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Klima- und Umweltschutz gehören zu den größten Herausforderungen für die Weltwirtschaft, bergen aber auch enormes Potenzial für Anleger: Nachhaltigkeit ist eine Investition in die Zukunft.

Die Friday-for-Future-Generation der Jungen hat genug. Sie will keine leeren Versprechen mehr, sondern endlich koordinierte und einschneidende Maßnahmen sehen, um den Klimawandel entschlossen zu bekämpfen und die vom Menschen verursachte Erderwärmung bei 1,5 Grad einzudämmen.

Die Jungen fordern dafür einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen ein. Sie wollen, dass  klimaschädliches Verhalten sanktioniert wird und auf breiter Ebene ein Umdenken in der Gesellschaft und der Wirtschaft erreichen. Und sie fordern nicht nur, sie sind auch selbst bereit, auf Annehmlichkeiten zu verzichten, wenn diese der Umwelt und dem Klima schaden. Auf Flugreisen etwa oder das eigene Auto.

Mobilität ist tatsächlich ein besonders kritischer Faktor in Zusammenhang mit dem Klimawandel. In Europa geht etwa rund ein Drittel der CO2-Emissionen geht darauf zurück. Autos mit Verbrennungsmotoren oder Flugreisen stehen daher auf der schwarzen Liste. Die EU Kommission hat bereits festgelegt, dass innerhalb der Union ab 2035 keine Neuwägen mit Verbrennungsmotoren mehr zugelassen werden dürfen.

Eine weitreichende Entscheidung, die sich auch an den Finanzmärkten widerspiegelt. Die Aktie des E-Auto-Pioniers Tesla (US88160R1014) ist dafür ein Musterbeispiel. Sie hat sich in den vergangenen zwei Jahren von rund 60 Euro auf über 1.000 Euro verteuert. Mit der Performance von Tesla kann zwar kaum ein weiteres Unternehmen mithalten, dennoch steht sie für eine eindeutige Entwicklung: Innovation, gepaart mit Nachhaltigkeit hat auf den Finanzmärkten ein enormes Potenzial.

Finanzmarkt als Hebel

Wege mit öffentlichen Verkehrsmitteln, der Bahn, dem Fahrrad oder zu Fuß zurückzulegen ist zweifellos gut für das Klima. So wie das auch andere Ansätze der Friday-for-Future-Generation sind. Die schonende Nutzung von Ressourcen, die Abkehr von der Wegwerf-Gesellschaft. Reparieren, Recyling oder Upcycling, Vermeidung von Verpackungen, speziell wenn sie aus Plastik und anderen Kunststoffen bestehen, Wert auf Regionalität und Saisonalität legen.

Mit dem Hebel, den die Finanzindustrie zur Verringerung der Treibhausgase und zum Schutz der Umwelt einsetzen kann, kann jedoch noch mehr erreicht werden. Manfred Nosek, Leiter von Bank Direkt, dem Onlinebroker der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich, weiß, dass die junge Generation und die der jüngeren Anleger auch das schon erkannt haben. Auch was die eigene Zukunftsvorsorge betrifft. Nosek: „Gerade junge Erwachsene sind für das Thema nachhaltige Geldanlage durch Fridays for Future sehr offen.“

Der Zinseszinseffekt und die langfristig gesehen sehr positiven Renditen eröffnen den jüngeren Anlegern große Chancen, mit solchen nachhaltigen Investments auch nachhaltig vorzusorgen. „Beim Fondssparen genügen bekanntlich schon 50 Euro pro Monat, um regelmäßig in nachhaltige Fonds zu investieren. Das ist die passende Anlagemöglichkeit für junge Menschen, die mit ihrer Veranlagung auch eine Verbesserung für die Umwelt erreichen wollen“, betont Nosek.

Allein in Österreich sind bereits mehr als 17 Milliarden Euro in Fonds angelegt, die sich an Nachhaltigkeitskriterien (ESG-Kriterien) orientieren Tendenz stark steigend, wie Florian Hauer, Nachhaltigkeitsbeauftragter bei Kepler, der Fondsgesellschaft der RLB OÖ weiß. Er erklärt: „Wir verzeichnen eindeutig vermehrte Nachfrage nach Informationen und Produkten zu nachhaltigen Veranlagungen.“

Beratung gegen Greenwashing

Aber gerade junge Menschen sind besonders kritisch. Oft wird -zu Recht – bemängelt, dass der Begriff „nachhaltige Veranlagung“ sehr breit ausgelegt wird. Und oft sind Aktien von Unternehmen in sogenannten grünen Fonds zu finden, deren ökologischer Fußabdruck eher schwarz ist.

Nachdem die EU-Kommission in ihrer Taxonomieverordnung für nachhaltige Investments auch Unternehmen aufgenommen hat, die im Bereich Kernenergie tätig sind, ist die Skepsis noch größer geworden. Der Begriff des „Greenwashings“, also des Vortäuschens von Nachhaltigkeit, schwebt zunehmend über manch grüner Anlage.

Stefan Walde, Leiter des Portfoliomanagements bei der Hypo Tirol Bank meint daher: „Aus Sicht der Anleger wäre es zu begrüßen, eine Unterscheidung zwischen CO2-armen, klimaneutralen und umweltschonenden Veranlagungen einzuführen. Dann wäre es leichter nachvollziehbar, warum beispielsweise Kernenergie in einem CO2-armen Investment enthalten ist, aber nicht in einem umweltschonenden.“

Um „echtes“ Grün von „eingefärbtem“ Grün unterscheiden zu können ist Beratung der beste Weg. Ab Mitte 2022 sind Banken auch verpflichtet, Kunden entsprechend aufzuklären und über die Nachhaltigkeit von Finanzprodukten Auskunft zu geben. Für seriöse Banker wie Walde gehört diese Pflicht schon seit längerem zur Kür – auch im Sinne einer nachhaltigen Kundenbindung. Walde: „So wie die Bestimmung des angestrebten Chancen-Risiko-Verhältnisses mit den Kunden für eine Veranlagung grundlegend ist, wird es das Thema Nachhaltigkeit. Denn die Erkenntnis, dass auch Kapitalgeschäfte handfeste Auswirkungen auf Mensch und Natur haben, setzt sich bei Anlegern erfreulicherweise immer mehr durch. Und das ist gut so!“

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Mit Aktionsplan zur nachhaltigen Finanzierung hat die EU 2018 die Weichen in Richtung eines nachhaltigen Finanzsystems gestellt. Ab März 2022 müssen Banken und Wertpapierfirmen bei der Kundenberatung die Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigen.

Einfach mal schnell die Welt retten, das Klima reparieren und die Weichen dauerhaft auf Nachhaltigkeit stellen? Ganz so einfach geht das leider nicht, aber mit vielen kleinen Schritten kommt man der Sache Zug um Zug näher. Ein wesentlicher Faktor dabei ist das Finanzsystem: Die Geldflüsse sollen Richtung Nachhaltigkeit umgelenkt werden.

Im März 2018 hat die EU dafür den Aktionsplan „Nachhaltige Finanzierung“ (Sustainable Finance) veröffentlicht und damit den Grundstein für einen rechtlichen Rahmen gelegt, der die ESG-Kriterien (Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung) in den Mittelpunkt des Finanzsystems stellt und einer nachhaltigeren, umweltfreundlicheren und widerstandsfähigeren Wirtschaft den Weg ebnet. Dafür wurden drei Hauptziele definiert.

  1. Kapitalflüsse auf nachhaltige Investitionen umlenken
    Die EU hat dafür eine Taxonomie erstellt, nach der eine Investition nur dann als nachhaltig gewertet wird, wenn sie zumindest zu einem von sechs Umweltzielen beiträgt und gleichzeitig auch keines der Ziele beeinträchtigt. Diese Ziele sind der Klimaschutz, die Anpassung an den Klimawandel, die nachhaltige Nutzung und der Schutz von Wasser- und Meeresressourcen, der Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft, Abfallvermeidung und Recycling, Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung sowie der Schutz gesunder Ökosysteme und der Biodiversität.
    Die Unternehmen müssen zudem internationale soziale und arbeitsrechtliche Mindeststandards einhalten und es müssen in der Finanzberatung Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigt werden. Konkret bedeutet das, dass Kunden bei der Anlageberatung gezielt auf nachhaltige Produkte hingewiesen werden müssen und dass den Kunden kein Produkt verkauft werden darf, dass nicht ihren Nachhaltigkeitsvorstellungen entspricht.
    Im April 2021 wurde von der EU Kommission ein entsprechendes Gesetz verabschiedet, das sich auf die MiFID II Verordnung („Market in Financial Instruments Directive“) auswirkt und die entsprechenden Leitlinien festhält.

  2. Einbettung der Nachhaltigkeit in das Risikomanagement: Finanzielle Risiken aus dem Klimawandel, der Ressourcenknappheit, der Umweltzerstörung und sozialen Problemen berücksichtigen.
    Die Finanzmarktakteure müssen Nachhaltigkeit auf allen Ebenen in ihrem Risikomanagement berücksichtigen. Das bedeutet, dass etwa Klima- oder Umweltrisiken in die Bewertungen von Unternehmen einfließen müssen. Unternehmen sollen so zu langfristigem Denken und zu nachhaltigem Denken gebracht werden. Außerdem müssen die Risiken, die sich durch die Klimaziele und die Umgestaltung der Wirtschaft in Richtung CO2-Neutralität ergeben, ebenfalls berücksichtigt werden.

  3. Förderung von Transparenz und Langfristigkeit in der Wirtschaft und der Finanzwelt
    Unternehmen werden verpflichtet, ihre Aktivitäten im Sinne der Nachhaltigkeit offenzulegen und klare Informationen über ihre Unternehmensführung (Governance) und ihre sozialen Initiativen und Aktivitäten abzugeben. Größere und börsennotierte Unternehmen sollen einen Nachhaltigkeitsberichterstellen und müssen nachweisen, dass sie den ESG-Kriterien entsprechend agieren und ihre diesbezüglichen Pflichten erfüllen. Das Deutsche Lieferkettengesetz, das mit Jänner 2023 in Kraft tritt, geht dabei sogar noch einen Schritt weiter. Unternehmen müssen demnach die Erfüllung der Nachhaltigkeitskriterien nicht nur intern, sondern über die gesamte Lieferkette unter Beweis stellen. Das betrifft alle Lieferanten und Vorlieferanten entlang der gesamten Lieferkette. So sollen menschenrechtswidrige Produktionsverfahren und Arbeitsbedingungen ausgeschaltet und die Umwelt und das Klima effizient geschützt werden. In einem ersten Schritt gilt dieses Lieferkettengesetz für Unternehmen mit mehr als 3.000 Mitarbeitern, ab 2024 wird es auch für Unternehmen ab 1.000 Mitarbeitern gelten. Die stark exportorientierte österreichische Wirtschaft mit ihrer engen Verflechtung zu Deutschland wird demnach ab 2023, spätestens ab 2024 ebenfalls die Bedingungen des Deutschen Lieferkettengesetzes einhalten müssen.
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Die Millennials und die Generation Z treiben die Entwicklung nachhaltiger Finanzprodukte voran. Nachhaltige und ESG-konforme Geldanlage ist für diese Generationen auf breiter Ebene Pflicht.

Sie gelten als erste Digital Natives. Sie sind die ersten, die den Klimawandel richtig zu spüren bekommen. Sie müssen die Digitalisierung meistern und die Folgen der Corona-Pandemie ausbaden. Sie suchen nach einem Weg, der es ihnen ermöglicht, Beruf, Freizeit und Familie besser unter einen Hut zu bringen als die Generationen vor ihnen. Und wollen dabei keine Kompromisse eingehen. Auch bei der Geldanlage nicht. Eine möglichst hohe Rendite ist dabei ebenso wenig das alles entscheidende Kriterium wie es der Beruf für den Lebenssinn ist.

Die Rede ist von den Millennials oder der Generation Y, den zwischen 1980 und den späten 1990er Jahren Geborenen und der ihr folgenden Generation Z (geboren ab ca. 1995 bis 2010), die nun drauf und dran sind, in das Berufsleben einzusteigen oder dort bereits die ersten Karriereschritte hinter sich haben. Und mit der althergebrachten Arbeitswelt mit festen Arbeitsplätzen und Arbeitszeiten zumeist ebenso wenig anfangen können wie mit den traditionellen Formen der Geldanlage. Über allem stehen die Fragen nach dem Sinn und den Konsequenzen von Entscheidungen. Und bei der Geldanlage sind die ESG-Kriterien dabei nicht nur ein nice-to-have sondern ein unbedingtes Must.

Nachhaltiges Denken auf breiter Ebene

Das lässt sich durch verschiedenste unabhängige Untersuchungen belegen. Einer Morgan Stanley Analyse aus 2019 zufolge sind 95 Prozent aller Millennials an nachhaltigen Investments interessiert. Drei Viertel (75 %) von ihnen sind überzeugt, dass sie mit ihren Investments einen Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels leisten können und 84 Prozent glauben daran, dass es mit ihren Investments einen Beitrag zur Bekämpfung der Armut und für eine gerechtere Welt leisten können. Die jungen Erwachsenen der Generation Z schlagen in die gleiche Kerbe. Einer im Jahr 2017 erstellten Untersuchung Studie des Marktforschungsunternehmens Cone Communications zufolge ist diese Generation praktisch einhellig (zu 94 %) überzeugt, dass es die Pflicht der Unternehmen ist, gegen Missstände im Sozial- und Umweltbereich aktiv zu werden und Initiativen zur Förderung von Gleichheit und Gerechtigkeit zu setzen. 

Das gleiche Nachhaltigkeitsdenken, das sie selbst an den Tag legen indem sich für Agenden wie den Klimawandel, Plastikmüll im Meer, der Abholzung von Regen- und Naturwäldern oder den Erhalt der Biodiversität einsetzen, indem sie beim täglichen Einkauf auf Nachhaltigkeit achten, weniger Fleisch essen und zu Gunsten des Weltklimas auf Flugreisen oder Autofahrten verzichten wo das nur möglich ist, fordern sie auch von Unternehmen ein. 57 Prozent der Millennial Investoren haben bereits Investments aus Unternehmen herausgezogen, weil deren Produkte, Angebote oder Policy nicht den Nachhaltigkeits-Kriterien entsprochen haben oder haben in diese Unternehmen bewusst nicht investiert.

Billionen für die Nachhaltigkeit

Und die Digital Natives gehen bei der Geldanlage daher auch neue Wege. „Swipe to invest“ hat MSCI Research die im März 2020 veröffentlichte Studie betitelt, in der untersucht wurde, wie Millennials mit höheren Einkommen zu ESG-Investments stehen. „Der Markt der nachhaltigen ESG-Investments wird von Millennials getrieben, die ihre Investments in Einklang mit ihren persönlichen Werten tätigen“, wird darin Julian Seelan, Experte für nachhaltige Investments bei Earnst & Young (EY) zitiert. Gleichzeitig bedeutet das auch:

Einer von der Bank of America Merrill Lynch im Jahr 2018 erstellten Studie kommt einer konservativen Schätzung zufolge zum Schluss, dass Millennial-Investoren – und besonders diejenigen mit höheren Einkommen – in den nächsten zwei Jahrzehnten 20 Billionen Dollar in ESG-Fonds investieren werden; annähernd so viel wie alle im S&P 500 Index gelisteten Unternehmen derzeit gemeinsam wert sind. Die Schätzung beruht auf der dynamischen Entwicklung der vorangegangenen 15 Jahre. In dem Zeitraum gab es bei nachhaltigen Investments ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 13,6 Prozent und im Zeitraum zwischen 1995 und 2018 hat sich das in nachhaltigen US-Fonds investierte Vermögen von 639 Milliarden Dollar auf 12 Billionen US-Dollar vervielfacht.

Angesichts der Corona-Pandemie und der Klimakrise gehen zahlreiche Fonds- und Assetmanager davon aus, dass diese Entwicklung noch weiter an Dynamik gewinnen wird. Hinter dieser Annahme steht eine weitere bemerkenswerte Kennzahl: Geschätzte 30 Billionen US-Dollar werden die Millennials und die Z-ler in den nächsten Jahrzehnten von ihrer Eltern- und Großelterngeneration erben. Ein gigantisches Vermögen, das sie – auch weil sie für das eigene Alter vorsorgen müssen – in zu großen Teilen gezielt in nachhaltige Finanzprodukte investieren werden. Denn wenn die Nachhaltigkeitskriterien nicht erfüllt werden, so bedeutet das für sie gleichzeitig, dass dahinter ein überholtes Geschäftsmodell ohne große Zukunft steht.

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Europa soll bis 2050 als erster Kontinent klimaneutral werden, also die Netto-Emissionen von Treibhausgasen auf null reduzieren. Auch die Finanzmärkte müssen dafür nachhaltig werden.

Das Ziel ist klar definiert: Bis 2050 soll Europa als erster Kontinent klimaneutral sein – Österreich gemäß den im Regierungsprogramm festgelegten Zielen sogar schon bis 2040. Das bedeutet, dass unter der CO2-Bilanz dann eine grüne Null stehen soll. In den nächsten 30 Jahren muss dafür eine moderne, ressourceneffiziente und wettbewerbsfähige Wirtschaft aufgebaut werden, die ihr Wachstum von der Ressourcennutzung abkoppelt und gleichzeitig niemanden ausklammert.

Der Weg dorthin scheint vielen als utopisch. Und die Ausgangssituation ist auch nicht rasend günstig. Im Jahr 2019 hat alleine Österreich einen Ausstoß von 72 Millionen Tonnen CO2 verursacht, die EU-27 Staaten gemeinsam rund 3,61 Milliarden Tonnen. Dennoch: Das am 11. Dezember 2019 vorgestellte Ziel der Dekarbonisierung soll – fast um jeden Preis – unbedingt erreicht werden.

Die Klimawende in der Wirtschaft soll auch die Rückschläge der Corona-Krise vergessen machen: Ein Drittel der Investitionen aus dem Aufbaupaket NextGenerationEU (NGEU) und dem Siebenjahreshaushalt der EU mit einem Umfang von insgesamt 1,8 Billionen Euro fließt in den Grünen Deal. Zur Finanzierung der zahlreichen, oft gigantischen Projekte wird die EU zahlreiche Anleihen (Green Bonds) im Umfang von bis zu 250 Milliarden Euro ausgeben. Anleger und Investoren können darin investieren und so von der Grünen Wende profitieren.

Mitte Juni wurde bei der ersten Transaktion im Rahmen von NextGenerationEU über eine Anleihe mit zehnjähriger Laufzeit, die am 4. Juli 2031 fällig ist, 20 Milliarden Euro mobilisiert, mit denen Europas Erholung von der Coronavirus-Krise und ihren Folgen finanziert werden soll. Seither wurden bereits etliche weitere Anleihen begeben, die allesamt mehrfach überzeichnet waren.

Grüne Anleihen für grüne Ziele

Johannes Hahn, EU-Kommissar für Haushalt und Verwaltung, dazu Anfang September: „Die Absicht der EU, bis Ende 2026 bis zu 250 Milliarden Euro an grünen Anleihen auszugeben, wird uns zum größten Emittenten grüner Anleihen der Welt machen. Dies ist auch Ausdruck unseres Engagements für Nachhaltigkeit und stellt ein nachhaltiges Finanzwesen in den Mittelpunkt der Aufbaumaßnahmen der EU.“

Der Rahmen für grüne Anleihen unter dem Dach von NextGenerationEU („grüne NGEU-Anleihen“) wurde im Einklang mit den Grundsätzen für grüne Anleihen der Internationalen Kapitalmarktvereinigung (ICMA), einem Marktstandard für grüne Anleihen, ausgearbeitet.

Konkret wird mit den Erlösen aus den grünen NGEU-Anleihen der Anteil der klimarelevanten Ausgaben an der Aufbau- und Resilienzfazilität finanziert. Jeder Mitgliedstaat muss mindestens 37 % seines nationalen Aufbau- und Resilienzplans – den Fahrplan für die Verwendung der Mittel im Rahmen der Aufbau- und Resilienzfazilität – für klimarelevante Investitionen und Reformen aufwenden, wobei viele Mitgliedstaaten beabsichtigen, diesen Mindestanteil zu überschreiten


Wofür das Geld benötigt wird – die Eckpfeiler des Green Deal

  1. Umgestaltung der Wirtschaft und der Gesellschaft
    Alle 27 EU-Mitgliedsstaaten haben sich verpflichtet, die EU bis 2050 zum ersten klimaneutralen Kontinent zu machen. Dafür wurde vereinbart, die Treibhausgas-Emissionen bis 2030 um mindestens 55 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren.
    Dadurch eröffnen sich neue Chancen für Innovationen und Investitionen, die Schaffung neuer Arbeitsplätze und nachhaltigem Wachstums, zur Verringerung der Abhängigkeit von Drittländern und der Verbesserung der Gesundheit und der Lebensbedingungen. Durch die Bekämpfung von Ungleichheit und Energiearmut werden gleichzeitig benachteiligte Bürger unterstützt. Die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Unternehmen wird ebenfalls gestärkt.
  2. Nachhaltige Gestaltung des Verkehrs
    Eine umweltgerechte, intelligente Mobilität soll ein sauberes, erschwingliches und auch in abgelegenen Regionen zugängliches Verkehrssystem schaffen. Bis 2030 sollen die gesamten Pkw-Emissionen um 55 Prozent reduziert werden, die Lkw-Emissionen um 50 Prozent. Neuwägen sollen bis 2035 emissionsfrei sein.
    Ein Mittel, um diese Ziele zu erreichen ist die CO2-Besteuerung. Ab 2026 wird der Straßenverkehr unter das Emissionshandelssystem fallen, was bedeutet, dass dem Verkehr die Kosten der Umweltbelastung angerechnet werden.
    In weiterer Folge soll es eine CO2-Bepreisung auch beim Flug- und Schiffsverkehr geben und so die Entwicklung und Nutzung CO2-neutraler Treibstoffe und Antriebe gefördert werden.
  3. Start der dritten industriellen Revolution
    Der ökologische Wandel wird neue Märkte für saubere Technologien und Produkte schaffen und somit der Wirtschaft und der Industrie neue Chancen eröffnen. So könnten in der EU bis zum Jahr 2030 rund 35 Millionen Gebäude saniert werden, was geschätzt etwa 160.000 zusätzliche grüne Arbeitsplätze schaffen könnte – mit einem steigenden Bedarf an lokalen Arbeitsplätzen. Die Mitgliedsstaaten sollen jährlich mindestens drei Prozent ihrer öffentlichen Gebäude sanieren
    Über einen Zeitraum von sieben Jahren werden 72,2 Milliarden Euro für die Sanierung von Gebäuden, den Zugang zu emissionsfreier und emissionsarmer Mobilität und auch für Einkommensbeihilfen bereitgestellt.
  4. Sauberes Energiesystem
    Damit die Emissionsziele für Treibhausgas erreicht werden muss einerseits der Anteil der erneuerbaren Energie auf EU-Ebene massiv gesteigert werden – die Messlatte dafür liegt bei 40 Prozent bis 2030 – gleichzeitig müssen aber auch weiter Energiesparmaßnahmen gesetzt werden. Der Endenergie- und Primärenergieverbrauch soll bis 2030 um 36 bis 39 Prozent reduziert werden.
  5. Belebung der Natur und Schutz der Biodiversität
    Die Wiederherstellung der Natur, Aufforstung und Schutz und Belebung der Wälder, Feucht- und Torfgebiete und der Biodiversität gehören zu den am schnellsten greifenden und günstigsten Möglichkeiten, um den natürlichen CO2-Abbau zu fördern und so dem Klimawandel entgegen zu wirken. Das Ziel ist, einen jährlichen natürlichen CO2-Abbau von 310 Millionen Tonnen zu erreichen.
  6. Förderung globaler Klimaschutzmaßnahmen
    Der Klimaschutz und die Klimaschutzprogramme der EU machen nicht an den EU-Außengrenzen Halt. Ein Drittel der weltweiten öffentlichen Finanzmittel für den Klimaschutz stammen aus der EU und ihren Mitgliedsstaaten. Mit Investitionen in Technologien für erneuerbare Energien wird etwa Know-how aufgebaut und es werden Produkte entwickelt, die weltweit dazu beitragen, den Klimawandel einzudämmen.

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ESG-Fonds haben die massiven Kursstürze in der Corona-Krise vergleichsweise besser überstanden. Dafür gibt es keine Garantie, doch etliche Indizien sprechen dafür, dass nachhaltige Investments auch krisenfester und resilienter sind.

Das Börsen-Beben zu Beginn der Corona-Krise war gewaltig erschütterte die Finanzmärkte rund um den Erdball. Im März 2020 fiel der MSCI World Index (XC0009692739) um 14,5 Prozent. Das ist durchaus ein einschneidender Verlust, denn der vom US-Finanzdienstleister MSCI herausgegebene Index gilt als einer der wichtigsten Indizes der Welt. Er deckt die Kursentwicklung von rund 1.600 Aktien aus 23 Industrieländern ab und dabei in jedem der Länder mit den jeweils größten Aktiengesellschaften rund 85 Prozent der Streubesitz-Marktkapitalisierung.

Die Mehrheit der ESG-Fonds konnte sich dagegen vergleichsweise besser behaupten. Immerhin 62 Prozent der ESG-Large-Cap-Fonds, das sind jene Fonds, in denen große Aktiengesellschaften gelistet sind – Cap steht für „Kapitalisierung“ –, schnitten in der Zeit besser ab als der Index. Die tägliche Wachstumsrate von ESG-Fonds war 4,6-mal höher als die konventioneller Fonds.

Ein ähnliches Phänomen zeigte sich auch Jahre zuvor während der Subprime-Krise, wenngleich auch in einem etwas geringeren Umfang. So war damals die durchschnittliche Wachstumsrate von ESG-Fonds 1,7-mal höher als die konventioneller Fonds.  

Versuche einer Erklärung

Obwohl aus den beobachteten Entwicklungen sicher nicht grosso modo behauptet werden kann, dass ESG-Investments generell robuster sind, so gibt es doch einige Indizien, die dafür sprechen.

Ein Punkt der für die Outperformance während der Krise spricht ist, dass ESG-Fonds in überdurchschnittlichem Maß in neue Technologien oder in das Gesundheitswesen investieren – Sektoren die von den Einschränkungen während der Pandemie weniger hart getroffen wurden oder davon sogar profitiert haben. Nachhaltige Aktienfonds sind zudem häufig eher defensiv positioniert, investieren also in Unternehmen, die auch in Krisenzeiten relativ stabile Erträge erwirtschaften. 

Ein weiterer Punkt ist, dass ESG-Investoren offenbar tendenziell langfristiger denken und auch loyaler sind, also auch während der Krisenmonate bei ihren Investments blieben und schließlich gibt es die Erwartung, dass sich Investitionen in den Klimaschutz auch als zukunftsträchtig erweisen. Und schließlich haben in der Pandemie auch das „S“ und das „G“ in ESG an Bedeutung gewonnen – die soziale und gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen. Vieles, das dafür spricht, dass Unternehmen die sich den ESG-Richtlinien verpflichten, auch ein entsprechender Sicherheitspuffer im Depot sind.

Stefan Walde, CEFA - Leiter Asset Management, Hypo Tirol Bank

Nachhaltige und ESG-konforme Finanzprodukte stehen hoch im Kurs. Stefan Walde, CEFA – Leiter Asset Management der Hypo Tirol Bank, über das neue Werteverständnis der Anleger und Investoren.

Herr Walde, wie hat sich die Nachfrage nach nachhaltigen Finanzprodukten unter Ihren Kunden in den letzten Jahren entwickelt?

Stefan Walde: In den letzten Jahren konnte eine signifikante Zunahme der Kundenachfragen zum Thema nachhaltiger Investments beobachtet werden. Vor allem jüngere Anleger zeigen wachsendes Interesse daran, den eigenen Vermögensaufbau unter nachhaltigen Gesichtspunkten auszurichten. Die mittlerweile breite Produktpalette in diesem Bereich trägt ebenfalls dazu bei, differenzierte Kundenwünsche besser bedienen zu können.

Wie schätzen Sie die Bedeutung dieser Produkte besonders unter den Jüngeren ein?

Stefan Walde: Der Trend hin zu einem nachhaltigeren und umweltverträglicheren Lebensstil spielt aktuell für viele junge Menschen eine entscheidende Rolle. Diese Zäsur spiegelt sich auch in einer verstärkten Nachfrage nachhaltiger Finanzprodukte wider. Kurz gesagt, viele junge Menschen wollen einen Beitrag für ihre Zukunft – und die ihrer Kinder – leisten. Auch wenn das Budget für die eigene Photovoltaikanlage oder das eigene Elektrofahrzeug noch nicht ausreicht, können sich junge Sparer zum Beispiel über einen Fondssparplan mit nachhaltigen Investments bereits heute an einer „grüneren“ Zukunft beteiligen.

Nachhaltigkeit und Rendite galten lange als Begriffe, die einander ausschließen. Ist das Geschichte?

Stefan Walde: Inwieweit sich Nachhaltigkeit und Rendite einander ausschließen – oder sogar unterstützten – hängt auch von der jeweiligen Branche ab. Ein Windkraftproduzent wird weniger Probleme haben, beide Aspekte unter einen Hut zu bekommen, als beispielsweise eine Erdölraffinerie. Des Weiteren wurden früher oftmals beide Augen zugedrückt, wenn es um die negativen Auswirkungen der „hohen Rendite“ ging. Beispielsweise wäre die „Rendite“ in der Autobranche wohl nicht so hoch, wenn Unternehmen für die gesundheitlichen Folgen ihrer Produkte aufkommen müssten. Solange diese jedoch vom staatlichen Gesundheitssystem getragen werden, bleibt natürlich eine „rechnerisch“ höhere Rendite bei den traditionellen Autobauern dieser Welt übrig. Um den Klimawandel effektiv begegnen zu können, wird uns als Gesellschaft wohl nichts anderes übrig bleiben, als beide Begriffe miteinander in Einklang zu bringen.

Der Umbau der Wirtschaft zu einer „Green Economy“ erfordert massive Investitionen. Die EU wird zur Finanzierung Green Bonds auflegen. Wie kann man als (Klein-)Investor daran partizipieren?

Stefan Walde: Investoren können an der Emission von Green Bonds partizipieren, indem sie entweder in aktiv gemanagte Fonds oder passiv gemanagte ETFs, welche auf Green Bond-Indices basieren, investieren. Diese Produkte sind sowohl für große institutionelle Investoren als auch für Kleininvestoren verfügbar.


Green Bonds:

Das Kernstück eines Green Bonds (Deutsch: „Grüne Anleihen“) ist die Verwendung der Emissionserlöse für grüne Projekte, die in angemessener Form in der Anleihedokumentation festgehalten werden sollte. Die ausgewählten grünen Projekte sollten einen klaren Umweltnutzen schaffen, der evaluiert und, falls möglich, quantifiziert wird. Wie bei Anleihen üblich gibt werden auch bei Green Bonds die Verzinsung und die Laufzeit der Anleihen vor der Emission fixiert.

Die International Capital Markets Association hat dafür die Green Bond Principles (GPB) erstellt, die von nahezu allen weltweit ausgegebenen Green Bonds eingehalten werden (siehe Grafik der ICMA)

Die vier Kernkomponenten der GBP sind:

1. Ökologische Verwendung der Emissionserlöse (Use of Proceeds)

2. Laufender Prozess der Projektbewertung und -auswahl (Process for Project Evaluation & Selection)

3. Management der Erlöse (Management of Proceeds)

4. Fortlaufende Berichterstattung (Reporting)



Die Kategorien der geeigneten grünen Projekte umfassen unter anderem:

  • Erneuerbare Energien (u.a. Produktion; Übertragung; Anwendungen und Produkte)
  • Energieeffizienz (beispielsweise in neuen und renovierten Gebäuden; bei der Energiespeicherung; Fernwärmesysteme; intelligente Netze; Anwendungen und Produkten)
  • Verschmutzungsprävention und -kontrolle (u.a. Reduzierung der Luftverschmutzung; Treibhausgaskontrolle; Bodenaufbereitung; Abfallprävention und -verringerung sowie energie- und emissionseffiziente Müllverbrennungsanlagen)
  • Ökologisch nachhaltiges Management von lebenden natürlichen Ressourcen und Landnutzung (u.a. ökologisch nachhaltige Land- und Forstwirtschaft einschließlich Erst- und Wiederaufforstung sowie Erhaltung und Wiederherstellung von Landflächen; ökologisch nachhaltige und artgerechte Tierhaltung, Fischerei und Aquakultur; intelligente landwirtschaftliche Instrumente wie biologischer Pflanzenschutz oder wassersparende Tröpfchenbewässerung)
  • Erhaltung der terrestrischen und marinen Artenvielfalt (u.a. Schutz von Küsten, Meeres- und Einzugsgebieten)
  • Sauberer Transport (u.a. Elektro- und Hybridtransport; öffentlicher Nah-, Fern- und Schienenverkehr; nichtmotorisierter und multimodaler Transport; Infrastruktur für mit sauberer Energie betriebene Fahrzeuge und Reduzierung von Schadstoffemissionen)
  • Nachhaltiges (Ab-)Wassermanagement (u.a. nachhaltige Infrastruktur für sauberes Wasser und/oder Trinkwasser, Abwasseraufbereitung, nachhaltige Stadtentwässerung und Flussregulierung sowie weitere Hochwasserschutzmaßnahmen)
  • Anpassung an den bereits existierenden Klimawandel (u.a. unterstützende Informationssysteme wie Klimabeobachtungs- und Frühwarnsysteme)
  • Umwelteffiziente und/oder für die Kreislaufwirtschaft geeignete Produkte, Produkttechnologien und Prozesse (u.a. Entwicklung und Einführung ökologisch nachhaltiger Produkte mit Umweltsiegeln und -zertifikaten, ressourcenschonende Verpackung und Vertrieb)
  • Umweltfreundliche Gebäude, die regional, national oder international anerkannte Standards und Zertifikationskriterien erfüllen

DOWNLOADS:

  1. Deutsche Version der Green Bond Principles
  2. Liste der aktuell an der Frankfurter Börse gehandelten Green Bonds

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Wenn Nachhaltigkeit alleine nicht genug ist: Impact Investing geht über den reinen ESG-Gedanken hinaus. Investoren wollen damit auch einen Wandel anstoßen und etwas zum Besseren verändern.

Geld nachhaltig anlegen und investieren. Etwas Anderes kommt für viele Anleger mittlerweile gar nicht mehr infrage. Dass die ESG-Kriterien und somit ökologische, soziale und unternehmerische Grundsätze eingehalten werden ist dabei eine Grundvoraussetzung. Manchen Anlegern ist das aber noch immer nicht genug. Sie wollen nicht nur, dass die Unternehmen die ESG-Ausschlusskriterien erfüllen – also etwa Kinderarbeit vermeiden, nicht im Öl- oder Gasgeschäft tätig sind oder faire Löhne zahlen und Transparenz an den Tag legen. Es geht ihnen nicht nur darum, Schaden zu vermeiden, sie wollen auch aktiv einen Nutzen stiften.

Die Unternehmen, in die diese Anleger investieren, müssen daher auch einen aktiven Beitrag für einen gesellschaftlichen, ökologischen oder sozialen Wandel leisten. Das Stichwort dafür ist „Impact Investing“ oder „Anlegen mit Engagement“. Gemeint ist damit, dass Anleger mit ihrem Geld in vorher bestimmte ökologische oder soziale Initiativen investieren, für die konkrete und messbare Ziele vorgegeben sind, die auch überprüft werden. Gleichzeitig sollen die Anleger mit diesen Investments noch finanziell profitieren und eine entsprechende Rendite erwirtschaften.

Mit Geld Einfluss nehmen

Der britische Investor und Unternehmer Sir Ronald Cohen gilt als „Vater des Impact Investing“. Seine Kernforderung ist, dass Investments neben einer positiven finanziellen Rendite auch positive Auswirkungen auf die Umwelt und die Gesellschaft haben müssen. Seine Grundprinzipien und Gedanken hat Cohen auch in seinem im Mai 2021 auch in Deutsch erschienenen Buch „Impact: Ein neuer Kapitalismus für echte Veränderungen“ festgehalten. Darin erklärt er, wie der Kapitalismus verändert und der private Sektor von einem „Umweltverschmutzer und Förderer der Ungleichheit“ in eine Kraft für das Gute verwandelt werden kann. Wie Chancen gerechter verteilt und Lösungen für die großen sozialen und ökologischen Herausforderungen gefunden werden können und welche Rolle jeder Einzelne dabei spielen kann.

Cohen ist auch Chairman der im Jahr 2015 gegründeten Global Steering Group for Impact Investment (GSG), einer Gruppe, der sich mittlerweile 28 internationale Gremien angeschlossen haben, die 33 Staaten repräsentieren. Seit der Gründung im Jahr 2011 ist Cohen zudem Vorsitzender von Großbritanniens erster sozialer Investmentbank Big Society Capital.

Fonds, die bewegen

Sogenannte „Impact-Fonds“ investieren daher direkt in Unternehmen, die zum Beispiel Bildungsangebote für zukünftige Generationen schaffen oder diese finanzieren, die Programme für den Erhalt der Biodiversität unterstützen oder die den Einsatz erneuerbarer Energien zur Reduzierung der globalen CO2-Emissionen vorantreiben, fördern und finanzieren.

Ein internationales Beispiel für einen solchen Fonds ist der BlackRock Global Impact Fund (IE00BL5H0Y66). Der Fonds investiert in Unternehmen, die mit ihren Produkten oder Dienstleistungen einen aktiven Beitrag zur Verbesserung der Welt leisten. Damit werden Innovationen unterstützt, die der Menschheit zugutekommen. Gemanagt wird der Fonds von Eric Rice, einem der Pioniere im Bereich des Impact Investments „Wenn Sie mit Ihrem Ersparten eine starke Rendite aus Anlagen in Unternehmen erzielen können, die Positives für unseren Planeten bewirken, warum sollten Sie es dann anders anlegen?“, ist eine der grundsätzlichen Fragen, die Rice in Richtung der Anleger stellt.

Auch Amundi Asset Management hat bereits eine ganze Reihe von Impact-Fonds aufgelegt, so etwa den „Amundi Responsible Investing Impact Green Bonds (FR0013411741)„, der grüne Projekte finanziert und Emittenten grüner Anleihen zur Offenlegung von Umweltinformationen verpflichtet. Mit dem Amundi CPR Invest Education (LU1951340816), einem globalen Themen-Aktienfonds, wird weltweit in den Bildungssektor investiert. Die messbaren Zahlen dieses Fonds: 43 Prozent des Portfolios wurden direkt in Bildung – Schule, Universität, lebenslanges Lernen investiert. 13.600 Schülern und Studenten wurde mit Hilfe des Fonds der Zugang zu Bildung ermöglicht. Der Fonds hat zu 4,2 Millionen Unterrichtsstunden beigetragen und drei Prozent der Managementgebühren wurden an gemeinnützige Bildungsorganisationen gespendet. Ähnliche Werte gibt es für den CPR Climate Action Fonds (LU1902443420) und den CPR Social Impact Fonds (LU2036821820).

Die genannten Investmentfonds entsprechen dem Artikel 9 Offenlegungsverordnung der Europäischen Union. Darin sind die Transparenzregeln von Impact-Anlageprodukten festgehalten.

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Mit ihren Stimmrechten haben Aktionäre einen Trumpf in der Hand: Sie können bei Hauptversammlungen die weitere Entwicklung von Unternehmen und deren Nachhaltigkeit beeinflussen. Besonderes Gewicht haben dabei die große Asset Management Gesellschaften.

Eine gute und verantwortungsvolle Unternehmensführung, die nachhaltige und zukunftsorientierte Ausrichtung von Unternehmen und die Einhaltung der ESG-Kriterien gemäß den Sustainable Development Goals der UNO sind die grundlegenden Werte, die bei ESG-Investments angelegt werden.

Die Einhaltung der ESG-Kriterien (Environmental, Social und Governance) können sich Manager und Vorstände börsennotierter Unternehmen aber nicht einfach selbst an die Brust heften. Sie müssen in Nachhaltigkeitsberichten dokumentiert werden und das Management muss im Rahmen der regelmäßigen Hauptversammlungen auch diesbezüglich Rede und Antwort stellen.

Dort schlägt die Stunde der Aktionäre, denn als de-facto Miteigentümer der Unternehmen haben sie ein Mitspracherecht bei unternehmenskritischen Entscheidungen und es auch in der Hand, über die Entlastung der Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder zu entscheiden. Besonderes Gewicht haben dabei die Vertreter der oft viele Milliarden schweren Asset Management Gesellschaften, die über ihre Fonds mitunter markante Anteile an einzelnen Unternehmen halten.

Die Entlastung des Managements

Das österreichische Aktiengesetz (AktG) sieht in § 104 Abs. 2 Z3 vor, dass die Hauptversammlung – also die Aktionäre – über die Entlastung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats für das vorangegangene Geschäftsjahr zu entscheiden hat. Wird einem Vorstand oder einem Aufsichtsrat die Entlastung erteilt, so bedeutet das, dass die Aktionäre grundsätzlich mit dessen Arbeit in der Vergangenheit einverstanden sind und ihm auch das Vertrauen für die Zukunft aussprechen.

Aktionäre können diese Entlastung auch verweigern, wenn es Hinweise auf Pflichtverstöße des Vorstands oder des Aufsichtsrats gibt. Und genau machen die Vertreter großer Asset Management Gesellschaften gelegentlich auch, wenn Verstöße gegen die SDG- und ESG-Kriterien vorliegen und sich das Management uneinsichtig zeigt oder keine Absicht, daran etwas zu ändern an den Tag legt. In Österreich ist die Wirkung der Entlastung allerdings anders als zum Beispiel in Deutschland nicht gesetzlich geregelt. Das bedeutet, dass hier auch im Fall einer Entlastung noch Schadenersatzansprüche gegen das jeweilige Mitglied des Managements gestellt werden können.

ESG-Engagement

Große Asset Management und Fondsgesellschaften versuchen aber nicht nur auf Hauptversammlungen Einfluss auf Unternehmen zu nehmen. Sue tun das auch im Rahmen von informellen Dialogen, um das Management von Unternehmen zu mehr Nachhaltigkeit im Businessmodell und in der Unternehmensführung zu bewegen. Auch als Inhaber von Anleihen, die im Gegensatz zu Aktionären mit keinem Stimmrecht ausgestattet sind, können sie so Einfluss nehmen.

Auf internationaler Ebene ist hier etwa das zu Morningstar gehörende Unternehmen Sustainalytics ein gewichtiger Player. Sustainalytics poolt das Kapital verschiedener Investoren und erhöht damit die Chancen eines Engagements auf Augenhöhe. . Sustainalytics nimmt (insbesondere in Schwellenländern) Kontakt zu Unternehmen auf, wenn, dass diese gegen Nachhaltigkeitskriterien verstoßen. Dabei werden Themen wie Menschenrechte, das Management von Umwelt- und Nachhaltigkeitsfragen, Gesundheits- und Sicherheitsmaßnahmen, Arbeitnehmerrechte und Unternehmensethik angesprochen. Sustainalytics und andere Nachhaltigkeits-Netzwerke bündeln somit die Interessen von Anlegern, die in nachhaltige Produkte investieren.

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Nachhaltige Geldanlage hat in den letzten Jahren einen enormen Aufschwung erlebt. Mitunter werden aber auch Finanzprodukte als umweltfreundlich, grün oder nachhaltig beworben, obwohl sie die dafür verpflichtenden Standards nicht erfüllen.

Das Thema der nachhaltigen Geldanlage ist breit in der Gesellschaft angekommen. Immer mehr Anleger investieren in ESG-zertifizierte Finanzprodukte. Doch es gibt auch unseriöse Anbieter: nicht jedes als „grün“ und „nachhaltig“ beworbene Angebot erfüllt auch die Voraussetzungen, um als ein solches gewertet werden zu können.

Auch die österreichische Finanzmarktaufsicht FMA hat vermehrte Anfragen rund um das Thema nachhaltige Finanzprodukte registriert und warnt vor Greenwashing bei Finanzprodukten, also vor Angeboten unseriöser Anbieter, die als umweltfreundlich beworben werden, das aber gar nicht sind. Die FMA hat daher das Thema Nachhaltigkeit auch zu einem ihrer der Aufsichts- und Prüfschwerpunkte im Jahr 2021 auserkoren.

Grünes Täuschungsmanöver

Die Grundproblematik ist, dass Anleger unter Vortäuschung falscher Tatsachen zu Investments verleitet werden, die sie in Kenntnis der tatsächlichen Auswirkungen des Finanzprodukts nicht oder nur zu einem anderen Preis getätigt hätten. In dem Fall des Greenwashings eben mit einem Öko-Anstrich. „Unternehmen wollen sich und ihrem Produkt damit einen Wettbewerbsvorteil verschaffen und sich ein besseres Image verpassen, um einen höheren Preis verlangen zu können“, warnt die FMA in ihrer Informationsbroschüre zu dem Thema.

„Greenwashing“ wird, so die FMA, dabei durch irreführende oder falsche Angaben in Werbung, Beratungsgesprächen und Produktdokumentation betrieben. Häufig ist es mit einer entsprechenden optischen Gestaltung verbunden wie etwa durch die Verwendung der Farbe Grün und durch Darstellungen von unberührter Natur. Außerdem werden oft Begriffe wie „ökologisch“ oder „grün“ verwendet, oder es wird mit einer Zertifizierung geworben, die es gar nicht gibt. „Lassen Sie sich nicht täuschen – nicht jedes Finanzprodukt ist so grün, wie es vorgibt“, warnt die FMA.

Keine Garantie

Nachhaltige Finanzprodukte haben sich zwar in der Corona-Krise vergleichsweise stabil entwickelt und konnten im Krisenjahr 2020 eine überdurchschnittliche Rendite erzielen. „Sie sind aber nicht per se sicherer als vergleichbare herkömmliche Geldanlagen. Fragen Sie immer nach und seien Sie kritisch“, mahnt der Vorstand der FMA, Helmut Ettl und Eduard Müller.

Die ESG-Kriterien für eine nachhaltige Geldanlage wurden von der UNO definiert. Um ökologisch nachhaltig zu sein, muss eine Geldanlage außerdem einen Beitrag zu im europäischen Recht festgelegten Umweltzielen leisten. Unternehmen, Banken und Versicherungen müssen in ihren Jahresberichten Informationen zur Nachhaltigkeit offenlegen.

Auf seriöse Anbieter setzen

Die FMA mahnt besonders bei Investments am „grauen“, also nicht regulierten Kapitalmarkt zur Vorsicht. Die dort angebotenen Produkte liegen außerhalb des Aufsichtsspektrums, dürfen aber dennoch angeboten werden. „Hier werden häufig Investitionen in grüne Immobilien, Wind- und Solarparks oder Wasserkraftwerke angeboten“, bemerkt die FMA und warnt: „Wenn solche Projekte als qualifizierte Nachrangdarlehen, Unternehmensbeteiligungen, Schuldverschreibungen oder Genussrechte ausgestaltet sind, sollte man sich bewusst sein, dass bei Insolvenz des Unternehmens das gesamte investierte Geld verloren sein kann“

Um dem Greenwashing entgegenzutreten werden die gesetzlichen Bestimmungen für Produkte, die als „grün“ oder nachhaltig bezeichnet werden dürfen, auf nationaler und auf europäischer Ebene permanent verbessert und verschärft. Bei seriösen Fondsanbietern kann man sich darauf verlassen, dass als nachhaltig beworbene Fonds auch tatsächlich die entsprechenden Anforderungen erfüllen. Ein guter Indikator, wenn auch nicht der einzige, ist das Österreichische Umweltzeichen für Finanzprodukte. Das Umweltzeichen zertifiziert im Finanzbereich ethisch orientierte Projekte und Unternehmen, die Gewinne durch nachhaltige Investitionen erzielen. Es gibt am Markt aktuell (Stand: 4. Oktober 2021) insgesamt 203 mit dem Umweltzeichen zertifizierte Finanzprodukte. Eine Übersicht dieser Produkte finden Sie hier zum Download.

Seit Anfang 2020 können auch Finanzprodukte abseits klassischer Fonds mit dem Österreichischen Umweltzeichen (UZ 49) ausgezeichnet werden. So sind aktuell 178 Fonds, 10 Spar- und Giroprodukte, 10 fondsgebundene Lebensversicherungen und 2 Green Bonds von insgesamt 59 Lizenznehmern ausgezeichnet. Das Volumen der zertifizierten Finanzprodukte beträgt aktuell rund 20 Milliarden Euro.

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Der Klimawandel und neue soziale und gesellschaftliche Normen erfordern von Unternehmen enorme Anstrengungen. Weil sich nicht alle Herausforderungen sofort umsetzen lassen hat sich bei der nachhaltigen Geldanlage der Best-in-Class-Ansatz etabliert.

Die ESG-Kriterien für eine nachhaltige und zukunftsorientierte Geldanlage sind für Fondmanager eine enorme Herausforderung, denn natürlich wollen sie am Ende des Tages auch eine entsprechende Rendite erzielen – im Interesse der Investoren und Anleger. Unter knallharten und sehr engen Maßstäben gesehen können die ESG-Kriterien dabei eine Hürde darstellen, weil dadurch zum Beispiel bestimmte Branchen grundsätzlich für Investments ausgeschlossen werden, etwa weil sie sehr ressourcenintensiv sind oder aufgrund des hohen Energieaufwands bei der Produktion bestimmter Produkte.

Die Produktion von Batterien und Akkus für E-Autos und andere Fahrzeuge rund um die Elektromobilität oder die modernen Kommunikationsmittel ist ein solcher Bereich. Auch wenn die Entwicklung dabei noch längst nicht abgeschlossen ist gibt es zu Recht Kritik an der Art und Weise, wie Batterien produziert und wie die dafür benötigten Rohstoffe gewonnen werden.

Im Bereich der nachhaltigen Geldanlage hat sich daher der Best-in-Class-Ansatz etabliert: Investiert wird nur in die Unternehmen, die in einer besonders zukunftsträchtigen und zukunftsorientierten Branche die ESG-Kriterien am besten erfüllen. Dabei werden zum Beispiel Kriterien wie der Energieverbrauch und die Energieeffizient, das Umweltmanagement-System, Schulungsprogramme für Mitarbeiter oder die Unabhängigkeit des Aufsichtsrats bewertet. Die Unternehmen, die in ihrer Branche am besten abschneiden – etwa weil sie in ihrer Branche Vorreiter sind und die nachweislich niedrigsten CO2-Emissionen haben – gelten dann als für nachhaltige Investments und nachhaltige Fonds geeignet.

Investieren in die Besten

Der Best-in-Class-Ansatz wurde in den 1990er Jahren entwickelt und hat sich seither zu einer markanten Bewertung etabliert, um die nachhaltige Performance von Unternehmen vergleichen zu können. Für Unternehmen und in besonderem Maß für große Konzerne ist es ein besonderer Ansporn, als „Klassenbeste“ nach ESG-Kriterien gewertet zu werden, weil sie mit diesem Siegel auch in nachhaltige Indizes wie zum Beispiel dem Dow Jones Sustainability Index World (XC0009673986) gelistet werden können.

Der Index gilt als einer der wichtigsten Nachhaltigkeits-Indizes. Er repräsentiert zehn Prozent der 2.500 größten Unternehmen im S&P Global BMI. Die Mitglieder-Liste der im Index aufgenommenen Unternehmen wird laufend nach ökonomischen, ökologischen und sozialen Kriterien evaluiert, zuletzt war das am 6. Oktober 2021 der Fall. Vom Beginn des Jahres 2021 bis Ende Oktober liegt der Wertzuwachs im Index bei 15,8 Prozent, über zehn Jahre kommt der Index auf einen stattlichen Wertzuwachs von 121,4 Prozent bzw. ein durchschnittliches jährliches Plus von 8,27 Prozent.

Für Asset-Manager ist die Best-in-Class-Bewertung ebenso interessant, weil sie so in Unternehmen aus Branchen investieren können, die andernfalls unter Einhaltung der ESG-Kriterien von Investments ausgeschlossen wären. Und das wird in großem Stil gemacht: Einer im Februar 2021 von Statista veröffentlichten Analyse zufolge haben sich die in Europa getätigten Best-in-Class-Investmets in ESG-Fonds von 2005 bis 2017 von 57,82 Billionen Euro auf 585,73 Billionen Euro mehr als verzehnfacht. Das Forum nachhaltige Geldanlangen hat ermittelt, dass der Anteil an Best-in-Class-Investments in nachhaltigen Investmentfonds in Deutschland bei 34 Prozent liegt.

Kritik am Best-in-Class-Prinzip

Dennoch ist der Best-in-Class-Ansatz heftig umstritten. Der größte Kritikpunkt sind – wenn tatsächlich keine Branche ausgeschlossen wird – die fehlenden Ausschlusskriterien. In einem als nachhaltig gekennzeichneten Fonds können dann auch Unternehmen aus dem Umfeld der Atomenergieproduktion, der Erdölindustrie oder sogar der Waffenproduktion gelistet sein, wenn die Unternehmen als die besten ihrer Branche bewertet werden und keine weiteren Kriterien angelegt werden.

Bei als nachhaltig zertifizierten Fonds – siehe den Artikel zu den Gütesiegeln – müssen Anleger diese Sorge jedoch nicht haben, denn in der Praxis hat sich dafür ein kombinierter Best-in-Class-Ansatz etabliert, bei dem auch ethische, soziale und ökologische Ausschlusskriterien herangezogen werden.

Auf diese Weise werden Unternehmen deren Geschäftsgrundlagen in bedenklichen oder klimaschädlichen Branchen liegen, für Investments ausgeschlossen und die Asset-Manager können Kunden in ihren ESG-zertifizierten Wertpapierfonds diversifizierte Portfolios mit guten Rendite-Aussichten anbieten.

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Nachhaltigkeit verlangt auch eine ethisch und moralisch verantwortungsvolle Unternehmensführung. Die respektvolle, partnerschaftliche Governance ist ein entscheidender Faktor für den Unternehmenserfolg.

„Who Cares Wins“ war der Titel des ersten, im Jahr 2004 veröffentlichten Arbeitspapiers der Vereinten Nationen zur Bedeutung der Nachhaltigkeit für den Finanzsektor und die gesamte Gesellschaft. Der damals verwendete Slogan hat immer noch seine Gültigkeit, besonders auch wenn man an den Bereich der Unternehmensführung, der Governance denkt.

Mehr noch: ein Verhaltenskodex, der Transparenz garantiert und sicherstellt, dass in einem Unternehmen ethische Grundprinzipien eingehalten und wettbewerbsfeindliche Praktiken sowie Korruption vermieden werden, trägt maßgeblich dazu bei, dass sich dieses Unternehmen auch als vertrauensvoller, verantwortungsvoller Geschäftspartner positionieren kann.

Und ein solcher Kodex steigert das Vertrauen der Anleger und letztlich auch den Marktwert. Unternehmen mit einer guten Governance sind daher für Anleger uns Investoren auch wesentlich erfolgversprechender. Das „G“ in ESG wird deshalb auch als Motor der ESG-Entwicklung gesehen.

Anerkannte Standards für eine gute Governance sind unter anderem der Deutsche Corporate Governance Kodex, der UN Global Compact, die ISO 37000 Norm als Leitlinie für Unternehmen und ihre Sub-Normen (37002: Whistleblowing / Managementsysteme / Richtlinien; 37301: Compliance-Managementsysteme; 37001: Managementsysteme zur Bekämpfung von Korruption und Bestechung) sowie die OECD-Grundsätze der Corporate Governance. Orientierung gibt auch die Global Reporting Initiative (GRI).

Unternehmensführung ist aber nicht bloß ein internes Thema sondern hat konkrete ökologische und soziale Komponenten, somit direkten Einfluss auf die Umwelt und die Gesellschaft und wieder Auswirkungen auf den unternehmerischen Erfolg. Nachhaltiges Denken und Handeln von hat nämlich direkten Einfluss auf die weiteren ESG-Bereiche.

„Eine solide Unternehmensführung und Risikomanagementsysteme sind entscheidende Voraussetzungen für die erfolgreiche Umsetzung von Strategien und Maßnahmen zur Bewältigung ökologischer und sozialer Herausforderungen“, wurde bereits 2004 im „Who Cares Wins“ Bericht betont.

Generell gilt außerdem, dass gut geführte Unternehmen auch eine bessere Performance aufweisen und somit auch für Investoren und Anleger interessanter sind. So führt etwa Diversität in Unternehmen erwiesenermaßen auch zu besseren Leistungen in komplexen Umfeldern. Eine faire und gerechte Bezahlung schafft Vorteile beim Recruiting und trägt in hohem Maß dazu bei, dass Mitarbeiter einem Unternehmen länger die Treue halten als das sonst der Fall wäre.

Durch die Corona-Pandemie hat eine nachhaltige Governance weiter an Bedeutung und an Breite gewonnen. Die UNO geht davon aus, dass aufgrund der Pandemie Ungleichheit, Ausgrenzung, Diskriminierung und Arbeitslosigkeit weltweit zunehmen. Soziale Absicherungssysteme und Schutz von Arbeitnehmern werden noch wichtigere Elemente der Governance. Die Pandemie hat Unternehmen vor neue Fragen gestellt, die zur Sicherung der eigenen Existenz beantwortet werden mussten. Soziale Sicherheit, Sicherheit am Arbeitsplatz, Schutz der Mitarbeiter und der Kunden wurden zu essenziellen und gleichzeitig auch unternehmenskritischen Erfolgsfaktoren. Und während davor Lieferketten hauptsächlich von Preis und Effizienz dominiert waren, spielen nun andere Faktoren wie die Regionalität wieder eine wesentlich wichtigere Rolle.


Die ISO 37000-Prinzipien

Die globale ISO 37000 Leitlinie beschreibt, wie Vorstände bessere Governance-Entscheidungen in einer unsicheren Welt treffen können, in der langfristige Nachhaltigkeit am wichtigsten ist. Der Leitfaden erklärt, wie gute Unternehmensführung in elf geschäftskritischen Themen aussieht:

  1. Zweck: Existenzberechtigung aus allen Perspektiven 
  2. Wertmodell: die Elemente umfassen Wertschöpfung und Wertgenerierung erforderlichen Zweck zu erfüllen
  3. Strategie: Lenkung und Einbindung von Strategien in Übereinstimmung mit dem Wertgenerierungsmodell
  4. Aufsicht: Überwachung der organisatorischen Leistung und Sicherstellung, dass die Organisation alle Erwartungen erfüllt
  5. Rechenschaftspflicht: diejenigen zur Rechenschaft ziehen, denen das Leitungsorgan Autorität(en) zugesprochen hat
  6. Stakeholder-Engagement: Interaktion mit Stakeholdern und Erfüllung der Erwartungen
  7. Führung: ethische und effektive Führungsarrangements
  8. Daten und Entscheidungen: Daten als Ressource für die Entscheidungsfindung
  9. Risk Governance: die Bewertung von Unsicherheit auf den Unternehmenszweck und die strategischen Ergebnisse
  10. Soziale Verantwortung: transparente Entscheidungsfindung im Einklang mit breiteren gesellschaftlichen Erwartungen
  11. Rentabilität und Leistung im Laufe der Zeit: langfristig rentabel bleiben, ohne die gegenwärtigen und zukünftigen Generationen zu beeinträchtigen

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In ihren Sustainable Development Goals (SDGs) hat die UNO unter anderem die Vermeidung von Armut und Hunger sowie die Förderung von Gesundheit, Bildung und der Geschlechtergleichheit festgehalten. Mit ESG-zertifizierten Investments werden diese Ziele unterstützt.

Ein Arbeitsplatz mit gerechten Arbeitsbedingungen und einer fairen Entlohnung, die Vermeidung von Kinderarbeit, der allgemeine Zugang zu Bildung, eine funktionierende Gesundheitsvorsorge und eine divers-gerechte Gesellschaft: Was in Mitteleuropa fast schon selbstverständlich ist, das ist an anderen Orten der Welt oft leider noch eher die Ausnahme als die Regel.

Die ernüchternden Zahlen der International Labour Organisation (ILO) belegen, dass Kinderarbeit etwa immer noch weit verbreitetet Phänomen ist. Demnach waren im Jahr 2018 weltweit 152 Millionen Kinder von Kinderarbeit betroffen. Und es ist nicht so, dass es Kinderarbeit nur fernab in irgendwelchen Hinterhof-Firmen in Entwicklungsländern gäbe. Der ILO-Analyse zufolge waren im Jahr 2019 immer noch 2,3 Prozent der im MSCI All-Country World Index gelisteten Unternehmen mit Kontroversen rund um Kinderarbeit konfrontiert. Der Index umfasst Aktien der 3.000 größten börsengehandelten Unternehmen aus insgesamt 50 Ländern.

Die am stärksten betroffenen Sektoren unter den Unternehmen im MSCI AC World Index mit mindestens einer Kontroverse rund um Kinderarbeit sind die Nahrungsmittelindustrie und die Automobilindustrie mit jeweils 16 Prozent, gefolgt von der Tabak- und Hardware-Industrie mit jeweils elf Prozent und dem Einzelhandel (7%); siehe Grafik


Quelle: SCI ESG Research, Deutsche Bank AG. Stand: Dezember 2017

Freilich hatten die Kinder zumeist nicht in den im Index gelisteten Unternehmen selbst gearbeitet, sondern in Zulieferbetrieben entlang der globalen Lieferketten. Doch das bedeutet nicht, dass sich die Unternehmen nicht der Verantwortung stellen müssen. Es liegt schließlich in ihrer Macht, auf Zulieferbetriebe einzuwirken, die Arbeitsbedingungen zu verändern oder andernfalls auf die Zusammenarbeit mit den Unternehmen zu verzichten und stattdessen andere Zulieferbetriebe zu beauftragen.

Dasselbe Druckmittel haben Anleger und Investoren in der Hand, wenn sie Aktien eines Unternehmens kaufen. Als Teilhaber des jeweiligen Unternehmens haben die großen Investoren und institutionellen Anleger ein Mitspracherecht bei den Entscheidungen von Unternehmen und können einfordern, dass diese ihre Lieferketten frei von Kinderarbeit halten.

Die 2018 gegründete Investor Alliance for Human Rights vertritt etwa Investoren mit einem verwalteten Vermögen von über 2 Billionen US-Dollar und nutzt die Hebelwirkung der Investoren, um nachteilige Auswirkungen auf die Menschenrechte zu vermeiden.


Die wichtigsten Kontroversen über Kinderarbeit, nach Lieferkette und Sektor


Quelle: MSCI ACWI Index, Deutsche Bank AG. Stand: Dezember 2017.

Soziale Nachhaltigkeit – das ist der Oberbegriff, unter dem man die Bemühungen für eine fairere und gerechtere Welt zusammenfassen kann. Acht der 17 von den Vereinten Nationen definierten Social Development Goals (SDGs) fallen darunter. Keine Armut (Ziel 1); Kein Hunger (Ziel 2); Gesundheit und Wohlergehen (Ziel 3); Chancengleichheit und hochwertige Bildung (Ziel 4); Geschlechtergleichheit (Ziel 5); Bezahlbare und saubere Energie (Ziel 7); Gute Arbeit und Wirtschaftswachstum (Ziel 8) und Nachhaltige Städte und Gemeinden (Ziel 11).

Allerdings ist Soziale Nachhaltigkeit immer noch ein Begriff, den man selten in Zusammenhang mit Geldanlage hört. Nur 14 Prozent der von der Global Reporting Initiative (GRI) erstellten „sozialen“ Ratings richten sich an Investoren (Stand: Oktober 2020). Im Vergleich dazu haben 97 Prozent und 80 Prozent aller Governance-Ratings aller Umwelt-Ratings Investoren als primäre Zielgruppe. Für viele Investoren ist es noch neu, die sozialen Auswirkungen einer Investition zu berücksichtigen, auch wenn soziale Kennzahlen messbare finanzielle Auswirkungen auf Investitionen haben.

Bisher ist das Universum der S-Anleihen (Social Bonds) auch noch viel kleiner als der Markt für „Grüne Anleihen“ (Green Bonds). Angaben der International Capital Market Association (ICMA) zufolge beliefen sich die im Jahr 2018 ausstehenden Social Bonds auf rund 50 Milliarden Euro, verglichen mit 599 Milliarden Euro für „grüne Anleihen“.

Ein Grund dafür ist vermutlich, dass soziale Themen ein ziemlich breites Spektrum abdecken: von Verbraucherrechten und Produktsicherheit über Arbeitnehmerrechte und Arbeitssicherheit, einschließlich Kinderarbeit und Sklavenarbeit; über breitere gesellschaftliche Aspekte, einschließlich Ungleichheit, soziale und finanzielle Eingliederung, und schließlich politische und geopolitische Fragen, die von Menschenrechten über Bestechung und Korruption reichen.

Dabei haben aber soziale Faktoren einen großen Einfluss auf viele Lieferketten. Um ein Unternehmen holistisch beurteilen zu können, sollte das „S“, die Soziale Nachhaltigkeit, daher ein wesentlicher Bestandteil der Risikoanalyse sein. Studien haben zudem gezeigt, dass die Einhaltung sozialer Richtlinien durch ein Unternehmen einen noch stärkeren Einfluss auf das Risikoprofil hat als die Umwelt- oder Governance-Kriterien. Sie ist ein Schlüssel für Verbesserungen und ein wichtiger Faktor für die Produktivität und Profitabilität von Unternehmen.

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Nachhaltige Geldanlage gewinnt unter Anlegern immer größere Bedeutung. Der für die meisten wohl wichtigste Aspekt ist dabei der ökologische, das „E“ unter den ESG-Kriterien.

Nachhaltigkeit betrifft uns alle. Umwelt-, Sozial- und Governance-Fragen (ESG) sind universelle Themen, die für alle relevant sind. Der kritischste Faktor ist dabei der Umweltfaktor, das „E“ in ESG. Umweltschäden sind nämlich nur sehr schwer rückgängig zu machen. Gerodete Regenwälder können nicht leicht nachwachsen, Wüstenbildung als Folge schädlicher Bodenbewirtschaftung ist eine dauerhafte Katastrophe und Tier- oder Pflanzenarten sind – wenn sie einmal ausgestorben sind – unwiederbringlich verloren.

Der Einsatz für den Erhalt der Biodiversität, gegen die Umweltverschmutzung, für den Klimaschutz, saubere Luft und viele weitere Bereiche des Umweltschutzes hat aber auch ganz klare wirtschaftliche Aspekte. Während Umweltschäden früher als Nebeneffekt des Wirtschaftswachstums toleriert wurden, als ein Preis, der für das Wachstum gezahlt werden muss, weiß man heute, dass sie das Wirtschaftswachstum bremsen und eine Bedrohung und ein Hindernis für die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung darstellen. Kapital, das in den Umweltschutz investiert wird, bringt dagegen eine messbare Rendite – und darin liegt der Schlüssel zum „E“ in ESG.

Umweltschutz als Leitgedanke

Für eine rasch wachsende Gruppe von Anlegern gilt daher auch schon, dass Umweltbewusstsein und die nachhaltige Nutzung begrenzter Ressourcen bei der Geldanlage entsprechendes Gewicht haben muss und Investitionen in nachhaltige Wertpapiere – Aktien von Schlüsselunternehmen oder den Nachhaltigkeitskriterien entsprechende Fonds – eine konkrete Leitlinie sind. Das zeigt sich an konkreten Zahlen: Im Jahr 2020 verzeichneten nachhaltige Fonds und ETFs, die europäischen Anlegern zur Verfügung stehen, Nettomittelzuflüsse in Höhe von 233 Milliarden Euro – fast doppelt so viel wie im Jahr 2019. Allein im vierten Quartal zogen nachhaltige Fonds fast 100 Milliarden Euro an Nettomittelzuflüssen an und machten damit 45 Prozent der gesamten Zuflüsse in europäische Fonds aus.

Angetrieben von diesen Zuflüssen in Rekordhöhe, der Umgestaltung konventioneller Fonds und steigenden Finanzmärkten erhöhte sich das Vermögen europäischer nachhaltiger Fonds im vergangenen Jahr gegenüber 2019 um 52 Prozent und erreichte Ende Dezember ein Volumen von 1,1 Billionen Euro. Im Vergleich dazu stieg das Vermögen des gesamten europäischen Fondsuniversums lediglich um drei Prozent.

Selbst als kleiner Privatanleger, der vielleicht nur monatlich 100 Euro in einen Fonds-Sparplan einzahlt, kann man auf einem solchen Weg zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen. Als Investor entscheidet man, wo und wie das Kapital angelegt und in welche Unternehmen es investiert wird. Und die Möglichkeiten, nachhaltig zu investieren werden immer vielfältiger. Die EU-Kommission hat etwa im September 2021 angekündigt, bis zum Jahr 2026 Green Bonds – also Grüne Anleihen – im Umfang von bis zu 250 Milliarden Euro auszugeben, um damit Klimaschutzprojekte in Europa zu finanzieren.

Technologie als Motor

Umweltschutz in der Wirtschaft – das ist keineswegs ein Thema, bei dem man an nur an Produkte wie Jute-Tragtaschen, ökologische Kleidung oder Biologische Landwirtschaft denken sollte. Umweltschutz ist ein absolutes High-Tech-Business. Technologie, Know-how und die technologische Entwicklung spielen dabei eine essenzielle Rolle – ob für die saubere Energieerzeugung, die effiziente Nutzung von Energie beim Transport oder die Reduzierung der Umweltbelastungen in der Fertigung und der industriellen Produktion. Entsprechend strukturiert sind auch die meisten nachhaltigen Fonds: darin sind zahlreiche Technologie-Unternehmen gelistet.

Der Einsatz und die Entwicklung neuer Technologien sind erforderlich, um die gigantischen Aufgaben, die im Zuge der Bekämpfung des Klimawandels auf die Wirtschaft zukommen, bewältigen zu können. Die Internationale Energieagentur hat 2018 ausgerechnet, dass die Nachfrage nach Öl durch technologischen Fortschritt um 67 Millionen Barrel pro Tag gesenkt werden könnte: dies entspricht zwei Drittel der aktuellen weltweiten Nachfrage. Dafür sind allerdings massive Investitionen erforderlich, die in der Folge Chancen auf neues, ökologischeres Wachstum eröffnen.

Diese Chancen können auch Privatanleger durch Investments in nachhaltige Fonds nützen.

Klimaschutz als Auftrag

Schon in den 1970er Jahren entwickelte der Ökonom William D. Nordhaus erstmals eine Theorie über die wirtschaftlichen Folgen des Klimawandels. Zwei Jahrzehnte später entwickelte er das Dynamic Integrated Model of Climate and the Economy (DICEModell), mit dem diese Folgen beurteilt werden konnten und für das er 2018 mit dem Nobelpreis für Wirtschaft ausgezeichnet wurde. Die Europäische Kommission hat anhand des Modells versucht, die finanziellen Auswirkungen von Naturkatastrophen auf die Produktivität der europäischen Wirtschaft, die öffentliche Gesundheit, die Artenvielfalt und die politische Stabilität zu bewerten. Dabei wurden Kosten von 283 Milliarden Euro errechnet.

Massiv Gegensteuern ist also die Devise. In ihrer Roadmap für eine klimaneutrale EU-Wirtschaft bis 2050 und die Begrenzung der Erderwärmung gegenüber dem Jahr 1990 auf 1,5 Grad kalkuliert die EU-Kommission mit einem jährlich zusätzlich notwendigen Investitionsvolumen von 175 bis 290 Milliarden Euro.

Ein besonderer Hebel dafür liegt in der Finanzwirtschaft und bei den Investoren, denn jede Investition hat auch Auswirkungen auf die Umwelt und die Gesellschaft. Und Investitionen in die Umwelt haben definitiv Zukunft.

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Investieren in eine bessere Welt: Wertschöpfung ist langfristig nur in einem nachhaltig gestalteten globalen Finanzsystem möglich. Die UNO hat die Prinzipien erarbeitet, nach denen Asset Manager ihre Investments auswählen sollen, damit sich ein solches System entwickeln kann.

Geld nachhaltig zu investieren, wird längst mehr als nur mit einem guten Gewissen belohnt. Unternehmen die nachhaltig agieren sind in der Regel auch innovativer und Investments bringen daher oft auch eine bessere Rendite.

Wirklich nachhaltig denkenden Asset Managern geht es aber um mehr als nur das gute Gewissen oder die Rendite. Sie sind überzeugt, dass sie mit ihren Investments auch etwas zum Besseren bewegen können. Nämlich weil damit in Unternehmen investiert wird, die klar definierte Kriterien in den Bereichen Ökologie, Gesellschaft und Soziales sowie der Transparenz und Unternehmensführung (ESG) einhalten.

Prinzipien für verantwortungsvolles Investieren

Der Leitfaden, an den sich die Anlagespezialisten dabei halten sollen, sind die von der UNO definierten Prinzipien für verantwortungsvolles Investieren (PRI; Principles for Responsible Investment). Die darin festgehaltenen Standards für nachhaltiges Agieren von Finanzinvestoren sollen mithelfen, die Globalisierung sozialer und ökologischer zu gestalten.

Das Ziel der PRI-Initiative ist, institutionelle Investoren und Asset Maneger ein besseres Verständnis für die Auswirkungen von nachhaltigen Investments zu geben und sie dazu zu bringen, die von PRI erarbeiteten ESG-Kriterien in ihre Investitionsentscheidungsprozesse einzubauen. Schließlich haben sie eine entsprechende Hebelwirkung, um ein nachhaltigeres globales Finanzsystem bei zu schaffen.

„Wertschöpfung ist langfristig nur in einem wirtschaftlich effizienten, nachhaltig gestalteten globalen Finanzsystem möglich“, erklärt der frühere UN-Generalsekretär Ban Ki-moon. „Ein derartiges System wird langfristige, verantwortungsvolle Investitionen belohnen und sowohl Umwelt als auch der Gesellschaft als Ganzes zugutekommen.“

Die 6 Grundprinzipien der PRI-Initiative

Unterzeichner verpflichten sich im Rahmen der PRI-Initiative zu folgenden Punkten:

  • 1. ESG-Themen in die Analyse- und Entscheidungsprozesse bei Investments einbeziehen.
  • 2. Als aktiver Anteilseigner auftreten und ESG-Themen in der Investitionspolitik und in der Praxis berücksichtigen.
  • 3. Unternehmen und Körperschaften in die investiert wird, zu einer Offenlegung ihrer Geschäfte und Veröffentlichung von Nachhaltigkeitsberichten anhalten.
  • 4. Die Akzeptanz und die Umsetzung der PRI-Prinzipien in der Investmentbranche voranzutreiben.
  • 5. Zusammenarbeit mit den Unterzeichnern der Initiative, um die Wirksamkeit bei der Umsetzung der Prinzipien zu steigern.
  • 6. Über die eigenen Aktivitäten und Fortschritte bei der Umsetzung der Prinzipien laufend berichten.

2.000 Unterzeichner

Die 2006 ins Leben gerufene PRI-Initiative genießt mittlerweile global höchstes Ansehen. Inzwischen haben sich ihr weltweit fast 2.000 Vermögensverwalter und Asset Manager aus allen Kontinenten mit einem gemeinsamen verwaltetem Vermögen von 82 Billionen Dollar angeschlossen. Jährlich werden die besten unter ihnen im Rahmen der PRI-Awards ausgezeichnet.

Dabei steht – ganz im Sinne des ESG-Gedanken nicht nur der ökologische Aspekt im Mittelpunkt. Gewürdigt wird etwa auch das Engagement, sich für die Einhaltung der Menschenrechte entlang der gesamten Lieferkette oder faire Entlohnung von Mitarbeitern einzusetzen.

Nicht zuletzt steigt auch der Druck auf die Unternehmen, sich über die freiwillige Verpflichtung zum verantwortlichen Investieren von der Konkurrenz abzuheben. Die Prinzipien tragen so zur Sensibilisierung der Kapitalmärkte für die Bedeutung von ökologischen und gesellschaftlichen Themen bei. „Durch diese Initiativen haben wir ein Mittel an der Hand, mit dem wir unsere Zukunft nach unseren Wünschen gestalten können“, betont Ban Ki-moon.

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Die Phase 2 der Investors Challenge #IC21 ist zu Ende. Mit dem Wissen für das richtige Investieren und Handeln an der Börse und Quiz-Punkten haben Sie nun die Chance auf einen der wertvollen Sachpreise wie einem Plug-in Solarmodul von EETY, einen Solarrucksack von SunnyBAG oder ein Genusspaket von markta.

Investieren und handeln an der Börse, damit Geld sparen, es vermehren und so für die Zukunft vorsorgen ist keine Hexerei. „Um auf dem Börsenparkett erfolgreich agieren zu können, braucht es ein fundiertes Wissen“, erklärt Manfred Nosek, Leiter des Online-Brokers Bank Direkt, die auch heuer wieder als Partner die Investors Challenge begleitet und unterstützt. Das notwendige Grundwissen dafür finden Sie in der Artikelreihe der Investors Challenge #IC21. Für weitere, vertiefende Informationen stehen Ihnen gerne die Berater der Partner der #IC21, der Bank Direkt und der Hypo Tirol Bank zur Verfügung.

Gewinnen können Sie mit Ihrem Wissen jedoch nicht nur an der Börse, sondern auch direkt bei der Investors Challenge #IC21. Wenn Sie nun auch möglichst alle Quiz-Fragen richtig beantworten und damit Punkte sammeln, dann steigt auch Ihre Chance, zum Abschluss der Phase 2 der Investors Challenge einen der wertvollen Sachpreise zu gewinnen. Und für alle, die weiter dabei bleiben gibt es als Top-Chance am Ende der Phase 3 eine Vespa Elettrica zu gewinnen, einen leistungsstarken und emissionsfreien City-Flitzer aus dem Hause Piaggio.

So können Sie gewinnen

Was müssen Sie dafür tun? Lesen Sie auch weiterhin unsere Artikel, die Ihnen das Rüstzeug zum richtigen und nachhaltigen Investieren an der Börse geben, beantworten Sie die Quiz-Fragen und sammeln Sie Punkte. Je mehr Punkte Sie sammeln, desto höher sind Ihre Chancen, am Ende die Vespa Elettrica zu gewinnen und damit nachhaltig und umweltbewusst durch die Straßen flitzen zu können.

Nachhaltigkeit – das ist auch das Stichwort für die nun bevorstehende Phase 3 der Investors Challenge #IC21: In den weiteren Artikeln erfahren Sie, wie Sie mit Ihrem Geld auch umweltbewusst, sozial und verantwortungsvoll in Unternehmen investieren, die mit ihren Produkten und Dienstleistungen dazu beitragen, die Welt zu verbessern und die großen Probleme unserer Zeit zu lösen.

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Die Performance von Aktien oder Fonds an den Börsen ist leider nicht direkt gleichzusetzen mit Wertzuwächsen am Depot. Mit welchen Steuern, Gebühren und weiteren Nebengeräuschen Sie bei Wertpapierinvestments rechnen müssen.

Angesichts der Kursentwicklungen so mancher Wertpapiere kann man als interessierter Investor und Börsen-Rookie mitunter gehörig ins Träumen kommen. Hätte man zum Beispiel kurz nach dem Börsengang im Oktober 2019 nur 1.000 Euro in Aktien des kurz darauf als Corona-Impfstoffhersteller bekannt gewordenen Biotechnologie-Unternehmens BioNTech (US09075V1026) investiert und sie bis Ende September 2021 behalten, dann wäre der Wert dieser Aktien seither auf 26.000 Euro, zwischenzeitlich sogar auf über 34.000 Euro gestiegen.

Es gibt zwar wie immer kaum einen Anleger, der sowohl für den Einstieg als auch für den Ausstieg den günstigsten Zeitpunkt erwischt hat, aber die Gewinnmitnahmen vieler Investoren waren bisher doch mehr als beträchtlich. Alleine der Venture-Capital-Investor MIG Verwaltungs AG, Seed-Investor des Unternehmens, hat seit 2020 schon mehr als 600 Millionen Euro an Privatanleger ausgeschüttet.

Die Kapitalertragsteuer

Das bedeutet allerdings nicht, dass die ausgeschütteten Millionen auch direkt bei den Anlegern angekommen sind. Ebenso wenig bedeutet es, dass jemand, der bei einem Kurs von 13 Dollar 1.000 Euro in BioNTech-Aktien investiert hat und die Anfang August zum Höchststand von 447 Dollar wieder verkauft hat das eingesetzte Kapital auch um den Faktor 34 vermehrt hat.

Der Größte Abzugsposten in Österreich geht auf die Wertpapier-Besteuerung zurück. Deren aktuellen Regelungen sehen vor, dass sowohl Wertpapier-Erträge wie Zinsen, Dividenden und Fondserträge als auch Kursgewinne von Kapitalvermögen (zum Beispiel aus Aktien, Anleihen, Fondsanteile) und Derivaten einer Kapitalertragsteuer (KESt) in Höhe von 27,5 Prozent unterliegen. In dem obigen Beispiel bedeutet das, dass der theoretisch erzielbare Kursgewinn von 33.000 je 1.000 Euro mit 27,5 versteuert werden muss, also 9.075 Euro an den Fiskus abgeführt werden müssen. Womit unter dem Strich nur noch ein Gewinn von 23.925 Euro übrig bleibt.

Weitere Gebühren

Es gibt allerdings noch weitere Kosten, die bei einem Wertpapier-Investment berücksichtigt werden müssen. Die Broker verrechnen für die Einrichtung und Verwaltung der Wertpapierdepots Depotgebühren und zusätzlich fallen bei jedem Wertpapierkauf und Verkauf auch noch Ordergebühren und Fremdspesen sowie Transaktionsgebühren an.

Ein Vergleich der Anbieter ist daher auf jeden Fall empfehlenswert. Wer sich aktiv am Wertpapierhandel beteiligt kann mit einer geschickten Wahl des Anbieters jährlich einiges an Geld sparen. Einen Vergleich von über 40 in Österreich aktiven Online-Brokern bietet etwa das Portal broker-test.at.

Eine für Börse-Einsteiger besonders wichtige Entscheidungshilfe bei der Wahl des jeweiligen Brokers ist, dass darauf geachtet wird, dass es sich um einen steuereinfachen Broker handelt. Das bedeutet, dass der Broker beim Verkauf von Wertpapieren die Kapitalertragsteuer auf Kursgewinne automatisch an das Finanzamt abführt, was andernfalls eine komplexe und aufwändige Arbeit sein kann. Wer etwa über einen Sparplan monatlich ein paar hundert Euro in einen Fonds investiert und diese Anteile nach einigen Jahren wieder verkauft – empfohlen werden zehn bis 15 Jahre Anlagehorizont –, der müsste bei einem nicht steuereinfachen Broker für jeden Stichtag an dem ein Wertpapierkauf erfolgt ist einzeln die Wertentwicklung und die jeweils fällige Steuer berechnen.

Der Verlustausgleich

Wo ein Gewinn möglich ist, da sind jedoch auch Verluste möglich. Damit bei der Geldanlage in Wertpapiere keine Schieflage entstehen kann hat der Gesetzgeber die Möglichkeit des Verlustausgleichs geschaffen. Die gesetzliche Regelung sieht vor, dass die innerhalb eines Kalenderjahres realisierten Kursverluste mit erzielten Erträgen aus Wertpapieren gegengerechnet werden können.

Dabei kann allerdings der Verlust nicht zu 100 Prozent, sondern eben nur gegen die abgezogene Kapitalertragssteuer gegengerechnet werden. Auch dieser Verlustausgleich von einem steuereinfachen Broker automatisch bei jeder Wertpapierabrechnung durchgeführt.

Spesen und andere Serviceentgelte, die beim Kauf oder beim Verkauf anfallen zählen dabei jedoch nicht zu den Anschaffungskosten und werden bei der Besteuerung oder beim Verlustausgleich nicht abgezogen.

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„Buy low, sell high“ – mit dieser simplen Anleitung sollte eigentlich alles über den Richtigen Zeitpunkt zum Kauf und Verkauf von Aktien gesagt sein. Oder doch nicht?

Sieht man sich den Chart – die Verlaufskurve der Entwicklung des Kurses – einer Aktie an, dann scheint alles sonnenklar zu sein. Die Zacken im Verlauf zeigen die Zeitpunkte an, an denen es günstig gewesen wäre, ein Papier zu kaufen und später wieder zu verkaufen. Leider lässt sich das aber immer nur im Nachhinein feststellen. Doch das Investieren in Wertpapiere ist nun einmal nicht rückwirkend möglich und aus der historischen Entwicklung eines Börsenkurses lässt sich nicht abschätzen, wie dessen Zukunft aussieht. Und es gibt auch keine Möglichkeit, die Entwicklung zu berechnen.

Die Empfehlung, bei niedrigen Kursen einzusteigen und bei hohen Kursen wieder auszusteigen ist also im Grunde eine Null-Aussage. Selbst Börsenprofis gelingt es so gut wie niemals, das optimale Market-Timing zu erwischen und Aktien tatsächlich zum günstigsten Kurs einzukaufen und später dann wieder zu Höchstkursen zu verkaufen.

Dem Trend folgen

Wenn man als Anleger den Kurs einer Aktie vor dem Einstieg erst einmal beobachten will und dann bemerkt, dass der Kurs laufend steigt, dann hat man möglicherweise schon den günstigsten Zeitpunkt für den Kauf verpasst. Doch das muss gar nicht so sein. Als Aktionär wird man Teilhaber eines Unternehmens, und wenn man von der weiteren Entwicklung eines Unternehmens und seinen Produkten überzeugt ist, dann kann man guten Gewissens auch dann investieren, wenn die Aktie bereits einen längeren Aufwärtstrend hinter sich hat.

Ein gutes Beispiel dafür ist die Aktie des Elektroauto-Pioniers Tesla (US88160R1014). Das Unternehmen ist im Jahr 2010 an die Börse gegangen. Am ersten Handelstag, dem 29. Juni 2010, stieg die Aktie auf 17 Dollar und beendete den ersten Handelstag mit einem Kursgewinn von fast 40 Prozent. Gründer Elon Musk, der zum Zeitpunkt des Börsengangs 65 Prozent der Aktien besaß, verdiente damit über 100 Millionen Dollar. Dabei hatte Tesla zu dem Zeitpunkt wenig zu bieten. Es hatte erst ein einziges Auto, den Roadster – und den nur in geringen Stückzahlen gebaut und war meilenweit davon entfernt, jemals Gewinne machen zu können.

Es folgte eine lange, bis Ende 2019 andauernde Phase, in der der Kurs langsam in Richtung 70 Dollar stieg. Bis dann der große Boom einsetzte. Im Corona-Jahr 2020 explodierte der Kurs der Tesla-Aktie regelrecht und stieg vom ersten bis zum letzten Handelstag des Jahres von 84 Dollar auf 705 Dollar, um am 25. Jänner 2021 den bisherigen Höchststand von 880 Dollar zu erreichen. Nach einer Kurskorrektur im Frühjahr notiert das Papier mittlerweile auch wieder bei rund 750 Dollar.

Aktien – immer eine Empfehlung

Doch wann ist nun der richtige Zeitpunkt gekommen, um in Aktien zu investieren? Die einfachste Antwort auf diese Frage ist: „Immer.“ Besonders im Nullzins-Umfeld, in dem Anleihen kaum Renditen abwerfen und auf Sparbüchern oder Girokonten liegendes Geld laufend an Wert verliert.

Die Antwort „Immer“ gilt jedoch auch nur mit Einschränkungen und vor allem für Fonds, besonders für ETFs, die deutlich geringeren Kursschwankungen unterliegen als Einzelaktien. Wer in einen nachhaltigen ETF wie den IShares Dow Jones Global Sustainability ETF (IE00B57X3V84) oder den UBS MSCI World SRI (LU0950674332) investiert, der kann dabei auch guten Gewissens behaupten, eine bessere, grünere Welt mit faireren Arbeitsbedingungen zu fördern.

Wer in Einzelaktien investiert hat zwar höhere Rendite-Chancen, muss aber auch gleichzeitig mit größeren Korrekturen nach unten rechnen. Man sollte das daher nur dann tun, wenn man sich das auch leisten kann und nachdem man sich über das jeweilige Unternehmen entsprechend informiert hat. Vertrauen in ein Unternehmen, seine Substanz und sein Potenzial beruhigt ungemein, wenn es einmal einen Kursrutsch gibt.

Krisen und Chancen

Wann genau ein günstiger Zeitpunkt ist, um in eine Aktie zu investieren kann niemand sagen. Fest steht jedoch, dass es an der Börse im er Chancen gibt und dass Krisen exzellente Gelegenheiten bieten, fundamentale Werte ins Depot zu legen. Was die Charts nicht zeigen, das lässt sich mitunter an der allgemeinen Einstellung und Marktwahrnehmung herauslesen. Und dabei lohnt es sich, gegen den Strom zu schwimmen.

Wenn die Börsen Höchstkurse erreichen, dann sollte man mit Investments eher zurückhaltend sein und eventuell überlegen, Gewinne mitzunehmen. Wenn andererseits nahezu Weltuntergangsstimmung herrscht, dann kann es sich lohnen, einen Kursrutsch zum Anlass zu nehmen und in große Unternehmen zu investieren. Hält man diese Aktien anschließend über einen längeren Zeitraum, dann kann man mit attraktiven Renditen rechnen.

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Die Digitalisierung hat auch den Finanzsektor voll erfasst. Computer und Algorithmen werden zu Anlageberatern trainiert, die vollautomatisch Investments tätigen und Renditen erzielen können.

Das ständige Auf und Ab an den internationalen Börsen ist für Normalsterbliche kaum zu überblicken. Aktien, für die an einem Tag noch Top-Empfehlungen abgegeben werden, können schon am nächsten Handelstag aufgrund unvorhersehbarer Ereignisse deutlich an Wert verlieren. Andere Wertpapiere, die kaum jemand auf dem Radar hatte, können zu einem plötzlichen und unerwarteten Höhenflug ansetzen, der wenn er einmal bemerkt wird, dann auch schon ebenso prompt wieder zu Ende ist.

Genau an diesem Punkt setzen digitale Vermögensverwalter, sogenannte Robo Advisors an. Diese neuzeitlichen Finanzdienstleister nutzen die Mittel der Digitalisierung, um Trends an den Börsen zu erkennen und in der Folge vollautomatische Investments zu tätigen. Computer und Algorithmen ersetzen dabei die Anlageberater und nehmen Anlegern die Entscheidung ab, wann und wo sie investieren sollen.

Günstig und bequem

In der Praxis hat sich das in den vergangenen Jahren derart bewährt, dass neben einigen Finanz-Start-ups – sogenannten Fintechs – auch etablierte Geldhäuser eigene solcher digitalen Angebote ins Leben gerufen haben. Angebote, die sich vor allem an die Gruppe der Anleger wenden, die sich nicht selbst um ihre Wertpapierdepots und den Handel mit Aktien kümmern wollen – sei es aus Bequemlichkeit, Zeitgründen oder weil sie sich selbst nicht mit den Mechanismen der Märkte auseinandersetzen wollen.

In der Regel werden dabei Wertpapierdepots angelegt und mit Kapital ausgestattet. Die Anleger legen in der Folge noch ihre Risikobereitschaft und ihre Anlageziele fest, den Rest übernehmen dann die Computermodelle. Wobei Robo-Advisors in ETFs – Exchange Traded Funds – investieren. Die Risikobereitschaft wird dabei grundsätzlich durch das Verhältnis von Aktien und Anleihen im Portfolio definiert. Ein höherer Aktienanteil birgt ein höheres Risiko, ein höherer Anleihen-Anteil schränkt dagegen die erwartbare Rendite ein.

Einfach profitieren

Wer auf einen Robo-Advisor setzt kann also ohne spezielles Fachwissen und ohne selbst viel dafür tun zu müssen am Kapitalmarkt mitmischen und von dessen Entwicklung profitieren. Allerdings fallen dafür auch etwas höhere Kosten als wenn man die Zügel selbst in die Hand nimmt. Dafür bieten Digitale Vermögensverwalter wie etwa der zu Raiffeisen gehörende „WILL“ auch Sparpläne an, mit denen man mit geringen monatlichen Beträgen – bei WILL etwa einer monatlichen Einlage von 100 Euro – mit einem moderaten Risiko Vermögen aufbauen und für die Zukunft vorsorgen kann. Wobei es sich bei WILL allerdings noch um eine Hybrid-Form handelt, bei der die Veranlagung nicht rein durch Maschinen, sondern aktiv durch die Veranlagungsexperten der Bank erfolgt. Diese reduzieren etwa auch bei negativen Markteinschätzungen die Aktienanteile in den Portfolios, um allfällige Verluste einzudämmen und erhöhen die Aktienanteilen bei einer positiven Perspektive wieder.

Entscheidet man sich, die Geldanlage einem Robo-Advisor zu überlassen, dann empfiehlt es sich auf jeden Fall, die jeweiligen Konditionen genau zu studieren. Ein wichtiger Punkt dabei ist, dass der jeweilige Anbieter auch in Österreich ansässig sein sollte, da sonst die Versteuerung der erzielten Gewinne im Ausland erfolgen muss, was eine relativ komplexe Angelegenheit sein kann. Auf der sicheren und seriösen Seite ist man auf jeden Fall, wenn hinter dem jeweiligen Anbieter ein etabliertes Bankhaus steht. Neben Raiffeisen (WILL) haben etwa auch das Bankhaus Schellhammer & Schattera (DADAT), die Erste Bank (Investmanager) und das Bankhaus Spängler (Carl) ein Angebot für eine Digitale Vermögensverwaltung. Die Mindesteinlagen bewegen sich bei den einzelnen Anbietern in einem Rahmen von 10.000 bis 30.000 Euro.

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Mit ETFs – Exchange Traded Funds oder Indexfonds – wird das Investieren an den Börsen günstiger, weniger riskant und mit speziellen Sparplänen auch für Einsteiger interessant.

Ein Restrisiko wird es immer geben. Doch besser ein kleines Risiko eingehen und damit die Chance auf Gewinne wahrzunehmen als gleich den offensichtlich falschen Weg einschlagen und sichere Verluste hinzunehmen – das ist die Grundregel, an die sich alle halten sollten, die Geld anlegen und damit vorsorgen wollen. Ob für die eigene Zukunft oder die der Familie.

Es ist lange her, dass ein Sparbuch für Sparer noch wirklich ein Geschäft war. 1995 lag der 3-Monatszinssatz noch bei 6,8 Prozent, im Jahr 2008 immerhin noch bei heutzutage nahezu utopischen 4,6 Prozent. Als Folge der Finanzkrise sind die Zinsen dann aber in den Keller gerasselt. 2009 gab es nur noch 1,2 Prozent Zinsen 2010 dann bloß noch 0,8 Prozent und seit dem Jahr 2016 gibt es in Österreich sogar Negativzinsen.

Verlierer und Gewinner

Erspartes – ob am Girokonto oder am Sparbuch – verliert damit schon seit etlichen Jahren automatisch täglich an Wert. Ein Guthaben ist lediglich dem Namen nach noch ein Guthaben und ein vermeintlicher Wertgewinn täuscht. Ein kleines Beispiel: Wer 1996 ein Sparbuch mit einer Einlage von umgerechnet 10.000 Euro eröffnet hat, der hat dort 25 Jahre später ein nominelles Guthaben von rund 12.200 Euro und damit scheinbar einen Gewinn von 22 Prozent gemacht. Dabei wird aber vergessen, dass sich der Wert des Geldes durch die Inflation gleichzeitig und kontinuierlich verringert hat. Die 10.000 Euro des Jahres 1996 haben heutzutage nur noch eine Kaufkraft von rund 6.600 Euro und das Guthaben von 12.200 hat rein rechnerisch nur noch einen Wert von rund 8.400 Euro.

Den realen Verlusten auf Sparbüchern und Girokonten stehen reale Gewinne gegenüber, die im gleichen Zeitraum an Aktienmärkten erzielt werden konnten. Der österreichische Aktienindex ATX lag etwa zu Beginn des Jahres 1996 bei exakt 1.000 Punkten und liegt aktuell bei 3.650 Punkten. Noch wesentlich deutlicher sind die Kursgewinne an anderen großen Börsen der Welt. Der Deutsche Leitindex DAX ist in dem gleichen Zeitraum von 2.260 auf 15.700 geklettert und der amerikanische DOW Jones Index gar von 5.200 auf 35.000 Punkte.

Wenngleich auch auf Einkünfte aus Kapitalvermögen einer Kapitalertragsteuer von 27,5 Prozent unterliegen – Zinserträge von Sparbüchern oder Girokonten werden übrigens mit 25 Prozent besteuert – und es zwischenzeitlich günstigere und weniger günstige Phasen für ein Aktieninvestment gab, konnte man über den gesamten Zeitraum ein Guthaben dennoch vervielfachen.

Günstig Gewinne einfahren

ETFs – Exchange Traded Funds oder Indexfonds – waren und sind dabei für Anleger die einfachste und zugleich auch günstigste Möglichkeit, um von der Entwicklung der Aktienmärkte zu profitieren. Dieses Fonds bilden Indizes genau ab – in einem Dow Jones ETF sind etwa die 30 Aktien zu genau den gleichen Anteilen enthalten wie im Aktienindex selbst – und folgen daher auch exakt der Entwicklung des jeweiligen Aktienindex.

Für Anleger hat das den Vorteil, dass sie sich die etwas mühselige und nicht immer einfache Aufgabe ersparen, ein erfolgversprechendes Aktienpaket mit einer breiteren Streuung für ihr Wertpapierdepot zusammenzustellen. Und obendrein ist es auch erheblich günstiger, in einen ETF zu investieren als in einem traditionellen Aktienfonds , weil dafür kein aktives Fondsmanagement nötig ist. Die Nebenkosten von ETFs liegen in etwa bei einem Zehntel der Kosten die für einen herkömmlichen Fonds in Rechnung gestellt werden – Geld, das Anleger erst einmal verdienen müssen.

Dividenden kassieren

Das breite Angebot an ETFs macht es dabei möglich, die ETF-Strategie mit anderen Börse-Strategien zu kombinieren, so etwa mit der Dividendenstrategie. Der UBS ETF (IE) DJ Global Select Dividend (IE00BMP3HG27) beinhaltet etwa die dividendenstärksten Titel aus dem Dow Jones.

Der MSCI World High Dividend Yield Index beinhaltet Unternehmen aus Industrieländern weltweit, die gleichbleibend überdurchschnittlich hohe Dividendenzahlungen aufweisen. Ausgangsindex ist der MSCI World Index. Ein ETF darauf wäre der iShares MSCI World Quality Dividend UCITS ETF (IE00BYYHSQ67). Wer in diesen Fonds investiert hat große, dividendenstarke Unternehmen aus aller Welt im Depot und kann zusätzlich zu Kursgewinnen auch eine Rendite aus regelmäßigen Dividendenausschüttungen erwarten.

Wer hingegen lieber in heimische Werte investiert, der kann mit einem ETF auch in die 20 ATX-Werte investieren, etwa mit dem iShares ATX UCITS ETF (DE000A0D8Q23)

Mit kleinen Beträgen partizipieren

Über ETF-Sparpläne, die von nahezu allen Brokern angeboten werden, ist es auch möglich, mit laufenden kleinen Beträgen an der Entwicklung teilzuhaben. Da die Versteuerung von im Ausland erzielten Kapitalerträgen schwierig ist, ist es empfehlenswert, sich dabei für einen Broker aus dem Inland wie etwa der BankDirekt zu entscheiden, die etwa 19 sparplanfähige ETFs bei einer Mindestsparrate ab 100 Euro monatlich anbietet.

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Dividenden sind Gewinnausschüttungen, die Unternehmen an Aktionäre leisten. Investoren, die in dividendenstarke Titel investieren, können davon eine zusätzliche Rendite erwarten.

Einmal jährlich können sich Aktionäre der Österreichischen Post (AT0000APOST4) über einen kleinen Bonus freuen. Rund 70 Prozent ihres Gewinns werden dann als Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet.

Am letzten Zahltag Ende April 2021 entfiel dabei auf jede Aktie ein Anteil von 1,60 Euro. Das erscheint zwar im ersten Moment kaum der Rede wert, summiert sich jedoch mit der Mange der Aktien, die man besitzt. Mit 100 Post-Aktien (Aktueller Wert: je 38,90 Euro) hat man bei der Ausschüttung immerhin schon 160 Euro erhalten.

Der größte Aktionär der Post ist übrigens mit einem Anteil von 52,8 Prozent die staatliche Beteiligung AG ÖBAG – und die ist auch der Grund, weshalb die Post Jahr für Jahr zuverlässig ihre Gewinnanteile ausschüttet, garantiert sie doch somit dem Finanzminister die im Bundeshaushalt fix eingeplanten Budgetanteile.

Die große Gewinn-Umverteilung

Doch nicht nur Unternehmen, die teilweise in staatlichem Besitz sind, sondern auch Industriegrößen wie der deutsche Siemens-Konzern (DE0007236101) oder der High-Tech-Gigant Apple (US0378331005) schütten regelmäßig Dividenden aus und verschaffen so den Anlegern und Investoren immer wieder einen netten Zusatzverdienst. In den USA werden die Gewinnanteile üblicherweise sogar im Quartalsrhythmus, also viermal jährlich  ausgeschüttet. In Großbritannien ist eine halbjährliche Ausschüttung üblich und in Deutschland wie in Österreich eine jährliche.

Die Höhe der Dividende schlägt der Vorstand der Aktiengesellschaft vor der jährlichen Hauptversammlung vor. Die Ausschüttung wird anschließend auf der Hauptversammlung durch eine einfache Mehrheit abgesegnet und beschlossen.

Grundsätzlich ist die Gewinnausschüttung im Aktienrecht festgehalten, dennoch zahlen nicht alle Unternehmen eine Dividenden. Wachstumsstarke Technologie- oder Biotech-Unternehmen investieren den Gewinn stattdessen häufig in Forschung und Entwicklung. Oder es wird nur ein kleiner „pro forma“ Anteil des Jahresgewinns an die Aktionäre ausgeschüttet und die einbehaltenen Gewinnen in die Produktentwicklung gesteckt.

Die Dividendenstrategie

Bei der Dividendenstrategie setzen Investoren nun auf Aktien mit vergleichsweise hohen Dividenden. Die Höhe der Dividende ist dabei das entscheidende Kriterium für ein Investment.

Das hat zumindest zwei Nebeneffekte. Einerseits verliert dabei die mitunter volatile Kursentwicklung an den Börsen etwas an Gewicht – was die Nerven der Aktionäre schont und andererseits sind Unternehmen mit stabilen, hohen Gewinnausschüttungen oft auch Großkonzerne, die wirtschaftlich gut positioniert sind.

Die Grundidee stammt vom legendären US-Investor Benjamin Graham, der in Buch „The Intelligent Investor“ empfahl, die zehn Dow-Jones-Werte mit der höchsten Dividendenrendite zu kaufen und diese Aktien nach einem Jahr eventuell auszutauschen, falls sich etwas geändert haben sollte. Langfristig lässt sich mit Grahams Dividendenstrategie eine deutliche Outperformance über den Dow Jones Index erzielen. Populär wurde die Anlagestrategie unter dem Namen „Dogs of the Dow“ -Strategie.

Michael O’Higgins verfeinerte Grahams Strategie, indem er aus den zehn Aktien noch fünf mit den niedrigsten Aktienkursen herausfilterte. In seinem Buch „Beating the Dow“ empfiehlt er, in die fünf nominell günstigsten Werte, die „Low-5“ zu investieren. Die Anleger sollen ein Jahr lang in diesen Aktien investiert bleiben und dann nach dem Prinzip wieder umschichten. Der Hintergedanke ist, dass Aktien mit nominell niedrigen Börsenkursen höhere Kursschwankungen aufweisen und bei einer hohen Dividendenrendite oft früher oder später wieder höhere Kurslevels erreichen.

Top 5 Dividendenaktien im Dow Jones

SymbolDividendenaktie Dow JonesISINErwartete Dividendenrendite in %
CVXChevronUS16676410054.9
IBMIBMUS4592001014 4.9
DOWDowUS2605571031 4.3
VZVerizon CommunicationsUS92343V1044 4.3
MRKMerckUS58933Y1055 3.5

Top 5 Dividendenaktien im DAX

SymbolDividendenaktie DAXISINErwartete Dividendenrendite in %
EONEonDE000ENAG999 4.7
BASBASFDE000BASF111 4.6
ALVAllianzDE0008404005 4.4
BAYABayerDE000BAY0017 3.8
MUV2Münchner RückversicherungDE0008430026 3.7

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Der Aufbau eines Portfolios ist die Grundlage, langfristig von der Entwicklung an den Aktienmärkte zu profitieren. Das ist aber noch nicht alles.

Auf die richtige Mischung kommt es an – diese Binsenweisheit gilt nicht nur für die Zusammenstellung erfolgreicher Teams, sondern auch für die Geldanlage. Das Portfolio bildet das Grundgerüst des eigenen Vermögen bzw. der Geldanlage. Darunter versteht man im Finanzbereich den Bestand an Wertpapieren bzw. sonstigen Geldanlagen. Die richtige Zusammenstellung ist die Basis des Erfolgs, denn damit lassen sich die Anlageziele erreichen. Außerdem ist die laufende Kontrolle des Portfolios wichtig, weil das Sicherheit gibt und neue Chancen eröffnet. Diversifikation, also breite Streuung des Portfolios, ist eine Grundregel dafür – das bedeutet, dass man nicht nur auf wenige oder gar nur einen einzigen Wert (etwa eine Aktien eines Unternehmens) setzt, sondern auf viele unterschiedliche Werte. Es ist dann wie in einem Team: Schwächen und Stärken gleichen sich aus und garantieren den  langfristigen Erfolg.

Beispiele für die Zusammenstellung des Portfolios

Je nach Anlagestrategie und persönlichem Anlageziel kann das Portfolio nach bestimmten Quoten aus Aktien und anderen Wertpapieren zusammengestellt werden.

  • Defensives Portfolio: Laut Experten empfiehlt sich für Anleger, die eher defensiv ausgerichtet sind und Risiken vermeiden möchten, eine Mischung aus 70 Prozent Staatsanleihen und 30 Prozent Aktien – das kann im Detail aber natürlich variieren bzw. von Zeit zu Zeit adaptiert werden. Die letzten Monate brachten beispielsweise niedrige Renditen von Länderanleihen und es wäre eine Anpassung möglicherweise sinnvoll gewesen. Fallweise könnten hier etwa auch Unternehmensanleihen dazu genommen werden.
  • Balanciertes Portfolio: Wer schon etwas mehr Risiko nehmen möchte, kann wie beim klassischen Portfoliomix vieler Vermögensberater auf 60 Prozent Aktien und 40 Prozent Anleihen vertrauen. Hier können beispielsweise auch ETFs als gute Ergänzung dienen.
  • Risiko-Portfolio: Wer langfristig sein Vermögen auf- und ausbauen möchte, könnte ausschließlich auf Aktien setzen, also auf eine Aktienquote von 100 Prozent. Das erfordert einerseits starke Nerven, denn die Schwankungen an den Börsen führen zu einem ständigen Auf und Ab. Langfristig aber haben Aktien in der Vergangenheit die besten Renditen gebracht. Andererseits braucht es dann eine Streuung bei den Aktien selbst, also die Auswahl unterschiedlicher Werte in Bezug auf Region (etwa europäische und US-Aktien), Branchen oder Wert bzw. Wachstum (Value- bzw. Growth-Strategie).

Portfolio checken: Darauf kommt es an

Die Zusammenstellung des Portfolios ist nur die eine Seite, dieses muss ja auch laufend kontrolliert bzw. überwacht werden. Dazu gibt es zum einen regelmäßige Depotauszüge, die von der Bank bzw. dem Finanzdienstleister beispielsweise jährlich verschickt werden. Andererseits haben Depotinhaber, also die Anleger, die Möglichkeit, selbst laufend das Portfolio zu überprüfen. Zwar sollten sie nicht panisch jede halbe Stunde die Wertentwicklung checken, denn gerade bei einer langfristigen Anlagestrategie werden Schwankungen über den längeren Zeitraum wieder ausgeglichen. Doch Kauf- und Verkaufschancen lassen sich nur nutzen, wenn man das Portfolio im Blick behält. Das ist auch wichtig für die Vermögensplanung, nicht zuletzt aus steuerlichen Gründen. Letztlich lässt sich die Zusammenstellung des Portfolios (siehe oben zur Aktien- bzw. Anleihenquote) bei geänderten Zielvorgaben gegebenenfalls adaptieren. 

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Der Handel mit Wertpapieren wie Aktien wird über ein Depot abgewickelt. Worauf kommt es beim Anlegen eines solchen Depots an?

Rasch, bequem, kostengünstig und einfach: Der Handel mit Aktien und anderen Wertpapieren hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend gewandelt, vor allem wegen der Online-Tools und -Plattformen, die dafür zur Verfügung stehen. Doch eine Grundlage für diesen Handel gibt es nach wie vor: Das Wertpapierdepot ist nötig für die Abwicklung aller entsprechenden Aktivitäten und Services, vom Kaufen und Verkaufen über die Verrechnung bis zur Verwahrung der eigentlichen Werte.

Ein Depot ist also das Konto, über das der Handel läuft. Ein solches kann bei Banken oder anderen Finanzdienstleistern eröffnet werden. Üblicherweise ist damit ein Verrechnungskonto verbunden, über das Gutschriften und Abbuchungen laufen.

Darauf kommt es bei einem Depot an

Wie finde ich das passende Depot, um mein Vermögen auszubauen bzw. meine Wertpapierstrategie umsetzen zu können? Darauf kommt es im Wesentlichen an:

  • Seriöse Anbieter auswählen: Anlegern fällt es nicht leicht, den passenden Anbieter zu wählen. Man sollte unter anderem auf Transparenz, Übersichtlichkeit und Breite des Angebots achten. Sind die Kosten klar ersichtlich? Wird man nach den eigenen Ansprüchen bzw. Wünschen gefragt?  Gibt es Zusatz-Services wie Beratung durch Experten? Seriöse Anbieter weisen dezidiert nicht nur auf Chancen, sondern auch auf die Risiken beim Anlegen hin.
  • Börsenplätze und Zeiten: Wer an unterschiedlichen Börsenplätzen handeln will, braucht das passende Depot dafür. Der Handel ist üblicherweise an nationalen und internationalen Börsen möglich, oftmals auch über außerbörsliche Handelsplattformen – diese haben oft längere Handelszeiten. Wichtig ist bei der Einrichtung eines Depots ist aber auch, wann und wie rasch die entsprechenden Aufträge weitergeleitet werden. Zu bestimmten Werten wie Aktienfonds werden möglicherweise Rabatte angeboten – auch das sollte beim Vergleich der Anbieter berücksichtigt werden.
  • Aktionen nutzen: Banken und andere Dienstleister bieten immer wieder Aktionen bzw. Rabatte für die Einrichtung eines Wertpapierdepots. Diese können neben dem Wegfall von Depotgebühren unter anderem vergünstigten Handel für einen bestimmten Zeitraum umfassen.
  • Verrechnungskonto: Zu einem Depot gehört in den meisten Fällen ein Verrechnungskonto, über das finanzielle Gegenwerte zu den Wertpapierkäufen bzw. -verkäufen geführt werden und das auch für Gebühren bzw. Gutschriften wie Zinsen oder Dividenden genutzt wird. Auch die Kosten für dieses Konto sollten berücksichtigt werden.

Die richtige Mischung für das Depot

  • Ein Depot kann prinzipiell aus unterschiedliche Arten von Wertpapieren bestehen – neben Aktien etwa auch aus Fonds, ETF-Indexfonds oder Anleihen.
  • Die konkrete Zusammenstellung hängt davon ab, welche Ziele man als Anleger erreichen möchte. Für den langfristigen Aufbau des Vermögens – etwa für die eigene Pension oder zur finanziellen Unterstützung der Nachkommen – ist es sinnvoll, unterschiedliche Arten von Wertpapieren wie Anleihen, Mischfonds und Aktien zu kombinieren. Die sogenannte Diversifikation des Depots, also die Streuung von Titeln, ist die Grundlage für langfristigen Erfolg.
  • Beim Einrichten eines Depots gilt: Besser klein anfangen, also mit kleineren Beträgen. Damit bekommt man immer mehr Erfahrung und kann sein Wissen ausbauen. Zudem kann man die passende Anlagestrategie finden und erproben.

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Die Börsen bietet viele Gelegenheiten – aber es gibt auch Stolperfallen. Diese Fehler sollten Anleger vermeiden.

Der Stürmer trifft den Ball nicht voll und dieser landet nicht im Tor, sondern im zweiten Rang der Zuschauertribüne. Ärgerlich, aber Fehler gehören nun mal zum Sport dazu. Auch bei Investieren und Anlegen sind Fehler unvermeidlich; sogar erfahrenen Profis passieren sie, selbst wenn niemand gerne darüber spricht. Denn trotz der steigenden Bedeutung von Technologien wie Künstlicher Intelligenz und trotz ausgefeilter Online-Tools sind es eben doch Menschen, die Geld anlegen und vermehren möchten. Und Menschen sind eben nicht fehlerfrei.

Was nicht heißt, dass sich bestimmte Fehler nicht vermeiden lassen. Neben dem grundlegenden Wissen – am besten über die laufende Investors Challenge #IC21 erworben – ist es hilfreich, sich möglicher Fallstricke bewusst zu sein.

Diese Fehler können Anlegern passieren

Wir haben in Zusammenarbeit mit Börsenexperten die wichtigsten potenziellen Fehlerquellen herausgesucht und erläutern, wie man diese vermeidet:

  • Strategie auswählen: „Geht raus und spielt einfach irgendwie!“ Das wird kein Fußballtrainer seinem Team sagen, sondern er wird eine Taktik fürs Spiel vorgeben. Das braucht es auch beim Aktienhandel: Was will ich mit welchen Mitteln erreichen? Wie viel Geld kann ich investieren bzw. über einen Sparplan anlegen?
  • Nur keine Panik: Emotionen können Anleger dazu verleiten, von ihrer Strategie abzuweichen. Das kann die Angst vor dem Verlust beim Anblick der aktuellen Aktiencharts ebenso sein wie familiäre Probleme. Doch gerade bei einer langfristigen Strategie sollte man nicht vom Weg abkommen, sonst könnte bereits aufgebautes Kapital vernichtet werden und der Zinseszinseffekt geht verloren. Es kann zwar Sinn machen, einzelne Werte zu verkaufen (etwa beim Erreichen von Stopp-Signalen), aber das große Ziel sollten Anleger nicht aus den Augen verlieren.
  • Aktienhandel und Kredite: Wer sich den Aufbau eines Vermögens über den Aktienhandel mit Krediten finanzieren möchte, begibt sich auf gefährliches Terrain: Das kann finanziell ausgesprochen riskant sein.
  • Tunnelblick vermeiden: Streuung des Portfolios ist bekanntlich eine Tugend erfolgreicher Anleger. Dabei sollte man aber nicht nur an mehrere Unternehmen bzw. Werte denken, sondern auch an unterschiedliche Branchen. Wer nur auf High-Tech setzt, könnte bei einem Einbruch solcher Aktien rasch die Nerven verlieren.
  • Kosten im Blick behalten: Beim Aktienhandel können Gebühren anfallen, die so manche Rendite anknabbern können. Neben Orderspesen und Gebühren für das Depot können das unter anderem Zusatzkosten für Telefonaufträge sein. Diese Kosten sollte man ständig beobachten, um gegebenenfalls reagieren zu können.
  • Unseriöse Broker vermeiden: Die steigende Popularität des Aktienhandels führt zu einer Vielzahl an Anbietern, die wenig Services, aber hohe Kosten bieten. Es ist besser, auf bewährte Unternehmen mit entsprechendem Background zu vertrauen. Ebenso sollte man von vermeintlichen Internet-Gurus, die aggressiv über Mails um Kunden werben, und von Online-Angeboten mit angeblich „todsicheren Investmenttipps“ besser die Finger lassen.
  • Aus den Fehlern lernen: Der schlimmste Fehler ist der, den man zweimal macht – das gilt natürlich auch für die Börse und den Handel von Wertpapieren. Sich ewig darüber zu ärgern macht keinen Sinn: Aufstehen, abputzen, daraus lernen. Wer beispielsweise panisch seine Aktien verkauft hat, weil die Boulevardpresse aus einer Mücke einen Elefanten gemacht hat, wird aus dem Verlust lernen – und beim nächsten Mal geduldiger sein. Da sind wir wieder beim Sport: Einzelne Verluste oder Siege sind weniger wichtig als der Rang am Ende der Saison …

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Beim Handel mit Aktien und anderen Werten wird versucht, durch kluges Kaufen und Verkaufen einen Gewinn zu erzielen. Wir zeigen, worauf es dabei ankommt.

Der Handel mit Wertpapieren wie Aktien wird prinzipiell als Trading bezeichnet. Dabei kann zwischen den unterschiedlichen Varianten des Tradings unterschieden werden:

  • Langfristiges Trading ist das Kaufen von Finanzprodukten, um sie über einen längeren Zeitraum zu halten. Dabei steht also der Aufbau eines Vermögens im Mittelpunkt. Gerade Aktien haben sich dieser Hinsicht bewährt, vor allem wenn das Portfolio (also die Gesamtheit der Investitionen des Anlegers) klug zusammengestellt wird.
  • Mittelfristiges Trading beschreibt das Halten von Aktien und anderen Werten über Wochen oder Monate – die Händler haben die Performance über diesen Zeitraum ständig im Blick und nutzen gute Gelegenheiten für einen Kauf bzw. Verkauf.
  • Kurzfristiges Trading umfasst das Kaufen und Verkaufen innerhalb weniger Tage, Stunden oder sogar nur Minuten. Oftmals wird der Begriff Trading auch nur mit dieser Variante gleichgesetzt. Als Daytrading wird der Handel bezeichnet, der innerhalb eines Tages abgeschlossen wird. Generell ist diese Form des Tradings ausgesprochen riskant und wird nur Profis empfohlen – das Risiko eines Verlusts ist groß.

Als Trader werden gemeinhin jene Händler bezeichnet, die sich professionell mit dem Aktienhandel beschäftigen. Doch mit der steigenden Bedeutung von Online-Depots und Online-Brokern wird es immer mehr Menschen möglich, sich mit Trading zu befassen und sich selbst als Trader zu versuchen. Das ist naturgemäß mit teils erheblichen Risiken verbunden – vor allem beim kurzfristigen Trading.

Tipps für das Trading

Worauf kommt es beim Trading generell an, was sollten Anleger beachten? Wir haben die wichtigsten Tipps parat:

  • Wissen aneignen: Wer sich mit den Börsen beschäftigen und selbst aktiv dort Handel betreiben möchte, braucht das entsprechende Wissen – am besten gleich hier über die Investors Challenge #IC21, wo das Know-how zudem in Quizzes überprüft werden kann. Denn es heißt ja bekanntlich: Wer nichts weiß, muss alles glauben.
  • Ziele und Strategie überlegen: In den meisten Fällen wird langfristiges Trading verwendet, um Vermögen aufzubauen. Abgesehen vom Zeithorizont stellt sich die Frage, was konkret erreicht werden soll – das kann beispielsweise das Erfüllen eines Traums wie ein neues Eigenheim oder die Absicherung des Lebens in der Pension sein. Die dazu passende Strategie kann dann beispielsweise darin bestehen, Aktien und andere Werte langfristig zu halten und das Vermögen sukzessive auszubauen.
  • Anbieter auswählen: Wer sich im Trading, also im Wertpapierhandel, betätigt, braucht natürlich die passenden Werkzeuge. Daher ist die Auswahl eines Dienstleisters (Wertpapierdepot, Handel) wichtig. Im Mittelpunkt stehen dabei die Kosten (etwa Depotgebühren, Kosten für Handelsaktivitäten etc.) und das einfache Handling der Tools. Auch Serviceleistungen wie der Kontakt zu Experten kann bei der Auswahl eine Rolle spielen.
  • Panik vermeiden: Auf lange Sicht haben bisher Aktien deutlich besser abgeschnitten als andere Anlageklassen. Von kurzfristigen Schwankungen, politischen Entwicklungen oder aktuellen Einflüssen wie steigende Inflation sollte man sich daher nicht verleiten lassen, zu früh oder zu einem schlechten Zeitpunkt zu verkaufen. Geduld ist eine Tugend, die sich beim langfristigen Anlegen bezahlt macht.
  • Markt beobachten: Das eigene Portfolio und die Entwicklungen des Marktes zu verfolgen, ist dennoch unverzichtbar. Es könnten sich gute Gelegenheiten ergeben, beispielsweise unterbewertete Aktien zu kaufen. Auch das Verkaufen – es müssen ja nicht gleich alle Aktien des jeweiligen Unternehmens sein – gehört dazu, denn irgendwann will man ja einen Gewinn generieren und kann damit neue Chancen nutzen.

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Richtiges Investieren und das Handeln mit Wertpapieren stehen in der zweiten Phase der Investors Challenge #IC21 im Mittelpunkt – wer bei den Quizzes wieder fleißig Punkte sammelt, hat die Chance auf einen der wertvollen Sachpreise.

Portfolio? Depot? Buy and Hold? Mit diesen und vielen weiteren Begriffen haben Anleger zu tun, die ihr Geld vermehren und sich aktiv um ihre finanzielle Zukunft kümmern möchten. Neben einer professionellen Beratung ist grundlegendes Wissen daher die Basis für nachhaltigen Erfolg mit Aktien und anderen Wertpapieren. Die grundlegenden Fertigkeiten und das Verständnis für die Welt der Aktien kann man sich bei der Investors Challenge #IC21 verschaffen, dem bewährten Börsenspiel des trend. Nun startet die zweite Phase, bei der man detailliertes Wissen über das richtige Anlegen erhält und tiefer in die Materie eintaucht. Auf diese Weisen schaffen Anleger – egal, ob sie ihr vorhandenes Vermögen ausbauen oder mit monatlichen Beiträgen ein neues aufbauen möchten – die richtige Balance zwischen Rendite und Risiko.

Trading, Depots und Prognosen

Konkret geht es bei dieser zweiten Phase des großen Börsenspiels von trend, Hypo Tirol und Bank Direkt also um die Feinheiten des Investierens und Handelns mit Wertpapieren. Die Idee dahinter: Nur wer die nötigen Fertigkeiten beherrscht und die Risiken einschätzen kann, wird das Beste für sich herausholen und sein Vermögen Schritt für Schritt ausbauen. Themen der Artikel sind daher unter anderem Tipps für das erfolgreiche Trading, die Vermeidung von Fehlern, das Anlegen und laufende Kontrollieren von Depots, Übersicht über wichtige Börsenbegriffe wie KGV sowie Erklärung von Strategien. Weitere Inhalte dieser Phase des Börsenspiels sind die Streuung des Kapitals, der richtige Zeitpunkt für Kauf bzw. Verkauf von Aktien und Übersicht über mögliche Gebühren beim Aktienhandel. In Quizzes können Anleger ihr Wissen überprüfen und sammeln damit zugleich Punkte für die Schlussverlosung – je mehr Punkte man hat, desto größer ist die Chance auf einen der wertvollen Preise wie eine Vespa Elettrica.

Die Investors Challenge #IC21 läuft in drei Phasen, die jeweils zwei Monate laufen. Nach der ersten Phase (Juni und Juli) startet nun diese zweite Phase. Die abschließende dritte Phase ab Oktober wird sich unter anderem mit nachhaltigem Investieren beschäftigen.

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Die erste Phase der Investors Challenge #IC21 ist zu Ende. Wer sich dabei mit den Grundlagen des Investierens beschäftigt und fleißig Punkte gesammelt hat, hat nun die Chance auf wertvolle Sachpreise wie ein Plug-in Solarmodul Lightmate G, einen Solarrucksack EXPLORER+ oder ein Genusspaket von markta.

Die Grundlage für anhaltenden Erfolg bei der Schaffung des persönlichen Vermögens ist ein Verständnis für das Investieren: Aus diesem Grund steht bei der Investors Challenge #IC21 der Aufbau des nötigen Wissens im Vordergrund. Nun wird die erste Phase dieses Börsenspiels von trend, Hypo Tirol und Bank Direkt abgeschlossen. In dieser geht es um die Basisfakten zur Aktien- und Börsenwelt; in verständlichen Artikeln wird dabei unter anderem erklärt, wie Börsen funktionieren, welche Risiken und Chancen es bei Wertpapiergeschäften gibt und was der Unterschied zwischen Investieren und Spekulieren ist. Dieses Wissen ist nicht nur für Neueinsteiger in die Welt der Börsen eine hervorragende Möglichkeit, sich die Grundlagen zu verschaffen, um Rendite zu erwirtschaften – auch erfahrene Anleger können auf diese Weise ihr Know-how testen. Das geht am besten über die Quizzes, die auf den Inhalten der Artikel aufbauen und mit denen sich überprüfen lässt, was man bereits über die Welt der Börsen bereits weiß. Die Investors Challenge #IC21 läuft insgesamt über drei Phasen, die jeweils zwei Monate dauern. Phase 2 läuft nun von August bis September.

Tolle Preise zu gewinnen

Die Möglichkeit, mehr über Börsen, Indizes, Aktien und Fonds zu erfahren, ist aber nicht die einzige Motivation, an der diesjährigen Investors Challenge #IC21 teilzunehmen – es winken auch tolle Sachpreise. Wer bei den Quizzes sein Wissen unter Beweis stellt und Punkte sammelt, qualifiziert sich damit für die Verlosung.

Am Ende der Phase 1 der Investors Challenge #IC21 werden nun die ersten Preise verlost. Dazu zählt das Plug-in-Solarmodul Lightmate G von EET – damit wird Photovoltaik zum Kinderspiel, denn das Mini-Solarkraftwerk wird einfach über die Steckdose installiert und lässt sich etwa im Garten oder auf Balkonen positionieren. Energie aus der Sonne lässt sich auch mit einem weiteren Preis gewinnen: Der Solarrucksack Explorer+ hat auf der Rückseite ein Solarpaneel angebracht, mit dem sich beispielsweise Smartphones bei vollem Sonnenschein schon in 3 bis 4 Stunden aufladen lassen und das leicht abzunehmen ist. Der Rucksack kann außerdem mit eigenem Branding versehen werden. Ein weiterer Preis der diesjährigen Investors Challenge #IC21 ist ein Frühstückspaket vom Online-Bauernmarkt markta ­– dieser liefert Lebensmittel von regionalen Klein- und Familienbetrieben nach Hause, ins Büro oder zu einer Abholstation und garantiert Nachhaltigkeit sowie Qualität.

Am Ende der dritten Phase gibt es dann den Hauptpreis der Investors Challenge #IC21 zu gewinnen: Eine Vespa Elettrica! Die erste Vespa mit Elektroantrieb passt perfekt zu den Trends Nachhaltigkeit und Klimaschutz, die ja auch für die Aktienmärkte von Bedeutung sind. Das modische Gefährt steht für Lebensqualität im urbanen Straßenverkehr: Leichtes Handling und eine Reichweite von bis zu 100 Kilometern sorgen für unbeschwertes Fahrvergnügen – und natürlich steht der Name Vespa auch in Form der Elektromobilität für Stil und kraftvolles Drehmoment.

Vielen Dank fürs Mitspielen in der ersten Phase der Investors Challenge 2021! Die GewinnerInnen werden in Kürze via E-Mail verständigt. Sammle auch in der 2. Phase wertvolle Punkte und sichere dir Gewinnchancen auf weitere tolle Sachpreise sowie den Hauptpreis!

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Weltweit werden bereits über drei Millionen Aktienindizes berechnet, doch nur eine Hand voll davon bestimmen die Märkte: Dow Jones, S&P 500, Nasdaq, Nikkei, DAX und ATX – was dahinter steht.

Jeder kennt sie, jeder hat von ihnen gehört: Aktienindizes wie den Dow Jones, den DAX oder den ATX. Sie können gemeinhin als Indikatoren und Stimmungsbarometer für die Entwicklung an den Börsen gesehen werden. Steigen die Indizes, dann gibt es an den Börsen Gewinne, fallen die Indizes, dann müssen Anleger mit Verlusten rechnen.

Doch was steht eigentlich hinter den Indizes? Ein Aktienindex ist im Prinzip nichts Anderes als eine Kennzahl, die die Entwicklung bestimmter, in dem Index enthaltener Wertpapiere ab einem definierten Startzeitpunkt widerspiegelt.

Deutscher Aktienindex DAX

DAX-Entwicklung Juli 2011 – Juli 2021 /
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Für den Deutschen Aktienindex DAX (DE0008469008) wird zum Beispiel der Stand vom 31. Dezember 1987 als Basis herangezogen, der Startwert – also die Basis des Index – lag bei 1.000 Punkten.

Berechnet wird der DAX aber erst seit dem 1. Juli 1988, der DAX startete damals bei 1.163,52 Punkten. Bis zum Juli 2021 ist der DAX auf über 15.200 Punkte gestiegen, was bedeutet, dass sich der Wert der im DAX enthaltenen Wertpapiere in den vergangenen 33 Jahren um den Faktor 15,2 erhöht hat. Für die Berechnung des DAX werden die jeweils 30 größten deutschen Unternehmen (ausschlaggebend dafür sind die Marktkapitalisierung und der Börsenumsatz) herangezogen.

Im DAX sind so gewichtige Deutsche Unternehmen wie Adidas (DE000A1EWWW0), BASF (DE000BASF111), Continental (DE0005439004), Daimler (DE0007100000), Henkel (DE0006047004), Siemens (DE0007236101) oder Volkswagen (DE0007664039) enthalten.

Dow Jones – die „Mutter der Indizes“

Dow Jones Entwicklung Juli 2011 – Juli 2021
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Der weltweit wichtigste Aktienindex ist der „Dow Jones Industrial Average“ (ISIN US2605571031), üblicherweise als DOW, seltener auch als DJIA bezeichnet. Der Dow Jones wurde 1884 von den Gründern des „Wall Street Journal“ und des Unternehmens Dow Jones, Charles Dow und Edward Jones entwickelt. Sie wollten damit ein Marktbarometer schaffen, das die Performance des gesamten Aktienmarktes widerspiegelt.

Der Dow Jones gibt die Entwicklung von 30 wichtigen US-Aktien wider, die in ihm enthaltenen Werte werden von einem Komitee ausgewählt, die Zusammensetzung bleibt oft über Jahre gleich. Im Dow Jones sind unter anderem Unternehmen wie Apple (US0378331005), Boeing (US0970231058), IBM (US4592001014), Microsoft (US5949181045), Visa (US92826C8394), Walmart (US9311421039) oder Walt Disney (US2546871060) enthalten.

S&P 500

S&P 500 Entwicklung Juli 2011 – Juli 2021
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Die Idee des Ende 1987 von der Rating-Agentur Standard & Poor’s eingeführte S&P 500 Index (US78378X1072) war, einen Wertpapierindex zu schaffen, der die Entwicklung des US-Aktienmarkts besser abbildet als der Dow Jones. Wie sein Name verrät sind in ihm die 500 wichtigsten Wertpapiere der USA enthalten, darunter auch an der Technologiebörse NASDAQ gelistete Unternehmen. Der Index bildet damit rund 75 Prozent der in den USA gehandelten Werte ab. Im Gegensatz zum Dow Jones fließen in den Index auch Dividendenzahlungen ein, weshalb er auch als „Performanceindex“ bezeichnet wird.

Über die Aufnahme im S&P 500 Index entscheidet ein Gremium der Rating-Agentur Standard & Poor’s, damit eine Aktie in den Index aufgenommen werden kann müssen eine Reihe von Kriterien erfüllt werden. So sind etwa eine Marktkapitalisierung – ein rechnerischer Gesamtwert aller im Umlauf befindlichen Aktien – von mindestens 8,2 Milliarden Dollar sowie ein Handelsvolumen von mindestens 250.000 Aktien in den sechs Monaten vor der Aufnahme in den Index zwei Grundvoraussetzungen.

NASDAQ Composite Index

NASDAQ Composite Entwicklung Juli 2011 – Juli 2021
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Der NASDAQ Composite Index (XC0009694271) ist der dritte wichtige und marktbestimmende Index der USA. Er wurde 1971 mit der Gründung der gemeinhin als Technologiebörse bekannten größten elektronischen Börse der USA, der NASDAQ (National Association of Securities Dealers Automated Quotations) eingeführt und enthält alle Aktienwerte aus dem Technologie-Sektor, die an der NASDAQ gelistet sind (aktuell 2.589). Parallel dazu wird der NASDAQ-100-Index geführt, der nur die 100 Technologieaktien mit der höchsten Marktkapitalisierung enthält.

Aufgrund seiner breiten Aufstellung gilt der Index als eines der wichtigsten Börsenbarometer der Welt, zumal an der NASDAQ internationale Unternehmen gelistet sind. Der NASDAQ Composite ist im Februar 1971 mit 100 Punkten gestartet, aktuell liegt er bei rund 14.200 Punkten. Im Jahresverlauf 2021 hat er bereits rund 2.000 Punkte zugelegt.

Nikkei 225

Nikkei 225 Entwicklung Juli 2011 – Juli 2021
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China ist zwar am Weg zur weltweiten Wirtschaftsnation Nummer 1, die wichtigste Börse Asiens ist aber immer noch in Tokio beheimatet, und der Nikkei 225 (JP9010C00002) der japanischen Wirtschaftszeitung Nihon Keizai Shimbun ist daher auch das relevanteste Börsenbarometer Asiens und gilt als der „Dow Jones Japans“.

Der Index wurde im September 1950 erstmals veröffentlicht, sein aktueller Stand ergibt sich aus der Addition der in ihm enthaltenen Kurswerte. Seinen bisherigen Höchststand markierte der Index am 29. Dezember 1989 mit 38.957 Punkten, aktuell liegt er bei rund 27.300 Punkten. Neben dem Nikkei 225 wird auch der etwas erweiterte Nikkei 300 Index (JP9010G00003) berechnet.

ATX

NASDAQ Composite Entwicklung Juli 2011 – Juli 2021
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Auch an der Wiener Börse gibt es seit 30 Jahren einen eigenen Aktienindex, den ATX (AT0000999982). Er beinhaltet die 20 größten heimischen an der Wiener Börse notierten Unternehmen, die Werte werden nach dem Börsenwert der im Streubesitz befindlichen Aktien gewichtet.

Der ATX ist am 2. Jänner 1991 mit 1.000 Punkten gestartet, sein aktueller Wert errechnet sich aus der Kursentwicklung der in ihm gelisteten Wertpapiere. Schwergewichte sind darunter Unternehmen wie die OMV (AT0000743059), die Erste Group (AT0000652011), der Verbund (AT0000746409) oder die Telekom Austria (AT0000720008).

Sein bisheriges Allzeithoch hatte der ATX am 9. Juli 2007 mit 4.981,87 Punkten. Die danach folgende Finanzkrise ab dem Sommer 2007 machte dem ATX schwer zu schaffen. Bis zum März 2009 fiel der Index auf ein Niveau von 1.411 Punkte, um erst danach wieder langsam anzusteigen. Im Juli 2021 liegt der wichtigste österreichische Börsenindex bei 3.345 Punkten und damit auch aufgrund des Einbruchs als Folge der Corona-Krise trotz deutlicher Gewinne in den Jahren 2016, 2017, 2020 und 2021 immer noch deutlich hinter dem Allzeithoch aus dem Jahr 2007.

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Die Börse ist für die Wirtschaft der Markt, wo das Angebot und die Nachfrage von Wertpapieren und Gütern aufeinandertreffen. Etwa zehn Börsen geben den Takt für den Handel von Wertpapieren, Rohstoffen und Optionen an.

Was einst mit der Preisfeststellung von Zwiebeln und Nelken klein begann, hat sich im Lauf der Jahrhunderten zum institutionalisierten Börsengeschäft entwickelt, das in der Zwischenzeit weltumspannend Angebot und Nachfrage von Aktien und Gütern zusammen bringt. Die allererste Börse der Neuzeit wurde im Jahr 1409 im belgischen Brügge gegründet. Bis heute folgten unzählige Neugründungen. Es gibt weltweit rund 100 große und mittelgroße Börsen an verschiedenen Orten der Welt. Zudem gibt es mit dem Aufstieg des Internets eine Vielzahl von digitalen bzw. Computerbörsen.

Die Wertpapierbörse zählt zu den wichtigsten Ausprägungen des Börsengeschäfts. Hier treffen Angebot und Nachfrage aufeinander, wodurch der aktuelle Preis von Aktien, Anleihen, Rohstoffen, ETFs, Fonds sowie Optionen oder auch Staatsanleihen börsentäglich aktuell ermittelt werden kann. Diese Finanztitel dienen Anlegern der kurz-, mittel- und langfristigen Geldanlage. Anleger können sich somit über die Börse mittels an Unternehmen beteiligen, aber auch bei Bedarf wieder die Anteile rasch abstoßen.

Die Preisfeststellung erfolgt in der Regel fortlaufend über die gesamte Geschäftszeit eines Handelstag. Zum Handelsschluss wird ein Stückpreis als Kurs notiert sowie die Kursveränderung zum Vortag ermittelt.

Die Kursentwicklung an den jeweiligen Börsen wird in sogenannten Indizes zusammengefasst. Dabei wird in erster Linie die Kursentwicklung der größten Unternehmen eingerechnet, die dabei auch unterschiedlich gewichtet werden. An einigen Börsen gibt es Indizes für die Top-30 oder wichtigsten 100 Unternehmen. Unterscheidungen gibt es auch nach Branchen wie etwa Indizes für Banken oder Techunternehmen, wodurch der Anleger eine Tendenz der jeweiligen Branche ablesen kann.

Die Kursentwicklung für die Indizes erfolgt ebenso börsentäglich zum Börsenschluss festgestellt. Weltweit im Fokus der Anleger sind somit etwa ein Dutzend der Börsenindizes.

Die Top-Börsen der Welt

In Börsennachrichten wird in aller Regel über das Marktgeschehen an den größten Börsen der Welt berichtet. Die stark verkürzte Zusammenfassung des Börsengeschehens erfolgt über die sogenannten Indizes, unter denen der Handel der wichtigsten Aktien der jeweiligen Börse nach zusammengefasst wird.

Die US-Börsen

Zu den wichtigsten Börsen zählen vor allem die US-Börsen New York Stock Exchange (NYSE) . Die NYSE wurde im Jahr 1792 in Manhattan in New York gegründet. Benannt nach der Adresse der Börse wird sie im Jargon auch kurz „Wall Street“ genannt. Die auf Technologiewerte konzentrierte New Yorker Nasdaq ist mit dem Gründungsjahr 1971 noch relativ jung. Im Zuge der Technologierevolution stieg in den 1970er-Jahren bis heute der Kapitalbedarf kräftig an. Viele Techunternehmen hatten beim Gang zur Börse mit der Erstemission daher den Weg in den Kapitalmarkt über die Nasdaq gewählt, um Geld über die Börse einzusammeln.

Die auf Optionsgeschäfte fokussierte Chicago Board Options Exchange (CBOE / ISIN US12503M1080) zählt ebenso zu den Top-Börsen der Welt, was die Umsätze anbetrifft. Sie ist auch ein Kind der neuen Zeit und wurde erst 1973 gegründet. Nach Handelsvolumen rangiert CBOE weltweit auf Rang 3.

Der Handel der US Börsen wird über die Indizes Dow Jones Industrial Average (DJ / ISIN US2605661048), dem S&P-500 Index (ISIN US78378X1072) sowie Nasdaq Composite Index (Nasdaq-100 ISIN US6311011026) zusammengefasst. Zum Börsenschluss erfolgt eine Schlussnotierung mit der Veränderung zum Schlusswert des Vortages.

Im fernen Osten

In Asien galt Japans Tokyo Stock Exchange (Nikkei 225-Index /ISIN: XC0009692440) als die Leitbörse Nummer 1 noch vor der Börse in Hongkong (Hang Seng Index / ISIN HK0000004322).

Mit dem Aufstieg Chinas zur Supermacht etablierten sich die Börsen in Shenzhen sowie in Shanghai zu weiteren Leitbörsen der Region. Beide chinesischen Börsen haben gemessen am Handelsvolumen binnen der vergangenen 20 Jahre den Sprung in die Top-10 der Weltbörsen geschafft und die großen Börsen in Europa sowie Südkoreas Korea Exchange in Seoul (KOSPI / ISIN: KRD020020008) hinter sich gelassen.


Europas Handelsplätze

Die Börse in London (FTSE-100 / ISIN GB0001383545) und Börse in Frankfurt (Dax / ISIN DE0008469008) sind die Leitbörsen Europas. Die Deutsche Börse am Handelsplatz in Frankfurt könnte vom Brexit profitieren und die London Stock Echange überholen.

Neben den beiden Top-Handelsplätzen gilt der Fokus aber auch den lokalen Börsen der anderen europäischen Metropolen. Die Börsen in Amsterdam, Brüssel, Dublin, Lissabon, Mailand, Oslo und Paris werden über den Index Euronext (ISIN FR0003502079) in einem Börsenverbund als Einheit zusammengefasst. Daneben richten Anleger auch den Blick auf regionale, kleinere Börsen wie etwa die Wiener Börse (ATX / ISIN: AT0000999982), die ebenso wie alle anderen Börsen zum Teil eine Jahrhunderte alte Tradition haben. Die Wiener Börse feiert heuer übrigens das 250 Jahre Jubiläum.

Banken bieten zahlreiche Finanzprodukte, mit denen Anleger oft binnen kürzester Zeit überdurchschnittlich hohe Renditen erzielen können, diese bergen jedoch auch ein hohes Verlustrisiko. Von Zertifikaten über Hedgefonds bis hin zu Optionen: wie sie funktionieren, welche Chancen und Risiken sie bieten.

Die Welt der Börsen bietet ein riesiges Universum an Aktien und Anleihen, zwischen denen Anleger mit dem Kauf eines Anteils eins zu eins von der Kursentwicklung und von etwaigen Ausschüttungen wie Zinsen und Dividenden profitieren können. Steigen die Kurse, profitieren die Anleger 1:1 von der Entwicklung, ebenso hoch sind die Verluste, zeigt der Kurs gegen Süden.

Doch für all jene, denen mit Aktien, Anleihen oder klassischen Fonds im jeweiligen Marktumfeld die Gewinnchancen zu gering sind oder auch nur ihre Investments breiter streuen möchten, haben Finanzinstitute eine Vielzahl an Investmentinstrumenten entwickelt. Manche davon bergen ein großes Verlustrisiko, bei manchen ist es geringer. Viele davon sind jedoch nicht einfach zu verstehen und vielen ist nicht bewusst, welches Risiko sie mit einem solchen Investment eingehen.

Zu solchen von den Banken am häufigsten angeboten Produkten zählen Optionen, Zertifikate und Devisentermingeschäfte. Wir liefern Ihnen ein Überblick über diese gängigsten Investmentmöglichkeiten, erklären, wie sie funktionieren und welche Chancen und Risiken diese bieten.

1. Termingeschäfte: Der Handel mit Optionen

Eines der riskantesten Investments stellt der Handel mit Option dar. Eine Option ist ein Termingeschäft, also ein zeitkritisches Investment, bei dem ein Marktteilnehmer als Käufer und ein anderer als Verkäufer auftritt. Es wird entweder das Recht zum Kauf (Call) oder Verkauf (Put) eines Basiswertes (Aktien, Futures, Währungen usw.) zu einem festgelegten Preis und Zeitpunkt erworben.

Beim Kauf einer Call-Option stellt der Totalverlust der dafür gezahlten Prämie das Risiko dar. Call-Optionen sind Hebelprodukte, die es ermöglichen, mit wenig Kapital berdurchschnittlich stark von der jeweiligen Entwicklung des Basisproduktes zu profitieren. Der Einsatz der dabei geleistet werden muss ist die Optionsprämie – im Falle, dass eine Option gekauft wird, oder der Margin, wenn eine Option verkauft wird.

Beim Verkauf einer Call-Option ist das Risiko unbegrenzt, da der Anleger dazu verpflichtet ist, den Basiswert zum Ausübungspreis zu verkaufen, wobei der Anstieg des Marktkurses unbeschränkt ist.

2. Strukturierte Produkte – Zertifikate

Strukturierte Produkte bieten die Möglichkeit, auf eine künftige Marktentwicklung zu spekulieren, ohne dabei direkt in die zugrunde liegenden Wertpapiere oder Märkte zu investieren.

Die Erträge sind von bestimmten zukünftigen Ereignissen oder Entwicklungen abhängig, wie etwa der Entwicklung von Aktienindizes, Baskets, Einzelaktien, bestimmter Preise, Rohstoffe oder Edelmetalle. Bei strukturierten Produkten besteht je nach Risikoappetit, eine große Auswahl. Wer den Kapitaleinsatz nicht riskieren möchte, für den gibt es auch ganz oder teilweise kapitalgarantierte Produkte.

Express-Zertifikate

Bei Anlegern beliebt sind unter anderem sogenannte Express-Zertifikate. Ein solches partizipiert von der Entwicklung des Basisinstruments mit der Möglichkeit einer vorzeitigen Rückzahlung. Wenn das Basisinstrument an einem der vom Emittenten vorgegebenen Tage die Bedingung der Kursentwicklung erfüllt, endet das Zertifikat vorzeitig und wird zum vereinbarten Tilgungsbetrag vom Emittenten zurückgezahlt. Wenn das Basisinstrument auch am letzten Feststellungstag die vorgegebene Schwellenbedingung nicht erfüllt, erfolgt die Tilgung zum am Laufzeitende festgestellten Schlusskurs des dem Zertifikat zugrunde liegenden Basisinstruments.

Vorzeitige Kündigung möglich
Solche Produkte können bei Erreichen einer vorher festgelegten Zielgröße vom Emittenten vorzeitig gekündigt werden kann, was die Chance auf eine vorzeitige Auszahlung des Kapitaleinsatzes und damit verbundenen Gewinns bedeuten kann. Selbst wenn die vorher definierte Schwelle nicht erreicht oder durchbrochen wird, kann es zu einer Mindestrückzahlung kommen. Wenn sich der Kurs des dem jeweiligen Express-Zertifikat zugrunde liegenden Basiswerts ungünstig entwickelt, kann es zu einem Verlust eines wesentlichen Teils oder des gesamten investierten Kapitals kommen.

Discount-Zertifikate

Vielfach von Banken angeboten werden auch Discount-Zertifikate. Das sind Kapitalmarktinstrumente mit einem Sicherheitspuffer auf den zugrunde liegenden Basiswert wie einer Aktie oder einem Index. Anleger partizipieren dafür aber nur bis zu einer bestimmten Kursobergrenze des Basiswerts (Cap oder Referenzpreis) an einer positiven Wertentwicklung. Der Emittent hat am Laufzeitende das Wahlrecht, entweder das Zertifikat zum Höchstwert (Cap) zurückzuzahlen oder das entsprechende Wertpapier zu liefern. Das Risiko besteht jedoch darin, bei stark fallenden Kursen des Basiswerts am Ende der Laufzeit Aktien geliefert zu bekommen, die dann jedoch unter dem Kaufpreis liegen.

Bonus-Zertifikate

Bei Bonus-Zertifikate werden unter bestimmten Voraussetzungen am Ende der Laufzeit ein Bonus und gegebenenfalls auch die bessere Wertentwicklung eines Basiswerts (einzelne Aktien oder Indizes) ausbezahlt. Bei solchen Zertifikaten wird eine Barriere unterhalb des Startniveaus und ein über dem Startniveau liegendes Bonusniveau festgelegt. Fällt der Basiswert auf die Barriere oder darunter, entfällt der Bonus und die Rückzahlung erfolgt in Höhe des Basiswerts. Ansonsten ergibt sich die Mindestrückzahlung aus dem Bonusniveau. Der Bonus wird am Ende der Laufzeit des Zertifikats zusätzlich zum anfänglich eingezahlten Kapital für den Nominalwert des Zertifikats ausgezahlt.

Die Höhe der Auszahlung hängt von der Entwicklung des Basiswerts ab. Das Risiko besteht in der Entwicklung des zugrunde liegenden Basiswert. Geht der Emittent des Zertifikates in Konkurs, droht der Totalausfall wie auch bei jedem anderen Zertifikat.

Knock-out-Zertifikate

Das sind Zertifikate, die das Recht verbriefen, einen bestimmten Basiswert zu einem bestimmten Kurs zu kaufen oder zu verkaufen, wenn der Basiswert während der Laufzeit eine vorgegebene Kursschwelle (Knock-out-Schwelle) nicht erreicht. Wird die Schwelle auch nur einmal durchbrochen, endet das Investment vorzeitig und ist weitestgehend verloren. Abhängig vom Basiswert unterscheidet man zwischen Knock-out-Long-Zertifikaten – diese setzen auf steigende Märkte – und den Knockout-Short-Zertifikaten. Sie sind für jene konzipiert, die auf fallende Märkte setzen.

Turbo-Zertifikate

Neben klassischen Knock-out-Zertifikaten werden auch „gehebelte“ Knock-out-Zertifikate meist unter dem Namen „Turbo-Zertifikate“ emittiert. Der Hebel (Turbo) bewirkt, dass der Wert des Zertifikats prozentuell stärker auf die Kursbewegung des jeweiligen Basisinstruments reagiert und stärker steigt, aber auch fallen kann. Schon mit kleineren Beträgen können so vergleichsweise hohe Gewinne erzielt werden, gleichzeitig steigt bei gegenläufiger Entwicklung das Verlustrisiko.

Wird die Knock-out-Schwelle während der Laufzeit auch nur einmal erreicht, verfällt das Zertifikat wertlos oder es wird ein Restwert ausgezahlt, wenn das Produkt „ausgestoppt“ wird. Je näher der Börsenkurs am Basiskurs notiert, desto höher ist der Hebeleffekt, aber auch umso größer ist die Gefahr, die Knock-out-Schwelle zu erreichen und Verluste zu erleiden.

3. HEDGEFONDS

Hedgefonds sind Fonds, die keinen oder nur geringen gesetzlichen oder sonstigen Beschränkungen unterliegen. Es gibt auch Hedge-Dachfonds und Hedgefonds-Index-Zertifikate. Anleger können damit das Risiko ihres Depots breiter streuen. Die Risiken können je nach Risiko/Ertragsprofil stark variieren.

Beispiele für Anlagestrategien:
– Long/Short: Dabei werden unterbewertete Wertpapiere gekauft und gleichzeitig überbewertete Wertpapiere leerverkauft.
– Event-Driven: Es wird versucht, von speziellen Unternehmensentwicklungen wie etwa Fusionen, Übernahmen, Reorganisationen oder auch Insolvenzen zu profitieren.
– Global Macro: Dabei werden Entwicklungen in Wirtschaft und Politik analysiert und so versucht, Ineffizienzen an den Märkten zu erkennen und entsprechend gewinnbringend zu agieren.

Entwicklung unabhängig vom Aktienmarkt
Ein Vorteil solcher Hedgefonds ist auch es, dass sie sich tendenziell unabhängig von den Aktienmärkten entwickeln und so ein gutes Instrument sein können, sein Portfolio zu diversifizieren. Bei Investments in Hedegfonds kann es zu einer Verstärkung der Marktentwicklung kommen oder aber auch zu einer gegenläufigen Entwicklung, die auch heftig ausfallen kann. So können innerhalb kurzer Zeit erhebliche Kursschwankungen auftreten. Im Extremfall kann es bei nicht-garantierten Hedgefonds-Produkten zu Totalverlusten kommen. Eine Konzentration auf eine oder nur wenige Strategien erhöht das Risiko.

Geringe Liquidität
Aufgrund der komplexen Strategien von Hedgefonds wird für diese Fonds mehr Zeit für die Preisermittlung benötigt als bei traditionellen Fonds. Hedgefonds sind daher auch weniger liquide. Die Preisfeststellung erfolgt meist monatlich und nicht täglich, auch die Rücknahme von Anteilen erfolgt häufig nur monatlich. In der Zwischenzeit kann sich Anteilswert erheblich verändern, ohne dass man die Möglichkeit hat, darauf zu reagieren.

4. DEVISENTERMINGESCHÄFTE

Der Handel mit Fremdwährungen
Währungen zählen zu den am schwersten einschätzbaren Kursentwicklungen, entsprechend riskant und für den Großteil der Privatanleger, die sich damit nicht intensiv mit der Materie beschäftigen, nicht zu empfehlen. Bei einem Devisentermingeschäft verpflichtet sich Anleger einen Betrag in einer Fremdwährung zu einem späteren Zeitpunkt oder während einer Zeitspanne zu einem beim Abschluss festgelegten Kurs zu kaufen oder zu verkaufen. Die Lieferung bzw. der Empfang der Gegenwährung erfolgt mit gleicher Valuta.

Der Gewinn oder Verlust ergibt sich aus der Differenz der Devisenparitäten während oder bei Ende der Laufzeit des Termingeschäftes zu den jeweils vereinbarten Konditionen. Je nach Veränderung des Wechselkurses kann ein etwaiger Ertrag erhöht oder geschmälert werden. Bei einem Verlust kann der ursprüngliche Kontraktwert jedoch wesentlich überstiegen werden. Neben dem Währungsrisiko besteht auch ein Bonitätsrisiko. So kann der Geschäftspartner zahlungsunfähig werden und nicht in der Lage sein, das Devisentermingeschäft zu erfüllen und es kann eine teure Nachdeckung nötig werden.

Wer Geld in Wertpapiere investiert muss sich dabei verschiedener Risiken bewusst sein und auch bedenken, dass eine Kurssteigerung nicht gleichbedeutend mit Ertrag ist. Was Anleger beachten sollten.

Wenn sich auch die Finanzwelt dreht und immer neue Produkte kreiert werden, ein Grundsatz gilt zu jeder Zeit: Hohe Erträge bedeuten hohes Risiko. Wer sich dessen bewusst ist, hat schon viel unnötiges Risiko vermieden und sein Portfolio entsprechend ausrichten. Die wichtigsten Kriterien dabei sind die eigene Risikobereitschaft und welche Kursschwankungen bzw. damit verbundene mögliche Kursverluste man aushalten kann, ohne bei einem Verkauf in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten.

Kursschwankungen und Verluste hängen aber nicht nur am Risikofaktor. Auch irrationale Faktoren wie Stimmungen, Meinungen, Erwartungen oder sogar Gerüchte können die Kursentwicklung und damit den Ertrag eines Investments positiv oder negativ beeinflussen. Und schließlich muss man sich auch darüber im Klaren sein, dass beim Kauf und Verkauf von Wertpapieren stets Gebühren anfallen und Erträge aus dem Wertpapierbesitz zudem einer Kapitalertragsteuer (KEST) von 27,5 Prozent unterliegen.

Utopisch oder marktüblich?

Über allem steht für Anleger üblicherweise das Ziel, durch den Kauf von Wertpapieren ein Vermögen aufzubauen oder es zu vermehren. Dafür ist eine entsprechende Rendite erforderlich – also ein Ertrag, den das angelegte Kapital in einem bestimmten Zeitraum bringt. Je höher die erwartbare Rendite ist, desto besser ist es klarerweise für den einzelnen Anleger. Bei überzogenen Renditeversprechen sollten allerdings die Alarmglocken läuten. „Seien Sie besonders vorsichtig bei hohen Renditeversprechen, die in keinem Zusammenhang mit den marktüblichen Renditen stehen“, warnt die Finanzmarktaufsicht (FMA).

Doch da stellt sich die Frage: Welche Renditeversprechen sind überdurchschnittlich hoch? Ein guter Indikator dafür ist das jeweils aktuelle allgemeine Zinsniveau. Informationen dazu finden sich auf der Webseite der Österreichischen Nationalbank (OeNB). Wenn beispielsweise für ein Sparbuch mit mehr als zwei Jahren Laufzeit 0,40 Prozent Zinsen jährlich gezahlt werden, ein Anbieter einer Unternehmensanleihe aber fünf Prozent bietet, kann man sich ausmalen, dass damit wesentlich höhere Risiken bei der Veranlagung einhergehen.

Höhere Gewinnchancen bedeuten jedoch nicht per se, dass Sie ein solches Angebot meiden sollten. Allerdings ist Vorsicht die Mutter der Porzellankiste: Durch die Veranlagung in mehrere verschiedene Wertpapiere kann das Risiko der gesamten Veranlagung reduziert werden. Man sollte also nicht All-In in einen Titel mit einem hohen Renditeversprechen gehen und im Zweifelsfall am besten ganz die Finger davon lassen.

Riskant oder konservativ?

Doch wie kann man erkennen, welches Risiko man bei einem Investmentfonds oder einem anderen Finanzprodukt eingeht? Dafür wurde nach der Finanzkrise die EU-Anlegerrichtlinie MIFID II (Markets in Financial Instruments Directive II) eingeführt. Anleger müssen demnach umfassend über die mit dem Kauf und Handel von Wertpapieren verbundenen Risiken und Kosten – auch die Dritter – informiert werden.

Die Risikohinweise für Wertpapiergeschäfte wurden in Österreich von der Finanzmarktausfsicht FMA ausgearbeitet. Die Wirtschaftskammer Österreich bietet dazu ein 46-seitiges Dokument zum Download an, in dem Veranlagungsrisiken für die einzelnen Anlageklassen – von Anleihen über Aktien, Fonds bis hin zu Optionen, Futures oder Swap-Geschäften angeführt sind. In der Folge werden diese auszugsweise beschrieben.

Allgemeine Anlagerisiken

Bonitätsrisiko

Die Gefahr der Zahlungsunfähigkeit des Partners, also die mögliche Unfähigkeit zur termingerechten oder endgültigen Erfüllung von Dividendenzahlungen, Zinszahlungen, Tilgungen usw. Das Risiko wird durch Ratings eingeschätzt. Die Ratingskala reicht von „AAA“ (beste Bonität) bis „D“ (schlechteste Bonität).


Kursrisiko

Das Kursrisiko beschreibt die möglichen Wertschwankungen von Wertpapieren. Es bei Verpflichtungsgeschäften (z. B. Devisentermingeschäften, Futures oder Optionen) eine Besicherung notwendig machen.


Liquiditätsrisiko

Die Möglichkeit, ein Investment jederzeit zu marktgerechten Preisen zu kaufen, zu verkaufen bzw. glattzustellen, wird Handelbarkeit (= Liquidität) genannt. Von
einem liquiden Markt kann dann gesprochen werden, wenn ein Anleger seine Wertpapiere handeln kann, ohne dass schon ein durchschnittlich großer Auftrag zu spürbaren Kursschwankungen führt.


Risiko des Totalverlusts

Der Worst-Case: Ein Investment kann auch wertlos werden, etwa aufgrund seiner Konstruktion als befristetes Recht oder wenn der Emittent eines Wertpapiers in finanzielle Schieflage gerät und nicht mehr in der Lage ist, Zahlungsverpflichtungen nachzukommen (Insolvenz; siehe auch Bonitätsrisiko) .


Transferrisiko

Bei Geschäften mit Auslandsbezug besteht das zusätzliche Risiko, dass durch politische oder devisenrechtliche Maßnahmen eine Realisierung des Investments verhindert oder erschwert wird. Es können auch Probleme bei der Abwicklung einer Order entstehen.


Währungsrisiko

Bei Fremdwährungsgeschäften hängt der Ertrag nicht nur von der Rendite des Wertpapiers im ausländischen Markt ab, sondern auch stark von der Entwicklung des
Wechselkurses der Fremdwährung. An den US-Börsen notierte Aktien hängen zum Beispiel am Dollar. Steigt oder fällt der Dollar gegenüber dem Euro, so ändert sich auch der Ertrag.


Zinsrisiko

Das Zinsrisiko ist besonders für Anleihen relevant und ergibt sich Veränderungen des Marktzinsniveaus. Ein steigendes Niveau führt bei fixverzinsten Anleihen zu Kursverlusten, ein fallendes zu Kursgewinnen.