchwert von 250 Euro .
  • Nun beginnt das Spiel von Angebot und Nachfrage. Ist die Nachfrage nach den Aktien groß, beginnen diese im Wert zu steigen. Ist die Nachfrage gering fällt ihr Wert, Aktien können dann also zu einem günstigeren Preis gekauft werden.
  • Wenn ein Unternehmen in der Folge gut wirtschaftet und erfolgreiche Produkte oder Dienstleistungen anbietet und Gewinne erwirtschaftet, dann steigt der Wert des Unternehmens und damit der Anteilsscheine ebenfalls.

Die Geschichte der Börsen ist verbunden mit schwarzen Tagen, an denen Börsenkurse in den Keller gerasselt sind und die Anleger um ihr Vermögen gebracht haben. Wer nicht spekuliert sondern mit Hausverstand, Vorsicht und langfristig investiert kann unnötiges Risiko vermeiden.

Mit Aktien und anderen Wertpapieren ein Vermögen aufbauen ist möglich. Trotz aller Unkenrufe und Bedenken, die man als Anleger haben mag. Allerdings gilt es dabei, vernünftig zu bleiben, auf den Hausverstand zu vertrauen und allzu großen Rendite-Versprechen kritisch gegenüber zu stehen.

Die Geschichte der Börsen ist gespickt mit Crashes, die auf überzogenen Erwartungen fußen. Obwohl die einzelnen Spekulationsblasen recht unterschiedliche Hintergründe haben ist die Lehre, die man daraus ziehen kann ist doch recht eindeutig: Spekulationsexzesse vernebeln die Sinne. Anleger merken nicht, dass sich die Werte von ökonomischen Realitäten entfernen. Wer persönliche Verluste vermeiden will, hat es in einem solchen Umfeld schwer.

Und auch wenn man mit viel Weitblick agiert lassen sich kurzfristige Verluste nicht immer vermeiden, wie etwa zu Beginn der Corona-Krise, als es an den internationalen Börsen als Folge der ersten Lockdowns und des Stillstands der Wirtschaft zu dramatischen Kursverlusten kam. Nur wer die Pandemie vorhergesehen und sein Portfolio rechtzeitig abgestoßen hatte konnte Verluste vermeiden. In dem Fall gab es jedoch Trost für alle, die einen kühlen Kopf behalten und Wertpapiere nicht zu einem besondes ungünstigen Zeitpunkt abgestoßen haben. Binnen weniger Monate war der Corona-Knick an den Börsen wieder überwunden und wer ein glückliches Händchen hatte von dem Kursanstieg sogar entsprechend profitieren.

Aber es gibt dennoch eine Grundregel, mit der man als vorsichtiger Anleger einigermaßen gut fährt: Immer wenn die Gier oder auch die Angst die Sinne der Massen vernebelt, ist es höchste Zeit, das Gegenteil zu glauben und entsprechend zu handeln.

Eine kleine Geschichte der Börsencrashs

Schwarzer Donnerstag

24. Oktober 1929

Der „Schwarze Donnerstag“ – oder „Schwarze Freitag“ markiert den folgenschwersten Börsencrash in der Geschichte. Der Crash, der sich über mehrere Tage hinzog, löste eine Weltwirtschaftskrise und in den USA die Große Depression aus, die bis 1941 andauerte.

Was war geschehen? Dem Crash war eine gigantische Spekulationswelle vorausgegangen. In den 1920er Jahren hatte der US-Aktienindex Dow Jones seinen Wert von rund 100 Punkten im Jahr 1923 ausgehend seinen Wert auf bis zu 331 Punkte mehr als verdreifacht. In der Hoffnung auf ewigen Wohlstand wurde in großem Stil mit Aktien spekuliert. Millionen von US-Bürgern hatten Kredite aufgenommen, um damit Aktien zu kaufen. Die Kredite sollten mit den Gewinnen aus den Aktien zurückgezahlt werden. Banken hatten die gekauften Aktien als Sicherheit für die Kredite gewertet und die Anleger hatten zudem in der Hoffnung auf zukünftige Gewinne weitere Kredite aufgenommen, um damit Immobilien zu finanzieren.

Das konnte nicht funktionieren, erst recht nicht, weil es gleichzeitig zu Betrügereien wie Bilanzfälschungen und Kettengeschäften kam.

Am Dienstag, dem 29. Oktober 1929 kam es zum endgültigen Zusammenbruch. Trotz Stützungskäufen der Banken waren die Kurse so weit gefallen, dass die Kredite nicht mehr bediet werden konnten. Die Banken forderten ihr Geld zurück und drängten die Anleger dazu, ihre Aktien zu verkaufen. Es kam zum, „Bank Run“ – Millionen von Anlegern wollten ihre Aktien loswerden. Banken kollabierten, manche „Wertpaiere“ verloren 99 Prozent ihres Werts, der Dow Jones fiel bis zum Sommer 1932 unaufhaltsam auf 41 Punkte – den gleichen Stand, den er bei seiner Erstnotierung am 26. Mai 1896 hatte.

Schwarzer Montag

19. Oktober 1987

Der „Schwarze Montag“ markiert den ersten Börsencrash nach dem zweiten Weltkrieg und verbreitete sich von der Hong Kong Stock Exchange aus über Europa in die USA, wo der Dow Jones Index an einem Tag 22,6 Prozent seines Werts verlor und um 508 Punkte fiel.

Was war geschehen? In den zwei Jahren vor dem Crash war es an den Börsen zu einer extremen Hausse gekommen. Der Dow Jones hatte seinen Wert seit 1985 fast verdoppelt, und wieder hatten viele Anleger auf steigende Werte gesetzt und im großen Stil investiert. Doch unter US-Präsident Ronald Reagan waren die Inflation und das Handelsdefizit der USA massiv gestiegen. Der Dollar wertete stark ab und die US-Notenbank Fed hob den Leitzins für kurzfristige Kredite an. Als die Kurse an den Börsen zu fallen begannen implodierte das gefährliche Spiel der Wall Street Broker, die mit Leerverkäufen und Short- und Put-Optionen an den Terminbörsen spekuliert hatten. Computersysteme begannen automatisch Wertpapiere abzustoßen und trieben den Kurs der Aktien weiter in den Keller. Der Dow Jones fiel bis zum nächsten Tag von 2247 Punkten auf 1739 Punkte, an vielen Börsen wurde der Handel mit Aktien ausgesetzt.

Schwarze Tulpen

Niederlande, 1630

Die Geschichte der Schwarzen Börsentage reicht aber noch viel weiter zurück. Beim ersten belegten Crash der Geschichte wurde nicht mit Wertpapieren, sondern mit Tulpen gehandelt. Im 17. Jahrhundert war in den Niederlanden eine wahnwitzige Spekulation rund um Tulpen und Tulpenzwiebel ausgebrochen. Die Preise für Tulpenzwiebel schossen in den Himmel, ab 1630 gab es sogar Optionsscheine auf Tulpenzwiebelanteile, und als besonders seltene schwarze Tulpen kurzzeitig so viel kosteten wie ein Haus an den Amsterdamer Grachten, kippte der Markt. Allein 1637 verloren Anleger im Schnitt 95 Prozent.

Was war geschehen? Und wie konnte es so weit kommen? Nun, die wild gewordenen Florophilen hatten eine Kleinigkeit übersehen: Mit dem Fortschritt der Züchtungen wurden auch seltene Sorten vermehrbar. Zuvor als selten und gehandelte Preziosen hatten plötzlich nur noch einen Bruchteil ihres Werts.

Dotcom-Blase

März 2000

Nicht viel weniger absurd als in den Niederlanden des 17. Jahrhunderts ging es zur Jahrtausendwende an den Aktienbörsen zu: Es setzte ein regelrechter Aktienboom ein. Auslöser waren die hohen Gewinnerwartungen und die Spekulation auf steigende Aktienkurse, die auf die damals neuen technologische Entwicklungen zurückgehen, der Etablierung des Internets, der Mobiltelefone und neuer digitaler Technologien, die zur Gründung vieler Unternehmen führten, deren Wachstumsphantsien über die Börse finanziert wurden. Die Kurse von Titeln junger Unternehmen stiegen in die Stratosphäre, obwohl dahinter bloße Phantasie stand und noch gar nicht absehbar war, wann und ob sie überhaupt jemals Gewinne präsentieren würden.

Im März 2000 platzte die New-Economy-Spekulation an den Aktienbörsen mit lautem Knall.

Was war geschehen? Es wurde offensichtlich, dass viele der hoch bewerteten Unternehmen die in sie gesteckten Gewinnerwartungen nicht erfüllen können. Dass ihr Börsenwert nicht durch materielle Gegenwerte gedeckt war und ihm nur ein magerer Buchwert aus einer billigen IT-Infrastruktur und einigen Immobilien gegenüber stand. Betrügereien mit fingierten Umsätzen flogen auf, Charts die eine zukünftige exponentielle Entwicklung des Geschäfts anzeigten wurde nicht mehr geglaubt und wieder verloren viele Kleinanleger, die sich auf das gewagte Spiel eingelassen hatten, ihr Kapital. Wer Aktien besaß, in Fonds investiert oder Fondspolizzen gezeichnet hatte, musste saftige Verluste einstecken.

Weltfinanzkrise

9. August 2007

Viele schworen sich nach dem Platzen der Dotcom-Blase, Aktien nicht mehr anzurühren, doch nur gut sieben Jahre später kam der nächste Knall. der 9. August 2007 gilt als der Tag, an dem die Finanzkrise begann, obwohl das damals erst wenigen aufgefallen ist. An diesem Tag stiegen jedoch die Zinsen für Interbankfinanzkredite an, was eine Kettenreaktion auslöste und ein hinter den Kulissen aufgebautes System von falschen Bewertungen, fahrlässig und spekulativ vergebenen Krediten und Schattenbanken, aus dem eine Immobilienblase entstanden war, kollabieren ließ. In der Folge kollabierten Banken – den Höhepunkt markiert der Zusammenbruch der US-Großbank Lehman Brothers am 9. August 2007 – und an den Aktienmärkten wurden tausende Milliarden vernichtet. Der Internationale Währungsfonds IWF schätzte die Verluste an den Börsen im Jahr 2009 auf rund vier Billionen US-Dollar. Unternehmen kollabierten

Was war geschehen? In den USA platzte eine Immobilienblase, deren Hintergründe Ähnlichkeiten mit denen des Schwarzen Donnerstags 1929 hatte. Der Aktien- und Immobilienmarkt war durch fantastische Preissteigerungen aufgebläht. Finanzkonzerne saßen auf Tonnen uneinbringlicher Kreditforderungen, die sie in Form von bieder aussehenden Wertpapieren unter die Leute bringen wollten. Banken begannen, die Kreditspirale zurückzuschrauben, Fremdkapital wurde für die Wirtschaft teurer und an den Börsen marschierten die Kurse nach unten.

Vor über 600 Jahren begann man in Brügge erstmals mit Wertpapieren statt mit Waren zu handeln – schlichtweg weil das einfacher war. Heute läuft der Handel nur noch elektronisch ab.

Die älteste Börse der Welt wurde um 1409 in Brügge gegründet – obwohl auch Antwerpen den Anspruch anmeldet, die erste richtige Börse gewesen zu sein, da dort 1460 das erste Börsengebäude der Welt eröffnet wurde. Sicher ist jedenfalls, dass die Bezeichnung „Börse“ auf die aus Brügge stammende Kaufmannsfamilie Van Der Beurse zurückgeht, in deren Haus sich regelmäßig Geschäftsleute trafen.

In Antwerpen wurde um 1460 das erste Börsengebäude der Welt errichtet. (Zeichnung aus ca. 1530)
© Hulton Archive/Getty Images

Damals wie heute waren die Börsen Orte, an denen mit Gütern gehandelt wurde – um die Sache einfacher zu machen allerdings nicht mit echten, physischen Gütern, sondern mit Wertpapieren, die diese Güter repräsentierten und an keine bestimmte Person gebunden, also übertragbar waren. Der Wert dieser Papiere stieg oder fiel mit der Nachfrage nach den Gütern.

Erster Aktienhandel

Aktien – Anteilsscheine an einem Unternehmen, einer Aktiengesellschaft oder einer Kommanditgesellschaft – an die man heute zuerst denkt, wenn von Börsen die Rede ist, kamen erst etwas später ins Spiel. Um 1600 begannen Unternehmen mit dem Verkauf von Anteilsscheinen. Die East India Company und die Vereinigte Ostindische Kompanie gelten als erste Unternehmen, die Anteile an Aktionäre außerhalb des Unternehmens ausgegeben haben. Und 1612 entstand mit der Amsterdam beurs schließlich die erste Börse, die einen regelmäßigen Handel mit diesen Papieren ermöglichte.

Die Börse in Amsterdam (Aufnahme aus 1930): Hier wurde zum ersten Mal regelmäßig mit Wertpapieren gehandelt.
© 2008 Getty Images

Am grundlegenden Prinzip wie der Handel abgewickelt wurde hat sich seither eigentlich wenig geändert: Käufer und Verkäufer waren nicht persönlich anwesend sondern wurden durch Makler vertreten, die den Wert der Aktien – die Börsenkurse – untereinander aushandelten.

Die Wiener Börse feiert übrigens im Jahr 2021 ihr 250-Jahre-Jubiläum. Seit 1771 wird in Wien mit Aktien gehandelt, das Gründungspatent von Kaiserin Maria Theresia datiert zurück auf das Jahr 1761. Im historischen Börsengebäude an der Wiener Ringstraße wird jedoch schon seit langem nicht mehr mit Wertpapieren gehandelt. Die heutige Wiener Börse AG hat ihre Büros in der Wiener Wallnerstraße, auch ein Börsenparkett gibt es dort nicht mehr. Seit 1999 erfolgt der Handel ausschließlich elektronisch. Den österreichischen Leitindex ATX (AT0000999982), der sich aus den 20 wichtigsten heimischen Aktien zusammensetzt, gibt es übrigens seit 1991. Er feiert damit in diesem Jahr seinen 30. Geburtstag. Der größte Börsengang in der Geschichte der Wiener Börse war der der BAWAG Group im Jahr 2017, bei dem ein Emissionserlös von 1,93 Milliarden Euro erzielt wurde.

Die größten Börsengänge an der Wiener Börse nach Emissionserlös.
© Wiener Börse

Digitaler Handel und Depots

Echte, bedruckte Papiere werden dabei schon lange nicht mehr getauscht. Der Handel läuft weltweit rein elektronisch ab und ist auch nicht mehr den klassischen Wertpapierhändlern vorbehalten. Heutzutage kann jeder Aktionär werden und auch selbst mit Wertpapieren handeln – sie kaufen oder verkaufen. Dafür braucht man zunächst ein Depot, entweder bei der Hausbank oder bei einem Online-Broker. Die Aktien werden nach einer entsprechenden Order nur noch elektronisch aus einem Depot ausgebucht und einem anderen gutgeschrieben. Das Geld dafür wird ebenfalls elektronisch verschoben.

An den Börsen wird dabei nicht nur mit Unternehmensanteilen gehandelt. Es gibt etwa auch Warenbörsen – Rohstoffbörsen, wo in großem Stil mit Erzen, Agrarprodukten oder auch mit Strom gehandelt wird, Terminbörsen für Termingeschäfte oder Devisenbörsen für den Handel von Devisen in Fremdwährungen.

Die Banken und die Broker, die den Handel abwickeln, heben dafür Depotgebühren für die Führung der Depots und Transaktionsgebühren ein. Trotz der dabei anfallenden Gebühren sind Aktien-Investments trotzdem auf lange Sicht gesehen die Geldanlageform mit der höchsten zu erwartenden Rendite. Gerade in Zeiten von Niedrigzinsen bieten sie eine der wenigen Möglichkeiten, Geld wertsteigernd zu investieren.